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Jüdische Wochenschau · 1960-06-14 · 1786 (14.6.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1786 (14.6.1960)
Date
1960-06-14
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Martes, 14 de Junio de 1960 LA SCHAMA IJSR AI*UTA Ano XXI. No. 1786 — 7 Die Entwicklung des Falles Eidunann (Fortsetzung von Seite 1) erklärt, dass dieses Land auf das vor einigen Jahren von der westdeutschen Regierung formulierte Verlangen nach Auslieferung eines deutschen Kriegsverbrechers, bisher noch keine Antwort erteilt hat. Was hat die argentinische Regierung getan, um diese abscheulichen Verbrecher der Gerechtigkeit zu übergeben, besonders in den Fällen, in denen sie wissen musste, mit wem sie es zu tun hatte? „Z ie Regierung Argentiniens kündigt an, sie werde den Fall Eichmann vor die UN bringen. In welcher Form und warum? Damit Israel angeklagt werden soll? Und um auf diese umwegige Art allen nach Argentinien geflüchteten Naziverbrechem das beruhigende Gefühl zu verschaffen, nichts mear zu fürchten zu haben und dem Griff der Gerechtigkeit entronnen zu sein? Dies wäre eines Landes, dessen 150. Unabhängigkeitstag die ganze Welt gerade mit Begeisterung gefeiert hat, wahrlich unwürdig. „Frondizis Regierung hätte wohl protestieren und es dabei bewenden lassen können. Das hat sie aber nicht getan. Argentinien scheint den Fall in einen Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof umb'iegen zu wollen. Wenn es wirklich die UM anrufen will, so müssten diese verlangen, dass Eichmänr. einem internationalen Gericht vorgeführt wird, über dessen Befund in diesem Fall nicht der geringste Zweifel herrschen kann.” * URAEL WIRD EICHMANN NICHT AUSLIEFERN Tel Aviv. — Die Regierung Israels wird und kann Adolf Eichmann nicht an Argentinien ausliefem, wie Beamte der Regierung, die Presse und der Mann auf der Strasse einstimmig erklären. Die ‘ Beobachter sind sich einig darüber, dass selbst wenn die israelische Reglern «¡g ihn ausliefern wollte, die öffentliche Meinung ihr dies unmöglich machen würde. In ihrer dem israelischen Botschafter in Buenos Aires übergebenen Note fordert die argentinische Regierung, dass ihr der „Judenmürder” unter dem Hitlerregime im Laufe einer Woche aurückgestellt wird, sonst werde sie den Fall den UN unterbreiten. Aus gut unterrichteten Quellen verlautete, dass die Regierung Israels, eher als Eichmann auszulie, fern, bereit wäre, selbst den Fall vor die UN zu bringen. Es ist allerdings nicht klar ersichtlich, wie Israel die Frage den UN unterbreiten kann, bevor Argentinien dies tut. linisterpräsident Ben Gurion ist inzwischen für zwei Wochen nach Frankreich Belgien und Holland abgereist, und es ist nicht anzunehmen, dass während seiner Abwesenheit eine Entscheidung über Eichmann getroffen wird. Die Beamten des Aussen-; ministeriums unterstrichen,: Sie seien gegen die Ausliefei rung Eichmanns, und verj Weisen auf die Erklärung, ' die Eichmann in Argentinien geschrieben hat, dass er bereit sei, freiwillig nach Israel zgehen, um dort abgeuvteilt zu werden. In offiziellen Kreisen wird der vom „Daily Express” veröffent. lichten Version, nach der die argentinischen Behörden den israelischen Agenten geholfen haben sollen, Eichmann wegzuschaffen, keine Bedeutung beigemessen. Die argentinische Note wird vielmehr als die beste Widerlegung dieser Lesart betrachtet. Der argentinische Botschafter Rodolfo' Garcia Arias, der dringend nach Buenos Aires zuriiekgerufen wurde, erklärte der United Press vor seiner Abreise, er habe Eile, dem Ruf seiner Regierung zu folgen. Ueber die Israel zugestellte Note wollte er jedoch keinen Kommentar geben. Aus verlässlichen Quellen wurde auf die Möglichkeit verwiesen, dass Israels/Botschafter in Buenos Aires seinerseits nach Jerusalem gerufen werden könne. Gleichseitig wurde aber betont, dies müsse nicht notwendigerweise als der Beginn eines Abbruchs der diplomatischen Beziehungen angesehen werden. ENGLISCHE ZEITUNGSSTIMMEN London. — Der „Daily Express” schreibt, es werde immer ersichtlicher, dass gewisse argentinische Behörden bei der Festnahme Eichmanns behilflich waren, weil sie fürchteten, in eine vom internationalen Gesichtspunkt aus unangenehme Lage zu geraten, falls sie seiner Ergreifung Schwierigkeiten machen