Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1785 (10.6.1960)
- Date
- 1960-06-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXI. — No. 1785 — 3 SEM 10 de Junio de Viernes er (Fortsetzung von Seite 1) Mann vor Gericht gestellt wird, der die Verantwortung für d.e Ermordung von Millionen, dem jüdischen Volke angehörenden Menschen trägt, und sie bittet, den Umstand zu berücksichtigen, dass die Freiwilligen, die selbst die Ausrottung überlebt haben, diese historische Mission über alle anderen Erwägungen stellten. Die Regierung Israels hegt die volle Gewissheit, dass die argentinische Regierung diesen historischen und moralischen Gesichtspunkten Verständnis entgegenbringen wird, „Die israelische Botschaft benutzt diese Gelegenheit, um dem Aussenministerium ihre vorzügliche Hochachtung auszudrücken. — Buenos Aires, 3. Juni 1960.” In ganz kurzer Zeit müssen wir unsere Bekleidungs-Etage auf geben Viele Kleiderbügel sind in den letzten Tagen frei geworden und doch ist die Auswahl noch nicht zerlesen. Auf alle Fertigkleidung in der Lavalle 35 3 i Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt bei Zahlungserleichterung. 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Die in der argentinischen Pressa' schon früher veröffentlichten Angaben, denen zufolge Eichmann eine Cédula in Florida (Partido de Vicente López) unter der Num. mer 1.378.538 besessen haben soll, in der als Wohnort die Strasse Monasterio 1429 figuriert, haben bis auf zwei Einzelheiten ihre volle Bestätigung gefunden. Nicht zutreffend ist nur, dass ihm diese * Ausweis nicht von der bonaerenser Polizei ausgestellt wurde, die seit fünf Jahren diese Papiere nicht mehr ausgibt, sondern von der seinerzeitigen Dirección de Identificación Civil y Estadística General, dem heutigen Registro Provincial de las Personas. Des weiteren trägt diese nicht das Datum des 3. August 1950, an welchem sie beantragt wurde, sondern ist vom 2. Oktober des gleichen Jahres datiert. Die zu dieser Cédula gehörende „Ficha” befindet sich im Archiv, wie festgestellt werden konnte. Auf ihr ist vermerkt, dass am 3. August 1950 im Büro der Dirección de Identificación Civil in Florida auf den Namen Ricardo Klement eine Cédula beantragt wurde. Auf dieser Karteikarte figuriert der Antragsteller als unehelicher Sohn der Anna Klement und als am 13. Mai 1913 in Bolzano (Deutschland) gebürtig. Sein Personenstand ist mit ledig und als Wohnung Monasterio 1429 angeführt. Als Beruf wird Mechaniker mit Gymnasialbildung angegeben. Bei Beantragung der Cédula wurde, wie vermerkt ist, ein internationaler Rote- Kreuz-Pass vorgelegt, der am 14. Juli 1950 in Genf vom argentinischen Konsul visiert wurde und den Stempel der Einwanderungsbehörden trägt. Der Pass wurde von Frl. Inés Accsta übersetzt, die bei dem betreffenden Standesamt als vereidigte Uebersetzerin eingetragen ist. Die Karteikarte des Element trägt den Zusatz, seinem Pass zufolge sei er „sin nacionalidad apolide”, womit gesagt werden will, dass darin kein Ursprungsort angegeben ist. Ferner steht darin, er sei wie er erklärt habe, am 14. Juli 1950 im Hafen von Buenos Aires angekommen, was anscheinend unrichtig sein dürfte, wenn man das Datum des Visums berücksichtigt. Er sei aus Genua au Bord der „Giovanna C” '-’kommen. Seine Grösse wird mit 1,73 Meter angegeben. Weitere Kennzeichen sind nicht vermerkt. Die Cédula wurde den enthaltenen Angaben nach am 2. Oktober 1950 mit der Nummer 1.378.538 ausgehändigt. Die Karte ist von „Klement Ricardo” unterschrieben. Eidesstattliche und vertrauliche Erklärung AUTO - REPARATUR . WERKSTATT! „BENO“ BEÑO HUTSCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. Sl 2205 Ebenfalls liegt im Archiv die eidesstattliche und vertrauliche Erklärung vor, die die Dirección de Estadística im besonderen über den Familienstand für ihr Ausländerregister forderte. In dieser Erklärung wiederholt Klement die für die Erlangung der Cédula angegebenen Daten und fügt hinzu, dass er seit dem 1. August jenes Jahres in einer metallurgischen Fabrik in der Serrano 1818 in Buenos Aires arbeite, nicht krank oder physisch behindert sei, um handwerkliche oder geistige Arbeiten auszuführen. Als Religion gibt er katholisch an und erklärt, Deutsch und Englisch zu sprechen. Er hat nur den Namen seiner Mutter, Anna Klement, ausgefüllt und einen Strich gezogen, wo sein Zivilstand, sein Geburtsdatum, Alter und Wohnung anzugeben gewesen wären. Die Karteikarte der Cédula und die Cédula selbst sind von der früheren Angestellten Olga S. Foglia und dem Chef des Büros in Florida, Osvaldo Beltrami, unterzeichnet. Beltrami ist heute Leiter der Delegación del Registro Provincial de las Personas en la maternidad Santa Rosa, in der Haedo 4150, ebenfalls in Florida. Alte Beamie, über die Auslassungen und Unrichtigkeiten befragt, welche in den 1 Karteikarten festgestellt wurden, schreiben diese nicht dem Vorsatz zu, eine Uebertretung der Gesetze beabsichtigt zu haben. Sie verweisen vielmehr auf den Umstand, dass eine grosse Zahl von Flüchtlingen oder Einwanderern aus den Ländern, die in den zweiten Weltkrieg verwickelt gewesen sind, zu jener Zeit nach Argentinien kamen. Viele dieser Leute, so äussfirten die befragten Beamten, hätten an Gedächtnisverlust gelitten und sieh oft nicht einmal erinnern können, wie sie hiessen oder aus welchem Land sie stammten. Anderen hätte das Rote Kreuz, um sie evakuieren zu können, Pässe ausgestellt, ¡ die auf einen anderen Na¬ Israel - Marken! bi grct«i*r An»wshl; u. i. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEM-XUM- < MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (pteKkM) — VOLL* « STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE \ VORHANDEN - VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG $ Alfonso MORITZSON Guanaeache 2351, dep. 2 I _ «^ *N. CAB1LDO I ... men lauteten, und es seien auch viele Menschen darunter gewesen, denen man ihre Papiere abgenommen und nicht zurückgegeben hatte, so dass sie ihre Identität zu beweisen ausserstande waren. 1 Selbstmordversuch Eichmanns Tel Aviv. — Die hiesigen Zeitungen berichten, dass Eichmann versucht habe, Selbstmord zu begehen, indem er mit dem Kopf gegen die Wände seiner Zelle rann, te. Diese Nachricht wurde jedoc' von Kommandant Selinger, dem Chef des 6. Büros, der die Untersuchung im Fall Eichmann leitet, entschieden in Abrede gestellt. Wie es heisst, ist Eichmanns Zelle ausgepolstert, um zu verhüten, dass der Häftling sich Schaden zufügen kann. Wie Eichmann erkannt wurde ' " ■ w New York. — Während die Presse täglich leue Nachrichten über die aufregende Geschichte der Ergreifung Eichmanns und seine bevorstehende Aburteilung in Israel bringt, veröffentlichen einige Journalisten Reportagen und Berichte über Sondermterviewis. So publiziert Erwin Savelson im „Daily Mirror” eine Artikelserie, die sich hauptsächlich auf vom Jüdischen Weltkongress zur Verfügung gestelltes Material gründet. Ralph Mahoney hat nach einem Interview mit den Sprechern des Weltkongresses interessante Enthüllungen im ., J ournal-American' gemacht. Mahoney reproduziert einen Brief, den der J.W.K. als Antwort auf sein Ersuchen um Angaben über Kriegsverbrecher von einem ungarischen Arzt erhielt, der heute in Kanada lebt. In diesem Brief, dpr vor ungefähr zwei Jahren an Dr. Nehemia Robinson, den Direktor des Instituts für jüdische Fragen, gerichtet wurde, heisst es wörtlich: „Ich habe gelesen, dass der Jüdische Weltkongress Informationen verlangt, um die LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. — T. E. 83-2613 Siwan 5720 JO, Juni 1960 Ergreifung Adolf Eichmanns zu erleichtern. Ich musste sehr oft in Budapest mit Eichmann verhandeln. Ich mache Ihnen daher folgende Angabe, die Ihnen hellen könnte, Eichmann zu identifizieren. Ich erinnere mich, dass der Mann beim Sprechen einen nervösen Tick an der rechten Seite seiner Oberlippe hatte. Sicherlich hat sich Eichmann einer plastischen Operation unterzogen, doch diese dürfte nichts an seinem nervösen Tick geändert haben.” ■ Viele Einzelheiten, die sich auf die Festnahme des Kriegsverbrechers beziehen, sind unbekannt, aber es ist anzunehmen, dass die Angabe über den nervösen Tick seinen Häschern die Aufgabe erleichtert hat, so schreibt Mahoney. Die Telegrafen- Agenturen haben mitgeteilt, dass Eichmann die Verbrennung seiner Papiere und Fotografien angeordnet hatte und das in letzter Zeit von ihm veröffentlichte Foto das einzige ist, das noch existiert. Auch die naheliegende Vermutung des ungarischen Arztes von einer plastischen Operation hat sich bestätigt, aber es gibt Dinge, die man niemals verwischen kann, so wie die verübten Verbrechen nicht aus dem Gewissen zu tilgen sind. Der Reporter des „Journal- American” berichtet, Dr. Imre E. Reiner aus Kanada sei nur „einer der vielen Zeugen aus aller Welt gewesen, die dem Jüdischen Weltkongress Angaben über jene Nazis gemacht haben, denen es bisher gelungen ist, der Bestrafung zu entgehen.” Dr. Nehemia Robinson, der für diese Fragen zuständig ist. hat fortgesetzt mit Ueberlebenden der Konzentrationslager korrespondiert, die sich in allen Teilen der Welt niedergelassen haben. Auf diese Weise hat er über ihre nazistischen Sklavenhalter Material gesammelt, um es im gegebenen Augenblick der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen.” So enthalten die von dc-m Weltkongress angehäuften um- (Fortsetzung auf Seite 8) Rückgabe eines Klosters Jerusalem. — Das Franziskaner-Kloster auf dem Zionsberg in der Nähe des arabischen Sektors der Stadt wurde offiziell dem Franziskanerorden zurückgegeben. Wahrend des Unabhängigkeitskrieges vom Jahre 1948 haben die Franziskaner das Kloster verlassen, und seither war es von der Israel-Armee besetzt. Das1 Kloster liegt an dem Ort,' an dem nach der Tradi-1 täon die das letzte Mahl stattfand. (ITA); )HUuw«w«wwv.!! Malerarbeiten Sektion MALERARBEITEN Alfredo Stern Virrey del Pino 2639* T. 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