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Jüdische Wochenschau · 1960-06-14 · 1786 (14.6.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1786 (14.6.1960)
Date
1960-06-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Año XXI, No. 1786 S Mart«*, 14 de Junio de 1960 1 „nd KUNST ilíí ^^■IfcNST SIMON dichte. pfinl ^ben di^ iormal. Das Buch sollte wera Und bis io ut<,s ien, was es geworden ist: in hineia .yrischer Dichtung deutlUserwähiünrtsl ¡eher Sprache eine DokurunS, der Am? nentation des „jahrhunderir Aus^jj iealten Zusammen - Lebens;zt. der ind -Wirkens“ von Juden t dureog^e md Deutschen. Diese Ab-?. licht schloss von vornherein er'tümliche pi ■!°-che Gedichte jüdischer ■ den Schiü-j) Achter aus’ d*e keinen jü- ^arakteristL11 fischen Stoff behandeln und;g der Gtdijf® solche Gedichte nichtjiidigrossen scher Dichter ein, die es erste, Die”?cun' Kaznelson fasst das achte die p Stoffprinzip recht weitherm beanten zig; -uch verbogene iüdi‘ , Die ri!, 3C'he Motive, wie die Unrast : Wohiil« 1 oder das Leid an der Weltcir;ehen j. sind vertreten während anüber dere fehlen, wie z. B. des Juden“ len zur i ”^e» Selbstironie und Selbsthass. haft sai Sie haben den Verfasser offen! .• in seinem starken nationalen Empfinden so UD“ •eit gestört, dass er die beiden s . ■* *% letzten Strophe von Hei- ® Zwiespsi; nes \n die Mouche“ fortge- Glauben und & lassen hat. ®d äussert sich, p>je Eigenwilligkeit des I e*u 211 Sammlers kommt bei diesem un ,es ^eh.vd- GediCht, und manchen andeirdischcr Ebese, ren, noch in einem zweiten n als SchuldgefiK Zuge zum Ausdruck. Er gibt metaphysischer, sei jhm einen neuen Titel: „Der anglichkeit ins ^Griechen Lustsinn und Ju- Werden diese Msdäas Gottgedanke”, der isst mit dem Jn freilich ein Zitat aus dem sal verbunden, so Gedicht selbst ist, während ier spezifisdie Ju-der ursprünliche Titel nur n > d«r sich in §is ein Untertitel beibehalmeutem Absc.’iei: ten wird. Der Gang durch ¡¡gewordene« Gedieses Gedicht-Museum lässt nd vertraut gewtteinen an Alfred Lichtwarks ngebui.gen urd fa Hamburger „Kunsthalle” [enden Einsamkeit denken: man geht in der Priiert, vatwohnung einr-, sehr kulalierdings ist tetivierten Menschen herum, nd überdauert da Dabei macht man immer und Wandel der wieder neue Entdeckungen, nen: die jüdische die grossen Kalader erste Min ihm nie vorher Masse annehmo* not - ihr Unheü ige wenige Dichter Gottfried Keller an George voraus- Der ■dler Nichtjuae« Haushofer, t? r Schröder. V Ernst W» lian und Literarische Notizen Vorschlag für Herzl-Marke Ein republikanisches Mitglied des amerikanischen Kongresses schlug vor, eine Herzl-Marke anlässlich des 100jährigen Geburtstages in der Serie der „Champions of in ja sogar n haben des ‘liait des i»» nicht verniet» hn sogar noch fjj „Schuld Liberty” herauszugeben, der auch Marken von San Martin, Bolivar, Kossuth und anderen erschienen sind. ien Seite 9» ¡enüh* ht Ehrensenator Dr. Margarete Bieber, ehemals Professor für Archäo- 0ft glauw j-rgie an ¿er Universität Gieitzung i»1 _ tUa. ssen, wurde zum Ehrensenator der Universität ernannt, jjjjd Die Achtzigjährige arbeitet ,nl heute an der Columbia Universität. Elisabeth Bergner Elisabeth Bergner verangrosse Tournée mit Jerome Kiltys „Geliebter Lügner”. Irauch und bis e“ h im .. Heimat^ lh i ten f i «» "5Í uehr vers®1 staltet eine *. h n Wen» tierischen , Aus'« „ ^infcdtl^ und zwar in doppelter Beziehung: mau lernt Gedichte kennen, die man niemals gelesen hat, so z. B. die jüdischen Spälverse Franz Werfels, und man lernt das Bekannte neu sehen, weil es, durch seine Nachbarn, nun in einem thematischen Zusammenhang belichtet wird, der ihm vorher nur verborgen anhaftete. Dies aber sind zwei entscheidende Kriterien für den Wert einer Anthologie. Je Je solche Sammlung, und gewiss eine so persönlich bestimmte, wird nicht einem jeden Leser alles das und nur das bringen, was er sich wünscht. Mir z. B. fehlt Ernst Stadlers herrliches Gpdicht über die Statuen der siegreichen Kirche und der geschlagenen, aber so viel schöneren Synagoge an den Eingangsportalen des Strassburger Münsters. Dafür hät. te ich auf die beiden Sonette Felix Brauns zu diesem Gegenstand verzichtet, besonders da sie in einem leisen, aber unüberhörbaren Mission ston den christlichen Standpunkt