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Jüdische Wochenschau · 1960-06-10 · 1785 (10.6.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1785 (10.6.1960)
Date
1960-06-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes* 10 de Junio de 1960 Bne selfsame JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XZL o- No. I7S5 (■Schluss von Seite 1). tervLw genau zu analysiere!'. dam würde man eigent- Iit , nichts finden, was bes„ Ja-s bemerkenswert sein k'jn-'te. Wen kann es schon ir r-.jsieren, dass Goldstein alk' verc ihen will. Das ist schliesslich eine Privatsache, zumal er davon spricht, wie viele Familienangehörige er selbst verloren habe. Dafür hätte man ihn wahrlich nicht überfallen und verprügeln sollen, wie dies nach einer Meldung der Soldatenzeitung am hellen Tage in Berlin geschah. Aufgeregt schreit diese Zeitung über das ihrem neuen Freunde angetane Unrecht: „Ist es in Deutschland schon wieder so weit, dass auf offener Strasse Geistliche angefallen werden kön nen? Ist es schon wieder so weit, dass die freie Meinungsäusserung in einem freien Land mit Faustschlä gen eantwortet wird?” Und triumphierend fügt die Soldaten Zeitung hinzu, ohne zu bemerken, dass sie damit ihre Ncrernkappe lüftet: „Bei den ganzen sogenannten antisemitischen Aktionen seit Weihnachten wurde im Bundesgebiet nicht eine einzige Tätlichkeit verübt”... Nur nebenbei sei bemerkt, dass die Soldatenezitung. die jetzt nicht müde wird, ihren Renommier-Rabbi zu präsentieren.sonst nur in der Erinne- Dr, FREY Abofado FUETRREDON 2130 1* in«, nachm. 16—14 Uhr REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 J. Liebling j FOURNIERE — _ | SPERHHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 i T. E. 43-2349/0348 r 302J | Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-724* -rung der herrlichen SS.Vergangenheit schwelgt. Um sich ein Bild davon zu machen, was hinter der Soldatenzeitung steckt und steht, sei der bundesdeutsche Minister Stranss und seien andere Quellen zitiert, wobei wir dem Spiegel folgen, der sich wie immer gut informiert zeigte. Der Spiegel meint, dem Berliner Grossrabbiner würde doch sicherlich nicht verborgen geblieben sein, welche Tendenz dieses „Blatt für Unheilbare und Gamaschen knöpfe“ verfolge, um einen Ausdruck des Bundesministers Strauss zu gebrauchen. Der frühere SS-Sturmführer Erich Kernmayr ist Mitglied der Redaktion. Der Flieger und Obernazi Rudel gehört zu den engsten Mitarbeitern. Er war auch Mitarbeiter des früher in Buenos Aires erschienenen Naziblattes „Der Weg“, Der Bundesminister Strauss distanzierte sich aufs schärfste von der Soldatenzeitung. Die Süddeutsche Zeitung wendet sich mit Recht gegen den rüden Ton der Soldatenzeitung, die ..sich nicht genug daran tun kann, Goebbels' propagandistische Qualitäten" zu feiern. Selbst bei einer weitgezogenen Grenze der Meinungsfreiheit und bei dem Zugeständnis völliger Bedeutungslosigkeit des Rabbi Goldstein wird man sein Interview in der Soldatenzei, tung als eine Entgleisung und Geschmacklosigkeit betrachten müssen. Denn es geht wohl nicht an, neben einem Rudel zu erscheinen Gas. und Supergasherde Bade, und Zimmer öfeo D O M E G . Reinigungen — Reparaturen — Ersatzteile aller Marken — An- und Verkauf — Installation aller Gasapparate Don JuKo — T. E. 52-7438 \Ma%tka ek apean*. HUTSALON Jetzt in Belgrano MOLDES 256 1 T. E. 73-9229 73-9155 oder in einem Blatt Erklärungen über Versöhnung abzugeben, dass einen Goebbels lobpreist. Mit der Behandlung dieser Angelegenheit durch den Spiegel wurden aber nicht nur allgemeine Aspekte, die dieser Fall aufweist, in die breite Oeffentlichkeit hineingezerrt, sondern innerjüdische Fragen in einer sehr un.ahönen Form behandelt. Der Spiegel stellt die Meinungen gegenüber, die Rabbi Goldstern und Marx vertreten, wie er sich stets gern darin gefällt, Kontraste zu zeichnen, um die paradoxäre