Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1788 (22.6.1960)
- Date
- 1960-06-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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JVïi<*«:olen. ft« JtiiN'ct da >■»«#* Die Ueber die klemc <r®n«@h>* achaft der Drusen wird zwar viel gesprochen, aber es ist über sie am wenigsten bekannt. Die Verwaltung des James de Roth Schild-Kulturzentrums hatte nun dankenswerterweise Gern al Mansur, einen der prominentesten Vertreter dieser Gruppe zu einem Vortrag mit anschliessender Aussprache eingelaöen. Aus dem in so fliessender und eleganter Sprache gehal. tenen Vortrag haben die neugierigen Besucher bloss die wiederholte Feststellung entnommen, dass alles, was Historiker und Berichterstatter bis Jetzt «feer die Druse-“ veröffentlicht haben, die Religion die Wahrheit ' Bis zum. Jahre 1000 ungefähr konntesich jeder der Gemeinschaft der Drusen. snschliessen; mit dem Tode des Kalifen Hakim (996 bis 1020) werden sie aus Aegypten verjagt, da sie ihn als die Inkarnation und als Messias betrachten. Sie siedeln sich auf den Bergen des Libanon, des Antilibanon und des Galils an, später auch im Hauran. In schwer erreichbaren Bergdörfern entwik. kelt sich ihre Sekte, an strenge Gesetze gebunden, und Disziplin verlangend. Es wird die Anerkennung Allahs gefordert, das Verbot des Rauchens, des Alkohol - genusses und des Schweir.enicht den Tatsachen entspreche. Auch in der langen Diskussion wurden auf die meisten Fragen höfliche aber ausweichende Antworten gegeben. I der Unterhaltung hat sich gezeigt, dass einige der Teilnehmer ein recht umfassendes Wissen aber Israels arabische Umwelt besessen. Mit ihren Fragen über geschieh‘.liehe, soziologscae und politische Thcrrven bewiesen sie genaue Kenntnis der Probleme, zum sic nllchen Unbehagen des Referenten. Dieser war gersus ai» Amerika -zurückgekehrt und hat dort sicherlich bei einem Publikum, das. lan Obigen femsteht. ei. ncr. grossen Eindruck hinter'. sssen. Die grundsätalch? Fr age nach der Relig on der Drusen, die der bebner a’s Re.'-'iionsgemei-rischaft und sieht als Volk d f in irr e. wirn nur mit einer Parabel feea twortet: ..Fragt man einer. Juden, was seine Relg ~r. besagt, wird er sagen: 4;ö Wahrheit’, ein Cbr's fleisches. Eine besondere Form des Gottesdienstes kennen säe nicht, am Freitag versammelt der Scheich se - ne Gemeinde um sich, z.u einer Besprechung und religiösen Erklärungen. Trotzdem .ie Frau viel freier ist als bei anderen muselmanischen Sekten — sie beteiligt sich sogar an den Kämpfen — sind Mischehen nicht erlaubt. u-,.d der Druse, der eine andersgläubige Frau heiraten will, muss seine Gemeinschaft verlassen. Auch die Kinder werden nicht mehr anerkannt. Es besteht bei: erzeitige Scheidungsmöglichkeit, sie wird aber, wie der Redner versicherte, nicht mehr als zu einem Prozent au?g?nutzt. Die religiöse Schichtung der Gemeinschaft ist dreäfreh: es giot die Wissenden, die Weseu ur.d die bssrn deren Weisen, die auf einer religiösen Schule im Libanon ausgebildet werden. Die übrige Bevölkerung besitz*- nur v.-en'g Kenntnis von remnd ein Moslem das Gleiche Jig«"sen Dingen. -— auch für den Drusen, is’ I Pa d'e Druden keine neulihre Pi ou Anhänger erbist e» niemals nötig gewesen, über ihre Gemeinschaft etwas bet^nn+7i>c<alw«n Erst im Jahre 1954 sind in Beirut drei arabische Aufklärungsschriften herausgegeben, worden. Im Libanon ist. ihr Einfluss ein recht starker, da sie bei allen Diskussionen zwischen den ungefähr gleich starken Teilen der christlichen und islamischen Bevölkerung das Zünglein an der Wage darstellen. Ihre Wohngebiete sind heute vor allem in Syrien, wo ungefähr 150.000 Drusen leben sollen, in Israel wohnen ungefähr 21.000 in 15 Dörfern des Galil, und z.wei auf dem Karmel. Der schwer zugängliche Djebel Drus hat in den zwanziger Jahren unter dem französischen Mandat so etwas wie eine selbständige Verwaltung gehabt. Sie konnten einmal das Gebiet doch nicht verwalten und wollten die Randgebiete von Syrien absch neiden. Seit mindestens hundert Jahren hören wir dauernd von. Aufständen und Kämpfen. Die Drusen siad