Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1788 (22.6.1960)
- Date
- 1960-06-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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No. 1788 — Año XXI. AELITA LA? E Miércoles, 22 de Junio de 1960 (Fortsetzung von oene i) renz in der vergangenen Woche, Argentinien verurteile die von den Nazis verübten Kriegsverbrechen, doch sei es nur gerecht, dass in Fällen wie der von Adolf Eichmann das Vorgehen sich an die Bestimmungen des internationalen Rechtes halte. Er machte diesen Kommentar auf die Frage eines 1TA- Korrespondenten, der wissen wollte, ob Frondizi es für möglich und empfehlenswert halte, dass der argentinischisraelische Streitfall bei der einberufenen Sitzung des Sicherheitsrates zur Sprache käme. Dieser .Korrespondent fragte weiter, ob Argentinien die Vermittlung eines dritten befreundeten Landes, z. B. von Italien in Betracht Ziehe. In seiner Entgegnung nann. te Präsident Frondizi die argentinische Forderung nach Beobachtung der internationalen Gesetze „das einzige Mittel”, um die Koexistenz der Völker zu gewährleisten”. Israel, so führte er »■■■■■■HB TOTAL¬ AUSVERKAUF unserer Bekleidungs-Etage Lavalle 870 Warum 2 : 0 für Sie? 1. Die ungewöhnlich grossen Preisvorteile. 2. N die bekannt guten Carlton-Qualitäten. Darum 2 : 20 für Sie! Kommen Sie, eilen Sie, solche Chancen gibt es nicht alle Tage, deshalb, in diesen Tagen darf man nicht abseits stehen. Bis zum 16. Juli spätestens müssen wir räumen Besondere Geschenke: Sportsakkos Burberrys (46/48) .. $ 550.— Anzüge, zweireihig, lange Form u. weite Hosen $ 1.500.— Wintermäntel ab .. $ 900.— Auf alle andere Kleidung, cb für Winter, Uebergang oder Sommer 35 % Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt bei Zahlungserleiehieru'ng. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! aus, habe sieh bei der Festnahme Eichmanns nicht an diese Normen gehalten, und daher habe Argentinien das getan, was eine jede Nation, die den UN angehört, hätte tun sollen. Die Antwort Dr. Frondizis wurde im allgemeinen dahingehend ausgelegt, dass Argentinien auf seinem Entschluss, eine Debatte im Sicherheitsrat herbeizuführen, weiter beharre, doch nicht die Möglichkeit von der Hand weise, dass der Streit vor Zusammentritt des Sicherheitsrates am Mittwoch durch eine Vermittlung zwischen den Parteien beigelegt werden könne. Allerdings wurde auch bekannt, dass die italienischen Staatsmänner in ihren Unterhaltungen mit dem Präsidenten Argentiniens nicht das Angebot gemacht haben, in dem Streit um Eichmann zu vermitteln. * DIE ISRAELISCHE POSITION Jerusalem. — Im Aussenministerium wurde das argentinische Ersuchen um Einberufung des Sicherheitsrates mit Ruhe aufgeuommen, obwohl eine gewisse Spannung spürbar war. Die hiesigen Beobachter wiederholten ihre Meinung, dass die Debatte im Sicherheitsrat dazu beitragen könnte, dem Fall Eiehmann wieder „die entsprechenden Dimensionen” zu geben. Die Frage der Festnahme Eichmanns in Buenos Aires wird als geringfügiger angesehen als die schweren Beschuldigungen gegen Israel und die „absurde Möglichkeit”, dass Eichmann dazu verholten werden könne, sich der Justiz zu entziehen. Die israelischen Kreise verweisen ferner darauf, dass die UN gegründet wurden, um die Wiederholung solcher Verbrechen zu verhüten, wie sie von den Nazis verübt wurden, und es „unfassbar sein würde, wenn sich die UN heute praktisch in Beschützer der nazistischen Kriegsverbrecher verwandeln sollten.