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Jüdische Wochenschau · 1960-06-17 · 1787 (17.6.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1787 (17.6.1960)
Date
1960-06-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Vier»», 17 de Junio de 1960 L A SEMANA _¡L_2_ ISRAELITA Año XXI — No. 1787 DIE EREIGNISSE DER WOCHE Vortragsabend der WIZO In den Gesamträumen der WIZO führte deren zentraleurop< .sdhe Gruppe „Henriette Szold” einen Vortragsabend über das vielgelesene Buch „Exodus“ durch, der ausserordentlich gut besucht war und von Frau Toni Isakowitz mit herzlichen Begrüssungsworten für das Publikum und den Redner Dr. Hardi Swarsersky, eingeleitet wurde. Der Referent macht zunächst die Einschränkung, dass es nicht seine Absicht sei, dieses berühmtgewordeite Werk vom rein literarischen Standpunkt zu besprechen, sondern als das, wafc es in Wirklichkeit wäre. nämlich der Spiegel ei i*er Epoche, die wir selbst miterlebt haben. Gewiss enthalte das Buch eine Reihe frei erfundener Romanfiguren, doch seine ungewöhnliche Stärke beruhe darin, dass es von Fakten berichte, deren Wirkung auf Juden und Nichtjuden ausserordentlich tief sei, weil den besten Roman das Leben selbst zu schreiben pflege, tlnd es ist wahr, dass die Tragödie des jüdischen Volkes »eit dem ersten Weltkrieg bis auf den heutigen Tag auch nichtjüdische Kreise ergriffen hat, vielfach religiöse Menschen, die «Jen Fingerzeig Gottes zu erblicken glaubten, während Juden oft, weil zu sehr entwurzelt, nicht mehr die Kraft zum Glauben fanden. Der historische Hintergrund des Bemanes „Exodus“, so führte Dr. Swarsensky ungefähr aus, ist die Auseinandersetzung zwischen dem jüdischen Volke und Grossbritannien. Es war wohl nicht sehr geschickt, wenn der Autor jeher Gruppe, die Gewalttaten zu unternehmen für notwendig hielt, den Namen „Makkabäer” gab. Doch das Grundröotiv sei zutreffend. Kein Volk hatte sich so eingesetzt für d-as jüdische Recht wie das englisch, um dann eine so schwere Schuld auf sich zu laden, wie dies alle Regierungen seit Lloyd George taten, indem sie Stück für Stück von der „Balfourdeklaration“, einer feierlichen Verpflichtung, wieder fortnahmen. Und wenn es inmitten des Zweiten Weltkrieges zwei ganz besondere Heldentaten gäbe, die einzigartig dastiinden, dann seien dies der wunderbare Kampf Englands um die Freiheit unter Churchill, als es allein einem weit stärkeren und brutalen Gegner gegenüberstand, und der heldenhafte jüdische Aufstand im Warschauer Ghetto, der mit den Taten der Makkabäer verglichen werden kann. Der heute beinah. schon legendäre Ghetto-Aufstand kommt in dem Buch klar zum Ausdruck, genau so wie das Warschauer Ghetto allein unterging, so stand das jüdische Volk allein. Das furchtbare Schicksal der Ueberlebenden aus den Schreckenslagern wird im „Exodus“ erschütternd erzählt, aufgelockert durch einige Episoden, die Menschen erlebten, die auf die verschiedenartigste Weise zusammengeführt werden. Der Kampf der Flüchtlingssebiffe, um ihre Menschen- Fracht nach Erez Israel zu bringen, die Befreiung der von den Engländern Verfolgten aus der Festung Akko, die Darstellung jenes Tiefpunktes im Untergang des europäischen Judentums und des höchsten, lichtvollen