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Jüdische Wochenschau · 1960-06-07 · 1784 (7.6.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1784 (7.6.1960)
Date
1960-06-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 Martes, 7 de Junio de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1784 Sensationen um Eichmann (Schluss von Seite 1) tholische Geistliche in li?e*..t:chland, di? ads erste ihre Stimme gegen die i'" - jseu Lenren der Feindschaft und der Rassenuntc-s-.'ede erhoben haben, un.: von wenigen Ausnahmen v. ie neu Wiener Erzbischof und Kardinal Innitzer abgesehen, der seine Verlautbrrutigen oder Briefe mit „Heil Hitler“ Unterzeichnete, haben auch Geistliche den Juden geholfen, wenn sie konnten. Immerhin sind nach dem Kriegt mindestens zwei der übelsten Kriegsverbrecher, nämlich angeblich Adolf Eichmann und Ante Pavelich, mit Pässen des Vati, kans ausgerüstet gewesen. Wie sind sie zu diesen Pässen gekommen? Die Frage dürfn nicht unberechtigt sein, denn es besteht ein allgemeines Interesse daran, dass Mörder ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Dabei ist Ante Pavelich auch in c einer neuesten Heimat in faschistischen Kreisen ak- 2iv gewesen, während Eiehmann sich offensichtlich zurückgehalten hat. Auch' er hatte Kontakt mit seinen früheren oder heutigen Gesinnungsgenossen und Skorieny hat sich nach einer Meldung deutscher Zeitungen dessen gerühmt, Eichmann in Argentinien gesprochen zu haben. Der frühere Abgeordnete, Dr. Silvmo Santander, hat schon vor Jahren auf den verschiedensten Wegen der Oeffentlichkeit davon Mitteilung gemacht, dass sich hier zahlreiche Kriegsverbrecher aufgehalten haben, unter ihnen Hetzer wie von Leers, der heute zu den Vertrauten Nassers gehört. Diese Kriegsverbrecher sind nicht nach Südamerika gegangen, um hier ein neues Leben zu beginnen, vielleicht wollte wirklich ein Unbekannter nichts mehr von der Vergangenheit wissen. Aber alle, die Santan- Dr FREY Abobado PUEYRREOON 2190 1» fe» nachm. 1®—18 Uh» der nennt, haben sofort versucht, sich in die aktive Politik einzuschalten. Sie haben Untergrundbewegungen geschaffen und faschistischnationalistische Gruppen unterstützt, initiiert und gefördert, die ihre Aufgabe und ihr Ziel darin erblickten, die demokratische Ordnung zu zerstören und Un. ruhe in friedlichen Ländern zu schaffen, die sich bis dahin gegen Rassenlehren und Hasstheorien immun gezeigt haben. Der Fall Eichmann hat ein Problem aufgeworfen, dem man nicht länger ausweichen darf, wenn die Demokratie verteidigt und die bürgerlichen Ideale unangefochten bleiben sollen. Auffallend ist, dass gleichzeitig mit der Meldung über die Ergreifung Eichmanns auch Gerüchte über Bormann in Umlauf gesetzt wurden. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese sporadischen Publikationen Ablenkungsmanöver bildeten. Plötzlich interessierte sich die Oeffentlichkeit oder die Zeitungen für diesen, sicherlich wichtigsten Kriegsverbrecher; denn Bormann war nach der sonderbaren Flugreise des Rudolf Hess nach England zum Nachfolger Hitlers, zu seinem Stellvertreter, ernannt worden. Uebringens war auch Bormann einer von denen, die Eichmanns blutiges Handwerk förderten und ihn bei seinen Aktionen ständig deckten. Aus verschiedenen Dokumentationen ergibt sich, dass der in Ungarn wütende Eichmann nur dort an die Oeffentlichkeit getreten ist, während er sonst das Bestreben hatte, im Hintergrund zu bleiben. In Budapest habe Eichmann sich häufig gezeigt, einen gewissen Prunk entfaltet und eine Maitresse gehabt. Auch sein Adlatus W'isliceny weiss hiervon zu berichten. Bormann soll auch in Argentinien gewesen sein. Dann behaupteten einige Berichterstatter, man habe ihn in Brasilien gesehen. Diese Nachricht wurde von den