Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1782 (31.5.1960)
- Date
- 1960-05-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611565--0447-9611569- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
* — Maries. 31 de Mayo de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 178» und Auf Pessach, den Beginn der Ge. denernte, gekennzeichnet durch die Darbringung des Omer vom 2. Abend an, folgte fünfzig Tage danach Schowuaus, symbolisiert durch die „bikurim”, die Darbringung der Erstlinge von der Weizenernte, auch „Wochenfest“ genannt wegen der zu zählenden sieben Wochen. Josephus spricht von „Pentekoste“, woraus das „Pfingsten“ der Umwelt entstanden ist. So ist Schowuaus oder Schawuot von Hause eigen Jich das Fest der Feldfrüchte, des täglichen Brotes. Doch die pharisäischen Schriitgelehrten und Aus- (SCHOWU AUS-GEDANKEN) haben, denn erst an diesem Tage, am Feste der Offenbarung, ist Freiheit zur Wirklichkeit geworden nach dem Worte unserer Lehrer: „Es gibt keinen freien Menschen wie den, welcher sich, mit der Thora beschäftigt“. Einst wallfahrteten unsere Väter am Schowuausfest nach Jeruschalajim und zum Tempelberge. Unter Flötenspiel gelangten sie dort an, brachten das Erstlingsopfer dar und überliessen sich dann der Freude, dem Genüsse irdischer Dinge. Im heutigen Israel erneuert sich die alte Fröhlichkeit an diesem Tage der Ernte. Dem gen des bilblischen Buches stellt, im jüdischen Lande zurück; dies dürfte die ganz natürliche Reaktion eines Ruth bevorzugend, das wir jungen, verjüngten Volkes zu Schawout lesen sollen, ' sein, das seinen Boden, seideuter der Heiligen Schrift j alten Inhalt wird ein neuer belehrten uns darüber, dass | Charakterzug hinzugefügt: der 50. Tag nach Pessach, j Die schönsten Landesproder 6, Siwan, der Tag der Sinai - Offenbarung gewesen ist, während die Torah selbst ihren Geburtstag verschweigt und nur den naturhaften Charakter des Festes, seine landwirtschaft- und das in die Pracht der wogenden Felder und in die zauberhafte Schönheit des Frühsommers von Erez Israel hineinführt. Darüber wird vielfach der geistige Gehalt, der mit religiösen Momenten angefüllte Tag der Sinaioffenbarung zu kurz kommen, während wir Diasporajuden wiederum in der Nacht zum Feste „lernen“ und uns auf die Verlesung des „Zehnwortes“ vorbereiten. Das Ideal wäre erreicht, wenn beide Teile des grossen Ganzen, Natur und Geist, Erntefest und Tag der Gesetzgebung am Sinai von. ne Erde neu gewinnt, zurückerobert, Man erweist damit dem jüdischen Akker im Heiligen Lande Ehre gemäss dem Worte der Megillat Ruth: „Und es war bei Beginn der Weizenernte?‘ Doch die wunderbare Jugend von Erez Israel kennt die jüdische Geschichte und fühlt sich unlösbar verbunden mit den früheren Generationen und nicht zu- | letzt mit derjenigen, die vor , mehr als dreitausend Jah- | ren den Sinai umstand, um j die Torah zu empfangen.; Deshalb ist es nicht zweifei- MUSSK IN BUENOS AIRES ANDRES SEGOVIA Eines der wenigen Musikinstrumente, die im Konzertsaal nicht heimisch geworden sind, ist die Gitarre. Es liegt in der Natur des Intruments, dass es für Folklore, für Feste, für Tanz unerlässlich und unersetzlich ist. Auf das Konzertpcdium wurde es nur von wenigen Künstlern getragen, und einer dieser ist der weltberühmte Spanier Andrés Segovia, der die Gitarre für die klassische Musik „salonfähig” gemacht hat. Drei Konzerte konnten wir von ihm gemessen, der