Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1783 (3.6.1960)
- Date
- 1960-06-03
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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r «-Cx « -a t c ■ S O M 5 OB O O < C FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 3 DE JUNIO DE 1960 No. 1783 \ EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 . 2613 izq. (Fortsetzung von Seite 5) Um die Verhaltung Ei duna lins Der Koordinierungsauscliuss Jerusalem. — Ueber zehn Stunden tagte in drei Sitzungen die gemeinsame Kommission der Regierung und der Jewish Agency. In der gemeinsamen Resolution, die den Plan Dr. Goldmanns billigt, heisst es, dass „die Regierung Israels und die Exekutive der Jewish Agency ihren festen Willen erklären, die gegenseitigen und engen Beziehungen, die aus der Charter vom Jahre 1954 resultieren, aufrecht zu erhalten und sie im Geiste des Statuts der Zionistischen Organisation aus dem Jahre 1952 zu pflegen, welches festsetzt, dass der Staat Israel sich als Schöpfung des gesamten jüdischen Volkes .ansieht und von der Jewish Agency die Einung des Volkes für den Aufbau des Staates erwartet. Die gemeinsame Konferenz betrachtet den Plan für die Ausdehnung der Zionistischen Organisation, wie er vom Allgemeinen Zionistischen Rat aufgestellt wurde, als einen Schritt in geeigneter Richtung. — Die Regierung Israels wird der Durchführung dieses Planes und den Bemühungen der zionistischen Bewegung, das jüdische Volk hinter dem Staat zu einen, die hebräische und jüdische Erziehung der Jugend zu fördern, die persönlichen Beziehungen zu Israel zu stärken und die Einwanderung zu intensivieren, ihre volle Unterstützung gewähren.” Die Debatte, an der sich alle Anwesenden beteiligten, wurde nicht im Sinne von Parteigrundsätzen geführt sondern trug persönlichen Chaarkter. Dr. Goldmann eröffnete die Diskussion, wonach Ministerpräsident Ben Gurion seinen Standpunkt vertrat. Ben Gurion zeigte sich skeptisch, was die wirksame Arbeit der verschiedenen jüdischen Organisationen im Ausland betrifft. Er äusserte, wenn diese Organisationen Israel helfen wollen, so müssten sie getrennt und nicht Zusammenarbeiten, und eine jede von ihnen sollte ihren Vertreter in Israel haben. Dem widersprachen Aussenminister Golda Meir, Justizminister Pinchas Rosen und Verkehrsminister Jizchak Ben Aharon, die die Stärkung der Zionistischen Organisation anstatt ihrer Schwächung befürworteten. (ITA) ein israelisches L-Boot gewesen, wäre eine russische Fehlmeldung, um die Oeffentliehkeit darüber zu täuschen, dass es in Wirklichkeit ein kommunistisches Schiff gewesen wäre... Dai*p verfolgte die Razón die Spur Eichmanns in Argentinien. Auch hierüber wurden verschiedene Interpretationen und „Tatsachen“ gebracht. Offensichtlich haben die Reporter der Razón und der amerikanische Time zusammengearbei, denn ihre Berichte weichen in der Generallinie nicht entscheidend von einander ab, wohl aber in vielen Einzelheiten, die berechtigte Zweifel sowohl an der einen wie an der anderen Darstellung aufkommen lassen. Für die Razón ist es sicher, dass Eichmann aus Argentinien nach Israel mit dem El Al-Flugzeug gebracht worden sei. „Die Verhaftung Eiehmanns in Argentinien durch den israelischen Geheimdienst habe zunächst Erstaunen, dann Der frühere Abgeordnete Dr. Silvano Santander, einer der 'Leiter der Partei „Unión Cívica del Pueblo”, gab im Parlamentsgebäude #ine Pressekonferenz, die einen