Augenblickes, da der Staat Israel proklamiert wird, das ist eine Aneinanderreihung von Ausschnitten, die in dem Buche sehr eindrucksvoll zusammengefasst sind. ln der Hauptfigur des Romans, die Kraft und Geist ausstrahlt und das ganze zweitausend Jahre alte Jodenleid darstellt, erblickt der Redner den Repräsentanten des jüdischen Volkes das. um sein Recht kämpft, ein Volk zu sein, frei und in Frieden leben zu können, während jene nichtjüdische Frau, die sich langsam zum Verständnis der Juden und ihres Schicksals durchringt, gewissermassen die Welt symbolisiert. Das Schlusskapitel des Buches von Leon Uris stelle eine Vision dar und bilde so einen Appell an die Welt, das Furchtbare, das geschehen war, nicht zu vergessen und alles zu tun, damit es sich nie wiederhole. Hiermit schloss der sehr aufschlussreiche, und von innerem Nacherleber, erfüllte Vortrag, der auch eine Fülle von Details enthielt, die im Bericht nicht wiedergegeben werden können; diese Einzelheiten würden verdienen, in der Erinnerung all derer zu bleiben, _ . , die dieser Buchbesprechung ' dass das Repertoire bessere ¡der Leitung des Weltverbandes für jüdische Einwandejrung der HIAS, Dr. Scheskes, eingeladen, im Rahmen der Sonntagskurse zwei Vorträge in Buenos Aires und einige in der Provinz zu halten. Herr Dr. Schoske ist der einzige jüdische Journalist, der im Auftrag nordamerikanischer Tageszeitungen Russland und Polen besucht hat, und einer der besten Kenner des jüdischen Lebens in Osteuropa. Er spricht u. a. auch perfekt deutsch, und es wäre interessant, Dr. Schoskes, der auch mehrere Bücher herausgegeben hat, die in Spanisch, Englisch, Jiddisch, Hebräisch und Polnisch erschienen sind, in unserem Kreise zu hören. Jüdisches Theater Das jüdische professionelle Theater hat an die Kehilla ein Ansuchen um einen bedeutenden Zuschuss gestellt, dem jecocfa noch nicht stattgegeben wurde. Es wurde darauf verwiesen. : ITT BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 y 22 hs. — LUNES a las 18 hs. ESTRENO ALTO PERU de ANDRES LIZZABAGA SABADO 17 hs. — DOMINGO Y LUNES 15 hs. TEATRO PARA ÑIÑOS PLUFT, EL FANTASMA beiwohnten, welche mehr als eine solche war, nämlich eine Darstellung dessen, was das jüdislhe Volk in den letzten Jahrzehnten erlebte. Stürmischer Beifall wurde Dr. Swarsensky zuteil, der noch einige Fragen beantwortete, woran sich die Vorführung zweier neuer israelischer Filme schloss. C. W. Aus der Arbeit der Kehilla Die Kehilla hat bereits unter ihrer neuen Leitung die erste Sitzung im Festsaal durchgeführt, der viele Zuhörer beiwohnten. Die Sitzungen sind für alle Mitglieder offen, und sie finden gewöhnlich jede Woche statt. Die Sitzung wurde von dem neuen Präsidenten, Dr. Kamenszain, eröffnet, der alle Anwesenden. herzlich begrüsste und def jüdischen. Presse für ihre Mitarbeit am Gemeindeleben dankte. Die neue Leitung führt bereits die Geschäfte der Kehilla. Der jetzige Generalsekretär Leiser Friedmann, verlas das laufende Protokoll. Die Kehilla beteiligt sieh an allen Feierlichkeiten, zu den«! sie von den einzelnen Organisationen eingeladewird, und so war sie auch bei der Einweihung der neuen jüdischen Schule und des Vereinsgebäudes, dass den Namen „Medinat Israel“ erhalten hat, vertreten. Die Leitung der Kehilla hat den bekannter, jüdischen Journalisten und Mitglied mm Theater NAECHSTE PREMIERE MONTAG, DEN 27. JUNI, IM TEATRO ODEON MONICA BESSLER — CISSIE HENCKELL MOELDERS und FRANK NELSON ROLF IN // Die Glasmenagerie von TENNESSEE WILLIAMS Regie: GERT HAUCKE // EINTRITTSKARTEN an der Theaterkasse, Esmeralda 387; Tel. Werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr 45-3591 Stücke enthalten müsste, da die bisherigen Aufführungen nicht dem Niveau guten jüdischen Theaters entsprachen. Eine Beratung mit der zuständigen Abteilung der Kehilla für kulturelle Fragen wäre daher absolut notwendig, damit im jüdischen Theater ein besseres Programm gezeigt wird. In diesem Jahr haben wir kein ständiges professionelles jüdisches Theater in Buenos Aires, sondern es spielt nur eine kleine Gruppe von Schauspielern, welche kein eigenes Theater besitzen, was zum grossen Teil an den angeführten Bemängelungen liegen mag, und ferner an der schlechten Qualität der jiddischen Lustspiele, die auch nicht den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden. Eine Bedingung für die Erteilung eines solchen Zuschusses wäre darum die Kontrolle der Kulturabteilung und Leitung der Kehilla über die auszuwählenden Stücke und die Güte der Leistungen. Kulturarbeit Der Kehilla wurde eine eine grosse, wertvolle Bibliothek hebräischer Bücher darunter viele seltene Exemplare, zum Kauf angeboten. Diese Bibliothek könr.te der Bibliothek des Lehrerseminars einverleibt werden. Für den Ankauf wurde der Betrag von 400X30 Pesos verlangt. Die Kehilla hat sich mit den Inhabern in Santa Fe in Verbindung gesetzt, um die entsprechenden Verhandlungen zu führen. Im Rahmen der Zuschüsse für die Kibbuzim argentischer Chaluzim in Israel wurde die Summe von einer halben Million Pesos überwiesen. Man hat für diesen Zweck vorläufig einen Be trag von einer Million jährlich bestimmt. Bisher hat man einem jeden argentinischen Chaluz einen Zuschuss von 2.500 Pesos gewährt, der jetzt auf 4.000 Pesos erhöht werden soll. Es wurden drei Prämien für grosse Arbeiten über „100 Jahre jüdischen Lebens in Argentinien“ in Höhe von 50.000, 35.000 und 15.000 Pesos ausgesetzt. Eine Prämie in Höhe von 100.000 Pesos soll auf den Namen des verstorbenen Kehilla- Präsidenten, Dr. Abraham Mibashan, für Arbeiten über „150 Jahre argentinischer Unabhängigkeit“ und „100 Jahre jüdischen Lebens in Argentinien“ bestimmt sein. Dr. Kamenszain betonte, dass die Juden in Argentinien als freie Bürger des Landes an allen Fe tl chkei. ten und Veranstaltungen Antti. nehmen und daher auch eine wissenschaftliche Arbeit über die argentinische Unabhängigkeit der Oeffentlichkeit übergeben werden soll. Die Arbeit wird denn wissenschaftlichen Institu. eingereicht, dag unter Leitung des berühmten Wissenschaftlers, Prof. Houssay, steht, doch die Prämie wird im Hause der Kehilla feierlich überreicht werden, um der Verbundenheit der jüdischen Gemeinschaft mit Argentinien Ausdruck zu verleihen. Leo Baeck-Institut Unsere wiederholten Aufforderungen, Material über die in Mitteleuropa untergegangenen Gemeinden sowie ihre Institutionen und die Persönlichkeiten, die an ihnen einst gewirkt haben, zur Verfügung