Betrachtungsweise ungleicher Brüder zu geissein. Gegenstand der Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden deutschen Juden“ war die Schmierkampagne, der Goldstern kein grösseres Gewicht beimass. An einer Reihe von Beispielen zeigt der Spiegel, wie die Auffassungen auseinandergehen. Goldstern hält die Strafen für die Schmierereien für zu hart, Marx verlangt immer schwerere Strafen, Goldstern hält nichts von dem übertriebenen Eifer mancher deutscher Kreise, mit den Juden zu kooperieren (Philosemitismus), Marx ist der Vorkämpfer dieser Richtung. Marx polemisiert gegen die 3. Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne, Goldstein meint, jedes Volk solle seind Nationalhymne selbst auswählen. So geht das weiter. Goldstern ist sicherlich und ohne Zweifel gegen Marx und Galinski eingestellt, denen er viele Fehler vorwirft. Dass er es in einer neofaschistischen Zeitung tut, ist eine Geschmacklosigkeit und sicherlich auch ein Fehler. Innere jüdische Auseinandersetzungen gehören nicht an eine niehtjüdische Oeffentlichkeit. Vielleicht hat Rabiner Goldstein keine Möglichkeit, sich an eine jüdische Zeitung zu wenden? Er hätte sie suchen müssen. Soldatenzeitung wie Spiegel finden scheinbar ein Wohlgefallen bei der Polemik gegen Marx und Galinski, gegen die recht konkrete Beschuldigungen erhoben werden, die sicher nicht begründet sind. Natürlich sind alle die Menschen, die sich aus der Katastrophe der Lager retten konnten und Judith Schenkolewski Kultus« tiefcereien Schabbosdecken - Tallisbeutel . Käppchen Masiot-Taschen . Hand- und Mqq-hlnonarifk-erei TOD Bett and Tischwäsche BEBEDERO 2596 T. E. 73-8154 B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 j RAYOS X I PARADENTOSE i TEL EF.? VORANMELDUNG i I ■ überraschenderweise in Deutschland verblieben, unvorbereitet bisher unbekannten Aufgabenkreise begegnet. Die 'Lebens- und Arbeitsbedingungen waren verändert. Es galt auf Trümmern aufzubauen und das mit neuen Menschen, die der Hölle entrinnen konnten. Was sollte damalsaus den Juden werden, die am Leben geblieben waren? Es war ein allgemein-menschliches und ein international-politisches Problem, es war ein Problem des ganzen jüdischen Volkes. Das alte deutsche Judentum war verschwunden, auch heute gibt es kein deutsches Judentum im historischen Sinn dieses Wortes, cs gibt nur in Deutschland lebende Juden. Erst als diese Juden den Fehler begingen ein. „Eigenleben“ zu führen, sollte sich bald zeigen, dass dies nicht möglich war. Es fehlten alle nationalen, soziologischen und geistigen Voraussetzungen. Den neuen Menschen ermangelte es nicht nur an Erfahrungen die man sich schliesslich aneigpen kann, aber die Tradition und Schulung von Jahrhunderten waren trotz des besten Willens nicht zu ersetzen. So kamen Menschen in leitende Positionen, die bis dahin ganz anderen Beschäftigungen nachgingen und versagen mussten. Sie leisteten nicht immer der jüdischen Sache gute Dienste; ihr enger, kleinbürgerlicher Horizont führte zu einer Isolierung, die auch nicht durch „gute Beziehungen“ ersetzt werden konnten. Es ist kein Zufall, dass die Bundesrepublik für die von ihnen geschätzten Juden ein Sondergesetz erlassen hat. Inmitten einer durchaus positiv eingestellten, allgemein-politischen Atmosphäre der regierenden Stellen, die sich, in der Errichtung von Synagogen für jüdische Gemeirtden, die garnicht bestehen, zu überbieten scheinen, war ein Sondergesetz notwendig, weil man bereits heute in; anderer wirksamer Form die „lieben Juden“ nicht vor neuem Unheil bewahren zu können glaubte. Der Spiegel schildert die gegenwärtigen Anwürfe der Herren Galinski und Marx gegen Goldstein und umgekehrt und meint mit vollem Recht, der einzige Gewinner bei diesem intern-jüdischen Streit sei nur die Soldatenzeitung. Auch das wollen wir nicht annehmen, denn dies hiesse eine kleine jüdi- NERVENu. GEMUETS-! KRANKHEITEN \ Dr„ M. J. Kuhn I BULNES 13«!, pL b., 17 | i T. E. 80-0249 | ’ Mont., Mittwoch Freitagj 117—20 Uhr. Tel.’ Anmelf \ düng erbeten. j BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTUCHEB Malerarbeiten T. E. 7875331 £ Confitería NIZA Conde 2020 76-0286 Servido» de lundi de categoría SS&iixsiâdiiiSêà&SASftÂVtrjâiiJaâsÿâm&âiiiSS: I CONDE 2318 BOMBONERIA ELCA PAMPA 2857 Tftgl. Mach mu oi§. HentheBoag! BOMBONES u4 u4«n Spezialitäten fetat in verteuerter feiner Qualität Eh wird fcgs Rau geliefert. Hefe* Sie ui T. E. 73- Sakaberin* AUGUSTA X. de 8CHRSIHKR m sehe Gemeinschaft in ihrer Bedeutung zu überschätzen, deren Leitung empfohlen werden kann, sich enger an die Organisationen des jüdischen Volkes anzuschliessen. Politik und gewiss jüdische Politik kann man nicht nur mit einem Opportunismus betreiben, der bereits dort seine Grenzen findet, wo die „Beziehungen“ aufhören. Die Juden in Deutschland, vor allem aber ihre Führer sollen begreifen, dass der Aufenthalt in einem KZ ein trauriges Schicksal ist, niemals aber allein schon die Legitimation für einen Führungsanspruch geben kann. Leider kann „Der Spiegel“ mit der ihm charakteristischen Giftigkeit auf sehr unerfreuliche Vorgänge in einigen Gemeinden hinweisert, und auch die Soldatenzeitung erklärt, sie wolle nicht über diese Skandale berichten. Hier haben wir doch im Prinzip die gleiche Erscheinung, gegen die Marx und Galinski, und mit ihnen alle Gleichgesinnten, Front gemacht haben. Wie konnte es zu solchem Bruderkrieg kommen? Die Antwort liegt in den traurigen Nachkriegsverhältnissen und darin, dass eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft wurzellos schwankte und für sich allein nur das Schauspiel eines Defaitismus mit viel Geld darzustellen vermochte. Der Oberrabbiner hat sicherlich eine klägliche Rolle gespielt. Dass er deswegen mit allem, was er kritisierte, Unrecht hätte, selbst wenn la ¿emana Israelita BtwBtacarHK aporace ios Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda V eran twortlicik: Ds. H- Svantrty Pueyrreaón 2190 iv T. E 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 60.— pro Quartal er es in einem unverständlichen Rahmen und in einer ablehnenswerten Form tat, darf man nicht sagen. Der Oberrabbiner merkte nicht, dass er nur ein Instrument war, mit dessen Hilfe die Deutsche Soldatenzeitung — gewiss auch aus einem durchsichtigen Opportunis, mus — sich ihr Alibi während der grossen antisemitischen Kampagne schaffen wollte. Aber auch die anderen, die glauben, sie seien die bewegenden Kräfte oder Fak. toren, weil sie mit einigen Ministern oder mit Abgeordneten plaudern, spielen die gleiche Rolle; nur wollen sie es nicht bemerken. Hierin liegt der Grund, das wir uns zn dieser Stelle mit dem Phänomen dies Oberrabiners und der Soldatenzeitung beschäftigt haben, ein Phänomen, das eben nur in einer ungesunden Atmosphäre möglich und denkbar ist. Dr. JOSE L COHEN ORTOPEDIA Pampa 2926 FRACTURAS T. E. 73-1116 Solicite hora VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 für- BENJAMIN L1 P N I Z K Y? ZAHNARZT I ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BEi HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU. | LEERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung. I JOSE HERNANDEZ 2518 T B 76-8673 und 73-853*; | I Dr. I. KLEIN Médico $ Magen, und Darmkrankheiten * Röntgen Untersuchungen Í SPRECHSTUNDEN: ¡[Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uh» gebeten, sscb vorher telefonisch anzumelden: FA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542. \ rjr»****»»»»*»«»**********»*****»»»*-»***«i Dr. Bernardo Goldstein MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radia Z — Durchleuchtung — Electrocardiogram!»* CUBA 2141 T. E. 73-8762 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitags: 15—13 Uhr Sonnabend:!♦—16 Uhr

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