überaus zahlreichen Besuch aufwies. Er gab einen Ueberblick über die Kriegsverbrecher, die sich noch beute in Argentinien aufhalten, und unterstrich die Gefahr, die von dieser Gruppe für die argentinische Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausgeht. Santander, der Verfasser des Buches „Técnica de una Traición“, ist durch seinen mutigen Kampf gegen die Kriegsverbrecher in Argentinien schon vor vielen fahren hervorgetreten. Er berichtete über die einzelnen 5hasen dieser Auseinandersetzungen und unterstrich, dass das frühere Regime ein Interesse an diesen Kriegsverbrechern gehabt habe, die viele hohe Post cp in der argentini- Verwaltung und Wirtschaft bekleideten. Santander gab viele einzelne Beispiele, mit denen er an Dokumenten die Richtigkeit seiner Darstellungen bekundete. Santander zeigte einige dieser Dokumente, unter anderem Bilder von Perón mit Rudel und Galland. Sein Kampf gegen die deutschen Kriegsverbrecher sei von interessierter Seite in der Weise interpretiert worden, dass er ein blinder Deutschenhasser sei. Das ist durchaus icht der Fall, de nn er wisse zwischen I Kriegsverbrechern und Demokraten zu unterst' iden. Er --m."«Tfo, r> Deutsche: die in aber eine tiefe Bewegung ausgelöst“. Man erwartet heute in der ganzen Welt die Aburteilung dieses Eichmann, der einer der schrecklichsten Judenmörder gewesen ist. Dann folgen neue Details, Eichmann sei am 11. Mai abends zwischen 8 und 9 Uhr zwischen der Avenida General Paz und dem Vorort San Martin gefasst und sofort auf eine „Quinta“ gebracht worden .die einer jüdischen Organisation gehöre Dort sei er sieben Tage festgehalten und mit Drogen gefüttert worden, damit er nicht spreche. Am 21. Mai sei er in ein privates Flugzeug geschleppt und nach Recife (Nordbrasilien) gebracht worden. Von dort ging es direkt nach Israel. Wie man ihn fand Wie hat man gewusst, dass Eichmann in Argentinien lebt? Woher kannte man seinen Decknamen Ricardo Clement? Die Beamten des israelischen Geheimdienstes hätten schliesslich die Gewiss- Land gekommen seien, um ein neues Leben zu beginnen und hier zu arbeiten. Diese Kriegsverbrecher hätten sich aber sofort dem einen Zweck gewidmet, die demokratische Ordnung des Landes zu erschüttern. Perón habe deutsche Spezialisten für Folterungen bei der Polizei eingestellt. Santander gab die Namen dieser Nazis bekannt. Der nazistische Kroatenführer Ante Pavelich, so führte Santander aus, sei 1947, getarnt als katholischer Priester, ins Land gekommen. Er habe einen Pass des Vatikans gehabt. Pavelich habe Eichmann gedeckt. Zahlreiche frühere Naziflieger, unter ihnen Galland und Rudel, waren in einem staatlichen Institut in Córdoba beschäftigt gewesen. Rudolf Eugen Ludwig Freude habe vom Sekretariat der Präsidentschaft der Nation für die falschen Dokumente der Nazis gesorgt, für die Santander zahlreiche Beweisstücke vorlegt. Rudel habe ein Dokument als Rodolfo Mayer gehabt. Sicherlich gäbe es bei der Provinzpolizei keine Belege hierfür, da alles ruf direkte Anweisung des genannten Sekretariats erfolgte. Alle diese Nazis seien in den Stosstruppen des gestürzten Regimes eingesetzt worden. Nach dem Sturz Peróns wurde mitgeteilt, dass Rudel aus Córdoba verschwunden sei und sich in einem Büro des Militärs in Buenos Aires verhaftet befände, da man das nazistische Spionagenetz ausgehoben habe. Als er, Santander, am nächsten heit bekommen, dass Eichmann in Argentinien ist. Sie wollten aber genau