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Jüdische Wochenschau · 1960-06-03 · 1783 (3.6.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1783 (3.6.1960)
Date
1960-06-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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i Viernes, 3 d« Junio de 1960 ■ Lit A Año XXI. — No 1783 fe; DIE EREIGNISSE DER WOCHE tgV Á»V 'V<áK: i * EMPFANG FUER ABBA EBAN IN DER ISRAEL-BOTSCHAFT. — Von links nach rechts: der neue Präsident der Kehilla. Dr. Tobias Kamensrain. Dr. Moisés Goldman, der argentinische Abgeordnete Rosenkranz, Dr. Abba Eban, und ganz rechts der der Abgeordnete Ing. Breyter. Abba Eban spricht zu uns Im überfüllten Kino Gran Rex fand am vergangenen Sonntag die Proklamation des Monat der Einheitskampagne im Beisein des israelischen Ministers Dr. Abba Eban statt, der zu den Maifeierlichkeiten an der Spitze der israelischen Delegation nach Argentinien gekommen war. Die Feier wurde mit dem Gesang der argentinischen und israelischen Nationalhymne eröffnet. Der Präsident der argentinischen Einheitskampagne, Ing. Isaak Lew in, begrüsste die Anwesenden und betonte die Bedeutung des Besuches der israelischen Delegation zu den grossen argentinischen Feierlichkeiten der Mairevolution, die einen Wendepunkt in der Geschichte Südamerikas darstellt. Wir leben hier in einem freien Lande, so führte er aus, und haben die Verpflichtung, unseren Brüdern in Israel nach Kräften zu helfen; deshalb soll der Monat Juni als Monat der verstärkten intensiven Arbeit für die Einheitskampagne erklärt werden. Danach ergriff der Botschafter Israels, Dr. Levavi, das Wort und sprach über die Entwicklung Israels, das der Hort des Friedens und Aufbaus geworden ist. Er begrüsste die argentinische Nation zu ihrem grossen Festtage. Zum Schluss richtete Dr. Levavi noch einige Worte in Jiddisch an die Versammlung und bat alle, nach Kräften dem aufbauenden Israel durch ihre Mit arbeit bei der Einheitskampagne zu helfen. Stürmisch negrüsst begann zum Schluss Abba Eban in spanischer Sprache seine Rede und dankte Argentinien für die Gastfreundschaft, die er hier genossen hat und gab seiner Bewunderung für alles Gezeigte und Erlebte, so- Midraschim zum Wochenabschnitt N asso 4. B. M. IV, 21 — VII. 89 Das Nasiräertum . Wer ein Gelübde tut, sich Gott zu weihen, halte sieh von Wein und Rausch trank fern, auch Weinessig geniesse er nicht. Während seiner Gelübdezeit esse er nichts, was gemacht wird vom Traubensaft, von der Schale bis zum Kern. An den Toten soll er sich nicht verunreinigen, denn Gottes weihe ist auf seinem Haupt. Wenn aber plötzlich jemand neben ihm stirbt und so sein geweihtes Haupt unrein wird, so soll er sein Haupt wieder scheren und soll Opfer darbringen. Diese richte der Priester her — eines als Siindopfer, eines als Ganzopfer — und entsühne ihn, dafür dass er wegen jener Seele sündig ward. An wessen Seele versündigte sich der Nasiräer eigentlich? An seiner eigenen!? Denn ihr hätte er den Weingenuss versagt! Schliesse vom Leichtern aufs Schwerere! Wer seiner Seele nur einen Genuss versagt, wird als sündig bezeichnet, um wieviel mehr einer, der ihr alle Genüsse versagt. Hieraus ist zu folgern, wer in Fasten Und Kasteiungen sich ergeht, ist ein gar grosser Sünder. Als in den Tagen des Königs Alexander Janai dreihundert Nasiräer ihre Weiheopfer, 900 an Zahl, darbringen wollten, aber nicht die erforderlichen Mittel besassen, wandten sie sich an Schimeon ben Schetach. Für 150 von ihnen fand er einen Ausweg, wie sie von ihren Opfern zu entbinden sind, aber für den Rest wusste er keinen Rat. Er wandte sich an den König: „Dreihundert Nasiräer wollen 900 Opfer darbringen, aber die Mittel fehlen. Gebe der König eine Hälfte, so gebe ich die andere von mir aus.” Der König gab seinen Teil, und sie opferten. Nachher flüsterte man ts dem König ins Ohr, dass die Nasiräer nur des Königs Teil geopfert hätten, und dass Schimeon heu Schetach nichts beigesteuert habe. Der König geriet in Zorn und liess ihn vor sich bringen: „Wagst du es, dich über mich lustig zu machen?” — „Keinesfalls”, antwortete Schimeon, „du zahlst mit deinem Geld, und ich mit meiner Tora. Meine Kenntnis im Gesetz lehrte midi, wie die anderen vom Opfer zu entbinden