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Jüdische Wochenschau · 1960-06-07 · 1784 (7.6.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1784 (7.6.1960)
Date
1960-06-07
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Maries, 7 de Junio de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1784 — 7 DIE EREIGNISSE DER WOCHE EHRUNG HER AUS1.AENDISCHEN DELEGATIONEN ZU DEN FEIERLICHKEITEN DER MAIREVOLUTION Hilfe für die Opfer in Chile Die furchtbare Katastrophe, von der Argentiniens Nachbarland Chile so grausam heimgesucht wird, hat in der ganzen Welt tiefstes Mitgefühl erregt und in unserem Lande eine Bewegung der Solidarität ausgelöst, die vom ersten Augenblick an bemüht war, durch aktive Hilfe die Leiden der Opfer zu mildern. Hunderttausende von Menschen haben kein Dach über dem Kopf und haben alles verloren. Argentinien kam den Geschädigten unverzüglich zu Hilfe und ist in brüderlichem Geiste bemüht, im Rahmen des Möglichen die Folgen des Unglücks weniger driikkend zu gestalten. Die DAIA richtet in ihrer Eigenschaft als Vertretern der jüdischen Kollektivität aus diesem Grunde an alle Mitglieder den Aufruf, ohne Zeit zu verlieren, den erforderlichen materiellen Beitrag zu leisten, der an die Comisión Nacional pro Ayuda a las Víctimas Chilenas zu leisten ist, in deren Händen das Hilfswerk liegt. Alle Beisteuerungen müssen an die Direeciüón Nacional de Asistencia Social, Reconquista 269 eingesandt werden. Gemeindeempfang für die israelische Sonderdelegation Am 26. Mai veranstaltete die Kchilla (AMIA) einen besonderen Empfang für die Mitglieder der israelischen Sonderdelegation zur argentinischen Nationalfeier des 25. Mai, dem fast sämtliche Vorstandsmitglieder und Repräsentationen beiwohnten. Bei dieser Gelegenheit hielt der das Amt an den neuen Vorstand übergebende bisherige Gemeindepräsident Emil'j Gutkin eine bedeutsame Ansi ache an den Minister Dr. Abba Eban und die übrigen Herren der Delegation, welche der israelische Botschafter in Argentinien, Dr. Arieh Levavi begleit^; hatte. Davon ausgehend, dass die Gemeinde Buenos Aires ständig wächst, die ziffernmässig grösste der Galut geworden sei und auf dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent zunehmende Beachtung finde, sprach Don Emilio Gutkin über die herzlichen und engen Beziehungen zu Israel, an denen nur eines fehlt, und dies sei die Tatsache, dass die vielfachen Bemühungen der Kehilla, von Medinat Jisrael geistig hochstehende Menschen als 'Lehrer und Jugendleiter zu erhalten, bisher erfolglos waren. Trotz aller Hinweise auf den Umstand, dass in Buenos Aires das geistige Erbe der einstigen Judenheit von Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Deutschland usw. treu bewahrt werde, bestehe die Gefahr eines „geistigen Negew“, denn es würden die Anregungen aus Israel fehlen, welche diese geistige Leere oder Wüste in einen ertragreichen Boden verwandeln könnten. Mit einem dringenden Appell an Dr. Abba Eban, diese Dinge in Israel bekanntzugeben, schloss der Gemeindepräsident seine Ansprache In einer kurzen Erwiderung brachte der Min ster zum Ausdruck, wie sehr ihn der Besuch in Argentinien innerlich beglückt habe, und dass er alles tun werde, um die sehr interessanten Auffassungen, die er hier und bei dieser Gelegenheit gehört habe, an die Regierung Israels weiterzuleiten, die ihrerseits sich bewusst sei, welch grosse Bedeutung der argentinische Jischuw im gesamt-jüdischen Leben von heute besitzt. An diesen offiziellen Akt schloss sich ein kurzes