“ -*■ URUGUAYISCHE KOMMENTARE Montevideo. — Der sozialistische Gewerkschafts-Führer, Gualberto Damonte, machte den Vorschlag, Tausende von uruguayischen Bürgern sollten sich schriftlich oder durch ein Kabel an den Präsidenten Argentiniens wenden, um ihn zu ersuchen, eine angezeigte Lösung im Fall Eichmann herbeizuführen. Er weist darauf hin, dass Völker und Staa- Herzlich willkommen in unserem neuen Ladenlokal MAIPU 982 LAVALLE 870, T. E. 35-1110 <; Malerarbeiten < > Sektion MAURERARBEITEN «[ j: AlfredoStern ¡¡Virrey del Pino 2639;! J; T. E. 76-7281 { j AUTO . REPARATUR - WERKSTATT; „BENO“ j MVtO *tfT*CHNSCmi i A*ém. ÇOiN STITUT E N TES Am l (Ecke Mowroe) 1.1, 51 * »9« ten, die gute und herzliche Bezi ungen miteinander unterhalten, sich um einen Menschen, der die Verantwortung für den Tod von sechs Millionen Juden trägt, nicht entfremden dürfen. Die bedeutende Zeitung „El Pais" schreibt über den Fall Eichmann, der Zwischenfall sei unverhältnismässig aufgebauscht worden, so dass er zu einer unangenehmen Situation zwischen zwei demokratischen und befreundeten Ländern führen könne, die es nicht zulassen dürfen, dass ihre Beziehungen aus einem solchen Grunde eine Verschlechterung erfahren. Als Lösung schlägt das Blatt die Bildung eines Gerichts vor, das aus einem argentinischen, einem deutschen und einem weiteren Richter in Vertretung der UN bestehen solle und bei dem die Anklage Israel Vorbehalten bleibe. * EIN OFFIZIELLES DOKUMENT New York. —- Ein vom State Department im Jahre 1946 veröffentlichtes offizielles Dokument stellt fest, dass der heutige argentinische Delegationschef vor den UN, Dr. Mario Amadeo, ein „Vertrauensmann des deutschen Sicherheitsdienstes” gewesen ist, wie jetzt hier bekannt wurde. Amadeo soll am Mittwoch die argentinische Beschwerde im Fall Eicbman vor dem Sicherheitsrat führen. Aus dem erwähnten Dokument geht hervor, dass Amadeo von sei. nem Posten im Aussenministerium zurücktrat, als Argentinien die Beziehungen mit den Achsenmächten abbrach. noch möglich, dass der Streitfall ausserhalb des Sicherheitsrates Deigclegt werden könne und Frankreich von allen Grossmächten am meisten daran interessiert sei, eine Debatte im Sicherheitsrat zu vermeiden. Man nimmt daher an, dass Frankreich sein Möglichstes tun dürfte, damit die argentinische Beschwerde nicht auf die Tagesordnung gesetzt wird. Allerdings würde eine negative Stimmabgabe Frank, reichs im Sicherheitsrat nicht die Stärke eines Vetos haben, weil hier eine juridische Frage zur Entscheidung steht. ■fr BEDENKEN GEGEN DIPLOMATEN New York. — In lateinamerikanischen Diplomatenkreisen sprach man von der unbequemen Lage des argentinischen Botschafters vor den UN, Dr. Mario Amadeo, der im Laufe der Verhandlungen über den Fall Eichmann wegen seiner pronazistischen Haltung angegriffen werden könnte. Man erinnert daran, dass die Ernennung von Dr. Amadeo durch den Präsidenten Frondizi seinerzeit einen Proteststurm in allen demokratischen Kreisen Argentiniens auslöste, da seine Sympathien für den Nazismus von ihm selbst niemals bestritten worden sind. Ausserdem wies man darauf hin, dass der Fall Eichmann ^jm argentinischen AussenministeriuTns von einem Beamten namens De Pablo Pardo bearbeitet wird, dessen ultranationalistische Einstellung bekannt ist. Es hat in den UN-Kreisen einen sehr schlechten Eindruck gemacht, dass ausgerechnet Diplomaten mit einer solchen Einstellung in dem Falle Eichmann seitens Argentinien tätig geworden sind. Man sagt, dass es nicht verwunderlich sei, wenn die Auslieferung von Dr. Mengele abgelehnt vird, solange Funktionäre mit disser Einstellung die Führung dieses Falles in ihren Händen halten. + AUCH ARGENTINI¬ SCHE BUERGER ERMORDET Paris. — Das Zentrum für Dokumentation von Naziverbrechen in Paris gab ein Dokument bekannt, aus dem sich eindeutig ergibt, dass Adolf Eichmann auch den Befehl zur Eimordung argentinischer Bürger im Konzentrationslager Bergen Belsen gegeben hat. Durch diese Bekanntmachung wird der argentinische Standpunkt vor dem Sicherheitsrat immer komplizierter. Dass Eichmann bei der Ermordung von sechs Millionen Juden entscheidend mitgewirkt hat, wird nicht bestritten. Man weist darauf hin, dass