nach mehreren Jahren Abwesenheit ein triumphales „come back“ machen konnte; in der „Associación Wagneriana“, welche hiermit d e Pforten für ihre Spielzeit 1960 geöffnet hat, im Teatro Colón und im „Mozarteum Argentino”. Der Virtuose stellt, und die Jugend vor allem schmückt die Räumlichkeiten mit Blumen und frischen Grün, verlebt einen Tag der Freude mit Liedern und Tänzen, besonders liehe Bedeutung hervorhebt. theatralische Nachgestaltun- Doch die „Zeit, da uns die Lehre geworden“, hat die Ausdeuter der Bibel stärker ^beschäftigt als die Feier der Feldfrüchte, und dies musste auch so sein, denn je weniger das jüdische Volk ein Volk von Bauern war, je mehr im Lande Israel selbst Handel und Gewerbe blühten, desto weniger konnte -Öas Fest der Weizenemte Eindruck machen, und besonders später, in der Golah ausserhalb von Erez Israel, bestand die Gefahr, dass sich die Beziehungen zur religiösen Symbolik des Tages lockern könnten. Die Ausgestaltung von Schawuot zum grossen Tage der Torah hat eine solche Entwicklung verhindert, ja, im Gegenteil, seinen universellen Charakter, seine Bedeutung für die gesamte Menschheit gewaltig gefördert. Im Talmud wird uns gesagt, dass bevor Himmel und Erde geschaffen wurden schon die Torah vorhanden war, sozusagen im Weltn-e raum schwebte, noch nicht Gesetz gewesen sondern der freiwilligen Unterwerfung des einzelnen überlassen. Erst am Sinai, da das Volk Israel für reif befunden wurde, die Lehre in sich aufzunehmen, stand die Menschheit vor der Entscheidung, und es ist daher fein empfunden, wenn unsere Weisen Schowuaus ge wissermassen als Schlussfest von Pessach angesehen t dukte werden zur Schau geuns allen voll anerkannt senszug von Schawuot e;~es j nicht fernen Tages in vollem j Umfang respektiert wer- ■ den wird: Torah, Sinaige- , i setzgebung auf der einen,! V°n Erntefest, Naturfreude auf Schawout hinter die urder anderen geite sprungliche, primäre, wie i sie die Torah selbst dar- Curt Wiifc und in ihren Anforderungen erfüllt würden. Im Augenblick noch tritt die haft, dass der doppelte Weweiss sein Publikum zu erziehen; während in den meisten Konzerten unserer Stadt — ebenso in aller Welt — das Auditorium sich selten ganz ruhig verhält, verweilen bei Segovia die Zuhörer in andächtiger Stille, um sieh ganz dem Kunstgenuss I des sehr intimen Instrumentes -hingeben zu können, welches durch die Zauberhände dieses Künstlers in vielen Sprachen zu ihm spricht. Seine dreigeteilten Programme ähneln einander sehr. Immer beginnen sie mit Meistern des 16. und 17. Jahrhunderts. Milan, R. de Visee, V. Galileo, F. Sor, Frescobaldi, die beiden Scarlattis leiten sie ein. Stets wird Johann Sebastian Bach der gebührende Mittelpunkt eingeräumt. Seine Chanconne, Präludien, Gavott n, Sarabanden und Fugen klingen auf der Gitarre oft ungewöhnlich, doch einzigartig. Die Moderne ist hauptsächlich durch seine Landsleute vertreten. Castelr.uevo Tedesco, Torroba, Rodrigo, Albeniz, Granacos und Ponce begegnen wir immer wieder. Aber auch aus andern Ländern melden sich die zeitgenössischen Komponisten auf Segovias Programm. Heiter Villatebos und Sansman finden ihren gebührenden Klang- und Anklang. Andres Segovia füllte die drei Säle bis zum letzten Platz. Die andächtigen Zuhörer überhäuften den Vir- Hinterland lür Beer Schewa tuosen jedes e-rz' H mit donneroc.em Applaus und rangen ihm vie^ _ugaben ab. I Es ist erst eine kurze