des, als Jude geborenen, Verfassers verraten. Aber nicht nur deswewegen: Stadlers Gedicht scheint mir künstlerisch weit höher zu stehen. Damit ist ein Hauptproblem jeder Anthologie angerührt, besonders aber dieser stofflich beschränkten. Ihr Charakter als historisches Zeugnis hat keine ästhetisch strenge Auswahl zugelassen, und man mag darüber streiten, ob nicht zu viel ausgesprochene Dilettantenlyrik Einlass gefunden hat. Mit die schönsten Gedichte stammen von Nichtjuden — und von jüdischen Dichterinnen, wie Else Lasker - Schüler, Gertrud Kolmar, Margarete Susman, Hedwig Lachmann und anderen. Was die Nichtjuden anbetrifft, so ist dies kein Problem: nur die seelisch Empfänglichsten haben sich mit dem jüdischen Schicksal dichterigch auseinandergesetzt. Aber warum ist das poetische Durchschnittsniveau der Frauen hier höher als das der Männer? Vielleicht aus demselben Grunde: das Verstehen des Judenschicksals verlangt zunächst seelische Empfänglichkeit. bevor es sich in männliche Tat umsetzen kann. Ueber solche und andere Fragen, die das Buch aufregt, möchte man sich gern mit Siegmund Kaznelson aussprechen. Dafür ist es nun zu später. Diese, eine Epoche und ein Leben „abschliessende” Anthologie wird, vielleicht noch mehr als seine übrigen Werke, dazu beitragen, seinen Namen für lange Zeit lebendig zu halten. SO rrESirtf' __ y0l4* ítesebí ¡l,de»2 100 ******* Am Sonnabend, den 18. Juni 1960, findet s. G. w. in der Synagoge Arcos 2319 die BARMIZWAH unseres Sohnes statt. RICARDO ENRIQUE SIGFRIDO BUSTIN und Frau ELFRIEDA geb. MIEDZWINSKI Zu Haus am Sonntag. den 19. Juni. Gobernador Vcrgara 160, Haedo. MUER UNI BILDHAUER von HANNAH PETOR Die Künste sind ein empfindlicher Seismograph für die Ereignisse und Ideen, die ein Volk bewegen. Die Künstler entnehmen aus diesen Ereignissen ihre Inspirationen und übersetzen sie in neues Lebensgefühl, in eine neue Art von Realismus. Ihr Genius leiht ihnen in Kunstwerken Ausdruck, deren Sinn eine neue Vision ist. So nimmt ein Künstler all die neuen Eindrücke auf und schafft daraus ein Kunstwerk, das diese Ere.gnisse wiedergibt und sie dem Publikum wie durch einen Spiegel darstellt BILDER MIT EINER IDEE So steht es auch mit Israels Malern und Bildhauern. Es gab eine Zeit, da sie, wie jedermann, zutiefst durch die dramatischen und unseligen Ereignisse um sie herum bewegt waren und ihnen Ausdruck verleihen wollten: die Schicksale der Einwanderer, die verschiedenen Seiten des neuen Lebens auf dem alten Boden, die seltsame Landschaft usw. Ihre Bilder wiesen infolgedessen brennende Farben auf, dynamische oder schwere Formen, sublimierte Landschaften. Da waren Elemente des alten Aegyptens in ihren Bildern und Skulpturen, persische Farben, archaische Formen aus Mesopotamien, helle Bilder hellenistischer Inspiration. Dann kam der Unabhägigkeitskrieg als reiche Quelle künstlerischen Schaffens. Es war das Erlebnis des Lebens im Kibbuz. Viele der Künstler wuchsen in den Gemeinschaftssiedlungen auf oder traten ihnen in jungen Jahren bei und kehrten nach Abschluss ihrer Studien wieder dorthin zurück. Sie malten Bilder mit einer Idee und dem Appell an die anonyme Kibbuz _ Gemeinschaft, in denen sie die Arbeit idealisierten und ihre künstlerische Persönlichkeit in den Hintergrund stel'ten. INDIVIDUELLE STUDIEN Wiederum drehte sich das Rad der Geschiente: die gegenwärtige Generation junger K.msHer lebt in einer Welt die nun ar.dere Wer te kennt. Das Leben in Israel ist jetzt konsolidiert; es ist leichter für sie, Studienreisen ins Ausland zu unternehmen, an den Akademien von Rom und Paris zu studieren und " mit ausländischen Kunstkreisen die Verbindung aufrecht zu erhalten. Diese grössere Freiheit spiegelt sich auch in ihren Werken wieder Die Künstler arbeiten also nun in einer angenehmen Atmosphäre von gegenseitiger Befruchtung und geistigen Austauschs. Im allgemeinen folgen sie der Tendenz zur Abstraktion, oder der Richtung, die heute den Namen „gegenstandslose Kunst” trägt. Ihre Themen, die nur leichte Annäherung an das Gegenständliche besitze*, haben jedoch erregende Kraft Sie lösen die Form in Farben und Linien auf — nicht in wirkliche Gestalten, Landschaften oder menschliche Wesen. Die neuen Arbeiten sind lebendig und dynamisch, sehr dekorativ und verraten viele frische und