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Jüdische Wochenschau · 1960-06-22 · 1788 (22.6.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1788 (22.6.1960)
Date
1960-06-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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#SB •'«•3 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 S R O » s 4 O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES MIERCOLES 22 DE JUNIO DE 1960 No. 1788 ISRAELITA EL EJEMPLAR« en toda la República ■ Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 «q. T. E. 83 . 2613 Fall Eichmann (Fortsetzung von Seite 3) Euere Exzellenz die moralische Haltung schätzt, die von der Regierung und dem Volk Argentiniens in dieser Hinsicht eingenommen wird/’ In den folgenden Zeilen spricht der Präsident seine Zuversicht aus. dass Israel dem argentinischen Verlangen zur Rückgabe von Eichmann stattgeben werde. Er scbliesst mit den folgenden Werten: „Ich habe die tiefste Hoffnung, dass die Lösung dieser Differenz einen Beitrag zu den freundschaftlichen Beziehungen darstellt, die unsere beiden Völker verbindet.” * WAS AMADEO SAGTE New York. — Wie aus glaubwürdigen Qellen. die den UN nahestehen, mitgeteilt wird, soll Botschafter Amadeo unterstrichen haben, dass die Wiedergutmachung von Seiten Israels mit dem Falle Eichmann in einem direkten Zusammenhang stehen müsse. Amadeo soll gesagt haben: „Von demjenigen, dem eine Brieftasche gestohlen wird, kann man nicht erwarten, dass er sich mit einer Entschuldigung zufrieden gibt, besonders dann .nicht, wenn der Diebstahl zugegeben wurde. Man muss von ihm die Rückgabe der Brieftasche verlangen.” Falls Dr. Amadeo eine solche Erklärung wirklich abgegeben hat, könne man nur von einer Geschmacklosigkeit sprechen. Immerhin würde eine solche Aeusserung beweisen, dass der argentinischf’ Delegierte vor den UN ¡überhaupt nicht verstanden hat, um was es sich im Falle Eichmann eigentlich handelt. Der Vergleich mit der gestohlenen Brieftasche wird allgemein als peinlich für Argentinien empfunden. Wie einige Berichterstatter meinen, gäbe es im Grunde genommen überhaupt gar keine Streitfrage, da Israel die argentinische Souveränität im vollen Umfange anerkennt und andererseits zugibt, dass sie bei der Festnahme von Eichmann durch israelische Freiwillige verletzt wurde. NUR ISRAEL WIRD RICHTER SEIN Paris. — „Nur Israel hat als einziger Staat das Recht und die Zuständigkeit über den Menschen zu Gericht zu sitzen, der sechs Millionen ermordete, aus dem einzigen Grunde, weil sie Juden waren", erklärte Ben Gurion, während eines Essens, das von der Vereinigung der ausländischen Presse in Paris zu seinen Ehren veranstaltet wurde. Er fügte hin- 2\i. dass dieser Fall keinen Koniik' zwischen „Recht und Gi-i Gültigkeit” darstellen vr ■•de. Auch wenn der Staat h-.rrel de noch »licht .«fi h:u, als Eichmann se'ne Verbrechen beging, so lebte er doch bereits im Herzen des jüdischen Volkes. Ben Gurion fügte hinzu: „Die Gerechtigkeit verlangt, dass Eichmann von dem Volk abgeurteilt wird, gegen das er seine Verbrechen beging.” Die Idee eines internationalen Gerichtshofes wies Ben Gu rion zurück. * KEIN ZUSAMMEN¬ TREFFEN IN PARIS Rom. — Wie man aus Rom erfährt, soll Dr. Frondizi beschlossen haben, von einem Zusammentreffen mit dem Ministerpräsidenten Israels in Paris zur Besprechung des Falles Eichmann Abstand genommen haben. Dr. Frondizi soll nach der Darstellung eines argentinischen Funktionärs