sind, so wie schon der weise König Sehlomo sagte:’ „Im Schatten der Weisheit oder im Schatten des Geldes!” Der König setzite ihn neben sich an die Tafel: „Sieh, Wie viel Ehre ich dir erweise!” — „Nicht mir erweist du 15hre”, antwortete ihm Schimeon, „sondern die Tora ist cs, die mir Ehre einbringt.” wie für den Fortschritt und die Leistungen Argentiniens auf ailen Gebieten Ausdruck. Dr. Eban berichtete daun über die allgemeine Lage in Israel, das eine kleine Demok atie ist, ir. der alle frei lebei und am Aufbau des Landes mitwkken können, das von allen Seiten vor. feindlichen Diktaturen umgeben ist, die keine g'eichartige Leistung aufweisen können. Auch das alte jüdische Reich war von feindlichen Ländern umgeben, die es brandschatzten und - angriffen, die jedoch alle zu Staub zerfallen sind, während Irael überlebt hat und neu schafft und wirkt. Israel besteht erst zwölf Jahre, so hob Eban hervor, und in dieser kurzen Zeitspanne hat es seine Einwohnerzahl auf zwei Millionen steigern können. Aber auch auf politischem Gebiet hat Israel Bemerkenswertes geleistet und sich zahlreiche Freunde erworben, und es will in Frieden mit allen seinen Nachbarn und in Freundschaft mit allen Völkern der Welt Zusammenarbeiten. Der Aufbau des Landes geht stürmisch vorwärts, doch man braucht die Hilfe der Juden in der Welt, die alles tun müssen, um das jüdische Heimatland zu befestigen. Ein himeissender i Redner Abba Eban, der zu den glänzendsten jüngeren Politikern Israels gehört, ist ein hinreissender, überzeugender Redner, der es versteht, seine Zuhörer sofort zu fesseln, und der auch vor dem argentinischen Publikum ei nen grossen Erfolg erzielen konnte, da er die Landessprache geläufig spricht, wodurch er von vornherein Sympathien erweckt. Bisher wurden meist Schelichim ge. schickt, die sich auf die jiddische Sprache beschränkten und daher nur einen kleinen Kreis aus unserer Gemeinschaft erfassen und sich nicht an die Jugend wenden konnten, die ebenso i wie die Sefardim kein Jidj disch versteht. Dagegen waren zu der Veranstaltung im Kino Rex viele Jugendliche erschienen, und der grosse Widerhall, den Ebans Rede fand, beweist, wie wichtig es ist, einen des Spanischen mächtigen Schaliach zu schikj ken, um zu allen Kreisen unserer Kollektivität zu sprechen. Amtsübergabe in der Kehilla In-der vergangenen Woche fand die feierliche Einführung des neuen Gemeindej Präsidenten und des neuen! Vorstandes im Festsaal der Kelii. a statt, zu der hunderte Zuschauer gekommen waren. Der scheidende Rosch ITakahal. Herr Emilio Gutkin, eröffnete die Veranstaltung und gedachte des 150. Jahrestages der Mairevolution. Er sprach auch über die gewaltige Naturkatastrophe, von der jetzt Chile heimgesucht wird, und bat die Anwesenden, sich au Ehren der Toten zu erheben. Der scheidende Vorstand hat die Kehilla drei Jahre geleitet. Herr Gutkin überreichte jedem Vorstandsmitglied eine Ehrenurkunde und dankte einem jeden für die geleistete, freiwillige Mitarbeit. Im Namen der Vorstandsmitglieder dankte der Sekretär dem Gemeindepräsidenten, unter dessen Leitung 1 die Kehilla zufriedenstellend | gearbeitet und einen ungei ahnten Aufschwung genommen hat. Im Namen der DAIA begrüsste Dr. Nathan Lern er die Anwesenden‘und betonte, dass diese Feier mit dem 100, Jahrestag jüdischen Lebens in Argentinien zusammenfällt, das sich so ungemein vielseitig entwickelt hat und dessen Kehilla eine würdige Nachfolgerin der europäischen Kehillot ist. Danach sprachen noch Vertreter anderer Organisationen und Provinzgemeinden, die die Griisse ihrer Institutionen überbrachten. Herr Gutkin forderte hierauf den neuen Vorstand mit dem neuen Gemeindepräsidenten an der Spitze auf, die Tribüne zu betreten, und übergab feierlich die Leitung der bonaerenser aschkerffesischer? Kehilla. Dr. Tobias Kamenszain dankte allen Anwesenden für die Ehrung und entwikkelte sein Programm. Dr. Kamenszain ist ein junger Rechtsanwalt, 42 Jahre alt. und bisher der jüngste Gemeindepräsident, den wir hatten. Doch wird die Zeit, wie er lächelnd bemerkte, schon diesen Fehler korrigieren. Dr. Kamenszain dankte der scheidenden Leitung, die als erste durch das neue System der proportioneilen Wahl zusammengestellt war und auf die^e W^ise ganz andere