Argentinien in seinen verschiedenen Noten, insbesondere bei seinem Antrag an den Sicherheitsrat nichts darüber verlautbaren liess, -was es eigentlich im Falle Eichmanns zu tun gedenke, wenn Israel seinem Ersuchen auf Auslieferung nachkommen würde. In lateinamerikanischen Kreisen wurde die Frage aufgeworfen, wen der argentinische Botschafter Dr. Amadeo im Sicherheitsrat eigentlich zu verteidigen gedenke: Einen nazistische i Kriegsverbrecher oder einen argentinischen Bürger. * DIE ANTWORT LES PFiAESIDENTEN Inzwischen wurde der Inhalt der Antwortnote bet- 1 int, die der Präsident Argentiniens an Ben Gurio» geschickt hat. In seinen einleitenden Worten wies Dr Frondizi darauf hin. dass er seine Europareise antrete, vorher aber diese Zeilen an Ben Gurion richten wolle. „Ich möchte mein volles Verständnis für die Gefühle des jüdischen Volkes ausdriieken, die es angesichts1 der schweren Tatsachen im Falle Eichmanns hegt. Ich halte es für überflüssig Euere Exzellenz auf die vieleri' Zeichen der entschiedenen Ablehnung des Verbrechens des Völkermordes hinzuweisen, die von der Republik Argentinien gegeben worden sind. Wir haben diese Verbrechen in Konferenzen uivdk internationalen Organisation* nen immer wieder abgelehnt:' Die Urheber dieser Verbrechen müssen hierfür in sprechender Form durch riW* Justiz verurteilt werde Trotzdem muss Eure Exi/eKf lenz die Motive verstehen; die meine Regierung veranlasst haben, eine Satisfak-' tion für die Verletzung uni! serer Souveränität zu vet-' langen. Die Grundlagen in-1 t ’-nationalen Zusammenle-'1 bons werden gefährdet, wenn man nicht für die Bcziehun-1' gen zwischen Nationen die anerkannten internationalen Rechtsnormen zugrunde legt.r Ich vertraue darauf, dass- (Fortsetzung auf Seite 8) * DIPLOMATISCHE UNTERSTUETZUNG Washington. — Israel kann um die diplomatische Unterstützung der USA ersuchen, falls es zur Auslieferung Eichmanns kommen sollte, die jetzt vor den UN beantragt worden ist, wie aus Quellen der USA-Verwaltung verlautete. Diese Mitteilung wurde nacn dem Besuch gemacht, den der israelische Botschafter Abraham Harman dem Unterstaatssekretär Dillon abstattete, Einzelheiten der stattgehabten Unterhaltung wurden nicht enthüllt. Es wurde nur gesagt, es habe sich um eine der üblichen Aussprachen gehandelt. t Israel - Marken I ¡! bl grösster* Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTENNUM- Jj o MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchaa) — VOLL. ¡1 o STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE ¡1 ¡; VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ö Alfons© IViORlTZSON Guanacache 2351, dep. 2 j;;: aaq. CABII.DO j { t ► 1 ► i ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL!» ISRAELS VERTEIDIGUNG Jerusalem. — Aussenminister Golda Meir wird vor den UN die Verteidigung Israels im Fall Eichmann führen, wie aus gut informierten Quellen verlautet. Es wurde betont, dass Frau Meir abwartet, welche Taktiken Argentinien einsehlagen wird, um sieh über den Kurs Israels schlüssig zu werden. Inzwischen verstärken die israelischen Diplomaten in den Hauptstädten der Welt ihre Bemühungen, Unterstützung für den Gesichtspunkt Israels zu gewinnen, dass die israelische Regierung das Recht habe, Eiehmann in Haft zu halten und ihn vor einem israelischen Gerichtshof abzuurteilen. ★ WIRD FRANKREICH VERMITTELN? I UN. — Der israelischen i UN-Delegation nahestehende Beobachter glauben, «• »ei ' I Í $ t $ t * t $ Î I Í $ Dr. Hard! Swarsensky¡ i Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr £ _=_ i Dr. Gunter Frey S Asunto, Argentinos y SudnnterieMM É TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN J VERTRAEGE - VERWALTUNGEN j -:::- | KUER0ZF4Y: I«~1I md 15—4« Ul*r J jPlJEVBREDON esq. Ay. LAS ITERAS ~ T. 1. Si-MIA | LmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmWl