Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1787 (17.6.1960)
- Date
- 1960-06-17
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. 17 de Junio de I960 LA IKMiU I9IAILI ¥T Ano XXI. No 1787 — 7 Demonstrationen in Bs. Aires Midraschim zum Wochenabsclmitt Schlach 1 c h a Nach den Terrorakten in Montevideo kam es am Mitt. wochabeod zu antisemitischen Kundgebungen in Buenos Aires, die offensichtlich im Zusammenhang mit dem Fall Eichmatin stehen. Eine Gruppe von etwa 50 Demonstranten versammelte sich vor dem Gebäude des Aussenministeriums und stiess judenfeindliche Rufe aus. Nach einer durch Radio verbreiteten Mitteilung sei die Versammlung durch die Polizei zerstreut worden. Demgegenüber wird aus anderer Quelle gemeldet, dass sich die Demonstranten vom Gebäude des Aussenministeriums zurückzogen, dann aber durch die Avenida Santa Fe in Buenos Aires marschierten, wo sich ihnen weitere Demonstranten angeschlossen haben sollen. Auch in anderen Strassenziigen des Zentrums der Stadt ist es zu judenfeindlichen Kundgebungen gekommen, die nicht zuletzt wohl auch auf die Aufhetzung der Jugend, liehen durch gewisse Zeitungen zurückzuführen sind. So verstieg sien die Abendzeitung „La Razón” in ihrer Frühausgabe vom Dienstag dieser Woche zu völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen, die offensichtlich eine antisemitische Tendenz hatten. In der zweiten Ausgabe der „Razón” vom gleichen Tage wurde dieser Aufsatz mit antijüdischem Charakter nicht mehr gebracht. Nicht nur die jüdi- ' hatten, über Leben und Tod sehen Bürger, sondern alle dürfen erwarten, dass die öffentliche Ordnung nicht durch derartige Kundgebun. gen und Terrorakte gestört wird, und dass die Ehre auch der jüdischen Bürger durch die zuständigen Organe geschützt wird. Da es sich bei den Kundgebungen um dirigierte Massnahmen der Faschisten handelt, dürfte es nicht allzu schwer sein, die Unruhestifter zu ermitteln. Immerhin ist es ausser, ordentlich betrüblich, dass es überhaupt noch Personen gibt, die mit einem Massenmörder oder dem von ihm vertretenen System sympaanderer zu entscheiden und Millionen Menschen aller Rassen, Völker und Religionen ihnen zum Opfer fielen, hat man jedenfalls nicht in den Strassen von Buenos Aires aus Sympathie für die Opfer und gegen die Massenmörder demonstriert. Die Bekämpfung derartiger Terrorakte und antisemitischer Kundgebungen liegt keineswegs nur im Interesse der jüdischen Bevölkerung, sondern aller, die sich eine demokratische Gesinnung bewahrt haben, und nicht zuletzt im Interesse des ganzen Landes, das die Folgen des faschistischen Ter. thisieren. Als diese Kriegsror spüren müsste, falls diese Verbrecher noch die Macht ' Gruppen sich durchsetzen. COMITE CENTROEUROPEO Corrientes 2294 — VI. Stock — T. E. 48-3695, 48-56CS Concurso de Dibujo Artístico para Tarjetas de Felicitación del KKL La próxima acción de Tischri, con sus tradicionales felicitaciones para Rosh Hashana, se destacará por un concurso de dibujos artísticos estimulando a jóvenes y mayores a participar en el mismo. Habrá que dar expresión a la felicitación para el año 5721, (tamaño tarjeta postal) representando simbólicamente al KKL y el significado del mes de Tishri. Un jurado, integrado por cinco personas, cuyos nombres se darán a conocer, examinará los proyectos presentados y premiará los mejores. Los dibujos deberán ser enviados a: Keren Kayemeth Leisrael — Comité Centroeuropeo, Corrientes 2294, VI., hasta el 30 de junio pxmo. Invitamos a toda persona con vocación »1 dibujo, sin distinción de edad, a participar de este interesante y grato concurso, ya que nuestra juventud llevará el dibujo premiado, ya convertido en nuestra felicitación, a cada hogar judío. 100. Geburtstag -lO.Todestii (Dem Andenken von Caesar Seligmann) Veranstaltungen mit Beteiligung des KKL im Monat Juni: Sonnabend, 18. Juni, abends 21 Uhr: Nueva Comunidad Israelita, Villa Ballester: Ansprache: Juan Meyer Keyt. Israelische Filme. Mittwoch, 22. Juni, abends 21 Uhr: „Bet Israel”: Ansprache: Dr. Juan Klepetar. Thema: Von Theodor Herzls Traum zur Realität: Israel. Israelische Filme. Wir laden unsere Freunde ein, an diesen Veranstaltungen zahlreich teilzunehmen! Aus unserer Arbeit Herr Máximo Pförtner spendete zum Andenken au seine Gattin, Frau Margarethe Pförtner, geb. Mendelsohn den Betrag von 5.000.— Pesos; zur Verewigung ihres Namens wurde Frau Pförtner in das „Goldene Buch” eingetragen. Anlässlich der Barmizwahfeier von Andres Manuel Slarkand ergab die Sammlung zu Gunsten des KKL durch die wertvolle Mitarbeit von Herrn Samuel Margulies und Frl. Inés Worms die Summe von $ 6.100.—; Andres Manuel wird in das „Sefer Barmizwah” eingetragen. Ausserdem wird auf den Namen der Eltern ein »Gan” gepflanzt. Bei der Verlobu'ngsfeier ▼on Herrn Alfredo Böniger und Frl. Ana Kahn ergab die unter den anwesenden Gästen durchgeführte Sammlung den Betrag von 3.600.— Pesos; auf den Namen des Brautpaares wird ein „Gan” in Israel gepflanzt. Familie Wolff. V. López, spendete anlässlich der Verlobung ihrer Tochter, Frl. Delia M. Wolff, mit Herrn Aldo A. Vandroux die Summe von $ 500.—, wofür Bäume auf den Namen des Brautpaares gepflanzt werden. Anlässlich der Hochzeilsfeier von Frl. Margot Neuhoff und Herrn Jaime Yohai ergab die Sammlung für den KKL durch die Bemühung von Frl. Rita Fleischer und Frl. Pupi Wohlgemuth die Summe von $ 3.335.20; auf den Namen der Neuvermählten wird ein „Gan” in Israel gepflanzt. Gelegentlich der Brith Milah des Sohnes des Ehepaares Podolfo und Ruth Goldschmidt, geb. Fleischmann, wurde von der Familie der Betrag von $ 1.000.— für den KKL gespendet; das Kind wird in das „Sefer Hajeled” eingetragen. Anlässlich der Feier des 60. Geburtstages von Herrn Günther- Meyer wurde ein, von dem Jubilar, gestifteter Radio.Apparat von Herrn Julio Tonn gewonnen und zu Gunsten des KKL gespendet; die anschliessende Verlo bung erbrachte dem KKL die Summe von $ 2.000.—, und die Gewinnerin, Frau Egon Glücksmann,, stellte den Apparat erneut dem KKL zur Verfügung. Auf den Namen des Jubilars werden Bäume in Israel gepflanzt. Wir danLen allen unseren Spendern und' Mitarbeitern. Unser Telegrammdienst Telegramme und Baumspenden, bei jedem Anlass, Am 3. Juni waren zehn Jahren seit dem Ableben von Rabb. Dr. Cäsar Seligmann vergangen, der ein patriarchalisches Alter von von fast 90 Jahren erreicht hat; in dieses Jahr fällt somit auch sein hundertster Geburtstag. Fast vier Jahrzehnte hatte Cäsar Seligmann, der aus Landau (Pfalz) stammte, an der Frankfurter Hauptgemeinde gewirkt, nachdem er zuvor in Hamburg seinen Wirkungskreis besass. Von einer Seite her ausserordentlich verehrt, von anderen Kreisen, den Gesetzestreuen, oftmals heftig bekämpft, ist dieser Mann aber von allen als Persönlichkeit anerkannt worden, als Gelehrter, als Kanaeiredner. Innerhalb des religiös-liberalen Judentums, nicht nur in Deutschland, sondern überall, wo sogenanntes „progressives Judentum“ bestand, wusste man von der Bedeutung dieses Rabbiners, der auch lange Zeit an der Spitze der „Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands“ gewirkt hatte. Cäsar Seligmann gehörte zu denen, welche die Situation im religiös-liberalen Lager zu Anfang des Jahrhunderts als unhaltbar ansahen, und so wurde er einer der Mit: -iiöpfer der oft kritisierten „Richtlinien für liberales Judentum“, die im Jahre 1912 von den liberalen Rabbinern, mit wenigen Ausnahmen, unterschrieben worden sind, und durch die versucht werden sollte, eine Norm von Minimalforderungen aufzustellen, die auch votm religiös-liberalen Juden unter allen Umständen respektiert werden müssten. Diese berühmtge. wc.denen „Richtlinien“ sind gänzlich gescheitert, weil das grosse Publikum keine Notiz von ihnen nahm, weil sich die positiv denkenden Rabbiner und die negativ reagierenden Laien einander gegenüberstanden, ohne eine Brücke zu finden. Die „Richtlinien“ gerieten in Vergessenheit. Für Seligmann jedoch wa jene Epoche die seiner bedeutendsten Gedankenarbeit; er bewies, welche schöpferischen Kräfte in ihm tätig waren. Zu seinen Schriften zählt ycjr allem seine knapp zusammengefasste „Geschichte der jüdischen Reformbewegung“; was das von ihm entscheidend beeinflusste „liberale Einheitsgebetbuch“ betrifft, das 1932 erschien, so brachte dieses manche Wiederherstellungen von in früheren Zeiten unverständigerweise gestrichenen Gebetsstellen. Seligmann hat iö dieser' Zeit oft gesagt, dass er dem Zionismus und dem nationaljüdischen Gedanken in Wirklichkeit weit mehr verbunden sei, als man von ihm behaupte. Sein hoj hes und