Zeit her, da der Landwirtschaftsminister Aluf Mosche Dajan bei der Diskussion über das Budget seines Ministeriums ausdrücklich erklärte, man könne bis auf •weiteres an keine entscheidende Erweiterung der landwirtschaftlichen Anbaufläche im Lande denken, zumindest nicht in den wasserarmen Gebieten, da die Kosten für eine solche Siedlungstätigkeit _ zu gross seien und die Wasserfrage erst gelöst werden müsste, bevor man an die Errichtung neuer Siedlungen in diesen Zonen unseres Staates gehen könne. Umsomehr überraschte die Nachricht dass man beabsichtige, im Chewel Arad, östlich Beer Schewas ein neues Siedlungszentrum zu schaffen, und dort eine Reihe landwirtschaftlicher Orte erstehen zu lassen. Wer diese Zone kennt, weiss, dass sie ebenso wasserarm ist wie al-- les Land südlich Beer Schewas, und dass bis auf weiteres nicht damit gerechnet werden kann, dort entscheidende Wasserfur.de zu machen. Das Gebiet östlich Beer Sehewas zeigt romantische Schönheit. Es ist nicht unbe- Mit dankbarer Freude zeigen wie die Geburt unserer Tochter SUZANA LOUISA an. ADA und MARTIN CYTRIN Buenos Aires, Echeverría 3240 WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Dienstag,. den 31. Mai Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21, SeptamWr Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Í7. Tammug (Fasten) Crew Tischa b’Aw Tisch« b’Aw Srew Roceh KttdMMU 9TM dingt als Wüstenboden zu bezeichnen, sondern ähnelt der wasserarmen^ Steppe w so wie man sie oft in Abenteuerfilmen zu sehen bekommt. Es ist von tiefen Wadis durchzogen, die manchmal, wenn im Winter zwar seltene, aber heftige Regenfälle niedergehen, reissende Wasser mit sich führen und dann allen Lebewesen, die sich gerade in ihnen befinden, zur Gefahr werden. Gerade diese Zone war oft der Schlupfwinkel für Infiltranten und eine ideale Stätte für Schmuggler. Hin und wieder finden sich dort Beduinen, die in der Nähe dieses Gebietes Wohnen. ’ Wirtschaftskreise des Landes machten mit aller Entschiedenheit darauf aufmerksam, dass es vollkommen sinnlos sei, in diesem Augenblick gerade dort neue Siedlungen schaffen zu wollen. Man spricht von einer Erhöhung der Landwirtschaftsproduktion des Landes innerhalb der Grenzen der bestehenden Anbaufläche und hält es für abwegig gerade jetzt Anstrengungen zu machen, um Siedlungen zu gründen, die ja doch letzten Endes ein vielfaches von dem kosten werden, was sie in den nächsten Jahren zu produzieren imstande sind. Diese Kreise weisen darauf hin, dass man heute von rein ökonomischen Gesichtspunkten ausgehen müsste, wenn man an neue Siedlungspunkte denkt, und alle anderen Erwägungen ausser acht lassen sollte, da das Budget des Landes heute nur die rein wirtschaftliche Betrachtung zulasse. Die Denkungsart mag vom rein kaufmännis'.. j.en Standpunkt aus absolut gesund und richtig sein. Aber es darf dabei niemals vergessen werden, dass dieses Land nicht unter dem Gesichtspunkt erschlossen und aufgebaut wurde, die eine oder andere Siedlung sei in absehbarer Zeit materiell, wirtschaftlich tragbar oder nicht All die Gedanken, die bei Aufbauplänen an alten möglichen Punkten dieser Welt 1 entscheidend und angemes- Teatro Colón .. . Temporada Lírica Oficial sen sein müssen, werden in bedeutende Stadt abzugeben, 11960, auspiciada por la Co- Israel oftmals von anderen Motiven überschattet, die man nicht einfach mit einer Handbewegung abtun kann, welche aus