erklärt haben, dass die Angelegenheit vom Sicherheitsrat behandelt werde. Der gleiche Funktionär Der Staudamm von Assuan Achtzig von hundert Fellachen in Aegypten leiden an Bilharzia, 60 von 100 sind malariakrank. Ueber 80 Prozent der Bevölkerung des Landes sind bis heute Analphabeten und der Grossteil der Einwohner des Nasser- Staates lebt in dem gleichen Elend, das zur Zeit Faruks und der alten Politiker geherrscht hatte. Wenn diese Nöte Aegyptens zur Sprache kamen, so hatten Regierung und Presse in den letzten Jahren auf alle diese Fragen eine A-twort: der Staudämm von Assuan. Der „grosse Damm“, der das Nilwasser aufspeichern und die fruchtbare Bodenfläche von rund 34.000 qkm auf nigstens 100.000 steigern Sowjet-Russland und Polen möglicherweise eine Haltung zu Gunsten Israels einnehmeinto aber, dass der Präsimen werden, sollte aber eident noch einmal die Frage des Zusammentreffens überprüfen werde, falls die Anregung hierzu von den Gurion ausgeht. * RUECKSPRACHE MIT STATEDEPARTMENT Washinngton. — Nach Informationen aus Washington hat sich die israelische Regierung an das Statedepartment mit der Bitte gewandt, den israelischen Standpunkt bei den Verhandlungen des Sicherheitsrates über den Fall Eichmann zu unterstützen. Der israelische Botschafter in Washington, Abraham Harman, soll das Statedepartment um seine Intervention zur Beiführung einer freundschaftlichen Regelung des Streitfalles gebeten haben. Irgendeine Stellungnahme des Statedepartments hierzu wurde noch nicht bekanntgegeben. * NEUE GERUECHTE Wien. — Eine Wiener Zeitung behauptet, dass der russische Geheimdienst bei der Verhaftung Eichmanns mitgewirkt habe. Ein russischer Agent soll dem israelischen Geheimdienst den Aufenthaltsort Eichmanns mitgeteilt haben. Die von dem russischen Geheimner dieser Staaten für die Resolution stimmen, so würde damit eine einfache Mehrheit, die ausreicht, bereits hergestelJJ, sein. »• Andere rechnen damit, dass die argentinische Botschaft die Unterstützung von USA, Ekuador, Ceylon,! Jahrzehnten der Damm gesoilte, wurde zum Wundermittel Kairos für alle sozialen Krankheiten des Landes. Weil alle in Aegypten an die Wunderkraft des Staudammes glauben, waren die Aegypter 1956 so erbittert, als Amerika plötzlich seine zugesagte Unterstützung für den Dammbau annullierte. Bis heute haben die politischen Führer Aegyptens dies den Amerikanern nicht vergessen, und die Masse im Nilstaat ist davon überzeugt, dass der Westen den Damimbau nicht finanzieren wollte, um Aegypten für immer in Not und Elend halten und das Volk unterdrücken zu können. „Wir haben gesiegt“ — verkündete pathetisch Aegyptens Staatschef Nasser als er auf einen Knopl drückte und 10 Tonnen Steine in die Luft fliegen liess. Diese Sprengung in Assuan bedeutete den Beginn dea Baus am grossen Damm von dem Aegypten solche Wunder erhofft. Nüchterne Bc obachter schliessen sich die sem Optimismus nicht an. Sie meinen, dass bei gleic! bleibendem Tempo des Bc völkerungszuwachses in Aegypten in den nächsten zwei lands entschlossen sei, Geld von allen Seiten zu nehmen und sich politisch nicht restlos^festzulegen. Er erteilte auch Kassem deutliche Antworten. Er betonte, dass Syrien weiter im Staatsverband der VAR bleiben müsse, und er lehnte für die VAR die Zulassung von Parteien — nach Kassems Muster — entschieden ab. Diese Erklärung richtete sich natürlich gegen Moskau und gegen den Kommunismus, denn bei einer Zulassung würden wahrscheinlich —■ wie im