Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1782 (31.5.1960)
- Date
- 1960-05-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611565--0446-9611568- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Año XXI. — No. 1782 — 3 Maries, 31 d Mayo de 1960 Gedanken zu Schawuot 5720 von Rabb. E. I. LOEWENSTEIN, Santiago de Chile Die Welt des kannte viele Wege zu ihren Göttern. Man lebte in Enthaltsamkeit oder versammelte sich zu Orgien, suchte durch Magie die übernatürlichen Kräfte zu beeinflussen; steigerte seine Hingabe bis zum Wahnsinn oder liess sich im Gottesdienst betäuben. Die höhere Macht wurde als Tabu behandelt, um sie sich fern zu halten oder als Totem, um mit ihr , in Verbindung treten zu können. Es gab Religionen der wilden Extase oder des ruhigen Gebetes. Die Religionen unterschieden sich nicht nur dadurch, woran sie glaubten, sondern auch wie sie diesen Glauben in ■die Praxis überführten. Die Unterschiede reichen vom Wirbeltanz bis zur hingebungsvollen Kniebeuge. Die Verehrung konnte sich das im Herzen des Individuums oder in öffentlichen Zeremonien ausdrücken. Der Weg des jüdischen Volkes zu Gott war vom Augenblick seiner Geschichte an ein anderer. Am Sinai wurde Israel zum Volk des Buches. Dieses Buch war nicht nur ein Buch zum lesen; sondern ein Buch zum leben. Es wurde sein Mittelpunkt. Israel ist das ein- 7l«e Volk in der Welt, das Talmud Thora als Gebot — als Zweck in sich kennt. CARLTON- KLEIDUNG macht Käufer zu Kunden! Es ist die Kleidung guten Stils, meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung! Stabiloform . Fertigkleidung perfekt durch das, was drinnen steckt. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! Auch Junioren kaufen gern bei Carlton. Altertums Lernen in der Thora ist Gotrem Ritus ausgeschlossen. tesverehrung. In diesem Vielmehr sind der Sidur und Studium, in dieser Begei- Machsor (Gebetbuch für die sterung für das Lernen leb- Feiertage) voll der Worte te sein religiöser Enthuder Lobpreisung und des siasmus „Dieses Konzept Dankes, des Bekenntnisses des kollektiven und indivunserer Unvollkommenheit, duellen Lernens als eine der Erklärungen unseiei Form des Gottesdienstes hat Treue und des Ausdrucks durch alle Jahrhunderte Unserer Liebe zu Gott, Israel hindurch im Judentum be- und der Torah. Das alles standen und nicht nur zum Lernen als Beruf geführt, sondern auch Menschen von bescheidenen Lebensberufen wurden leidenschaftliche charakterisiert den Inhalt^ unseres jüdischen und religiösen Lebens in der Synagoge. Es gibt wohl nichts Er¬ ÎOuid MAIPU 982 . LAVALLE 870 T. E. 31-0357 — T. E. 35-1110 FRUECHTE DES LANDES: „SABRES UND MELONEN" Studenten des Talmud als dem höchsten Zweig religiösen Lernens und dem verdienstlichen aller guten Taten“ (Prof. George Foot Moore). Das Lernen wurde als so wichtig erachtet, dass es im alltäglichen Gebet des Gottesdienstes Aufnahme fand, der an die Stelle des Opferdienstes des Tempels trat. Darum wurde die Lektüre der Thora bei jeder Gelegenheit, die sich bot, eingeführt: am Feiertag, Neumond, Schabbat, Montag und Donnerstag, sodass keine drei Tage vergehen, ohne dass sich der religiöse Jude dem Lesen der Thora widmet. | Auch unser Sidur ist voll von Torah: Wir sind gewöhnt, vom Sidur als unserem Gebetbuch zu sprechen. Das entsprechende Wort für Gebet ist jedoch im hebräischen: Techina — flehen. Und diese Art Gebete sind sogar am Schabbat und am Feiertag aus