ehrliches Wollen, sein ganzes Judentum kann und darf nicht angezweifelt werden. Ueber manche seiner nach ziemlich weit links gehenden Auffassungen ist die Zeit hinweggegangen, aber sein Wirken für das religiös-geistige Leben von einst wird unvergessen bleiben. Curt Wilk 4. B. M. XIII — XV, 41 Die Kundschafter Mosche sandte die Kundschafter aus, das Land Kenaan zu erforschen und sagte ihnen: ..Zuerst zieht nach dem Negev und von da ins Gebirge." Er tat so. wie Händler es tun, zuerst zeigen sie die geringere Ware und danach die vorzügliche. Zuerst den Negev, dann das Gebirge. ★ Sie kehrten wieder und traten vor Mosche und Aharon und erzählten ihnen: „Wir kamen ins Land, das von Milch und Honig fliesst, doch allzu gewaltig ist das Volk, das in ihm wohnt.” So schwatzen nur Verleumder. Sie beginnen zu loben um am Ende schmähen zu können. ★ „Dort sahen wir Riesen und wir kamen uns vor (wörtlich: wir waren in unseren Augen) wie Heuschrecken so klein, und so kamen wir auch ihnen vor tso waren wir auch in ihren Augen)”. Da sprach Gott: „Ihr wisst gar nicht, was euer Mund ausspricht. Wenn ihr sagt: „wir käme*- uns vor...”, so will ich es euch durchgehen lassen, dass ihr euch so elend klein vorkamt. Aber „so kamen wir auch ihnen vor"? Wie konntet ihr das wissen? Vielleicht kamt ihr ihnen wie überirdische Wesen vor! Vielleicht liess ich euch so in ihren Augen erscheinen!” Auf dieser Tatsache beruht der Ausspruch, dass die Kundschafter, die so sprachen, Lügner waren. ★ Nur zwei von den Kundschaftern, Jehoschua ben Nun und Kalew ben Yefune schilderten das Land in sep-.pr Wirklichkeit. Als Kalew sah, wie Jehoschua mit den anderen zehn Kundschaftern beisammen stand und sie ihn verhöhnten, da brachte Kalew das Volk zum Schweigen. Wie gelang ihm das? Er wusste sie aufzuhetzen. „Wem verdanken wir das alles, nur dem Amrain, Sohn Mosche!" Als sie ihn so sprechen hörten, glaubten sie, er wolle Mosche schmähen und im Nu waren sie ruhig. Kalew fuhr fort: „Hat er uns nicht aus Aegypten herausgeführt? Hat er uns nicht das Meer gespalten? Hat er uns nicht das Manna vom Himmel heruntergeholt? — Und wenn er nun sagte: baut eine Leiter und steigt zum Himmel hinauf, würden wir nicht auf ihn hören?! — Wir wollen hinaufz-iehen und das Land erobern, denn wir werden es bezwingen!” Antisemitismus im richtigen Licht sind unter folgenden Telefon-Nummern aufzugeben: 40-8442 (Herr Strauss) 73-4916 68-7004 64-2966 54-3209 76-1396 (Fiambreria Coghlan) 48-3695 (Sekretariat) 48-5683 Wien. — Vor kurzem sprach der Leiter der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Deutschland”, der Stuttgarter Kirchenrat Dr. Hutten, vor der „Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Theologie un<i Kirche” in Wien über den Antisemitismus. In einem grossangelegten Referat befasste sich der Redner mit dem Antisemitismus als einem kirchlichen und allgemeinen Problem. Er schilderte den historischen Ablauf seit der Entstehung des Christentums und belegte seine Thesen mit historischen Tatsachen, aus welchen hervorging, dass äussere Einflüsse erst im 4. J. n. d. g. Z. in die christliche Gemeinschaft ein. gedrungen seien und Hass gegen die Juden mitbrachten. Dieser Antisemitismus, der sich, in manchen Christ. liehen Kreisen einnistete, hatte im Laufe der Geschichte verhängnisvolle Folgen für das Christentum selbst und führte zu zahlreichen Spaltungen innerhalb der christlichen Welt. Der Redner verurteilte di» durch den Antisemitismus hervor, gerufenen unchristlichen Erscheinungen und deren schädlichen Einfluss auf Moral und Sitte. Die Ausführungen Dr. Hut. tens hinterliessen bei den Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck. (IPN) Ein Jungenstreich? Assenheim. — Die Schändung des jüdischen Fried, hofs von Assenheim im Kreis Friedberg war ein „Jungenstreich”. Als Täter sind drei Jungen im Alter von zehn und elf Jahren ermittelt worden. (AWZ) DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL IST DIE BLAUE BÜCHSE DES KKL Cajpaüa Unida pro Israel Monai JUNI > | MONAT der Einheitskampagne 1900! Sendet Euren angemessenen Beitrag | ANNAHMESTELLEN: CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL » Comité Centroeuropeo | Sarmiento 2376, 39 T. E. 47-3820 — f Sekretariate der angeschlossenen Gemeinden und Organisationen 3