Irak — die Korn munisten in hohem Masse profitieren können. Nasser will jetzt den "Weg der Wanderung auf schmafcÿ" , ’ dienst gegebene Spur hatte dann zur Verhaftung Eichmanns geführt. * ARGENTINISCHE UN-DELEGATION UN. — In argentinischen UN-Kreisen ist man der Mei. nung, dass die Beschwerde Argentiniens direkt verhandelt werden sollte. Man müsse, so heisst es, darüber entscheiden, ob die Gefangennahme und Entführung Eich-- manns das Souveränitätsrecht Argentiniens verletzt habe oder nicht. Die Bemühungen des UN- Delegierteu Uruguays. Prof. Enrique Rodrigtiez Fabregat, zwi.'dien Argentinien und Israel zu vermitteln, sind bekanntlich ohne Ergebnis vertäu fen. Man is* der Meinung, ttass Tunis, China und Italien finden werde. Man nimmt an, dass sich Frankreich und England der Stimme enthalten dürften. ZUSAMMENKUNFT MIT BEN GURION UN. -y Die der UN nahestehenden Kreise vertreten die Auffassung, Präsident Frondizi werde am Ende dieser Woche mit Ben Gurion Zusammentreffen, falls man im Sicherheitsrat nicht zu einer Verständigung gelangen sollte. Man erwägt den Plan, dass Eichmann der argentinischen Botschaft in Tel Aviv übergeben werden solle, die ihn denn an Israel ausliefern soll. * BEMUEHÜNGEN ENGLANDS London. — Die englische Regierung führt inoffiziell 1 Beratungen im Fall Eichmann mit Argentinien und mit Israel durch, wie hier verlautbart wird. Offizielle Quellen haben diese Meldung bestätigt. Ein Sprecher des britischen Aussenministeriums teilte mit, dass England unformell in Kontakt mit beiden Ländern steht. Die Kontakte wurden in Buenos Aires, Tel Aviv und bei den UN aufgenommen, Einzelheiten der Beratungen wurden nicht mitgeteilt. Die englische Regierung soll gewisse Vorschläge sowohl Israel wie auch Argentinien gemacht haben, um in dem Streit zu einer gütlichen Regelung zu kommen. Der englische Sprecher betonte, -ein Land hätte sich zu diesem Schritt veranlasst gesehen, weil es freundschaftliche Beziehungen so wohl zu Israel wie auch zu j fei daran, da-cs Argentinien unterhält, ¡Würdigung der rade ausreichen wird, um den Lebensstandard des ägyptischen Bauern auf der gleichen Höhe zu halten. Ohne den Damm würde da: Niveau noch weiter fallen, und insoweit hat der Damm seinen Wert, aber es ist eine düstere Perspektive, dass die Ausgabe von vielen hunderten Millionen Dollar (manche sagen — sogar eine Milliarde Dollar) nur zur Wahrung des jetzigen recht ärmlichen Lebensstandards führen wird. Noch sind alle Probleme des Dammbaus nicht gelöst." Mit dem Sudan hat Nasser sich geeinigt und der Regierung von Khartum weit mehrWasser überlassen, als man je vermutet hätte. Aber es gibt noch keine Vereinbarung mit Abessinien, und auf abessinischem Gebiet entspringt einer der wichtigstellen Quellflüsse des Nils, der Blaue Nil, den Addis Abeba seinerseits ausnützen will. Tun das die Abessinier, so können ernste Schwierigkeiten für Nassers Bauplan entstehen. Davon wurde aber nicht gesprochen. Der Baubeginn wurde gebührend gefeiert, und Nasser lobte nach allen Regeln der Kunst die Russen, die den Bau der ersten Phase des Dammes übernommen haben. Der sowjetische Energie-Minister Nowikow war zur Feier als Vertreters Moskaus erschienen, und jedes Mal. wenn er den Namen Knitschew erwähnte, folgte ein stürmisches Klatschen. Nasser seinerseits liess in seiner Rede wie auch in weiteren Ausführungen zur Eröffnung eines Elektrizitätswerkes tind anderen. Unternehmungen iu Assuan keinen Zweier bei aller Hilfe Russ* »*ss?