würden. In einem Kabel ihres Korrespondenten in Buenos Aires, Colin Lawson, heisst es, die argentinische Polizei habe die Anzeige der Frau Eichmanns vom Verschwinden ihres Mannes nicht untersucht. Lawson berichtet, den vorliegenden Informationen zufolge sei Eichmann nach seinem Verschwinden neun Tage lang, wahrscheinlich in einem jüdischen Klub in Buenos Aires festgehalten worden. „Anscheinend wurden ihm keine Fragen ge stellt”, schreibt der Korrespondent. Hierauf zitiert er die Worte eines argentinischen Beamten, der ihm gesagt haben soll: „Offensichtlich stimmt hier etwas nicht. Sie müssen Ihren gesunder Menschenverstand benutzen.” * BEN GURION SCHREIBT AN FRONDIZI In der Israel - Botschaft wurde die Nachricht bestätigt, dass Ben Gurion dem argentinischen Botschafter Rodolfo Garcia Arias ein an Dr. Arturo Frondizi gerich tetes Schreiben übergeben habe, das sich auf das Verschwinden des Naziverbrechers Eichmann bezieht. Ueber den Inhalt dieses Briefes befragt, erklärte die Botschaft, ihn nicht zu kennen. Es wurde jedoch versichert, dass er in „versöhnlichem und freundschaftlichem Ton” gehalten sei. Rn Aussenministerium er- ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN TOM OFFIZIELLEN PREIS Agenda Filatélica oficial __ üel Estado de Israel, TIAWONTE *».!/I — B«i«n, M*m, R*P. AigenEM jj klärte Dr. Diogenes Taboada deu Journalisten, keine Informationen über ein solches Schreiben zu besitzen. Inzwischen ist der Wort, laut des Briefes bekanntgegeben worden, den wir an anderer Stelle veröffentlichen. * URUGUAYISCHER KOMMENTAR Montevideo. — Die Zeitung „El Pais” fragt in einem Leitartikel über den Fall Eichmann, ob „bei einer solchen Bestie, die für die Ermordung von mehreren Millionen Juden verantwortlich ist, irgendein Interesse vorhanden sein könne, genau festzustellen, in welcher Weise man ihn schliesslich gefangen und nach Israel gebracht hat, da eine solche Untersuchung nur zu internationalen Reibungen führen müsse.” Der Leitartikler stellt dann die Frage, ob „ein solches Ungeheuer einen Konflikt zwischen befreundeten Völkern wert” sei und die argentinische Regierung „wirklich ihre territoriale Souveränität als verletzt ansehen könne”, da es sich hier um einen Fall ohne irgendwelche Weiterungen handele. „Uns scheint hier fast eine Frage von internationaler Eitelkeit vorzuliegen”, heisst es. PRUEFUNG DER ARGENTINISCHEN NOTE Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion prüft das argentinische Ersuchen um Auslieferung des Adolf Eichmanu. Ihm nahestehende Kreise äussern, eine negative Antwort an die argentinische Regierung sei fast eine Gewissheit. •* Was die Drohung Argen tiniens^betrifft, deu Fall den UN vorzutragen, falls Israel nicht irn Laufe der Woche Eichmann zurückstellt, so verlautet aus diplomatischen Quellen, dass Israel höchst inteiessiert daran sei, den Fall in den UN zur Sprache zu bringen. Eine Diskussion in den UN, so wird betont, könne die Erwartung, mit der man dam Eichmann-Pro- Zess entgegensieht, nur wach erhalten und müsse die Aufmerksamkeit der Welt aut die Ungeheuerlichkeit der Naziverbrechen gegen das jüdische Volk konzentrieren. Wie verlautete, wird keine Sondersitzung des KabL netts über das argentinische Ansinnen abgehalten werden, weil man den Standpunkt einnimmt, es liege kein spezieller Grund zu einer eiligen Beantwortung der Note vor, da immerhin noch eine Woche Zeit sei, um sich über den Weg schlüssig zu werden, den man einschlagen wolle. Die Cherut forderte eine Eilsitzung der Knesset und schlug vor, Argentinien mit einem „Nein” im Namen des Volkes zu antworten. Das Auszenministerium lehnte einen Kommentar ab, doch herrschte allgemein eir. bedrücktes Erstaunen. Wie es heisst, betrachten die Israelis die Reaktion Argentiniens, die in einem normalen Fall verständlich wäre, als übertrieben und im Fall Eichmanns als nicht angemessen. Andererseits wurle jetzt enthüllt, dass Eichmann bei seiner Ergreifung darum ersucht hatte, einem deutschen Gericht vorgeführt zu werden. Als man ihm antwortete, er habe die Wahl, in Israel oder in einem der europäischen Länder abgeurteilt zu werden, in dem er unter der Nazi-Okkupation seine Verbrechen begangen hat, habe er geantwortet, er ziehe seine Prozessierung in Is- * AUFFASSUNG DER SACHVERSTAENDIGEN rael vor, Jerusalem. — Israelische