wirtschaftlichen Erwägungen, so richtig sie in dem betreffen " :n Moment auch sein mögen, resultieren. den wie Beer Schewa in letzten Jahren wurde. Bei allen Einschränkungen also, die man in rein wirtschaftlichem Sinne dem Projekt der Besiedlung des Chewel Arad gegenüber haben mag, ist hier zweifellos ein Plan entstanden, den Die Sicherung der Zon« 1 .man nicht fallen lassen sollöstlich Beer Schewas durch te -Die Schwierigkeiten der die Errichtung einer Kette j n«uen Orte in den ersten von Siedlungen ist von eben- \ Jahren wenigstens, werden so grosser Bedeutung wie es gewaltig sein und wahreinstmals die Gründung all der Kolonien nördlich und westlich der Negew-Hauptstadt war. Dazu kommt, dass die Stadt Beer Schewa zwar im Norden und teilweise auch im Westen an bebautes Land anschliesst und damit teilweise ein, wenn auch bisher kleines Hinterland, gewonscheinlich werden sie längere Zeit hindurch auf grosse | Zuschüsse seitens der zu- ' ständigen Behörden angewiesen bleiben. Auf der anderen Seite aber bedeutet dies Erschliessung eines vollkommen unentwickelten Gebietes nicht nur einen Fortschritt im Sinne der! Aufbautätigkeit Israels übernen hat, aber noch immer haupt, sondern sie ist eine nach Süden und Osten hin wichtige, ja entscheidende am Rande eines riesigen Ankurbelung neuer Kräfte menschenleeren Territoriums ' und Möglichkeiten in deren liegt und daher nicht die Bedeutung erringen kann, die ihr heute naturgemäss zukommen müsste. Die wirtschaftspolitischen Gründe also, die für die landwirtschaftLche Produktion der geplanten Siedlungen selbst von Bedeutung sein könnten, erhalten absolut umgekehrte Vorzeichen wenn man den Aufschwung npt einrechnet, welchen di" Stadt Beer Schewa durch die Anlage einer neuen Siedlungskette, die räumlich nicht sehr weit von ihr entfernt liegt, erhalten wird. Man neigte gerade in letzter Zeit oftmals dazu, städtisene Zentren zuerst in ein Territorium zu verpflanzen, in dem für sie bis auf weiteres gar kein Hinterland exis liert. Der ausserordentlich schnelle Auf- und Ausbau Beer Schewas, das in kürzester Zeit zu einer wichtigen Stadt angewachsen ist, verlangt nunmehr gebieterisch die Schaffung des geeigneten Hinterlandes und unzweifelhaft ist die bebaute Fläche im Norden und im Westen dieser Stadt nicht mehr ausreichend, um den Rahmen für eine so grosse und städtischem Schewa. Zentrum Eeermisión Nacional Ejecutiva del 150. Aniversario de la Revolución de Mayo. Hasta el 31 de mayo estará abierta la renovación e inscripción a abonos nuevos. A partir del lo. de junio los interesados en adquirir nuevos abonos (y que ya estén inscriptos) podrán elegir sus localidades dentro de los remanentes que resulten y lo harán en el siguiente orden: Gran Abono: lo. de junio; Abono Vespertino: 2 de junio. Abono nocturno: 3 de junio. Gran Abono: Etiqueta obligatoria para damas y caballeros en platea y palcos. Forma de pago: En efectivo o en cheque a la orden del Teatro Colón. — Horario de Boletería: Días hábiles lunes a sábado de 12 a 17.30 en A. Toscanini (Viamonte) 11.0. Clausura: Todos los registros de abono serán clausurados indefectiblemente «l día 3 de junio. maímonides O1 1115 - 1(04 KinjG*tf«nkbucli $ 650.— VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES GÜRRUCHAGA 2289 — T. E. 71-6708 Zu beziehen durch alle einschlägigen Buch, bandlungen und durch die JUEDISCHE WOCHENSCHAU PUEYRREDON 2190 1* — T. E. 83-MIS