die Identität der Person fest.stellen, um jeden Irrtum auszuschliessen. „Viele Dollar liess man springen“, schreibt die Razón, bis schliesslich einer der Freunde Eichmanns die entscheidenden Fingerzeige für seinen Aufenthalt und für seine Identifizierung gegeben hat. (Anm. d. Red. Diese neueste Version dürfte den Stempel der Unwahrscheinlich sichtbar für jeden kritischen Beobachter tragen) So wurde der Kreis um Eichmann immer enger gezogen. Die israelischen Agenten * brauchten nur noch die günstige Gelegenheit abzuwarten, um des Eichmann habhaft zu werden. Die letzten Monate seien für Eichmann schrecklich gewesen. Er fürchtete, gefasst zu werden. Er habe sich nicht mehr sicher in Argentinien gefühlt. Es: sei sehr nervös gewesen. Zu- 'etzt sei er in einer Automobilfabrik beschäftigt gewesen, die 40 km von Buenos sei, um Rudel zu treffen, sei dieser nicht mehr dort gewesen ... Ich spreche von der ersten Zeit der Revolution, sagte Santander, als noch viele nationalistische Elemente einen’ grossen’Einfluss ausübten. Aber noch heute seien manche dieser Leute Mitglieder der argentinis-hen Delegation vor den UN. Es habe auch die Möglichkeit gegeben, Ante Pavelich zu verhaften, aber die Regierung scheute davor zurück, als sie den Vatikan-Pass sah. Dann ging Santander auf den Fall des SS-Arztes Dr. Mengele ein, der heute sehr akut sei, weil ein Haftbefehl eines deutschen Gerichtes vorliege und die deutsche Botschaft in Argentinien die Auslieferung dieses schweren Kriegsverbrechers verlangt habe, der für den Tod unzähliger Häftlinge in Auschwitz direkt verantwortlich sei. Aus formalen Gründen habe die argentinische Regierung die Auslieferung abgelehnt während inoffiziell gesagt wurde, dass es sich bei den Verbrechen des Mengele um politische Straftaten handeln würde und nicht um kriminelle. Diese These sei in Anbetracht der Verbrechen des Mengele, der ein Mörder sei, nicht haltbar. Santander führte dann Einzelheiten der dem Dr. Mengele zur Last gelegten Taten auf, die ' eindeutig ihren ausschliesslich kriminellen Charakter ergeben. Schliesslich wies Dr. Santander auch darauf hin, dass Martin Burmann in Argentinien;ewesen sei. In seinen Schlussworten Aires entfernt liegt. Seine Vorgesetzten hätten sich über, seine Abwesenheit gewundert. Sie seien aber durch die folgenden Presseveröffentlichungen informiert worden... Die Familie Eichmann sei häufig in einem Klub früherer polnischer Flieger in Vicente López erschienen. (Anm. d. Red. Wie wir festgestellt haben, gibt es hier nur einen „Verband der Polen in Argentinien“. Im Rahmen dieses Verbandes gibt es Un_ tergruppen der ..Excomba- ,:enies Polacos“, Ein Verein, wie ihn die Razón nennt, besieht in Argentinien nicht. Wie wir in diesem Zusammenhang weiter erfahren, hat der Verband der Polen bereits eine Erklärungabgegeben, dass diese Nachricht der Razón unrichtig ist.) Eichmanns Familie sei dann dank der Protektion einflussreicher Persönlichkeiten — immer nach den Angaben der Razón — nach Argentinien gekommen, ein Sohn sei hier geboren, der jetzt 4 Jahre alt sei. Um seine Identifizierung zu vermeiden, habe Eiehmann getrennt von seiner Familie gelebt. Die Frau lebt in San Fernando, spricht schlecht Spanisch und heisst für ihre Nachbarn „Señora Catalina R. de Clement“. Der 24jährige Klaus sei mit einer Argentinierin verheiratet. Die Kinder kannten den Vater nur unter „tio Ricardo“ oder “tío Clement” (Onkel Ricardo oder Onkel Clement). Klaus