gesellschaftliches Beisammensein. Äbba Eban in der Rechtsfakultät In der Rechtsfakultät hielt Dr. Abba Eban seine angekündigte Rede vor einem . zahlreichen Publikum. An- Erneuerung wesend waren der Botschafter Israels, Dr. Arie Levavi, der Dekan der Fakultät, Dr. Laplaza, Vorstandsmitglieder des Instituto Cultural Argentino-Israelí, Diplomaten und andere Persönlichkeiten. Dr. Eban dankte Dr. Laplaza sowie Dr. José Peco, dem Präsidenten des Instituts für argentinisch-israelischen Kulturaustausch, welcher ihn eingeführt hatte. Hierauf gab er dem tief empfundenen Beileid des Volkes von Israel anlässlich der Tragödie Ausdruck, die Chile gegenwärtig durchlebt. Der Redner sprach von seinen Eindrücken, die die Feiern der 150. Wiederkehr der Mairevolution in ihm hinterlassen haben, und würdigte in kurzen Worten die Entwicklung Argentiniens inmitten der lateinamerikanischen Welt im Laufe dieser 150 Jahre. Er zog eine Parallele zwischen Argentinien und Israel, deren Entwicklung so verschiedenen Bedingungen unterlag, und die doch in geschichtlicher und moralischer Hinsicht eine tiefe Verwandtschaft aufweisen. Dr. Eban analysierte in diesem Zusammenhang die Gründe, aus denen die Wiedergeburt des jüdischen Staates in der ganzen Welt ein so lebhaftes Interesse gefunden hat. Er nannte hierfür den ungewöhnlich raschen Verlauf des Kampfes um die Unabhängigkeit, die furchtbare Tragödie, die der Staatsgründung vorangirg: die Tatsache, dass das Weltgewissen sich aktiv und öffentlich in die Vorgänge verwickelt hat, die zur Proklamierung des neuen Staatswesens führten, das besor.- ders intensive Tempo, in dem sich die Entwicklung der israelischen kulturellen und wissenschaftlichen Anstrengungen vollzieht, und schliesslich das brennende Problem der Beziehungen Israels mit seinen Nachbarn. Im Anschluss hieran verwies Eban auf die Umstände, unter denen sich die Staatswerdung vollzog, und den heutigen Rhythmus des Aufbaus, der sich statt in Jahrhunderten wie gewöhnlich im Zeitraum weniger Jahre vollzogen hat. Die Tradition des Friedens „Israel darf sich mit Recht als Begründer der ältesten Tradition des ’ Friedens der Menschheit betrachten”, führte Dr. Eban aus. „Seine Flucht durch das Rote Meer bewahrte eine revolutionäre Idee, die niemals unter der gottähnlichen Tyrannei der Pharaonen hätte gedeihen können. Diese Idee war die Souveränität Gottes als Herrscher über das Universum.” Er nannte aus der Geschichte resultierende Gründe für die Wiedererrichtung ¡des jüdischen Staates und die des jüdischen nationalen Lebens und fügte hinzu, obwohl es sieh anscheinend um ein politisches Ereignis handele, so bedeute Israels Wiedergeburt im Grunde einen Sieg der Gerechtigkeit. Minister Eban bezog sich abschliessend auf die wissenschaftlichen Bestrebungen des jungen Staates Israel, die seine Forscher und Techniker mit Ernst und Fleiss betreiben. Er hob hervor, dass sein Land die Wissenschaft und moderne Technik als den Schlüssel betrachtet, mit dem das Tor zu einem höheren geistigen Niveau, einem rascheren ökonomischen Fortschritt und der Engergestaltung der freundschaftlichen Beziehun. gen zu anderen Völkern geöffnet werden kann. Obern: Dr. Abba Eban zwischen den Mitgliedern der Delegationen beim Empfang im argentinischen Parlament. — Unten: Der argentinische Innenminisier Dr, Vitolo am Mikrophon mit den Präsidenten von Uruguay und Peru, Medizinischer Sachverständiger am Obersten Gericht Der bekannte jüdische Universitätsprofessor und Abteilungsarzt am Jüdischen Hospital Esra, Dr. Matusevich, ist