eine kriegerische Gruppe. Nach der Religion der Drusen sollen für jeden Schlag zwei zurückgegeben werden. Der Redner gab keine Gründe an, weshelb sich die 1 Drusen in Israel schon 1947 auf die Seite Israels geschlagen haben. Sie sind im Augenblick die einzige Minderheitengruppe, die zum Militärdienst aufgerufen werde« und in der Grenzwacht dienen. In ihre Dörfer hat man Schulen gebracht, Kliniken und Wirtschaft! :che Hilfe. Jede Verbesserung der Lebenshaltung bringt aber; neue gesellschaftliche Pro- . öle me und Konflikte. Die -ungen Menschen. dL schon Kurznachrichten aus Israel SANDALENLEDER In -dem .Neueinwi.nderer- St » stehen Maalot soll eine vor. der Hist ad rat in Gemeinschaft mit dem Arbeitsirtnisi.. Iwm errichtete Wer fest;tte den Betrieb aufnehme~. Drerssig körperlich behi-’-dsTte Männer und Frauen so*len dort beim Flechten von Leder für Erzeugung von Sandalen beschäfti_. werde«. Die Arbeiter soT'n vorerst einer gemein 33 men Ausbildung unterzogen werde”-: und später Keimarbeit erhalten. ERGIEBIGE BOHRUNGEN Auf den Böden von Chef- »iba und Caesarea, nördlich von Chedera sind fünf Brunnen gebohrt worden, die jährlich 5.990.900 Kubikmeter Wasser für den Bedarf der Papierfabrik in Chedera liefern können. ln derselben Gegend ist man jüngst bei Bohrungen, die die Gesellschaft Mekorot vorgenommen hat, auf weitere reiche W asservorkomtnen gestossen; eia neuer Brunnen wird in der Stunde 440 Kubikmeter Wasser geben, das sich zum Trinken «od für Bewässerung eignet. ] HILFE FUER CRENZSIEDEUNGEN Vom Keren Hajessod errichtete Grenzsiedl ungea im Süden des Landes und im Negew erhielten eint wichtige I-itfe: Fast 1900 Schüler «er oberen Mittelschulklassen legten bei dringenden, landwirtschaftliche* Arbeiten Hane’ an. Es besteht di« Ab •ioht, weitere Gruppen auch Ir. den Norden und das Zentrum des Landes zu sei'ikken; üs Ende des Schuljahres sollen insgesamt 2ri00 Schiiier diesen Landdie; sl s'osri'viert haben. Diese Aktion der Burschen und Mädchen trägt zur Behebung des Mangels an Arbeitskräften in isolieren S-'edlugen fcei und hebt die Moral der Landwirte; anderer tsi ‘s bildet sie einer, wichtigen Beitrag zur staa'sbürgcrMchen und menschlichen Erziehung der Jugend von Israel. „AUTOCARS” ERWEITERT BETRIEB Infolge von grossen Aufträgen hat die Gesellschaft „Autocars” in Haifa beschlossen, im Laufe der nächsten Monate weitere 40 Arbeiter aufzunehmen. Nach Abgang der ersten Sendung von 35 Wagen der Marke „Sabra’’ in die USA stehen die Verhandlungen mit dem Vertreler einer amerikanischen Gesellschaft über den Ankauf von 590 W agen der Marke „Saj bra“ vor dem Abschluss. Dieser Auftrag ist für die Westküste der USA bestimmt. STRICKEREI IN KADIMA Kürzlich wurde in Kadima eine Strickerei, die im ersten Stand ium 54 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigen soll, eingeweiht. Sie gehört neuen Einwanderern aus Rumänien. TEXTILINDUSTRIE IM NEGEW / Im Laufe dieses Jahres 1 wird sich der Negew zu ei- I nem Miteipunkt der israelischen Textilindustrie entwickeln. Fünf grosse Betriebe, die sieh gegenwärtig im Bau befinden, werden über 2,500 Arbeiter beschäftigen. Es verlautet, dass die Textilfabriken im Negew hauptsächlich für den Export arbeiten werden. Der Negew ist für die Textilindustrie besonders geeignet, da die Frachtspesen bei den Erzeugungkosten nicht sehr ins Gewicut fallen und das „BaumwoHgebiet" Ofakim — Kiriat Gat in der Nähe liegt. ZEMENTFABRIK IN ELAT Im „fernen Süden” von Israel wurden Minerale entdeckt, welche für die Erzeugung von Zement geeignet erscheinen. Jetzt werden sie einer gründlichen Untersuchung unterzogen, und sollte sich der erste Eindruck bestätigea, wird in Elat eine Zementfabrik errichtet werden, deren Produktionskapazität 100.900 Tonnen im Jahr betragen soil. Hiervou sollen 200.000 Tonnen in Elat und Umgebung verwendet werden, 20.900 nach Südafrika exportiert weiden und die restlichen 00.009 Tonnen, für die Ausfuhr nach Oslafrifca und dem Fernen Osten bestimmt sein. EXPORT NACH ENGLAND Der israelische Export nach Grossbritau« ien belief sich im Jahre 1959 aut 15.316.299 IL gegenüber 12.926.397 IL im Vorjahr, was eine Zunahme von 29 % bedeutet. Amnestie für Kollaborateure i Brüssel, — Die belgisch«, f kaminei’ hm . -ue. ä.j.vscriich ihr« tradit io- .Kleidung jbleges. im. den. in dh> Dörfer nach dem Militärdienst zui Uckgekehr , nicht mehr das, was sie er_ warten. Die religiösen Führer wollen nicht auf ihre Rechte verzichten. Siedlungsir.