brasilianischen Polizeibehör- \Aiattka. I <?k J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 48 T. E- 43-2349/0340 y 3021 I REAL PEN * ‘Füllhalter! REPARATUREN * Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 °ptica REX DIPL. OPTIKER Sarmiento 82 fT. E. 35 - m ajaeaux HUTSALON Jetzt in Relgrano MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 Judith Schenkolewski KultusaHclt ereiea Schabbosdecken - Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen - Hand- und Maachinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2S8S T. E. 73-9155 ÍÜE Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraxa 2538 pl, b. Dp. B T. E. 70-7244 den dementiert. Vor einigen Jahren soll Bormann als Priester verkleidet in einer nichtkatholischen Kirche in Buenos Aires versteckt gewesen sein. Gefunden wurde er nicht. Ob er gesucht wurde, können wir aus eigenem Wissen nicht sagen. Pavelich soll in Madrid Ende des vergangenen Jahres zu Grabe getragen worden sein. Ob diese Meldung zutrifft, vermögen wir auch nicht mit Sicherheit zu erklären. Es ist gewiss die leichteste Methode, das Interesse der Oeffentlichkeit falls es ein solches im Falle Pavelich überhaupt geben sollte, dadurch zu ersticken, dass man den Kriegsverbrecher aus der Liste der 'Lebenden streichen lässt. Er lebt dann unter anderem Namen weiter. Jedenfalls dürfte es nicht ohne jede Ueberprüfung einfach hinzunehmen sein, dass Pavelich gestorben ist. Von anderen Kriegsverbrechern wie Bormann hat man das auch schon mehrfach gemeldet und behauptet. Trotzdem ergehen Dementis, dass er dor oder dort nicht lebt. An die Todesnachricht hatte man inzwischen vergessen. Auffallend sind die vielen Verhaftungen, die nach der Festnahme Eichmanns in Westdeutschland vor sieb gingen. Natürlich ist das nicht nur uns aufgefallen. Eine Fülle von Fragen drängen sich auf, die nicht ohne weiteres beantwortet werden könnerf. Aus welchen Gründen war es erforderlich, dass man Eichmann fasst.i und dingfest machen musste, um andere zu verhaften, die auch Kriegsverbrechen begangen haben? Im deutschen Parlament wurde eine ausgedehnte und interessante Debatte über den Fristablauf für die Verfolgung von Kriegsverbrech: i geführt. Die wesentliche Frist für die Mehrheit der Verbrechen ging zuende. Das Parlament lehnte eine Verlängerung ab, sodass die nicht ergriffenen Uebeltäter straffrei ausgehen werden. Der wichtigste Gesichtspunkt gegen die Verlängerung der Frist war die Rechtssicherheit. Man kann darüber streiten, und die Opposition hat es getan, konnte ich aber nicht durchsetzen. Die Regierungsparteien, die um die Rechtssicherheit besorgt waren, werden auf diesem Wege kaum einen nennenswerten Beitrag zur „Ueberwindung der Vergangenheit“ zu leisten vermögen. Ob nun Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 auch ein Oberländer nicht mehr unter Anklag_ gestellt werden kann, vermögen wir mit Sicherheit nicht zu sagen. Dass die Kriegsverbrecher oder früheren und heutigen Nazis nicht nur nie! t ruhig dasitzen und nur ihren Träumen über das in 12 Jahren zertrümmerte Tausendjährige Reich nachhängen, sondern bestrebt sind, die Geister einer trostlosen Vergangenheit heraufzubeschwören, beweist der letzte Hassausbruch und der Umfang der antisemitischen Hetzkampagne, deren erstes Opfer zu Weihnachten 1959 die kurz zuvor eingeweihte Synagoge in Köln war. Dass diese Nazis auch in ihren Exilsländem nicht ruhig sassen, geht aus dem Echo und den Schmierereien iallen Kontinenten hervor. Man muss fragen, aus welchen Gründen eigentlich die Ausläufer dieser antisemitischen Welle nicht in die vom Ostblock beherrschten Staaten gelangt ist. Die einzige plausible Antwort dürfte wohl die sein, dass diese Ostländer besser mit den Kriegsverbrechern aufgeräumt haben. Der