unse- ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER _ ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, i \ VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep. ArpeaÜM jj¡ AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO* MEMO JCUT9CKNBCZER Avéa. CONSTITUYENTES 4Mt (•Eck« Moayoé T. I. Si * 2206 greifenderes als jene berühmte Szene, die sich in das Gedächtnis des jüdischen Volkes tief eingegraben hat: Der grosse Rabbi Jochanan Ben Sakai griisst im Augenblick des Untergangs des jüdischen Staates mit seiner Hauptstadt Jerusalem den römischen General und fordert von ihm die Erlaubnis zur Schaffung einer Akademie in Jabne. Der römische General ahnt nicht dass er dem jüdischen Weisen damit den Schlüssel zur Erhaltung des jüdischen Volkes in die Hand gibt. In Jabne ist im Lernen der Torah der „Zaun um die Torah“ geschaffen worden, der Israel durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt hat. Lernen wurde zum Zweck in sich. Während andere Völker stolz waren auf ihre Helden des Schlachtfeldes, auf ihre grossen staatsmännischen Führer, wurde in Israel der ((Talmid Chacham“ — der Weise, zum geistigen Führer und zum Ideal eines jungen jüdischen Menschen. Selbstverständlich hat es auch Zeiten der Reaktion gegenüber der oft sichtbaren Ueberbetonung des Intellekts, des Lernens als Zweck an sich, gegeben. Geschichtsforscher haben die Entstehung des Christentums als Rebellion des Am Haarez — des unwissenden Juden angesehen. Etwas davon finden wir auch in der jüdischen Mystik aller Zeiten. Aber in keiner Epoche ist der Respekt vor dem Lernen so tief gefallen, dass in ihm nicht doch immer wieder ein Mittel der Bindung mit Gott und Israel gesehen wurde. Im alten Athen und im alten Rom hat die Menschen nichts mehr erstaunt, als dass die Synagoge einer Schule glich. In ihr fand sich nichts von dem, was sie in ihren Tempeln sahen, — keine Bilder und keine Opfer. Als das junge Christentum in diese Welt eintrat, verlor sich in ihr das intellektuelle Element des Judentums. Geblieben ist aus dem Judentum einzig die Predigt, während die' sakramentalen Elemente aus anderen Kulten übernommen wurden. So hat das Judentum sich durch all die Jahrhunderte hindurch die Begeisterung zum Lernen bewahrt, ja im Lernen wurde sich das jüdische Volk seiner Einheit bewusst. Uns alle trägt eine gemeinsame Wurzel. Wir leben in einer Zeit, in der die Selbstverständlichkeit eines jüdischen Lebens verloren gegangen ist und damit leider auch das jüdische Lernen. Viele von uns sehen in ihrem Judentum ein Schlagwort, das sie mit national, religiös oder sozial verbinden. Aber Aus aller Kein Wirtschafts- Ministerium Jerusalem. — Das interministerielle Comité für W irtschafts-Fragen billigte den Kauf von zwei Flugzeugen Boeing 707 durch dieisraelische Fluglinie zum Preis von 39 Millionen Dollar. Zur Deckung von 80 Prozent der Ausgaben soll die Ex-Importbank um eine Anleihe ersucht werden, und der Restbetrag wird aus privaten Quellen einkommen. Das Comité debattierte ferner über das Angebot, das vor einiger Zeit von der bulgarischen Regierung gemacht wurde, 8.000 Dollar Entschädigung an die Familie eines jeden der Passagiere zu zahlen, die umgekommen sind, als im Jahre 1955 ein El Al- Flugzeuge über Bulgarien abgeschossen wurde. Das Kabinett lehnte ein in Vorschlag zur Schaffung eines Wirtschfts-Ministeriums ab. Der Plan, der vom Transuportminister angeregt wurde, sah