öglichkeiten im Negew haben die Drusen abgelehnt aus emotionellen Gründen, angeblich weil sie tradi - tionsgemäss nur in der Bergabgescblossenheit auf strategisch sicheren Punkten siedeln, (Der wirkliche Grund dürfte aber sein, dass man eine Zersplitterung und damit einer Assimilierung Vorbeugen will.! Der Redner stellte eine lange Liste von Forderungen auf, „denn die Drusen verzichten auf keine Rechte.” Er forderte Schikunim, Mittelschulen, Mädchenausbildung in WIZO . Schulen, handwerkliche Schulen, Industrie, Licht uud Wasserleitungen für alle Dörfer. Wie die Vertreter aller Minderheiten und auch vieler Gruppen jüdischer Einwanderer wird alles von „der Regierung” gefordert ohne auch nur mit einem Wort von Versuchen oder Plänen zu sprechen, dass eine Verbesserung auch mit Hilfe eigener Mittel erreicht werden könnte, nachdem im. mer wieder betont wird, dass sich die wirtschaftliche Lage der Drusen während der letzten Jahre sehr verbessert hat. Es war ein interessanter Abend. Er hat angeregt malige Kollaborateureaus der Kriegs zeit verabschiedet. , 16 Jahre nach dem Krieg werden damit von schweren Fälhm abgesehen, für die belgischen Staatsangehörigen, die wegen ihrer Zusani-; menarbeit mit den Nazis ver. urteilt oder anderweitig bestraft wurden, die noch bestehenden Verbote zur Ausübung gewisser Berufe aufgehoben und die Bürgerrechte völlig oder in weitgehendem Masse wiederhergestellt. (AWZ) Neonazistische Gruppen in USA New York. — ln et* amerikanischen Städten sind neo-nazistische Gruppen aufgedeckt worden. Dies geht aus einem Bericht des American Jewish Committee hervor, der vor kurzem in New York veröffentlicht wurde. Eine der Gruppen, so heisst es in dem Bericht, hätte eine „Abschussliste” geführt, in der auch der Name Präsident Eisenhowers. enthalten ist. (AWZ) über diese sich abschliessende Gemeinschaft der Drusen nachzudenken. Viele Fragen sind ungelöst geblieben, insbesondere die nach dem kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Leben dieser Minderheit. Unsere Zeit mit ihren. verkehrstechnischen Möglichkeiten hat bis nun vieles von ihrer Romantik genommen. Ein Wiedergutmachungs-Beamter Köln, ■— Der bisherige Oberregionmgsrat Albert Schmittehemaliger steliver. tretender Leiter des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Wiedergutmachung, ist vom Landgericht Koblenz zu zweieinhalb Jahren Zucht, haus und 500 Mark Gelds.rate verurteilt worden. Er ist der fortgesetzten schweren passiven Bestechung, Untreue und des versuchten Betruges schuldig befunden worden. Die mitangeklagte frühere Sekretärin des Hauptangeklagten, Marchand, erhielt wegen Begünstigung und Falschaussage vor Gericht drei Monate Gefärgr.is. In der Urteilsoegründung hiess es, der als Exrerte des '"iedergutmachungs-Wesens bekannt gewordene Schm tt habe sich von Entsch'digungs-Berechtigten kaufen lassen un-d dafür ihre W edergutmachungs- Anträge ui pflichtwidriger Weise bevorzugt behandelt. Als Gegenleistung habe er Bestechungsgelder und andere Zuwendungen angehomrhen. Tanker für die VAR Hamburg. — Der zweite auf der Deutschen Werft i« Hamburg gebaute Tanker für die Vereinigte Arabische Republik lief Anfang April vom Stapel. Die Gattin <-¿3. Botschafters der VAR, Ib**. him Sabri, taufte das 20 8W Tonnen grosse Schiff auf den fernen „Sad el Furat”.. Es ist ein Schwesterschuf, des vor einem Monat .auf der Werft vom Stapel gelaufenen Tankers „Elsad Elaly”. i Campaña Unida pro Israel I .Dein Beitrag für die bedeutet für ISRAEL: Siedlung Industrie Schulwesen Kulturarbeit Annahmestellen: COMITE CENTROEUROPEO der CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL Sarmiento 2376, 3? — T. E. 47-3820 und sämtliche Sekretariate der angeschlossenen Organisationen und Gemeinden >——oo—