Eiehmann, der Sohn, arbeitet bei einer hiesigen Firma, er wurde vom Korrespondenten der Razón interviewt. Er habe nur gewusst, dass sein Vater tot sei; niemals sei er auf die Idee gekommen, dass der Onkel Ricardo sein Vater sein könne. In der Unterhaltung, die der Berichterstatter der Razón mit der wies Dr. Santander auf den Fall Eiehmann hin und unterstrich die Notwendigkeit, dem Treiben der nach Argentinien gekommenen Kriegsverbrecher in W ahrung der demokratischen Ideen und Ideale des argentinischen Volkes ein Ende zu setzen, da sonst der Ruf Argentiniens in der Welt und die innere Freiheit des Lebens aller Bewohner dieser freien Erde aufs schwerste gefährdet werde. Leider war auf dieser Pressekonferenz kein Raum für Fragen, die von einigen Journalisten, unter ihnen auch von dem Vertreter der “Jüdischen Wochenschau“, an den verdienstvollen Redner gestellt werden sollten, dem für seine entschlossene Haltung der Dank der Oeffentliehkeit gebührt. argentinischen Frau EichiTiauSi gehabt hat, erklärte diese, dass sie bisher ruhig gelebt hätten. Ihr Mann sei als Kind nach Argentinien gekommen und nicht verantwortlich für die Taten seines Vaters, den er selbst nicht gekannt habe. Eichmanns Cédula Die Razón teilt schliesslich mit, dass die Meldung dieser Zeitung von den zuständigen Polizeibehörden bestätigt worden ist, Eichmann habe im Jahre 1952 eine Cédula in Tueumán erhalten. Es heisst, die Cédula sei völlig legal ausgestellt worden, nachdem die Papiere Eichmanns überprüft worden sind. Botschafter in Uruguay Montevdieo. — Ein warmer Empfang wurde dem , neuen Botschafter Israels in Uruguay, Isaac Arkavi, zuteil. Im Flughafen erwarteten ihn Mitglieder der Regierung und des Parlaments, Beamte und Angestellte der israelischen Botschaft sowie der Präsident des uruguayisch - israelischen Kultur - Instituts, Prof. Carlos Sabat Ercasty. Eine zahlreiche Menge von Angehörigen der jüdischen Kollektivität begrüssten den Botschafter mit begeisterten Ovationen. (ITA) Beisetzung eines Rabbiners Jerusalem. — Oberrabbiner Jizchak Nissim, Beamte der Regierung und bekannte Gelehrte waren unter der Tausende zählenden Menge, die der Beisetzung von Rabbiner Jeheshua Chaim Kossowsky, eines bekannten Talmudisten und Verfassers von Lehrbüchern für die Jeschiwot in aller Welt beiwohnten. Der Rabbiner verschied im Alter von 87 Jahren. Er war in Jerusalem geboren und wurde zu einem glühenden Zionisten und Befürworter des Hebräischen als lebende Sprache. Im Jahre 1959 wurde er für seine Arbeiten mit dem Israel-Preis ausgezeichnet und zum Bürger von Jerusalem ernannt. In ihren Beileidsbotschalten an die Familie des Verstorbenen würdigten Staatspräsident Ben Zwi und Ben Gurion das epochemachende Werk von Rabbiner Kossowsky. (ITA) Jüdische Geburtenziffer in USA Atlantic City. — Ein bekannter Soziologe bezeichnete die Geburtenziffer unter der jüdischen Bevölkerung der USA als „beängstigend niedrig.” Dr. Joshua Fisham, Direktor des Erforschungs- Instituts menschlicher Beziehungen der Universität; Pennsylvamien, gab bekannt,, dass diese Ziffer nur 79 % des allgemeinen Durchschnitts in den USA beträgt,. Fisham teilte mit, dass es verhältnismässig weniger Juden unter 35 Jahren als bei Protestanten und Katholiken gibt. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual N? 624.070 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114 PresseMm über Kriegsverbrecher h die dieses Morgen dorthin gekommen