®s!SBä!S Port Said CAIRO mfef 9JISI lern Grad zwischen Ost und West gehen. Die Amerikaner haben in den letzten Jahren sehen fast 200 Millionen Dollar nach Aegypten hineingepumpt, zumeist in Form von Lebensmittel - Uebersehüssen. Letztens gab die Ex- und Importbank neue Anleihen, und auch die Anleihe der Weltbank hat einiges mit den USA und ihrem Einfluss zu tun. Eisenhower tat ein übriges, indem er ausdrücklich betonte, die USA seien für Finanzierung der zweiten Phase des Assuan-Dammes durch die Weltbank. Billigen die Russen diese Politik Nassers? Wie stehen sie seiner Abweichung nach Westen gegenüber? Bis jetzt hat Moskau gegen das Geldnehmen vom Westen Dichts einzuwenden. Krutschew ist bis auf weiteres auch bereit, die Einkerkerung von Kommunisten im Staate Nassers zu tolerieren. Radio Moskau erklärte in einer J ah resübersicht, die Freundschaft zwischen Russland und der VAR habe trotz der antikommunistischen Kampagne mancher ägyptischer Zeitungen nicht gelitten. Russland kann Aegypten auch bei Befgolgung einer neutralistischen Politik als- Instrument benutzen, und der stürmische Beifall bei Erwähnung des Namens Nikita Krutschews war eine- Bestätigung für diese Annahme Moskaus. Dieser Applaus musste den westlichen Diplomaten zu denken geben, die auch nach Assuan gekommen waren und deren Regierungen heute Millionen DolJar nach Aegypten werfen. Stört die wirtschaftliche Einschaltung der westlichen Länder auf die Dauer die Russen nicht? Die Meinungen darüber sind geteilt. Nach einer Version sollen sie Nasser klar gemacht haben, dass sie die westliche Hilfe solange tolerieren werden, als diese nicht diesowjetischen Grundinteressen berührt. Die Russen sind überzeugt, dass sie mit dem Bau des Assuandammes sich trotz aller westlichen Zahlungen und trotz Verstärkung des ägyptischen Ex- Dorts von Baumwolle nach dem Westen eine überrade Stellung in Aegypten erworben haben. Hunderte von sowjetischen Fachleuten sitzen in Aegypten, und sie werden Tausende von ägyptischen Arbeitern kommandieren. Für sechs Jahre Arbeitsdauer ist die erste Phase des Baug von Assuan berechnet. Die Rus. sen sind sicher, dass sie.hier eine so wichtige Position errungen haben, dass Nasser sich keinen Schritt erlauben wird, der sie verärgern könnten. Sie glauben, mit Hilfe ihrer Stellungen, dann einen so starken Druck auf Nasser ausiiben zu können, dass er schliesslich nachgeben muss. Der sowjetische Energieminister Nowikow versicherte erneut, dass Russland den Aegyptern in ganz uneigennütziger Weise helfe, es strebe weder nach politischen noch nach wirtschait. liehen Machtpositionen. Wohl niemand, der bei der Feier in Assuan zugegen war, wird dem Russen das geglaubt haben, und nicht wenige werden versucht haben, sich auszumalen, wie ein Konflikt aussehen wird, der einmal zwischen Kairo und Moskau ausbrechen kann. Aber diese Möglichkeit gehört vorläufig der Zukunft an, und für die nächste Zeit werden die Nachrichten vom Bauplatz und die Meldungen über Fortschritte die öffentliche Meinung in Aegypten in Atem halten. Da es kein Wirtschaftsprojekt ähnlicher- Art gibt, an dum der Westen beteiligt ist, wird nur immer der Name der russischen Freunde genannt werden — und dies wird automatisch seine Wirkung; ausüben. Die Russen haben, bis auf weiteres in Aegypten nichts zu fürchten. Registro de ia Propiedad Intelectual N’ 624.070 impreso en la imprenta POLIGLOTA— Comentes 31M

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