kühne Talente. Die Künstler sind vorwiegend nach Europa hin orientiert, und nur selten werden Inspirationen in der persischen, chinesischen, indischen oder Neger-Kunst gefunden. STUFE DES REALISMUS Die jungen israelischen Künstler entbehren vielleicht eines analythischen Elements: es gibt von ihnen fast gar keine surrealistischen Arbeiten. Viele von ohnen stehen auf den verschiedensten Stufen des Rea. lismus. Mit fortschreitender Reife werden sie gewiss viele der Maniriertheiten aufgeben, die sie, vielleicht ganz natürlicherweise, in der blinden und missverstandenen Anlehnung an modische Züge angenommen haben. Natürlich haben sie auch ihre Avantgarde-Gruppen. Da ist zum Beispiel die „Gruppe der Zehn”, von Tel Aviv und die „Gruppe 1960" in Haifa, die Werke voll gewagter Experimente und jugendlicher Dynamik produzieren. NAMEN MIT KLANG Hier seien einige junge Maler und Bildhauer Israels genannt, die sich bereits einen Namen gemacht haben und auf ausländischen Ausstellungen zu sehen sind: Mosche Tamir ist ein sehr begabter Maler. Er schafft Arbeiten in einem grossartigen, ganz persönlichen Stil, der oft monumental wirkt. Seine Abhängigkeit von römischen Fresken und der ita. lienischen Frührenaissance ist a-genscheinlich. Er wird mit der Zeit seinen Stil sicher dämpfen >und abschleifen. Abraham Ofeks Aufstieg kam plötzlich vor wenigen Jahren. Er wird als ganz besonderes Talent angesehen. Er malt Szenen aus dem Kibbuz-Leben und die israelische Landschaft mit einem feinen Farbgefühl. Die Aufteilung seiner Bilder zeigt hohes,, künstlerisches Formgefühl. Avigdor Arikna ist einer der vielen begabten Absolventen der „BezaleF-Akade. mie. Er schafft in einem ihm ganz eigenen Stil. Von seinen Studien bei fortschriÜblichen Pariser Gruppen brachte er vielerlei Anregungen mit. Naphtali Bezem gilt als einer der besten Künstler der jungen Generation. Er vollführ mutige Experimente in dicken Farbschichten mit einem sicheren Farbgefühl. Er ist auf dem Wege zu wachsender Selbstsicherheit. Josef Bergr.er ist bereits wohlbekannt durch seine hochstilisierten Konipositionen, die einen feinen Sinn für Humor verraten. Seine Themen sind erzählend und dramatisch. Er malt in matten, wenig variierenden Tönungen. Zwi Galis Bilder sind in Farben gehalten, die von Braun zu Gelb übergehen. Er hat einen ausgesprochenen Sinn für Komposition. Seine Arbeiten sind abstrakt oder vielmehr in äusserster Stilisierung gehalten. Gali schafft auch kunstgewerbliche Dinge von hohem Niveau und einer ganz eigenen Schönheit. Ruth Zarfati ist eine sehr begabte Bildhauerin. Sie arbeitet sehr stark abstrakt. Ihre Arbeiten sind voller Kraft und behalten in einer seltsamen Art trotzdem die Aehnlichkeit mit dem Modell bei. Hava Meketon, die relativ kuze Zeit in Israel weilt, ist ebenfalls eine fähige Bild, hauerin. Sie beweist ein starkes, überströmendes Talent. FRAUEN IM ISRAEL-HEER ■•k m®. . -'M ■fr/'/Äf-.'yÄ.- '■ ' / . Wmm / ¿ mm v * •v&i&rivSä.-- A;, A y jvv Im Jahre 1956 gewann sie bereits den Norman-Preis. Da ist ebenfalls der junge Maler Gerschon Knispel, der bereits mit Erfolg im Ausland ausstellte, und Ibrahim, ein junger Araber aus Nazaret, ein Schüler der „Bezalel”-Kunstschule, der sich bereits ausgezeichnet hat. Er führt ein stark abstraktes orientalisches I lement in seine Kunst ein, obwohl er im allgemeinen realistisch bleibt. Die Zahl der vielversprechenden jungen Künstler ist in Israel gross, doch ist es ratsam, sich die obigen Namen zu merken, denn sie werden zweifellos öfters im Zusammenhang mit künftigen Ausstellungen und Kunst, kritiken genannt werden. Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 8*?, I, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschun, der antiken Geschichte und ganz besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner Dolitischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mix dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 8?, VI. 429 -f VIII, 595 Seiten tca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geb und auf holzir. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sopt. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H.. CLEMENTZ Kl. 8?, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 3442

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