Möglichkeiten zur Arbeit hatte. Er versprach, alles zu tun, um die Kehilla. die die grösste aller unserer Organisationen ist, positiv zu entwickeln. Ein genaues Arbeitsprogramm wird bald ausgearbeitet werden. Der neue Präsident plant vor allem auch den sefardisc.hen Sektor in sein Programm einzübeziehen und mehr Gewicht auf die spanische Sprache zu legen, damit immer weitere Kreise erfasst CENTRA Asociación de Comunidades y Organizaciones Israelitas en Latino-América Montevideo, 27. Mai 19JO Sehr verehrter und lieber Doktor Swarsensky: Bei einem so erfreulichen und für das lateinamerikanische Judentum wichtigen Ereignis, wie es das 20jährige Bestehen Ihres Blattes darstellt, darf die CEN¬ TRA als Gratulant nicht fehlen, So, wie Sie der Gründer und bis zum heutigen Tage der wirklich führende Kopf Ihrer angesehenen Zeituns sind, so gehören Sie ebenfalls zu den Gründern und ausschlaggebenden Männern in unserer Organisation, die zwar erst auf wenige Jahre des Bestehens zurückblicken kann, aber doch heute schon das unbestrittene Sammelbecken der zentraleuropäischen Gemeinden Südamerikas darstellt. Wir möchten diesen Brief ebenso aufrichtig wie kurz fassen und jede Phrase vermeiden, da sie nicht angebracht wäre. Was Ihr Name bedeutet und Ihre Zeitung hier in Südamerika geleistet hat, ist über jeden Zweifel erhaben. Ihr Wissen um jüdische Dinge und Ihr Verständnis und vor allem Ihre immer bewunderungswürdige Initiative in der Bearbeitung jüdischer Fragen ist einzig dastehend. Wir in der CENTRA, die wir uns auch trotz mancher Meinungsverschiedenheit — und die muss es unter vernünftiger Menschen geben — mit Ihnen, lieber Doktor Swarsensky, eng und ehrlich verbunden fühlen, haben heute den aufrichtigen Wunsch, Ihnen für das weitere erfolgreiche Bestehen Ihrer „Semana Israelita’ das Beste zu v ünschen und begrüssen Sie und Ihre sehr verehrte Gattin mit einem herzlichen Schalom Comité der CENTRA Rabbiner Dr. F. WINTER HANS LESCHNITZER werden können, die die jiddische Sprache nicht beherrschen. — Veranstaltungen zu den 150-Jahresfeiern Wie die DAIA bekanntgibt, sind weitere Veranstaltungen im Anschluss der jüdischen Kollektivität an die Feiern zum 150. Unabhängigkeitstag Argentiniens geplant. Im Rahmen eines „Ciclo Cultural 1960” veranstaltet die Sociedad Hebraici Argentina ein schon eräfißSffes Programm, in dem im Laufe dieses Jahres Vorträge über historische und wissenschaftliche Themen, eine der Geschichte des Kinos in Argentinien gewidmete Schau, Kunst-Ausstellungen, Aben. de mit gelesenem Theater, Vorführungen argentinischer Folklore unter Teilnahme bekannter Persönlichkeiten aus Kunst und Geisteswelt des Landes organisiert werden. Ferner veranstaltet die Hebraica einen literarischen Wettbewerb über das Thema „Der Beitrag der Juden in Argentinien” mit der Ankündigung, dass die preisgekrönte Arbeit in dem Blatt „Dawar” veröffentlicht werden soll. Die Gesellschaft der Freun- Neue Zuschüsse Jerusalem. — Preissenkungen bis zu 30 Prozent wurden auf zahlreiche Lebensmittel verfügt, wahrscheinlich um eine Steigerung der Indexziffer der Lebenshaltung zu vermeiden, da diese für die zu zahlenden Gehälter massgebend ist. Die Senkung der Preise für Reis, Gemüse. Hülsaufrüchte, Eier usw. wurde durch die Wiedereinführung direkter und indirekter Subsidien erreicht. (ITA) de der Hebräischen Universität von. Jerusalem” organisiert in ihrem Sitz in Ayacucho 318 unter den Auspizien der staatlichen Kommission für Atomenergie eine Reihe von Vorlesungen über die Anwendung der Kernenergie für friedliche Zwekke. Die Uebertragung von „Martin Fierro” wird über den Rundfunk in jiddischer Sprache stattfinden. — In dem Programm, das unter Leitung von Manuel Levin von der Station LSG Radio del Pueblo gesendet wird, las vor einigen Tagen der Schauspieler Salmen Hirschfeld aus der Dichtung von Hernändez in der Uebersetzung von Samuel Glasserman. CcmpHna Unida pro Israel | Monai juni MONAT der. ,. I960 Sendet Euren angemessenen Beitrag ANNAHMESTELLEN: CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL Comité Centroeuropeo Sarmiento 2376, 3’ T. E. 47-3820 — Sekretariate der angeschlossenen Gemeinden und Organisationen ¿M§sl ^954098954

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