eine selbständas allein kann vom Standdige Planung und Verwalpunkt der Geschichte unseres Volkes aus nicht genügen. Wo nicht mehr gelernt wird, besteht immer die Gefahr, dass das Judentum nur zu einem reinen Bekenntnis wird und damit zu einer Konfession. Bewusstes Judentum jedoch muss auch lernendes Judentum sein. Rabbi Chajaphta Ben Dosa sagt^ Wenn, Juden zusammensitzen und sich cier Torah widmen, wohnt die göttliche Glorie unter ihnen Diese göttliche Glorie (Schechina) hat uns durch die Jahrhunderte begleitet. Diese Torah wieder kennenzulernen, bereichert durch die modernen Methoden, die uns die Wissenschaft unserer Zeit bietet, solle Aufgabe einer Generation sein, die sich wieder zur jüdischen Gemeinde bekennt. Nur eine lernende Gemeinde ist eine jüdische Gemeinde. Das sind Gedanken, die uns am Schawuoth bewegen sollten, dem Fest, das wir zur Erinnerung an den historischen Augenblick feiern, an dem uns die Torah gegeben wurde. tung vor, die heute in Händen des Finanzministeriums liegen. Die Mehrheit des Kabinetts wandte sich gegen ein „Ober-Ministerium” mit Vollmachten, um anderen Ministerien Direktiven zu geben, wodurch neue Reibungen in der Koalitions-Regierung erzeugt werden könnten. (ITA) Weltbankanleihe für Iran New York. — Der Iran hat von der Weltbank einen Kredit von 42 Millionen Dollar erhalten. Wie das Institut mitteilte, ist der Kredit — zu 6,25 Prozent verzinsbar und in 25 Jahren rückzahlbar —* zur Vollendung der in Südwestpersien begonnenen grossen Irrigations- und Staudammarbeiten bestimmt. Das Gesamtprojekt beläuft sich auf 83 Millionen Dollar. Der Staudamm und ein unter dem Staudamm angelegtes Kraftwerk sollen bis Ende 1962 fertig sein. Das Bewässerungsprojekt soll bis Anfang 1964 abgeschlossen sein. (AWZ) Dr. Felix Kersten gestorben Hamm. — Dr. Felix Kersten, der nach seinen Aussagen in seiner Eigenschaft als Leibarzt des Ch:.ls der Gestapo, Heinrich Himmler, tausende Juden vor dei1 Deportation und Ausrottung bewahrte, verstarb hier im Alter von 61 Jahren. Dr. Kersten erlag einem Herzschlag, während er am Krankenbett eines Freundes in einem Hospital weilte. Der Jüdische Weltkongress schreibt Kersten die Rettung von 60.000 Juden zu, und Prinz Bernhard von Holland verlieh dem Verstorbenen im Jahre 1950 das Grosse Kreuz für dem holländischen Volk im Kriege geleistete Dienste. (ITA) Keine Suez- Untersuchung London. — Das britische Unterhaus hat einen Antrag, eine neuerliche Untersuchung der Vorgänge, die zur Suezkrise im Jahre 1956 führten, vorzunehmenj mit einer grossen Mehrheit abgelehnt. (AWZ) Wegen Judenmord verurteilt Wien. — Ein warschauer Gericht hat vor kurzem zwei polnische Angehörige der Hilfspolizei während: der deutschen Besetzung zu fü»£ und sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Die Angekiagten sollen an Judenerschiessungen beteiligt gewesen £-in. Sie lebten 15 Jahre nach Kriegsende in ihrer alten Umgebung, bis die Straftaten entdeckt wurden. — (AWZ). Besuch des griechischen Königs Athen. — König Paul von Griechenland hat eine Einladung König Husseins zu einem Besuch Transjordaniens angenommen. Der Zeitpunkt ist noch nicht festgesetzt worden. (AWZ) ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr Dr. Gunter Frey Asunto« Argentinos y Sudamericano« TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN à ... n BUEROZF.rr: 10—If md IS—M ühr % f PUEYRREDON 21M o*. At. LAS H ERAS - T. R. M-M1S j ■Wi