zu stellen, sowie uns auch Schriften und Fotos zur Weiterleitung an das Leo Baeck-Institut zu übergeben, hatten Erfolg, wenn auch noch nicht in dem Umfange, wie es wünschenswert gewesen wäre. So hat uns kürzlich der bekannte Dirigent, Herr Theodor Fuchs, aus dem Nachlass seines verewigten Vaters, des Rabbiners Dr. Hugo Fuchs (Cbemnitz-Buenos Aires), einige Bücher zur Verfügung gestellt, weL che das Leo Baeck Institut zur Bereicherung seiner Sammlungen mL Dank entgegennahm. Es handelt sich um folgende Schriften: Saul Lilienthal: Jüdische Wanderungen in Frankfurt a. M. und Hessei- (Jüdischer Buchverlag 1938). Rabb. Dr. Hugo Fuchs: „Gyges — die Judenheit”. (Leipzig, Engel 1921). Rabb. Dr. Hugo Fuchs: „Pesiq, ein Glossenzeichen, 1908 (Separat-Abdruck aus der „Vierteljahresschrift für Bibelkunde'’). Wir bitten, die wertvolle Tätigkeit des LBI dadurch zu fördern, dass uns alles erreichbare Material, insbesondere Urkunden, Fotos etc. zur Verfügung gestellt wird. Das Leo Baeck Institut lässt Abzüge machen, sofern dies gewünscht wird, weil es je. de Bemühung dankbar begrüsst, die zur Erweiterung der Erforschung und Darstellung der Geschichte der Juden auf deutschem Boden dienen kann. Teatro Colón Mañana, a las 18 horas. Tercer Concierto del Abono a 8 de Grande- Solistas. Recital del pianista: Friedrich Gulda. Obras de Händel, Mo. zart, Schumann, Ravel. Mañana, a las 21 boras. — Función extraordinaria No. 27. “Un Bailo in Maschera”. Verdi. Director de Orquesta: Ferruccio Calusio. — Platea $ 250.--. I F T In dieser Woche findet die Premiere des argentinischen Dramas „Alto Perú” von Andrés Lazarraga in spanischer Sprache anlässlich der Feiern der Mairevolution unter der Regie von Atualpa del Cioppo statt. Die Vorstellungen fin. den am Freitag, Sonnabend und Sonntag, und wegen des argentinischen Feiertages auch am Montag statt. Der IFT ladet die deutschsprechenden Juden herzlich ein, die Vorstellungen zu besuchen und die Arbeit des jüdischen Theaters kennen, aulernen. —:o:— Am Sonnabend, um 17 Uhr, und am Sonntag und Montag um 15 Uhr findet eine Vorstellung für Kinder mit der Aufführung des Stückes „Pflunft, el Fantasma” von der brasilianischen Dichterin Maria Clara Machado unter der Regie von Jordana Fain statt. IHR INSERAT ia der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt inawi Erfolg Auskunft: T. E. 83-2613 LEVY WOLFF CLARA WOLFF geb. Fisztraiber grüssen als VERM AEHLTE I Olleros 2365 piso 2, Dp. 5 Die Hochzeit unserer Kinder LIDIA ROSTKOWSKY und BERNARDO CHEMERINSKY findet s. G. w. am Sonnabend, den 25. Juni, um 21 Uhr in der Synagoge Paso 423 statt. BARUCH ROSTKOWSKY und Frau EI SE geb. SCHNEIDER Av. Argen tlna 244, Villa Ballester LOACH (Kalender) Freitag, den 17. Juni Sonnabend, den 18. Juni Schabbat SCHLACH LECHA Haftara: Yehoschua II, 1 — 24 Neumondsankündigung Tamus 22. Siwan 23. Siwan Sonntag, den 19. Juni 24. Siwan Montag, den 20. Juni 25. Siwc.n Dienstag, den 21. Juni 26. Siwan Mittwoch, den 22. Juni 27. Siwan Donnerstag, den 23. Juni 28. Siwan Freitag, den 24. Juni 29. Siwan Sonnabend, den 25. Juni 30. Siwan Schabbat KORACH — Rösch Choöesch Tamus Hafatar: Yeschayahu LXVI 1 — 24

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