Fall Eichmann hat eine ganze Reihe von Pro blemen aufgewühlt, an denen — bewusst oder un.ewusst, was wir dahingestellt lassen wollen —- die grosse Presse mit ihren Sensationsmeldungen vorbeigesehen hat. Eichmann ist mit aller Sicherheit einer der grössten Judenmörder und einer der markantesten Repräsentanten des Naziregimes. Aber er ist doch nur einer unter vielen. Er allein hätte doch niemals sein blutiges Amt ausführen können, wenn er, der in der Nazi-Hierarchie an keiner hervorragenden Stelle stand, nicht von seinen vielen Vorgesetzten und von vielen Untergebenen ermuntert und gedeckt worden wäre. Die letzten Vorkommnisse beweisen hinreichend, dass vor allem in Deutschland selbst nicht gründlich mit den Na- NERVENu. GEMUETS- { KRANKHEITEN j Dr. M. J. Kuhn j BULNES 193C, pl. b., 1? i T. E. 80-0249 j Mont., Mittwoch^ Freitag I 17—20 Uhr. Tel. Anmel-1 düng erbeten. f Dr. B. Sehwarcz ZAHNARZT t ESTOMBA 2263 — 52-8214 ] RAYOS X { PARADENTOSE f TELEF. 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Dass man durch einige Verhaftungen, die „zufällig“ nach der Aufrollung des Falles Eichmann vorgenommen wurden, das Versäumte wirklich nachgeholt hat, dürfte niemand ernstlich behaupten. Das Problem ist aber nicht gelöst, wenn man sich nur auf eine Säuberung:aktion in W estdeutschland beschränken wollte. In allen Ländern, wo Kriegsverbrecher leben, muss geprüft .erden, ob und in welcher Form sie ihrer gerechten Verurteilung zugeführt werden sollen. Dass man Kriminellen das Asylrecht gewährt, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, ist ein unhaltbarer Standpunkt. Die Regierungen und Parlamente aller la Semana Israelita Bisemanario: aparace toa Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda V eran twortiich: Dx. H. Swarsensky Pueyrreaon 2190 D izq T E 83-2613 Aoono- Preise: 1 Argentinien, i $ 60.— pro Quartal Staaten, in denen Kriegsverorecher einen Unterschlupf gefunden naben, müssen sich mit dieser Frage Beschäftigen, denn es ist sic.ier dass nocl Massenmöraer unter uns frei herumlaufen. Die Völker mögen verstehen, dass der Antisemitismus als politische Waffe nur einen Vorwand für den Kampf um die Macht bildet. Auf diesem Umwege habei die Nazis zunächst die Herrschaft über Deutschland an sich gerissen Unter dem Motto „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze W'elt“ haben sie den Krieg entfesselt. Hieraus gibt es nur eine logische Folgerung; Wer den Frieden liebt, der muss den Kampf gegen die Nazis und ihre späten Palladine aufzunehmen bereit sein. Hier liegt die Gefahr und hier 1 liegt die Chance, die heute noch den demokratischen Völkern gegeben ist. Dr. JACOBO COHEN HIGADO — DIGESTIVO Pampa 2926 T, E. 73.1116 Solicitar hora VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SABMIENTO 3116 T- E. 87 1362 ------«----- jür. BENJAMIN LIPN1ZKY | ZAHNARZT i ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BEf HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGUi LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG | Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag - Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung. } JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8673 und 73-050C Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen - Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: if;i »! : »Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr, i *Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden >; ,i ¡[SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542. [ 9 Dr. Bernardo Goldstein MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramas* CUBA 2141 T. E. 73 8762 u. Consultas: Montags bis Freitags: 15—18 Sonnabend: 14—16 Uhr 73-6817

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