vom Obersten Gepital Israelita, Ort-Schulen u. a,, an führender Stelle betätigt und* sich stets unseren Organisationen als freiwilliger Mitarbeiter und Ratgeber zur Verfügung gestellt. Frauen- Organisationen aktiv Wie die DAIA mitteilte, beteiligen sich die Frauen- Organisationen aktiv an den Festlichkeiten zum 15Ô. Jahrestag der M£(irevolution. Die Zionistische Organisation der Pionierfrauen veranstaltet eine Vorlesung von Professor Lázaro Schallmann über „Den Anteil der argentinischen Frau an der Mairevolution — ein Vergleich zwischen der argentinischen Patriotin und der israelischen Heldin“. Am 1. Juni fanij in ihrem Sitz ein grosses Fëst anlässlich des 150. Unabhängigrichtshof in Argentinien j keitstages mit reichhaltigem Am 28. Mai 1960 entschlief nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter, Grossmutter und Urgrossmutter, Frau EMILIE BARASCH geb. Neiderman (früher Berlin) im 92. Lebensjahr. . . - } \ LISA GOLDSTEIN geb. BARASCH HEINRICH BARASCH und Frau MAX BARASCH MARCEL GOLDSTEIN FELIX GOLDSTEIN und Familie Asunción — Paraguay, Calle Yegros 457. zum medizinischen Sach verständigen und Mitglied des Beratenden Aerztestabes ernannt worden. Prof. Dr. Matusevich ist nicht nur als Spezialarzt in unserer Kollektivität gut bekannt, sondern hat sich auch als Mitarbeiter in der Leitung jüdischer medizinischer Institutioren wie in der OSE-Argentina, im Hoskünstlerischem und kulturellem Programm statt. Auch der Consejo Argentino de Mujeres Israelitas hat verschiedene Veranstal- . Phosphat Werk tungen in seinen Räumen —j angekündigt, bei denen der ( *Ur Burma 150. Wiederkehr der Mairevolution gedacht wird. Der „Macabi“ veranstalt Tel Aviv. Gesell schaft — Die Haifaer für Chemikatet i:i Kürze thonlauf, der mit einem Fackelträger an der Spitze von seinem Sportplatz in Punta Chica seinen Ausgang nehmen und auf der Plaza de Mayo enden wird. Schliesslich wird sich eine der Feiern auf eine in Israel stattfindende Ehrung beziehen, denn am 6. Juni sollte in der Callao 257 der Bau einer Schule mit dem Namen „25 de Mayo“ in der israelischen Kolonie „Ein Haschlosche“ öffentlich proklamiert werden. einen Mara- ’lien Kunstdünger hat einen Vertrag abgeschlossen wonach sie ein Phosphatj werk in Burma errichten j wird. Grossbritannien, die Bundesrepublik und Japan hatten ebenfalls Angebote unterbreitet, doch ging der Zuschlag schliesslich an die israelische Firma. Bei dem geplanten Werk handelt es sich um ein Projekt im Werte von zwei Millionen Dollar. Gegenwärtig werden burmesische Techniker in Haifa ausgebildet. (AWZ) ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep. Argentina ji Mahnmal für Opfer der Gestapo Dortmund. — Ein Mahnmal für Opfer der Gestapo wurde kürzlich in der Dortmunder Bittermark in Gegenwart von mehreren hundert Franzosen und 2.000 Deutschen eingeweiht. An dieser Stelle waren in den Ostertagen 1945 von der Gestapo 265 Deutsche, Russen, Franzosen, Belgier, Hollän- <*er, Jugoslawen und Tschechen ermordet worden. Als Symbol für alle Opfer ruhen in der Krypta des Mahnmals die Gebeine eines unbekannten französischen Fremdarbeiters. Das Denkj mal soll an alle Opfer der nationalsozialistischen Willkiirherrschaft erinnern — (AWZ) unpa lliids pro Israel MonaiTÜNI der . 1930 Sendet Euren angemessenen Beitrag ANNAHMESTELLEN; CAMP ANA UNIDA PRO ISRAEL Comité Centroeuropeo Sarmiento 2376, 3? T. E.'47-3820 — Sekretariate der angeschlossenen Gemeinden und Organisationen ►®jM

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