Sachverständige für internationales Recht versichern, Argentinien irre sich, wenn es in seiner Note die Rückstellung Eichmanns verlange, der von Israel des Völkermordes angeklagt ist und dahei in den Ländern, wo er seine Verbrechen begangen hat, oder vor einen ini -nationalen Gerichtshof gestellt werden müsse. Die Experten unterstreichen, dass die Eichmann zur Last gelegten Vergehen, die aus den vor dem Richter in Haifa, Alfred Bach, gemachten Aussagen hervorgehen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, welche unter das Gesetz zur Bestrafung der Nazis und ihrer Kollaborateure fallen, das ein israelisches Gesetz ist. Ebenso wird darauf verwiesen, dass der argentinisch-israelische Auslieferungs-Vertrag, der kurz vor der Festnahme Eichmanns unterzeichnet wurde, noch von keinem der beiden Länder ratifiziert worden ist. Ausserdem haben die Israels zu zweifeln begonnen, ob Argentinien Eichmann ausgeliefert haben würde. Sie erinnern daran, dass Argentinien verschiedene Nazis nicht ausgeliefert hat, deren Rückstellung von mehreren Ländern, darunter Westdeutschland und Jugoslawien, verlangt worden ist. Die hiesigen Abendblätter betitelten ihre Kommentare über die argentinische Note mit „Nein” in Riesenlettern. „Maariw” schrieb, jeder Israeli habe nur ein einziges Wort als Antwort auf das argentinische Ersuchen, nämlich „Nein”. Die Zeitung fügte hinzu! Eichmann dürfte nicht in das Land zurückgebracht werden, in dem er (Fortsetzung auf Seite 8) l NACHRICHTEN AUS ISRAEL!ANBAUFLAECHE VON ERDNUESSEN Im Negew sollen dieses Jat.r um 50 Prozen mehr Erdnüsse angebaut werden als im vorigen Jahr; ihre Anbaufläche soll insgesamt 't.tXtl Dunam betragen. In diesem Jahr werden auch die Kibbuzim Maschawej Hasade und Revivim je 200 Dunam Erdnüsse anbauen. Der Beschluss, die Anbaufläche jetzt zu erweitern, wurde deshalb gefasst, weil der Anbau im Vorjahr sehr erfolgreich gewesen ist. NEUEINWANDERER IM FEBRUAR Im Februar 1960 sind 2,064 Neueinwanderer im Lande eingetroffen. Der Schatzmeister der Jewish Agency, Dr. Dov Joseph, versprach vor kurzem dem Bürgermeister von Jerusalem, dass mehr Neueinwanderer nach der Hauptstadt dirigiert werden. Gleichzeitig wurde aucn zugesagt, in der Hauptstadt mehr Wohnungen für Neueinwanderer zu bauen. DIE EINWOHNERZAHL VON ISRAEL Im Januar 1960 zählte Israel 2.093.000 . Einwohner, hiervon 1.862.000 Juden. „STUDEBAKER”-AUTOS Aufgrund eims vor kurzem Unterzeichneten ’Vertrags wird in den ..Kaiser Frazer Werken' in Haifa b:tinen kurzem die Erzeugurg von ».utos der Marke Studebakcr-Packard aufgenemmen werden. Man rechnet damit, dass die Fabrik nach Beendigung aller Vorbereitunsen in einer Schicht 20 Fahrzeuge h rstellen wird. Bis Ende des Jahres sollen zusätzlich zu den jetzt in der Fabrik beschäftigten 850 Arbeitern vreitere 200 ei. gestellt werden. LIQUIDIERUNG EINER MAABARA Die Maabara Kiriat Schrrone. in der einst fast 1.400 Familien in Blechhütten und Zeltbaracken hausten, ist last ganz leer geworden. Die letzten Reste, acht bis zehn Familien, beginnen jetzt, :n neue Wohnhäuser, die ihnen bereits zur Verfügung gestellt worden sind, zu ü -ersiedeln. 24 alte Leute werden binnen vierzehn Tagen in ein Altersheim geschafft werden, das von der Jewisli Agency in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsministerium errichtet worden ist. Omnium iiuini nnn inniri tnonf .« .* <* * <> <* <► I lviuiuu Juni “ mwiai uci :: — - - - -* < > t ► :: . ►;; lOOjähriger Geburtstag Theodor Herzls;: <! 40 Jahre Keren Hayessod i| |:Wir erwarten von allen unseren Mitglie-j; Mern ihre schnelle, wirksame und verant-* CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL l Monat Juni - Monat der Einleitskampagne 196CI wortungs volle Beisteuerung (Zahlung oder Zeichnungserldärng) \\ Der Vorstand der f Theodor Herzl Gesellschaft : I Jeder Jude muss Schekel-Inhaber sein,! i * i i l | um an den Wahlen zum 25. Zionisten-Kongress teilnehmen f I zu können? itmpsña"-l, ' 1 Monat JUNI Sendet Euren angemessenen Beitrag ANNAHMESTELLEN : CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL f Comité Centroeuropeo 3 Sarmiento 2376, 39 T. E. 47-3820 — | Sekretariate der angeschlossenea { Gemeinden und Organisationen 3 ——•••••••——mm 04702909

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