Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1782 (31.5.1960)
- Date
- 1960-05-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Maries, 31 de Mayo de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — Ne. 178* "<» Schlamm begeistert Deutsche (Schluss von Seite 1) chen V i iker, besonders des dcu.scli'.n, das liier die Gele?nheii verfasst hat, seine i. „aichtiiehe Schuld wieclergutzumachen”.. Das bedeu.vt fürwahr eine völlige U 'Kehrung aller Begriffe uno_ eine totale Verwirrung der Gefühle. Nach Schlamm hätte das deutsche Volk also nach oder während des unglücklichen Aufstandes in Ungarn gen Osten marschieren sollen, um seine Schuld auszugleichen, die es durch den Nazismus auf sich genon. :en hat. Ein von Deutschland entfesselter Atomkrieg gegen den Osten soll dazu geeignet sein, die Fehler und Schandtaten des Dritten Reiches, mit denen das deutsche Volk belastet ist, wieder auszugleichen. Ein meiner Angriffskrieg soll (die Welt für den letzten Angriffskrieg entschädigen. Blut soll Blut entsühnen... Man hat sich viel mit der Mentalität der Menschen beschäftigt, die einem Schlamm zujubeln. Schlamm wettert gegen Hitler. Das Publikum nimmt das schweigend entgegen. Wenn er aber spricht, dann braust der Beifall auf. Eie Friedensidee ist allem Anschein nach wenig populär. Koexistenz wird als Schwäche ausgelegt. Mamnsssache und Mannesart ist, nach dem äusseren Eindruck zu schliessen, in der Gedanken- und Gefühlswelt der Reifallspender immer noch und nur der Krieg. Das wird von diesen Kreisen als die Politik der Stärke -verstanden. Pazifismus ‘entspricht Kneehtesgesinnung. Das übrige kann man in „Mein Kampf’ naehlesen William S. Schlamm hat auch ein Buch geschrieben, das den Titel „Die Grenzen des Wunders” trägt. Das Buch wird heftig debattiert ftind'viel gelesen. Es erschien zunächst in englischer Sprache. In diesem Buch werde® «die gleichen Thesen und Dr FREY i * A > v Abogado PUEYRRfiDON *190 17 i*q. nachm. 16—18 Ubi J. Liebling j FOURNIERE — 2 SPERRHOELZEB | DIAZ VELEZ 5224 al 46 i T. E. 43-2349/0340 y 3021 | REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft L CORRIENTES 569 TE 49-5850 Optica DIPL. OPTIKER . E.35 Anschauungen wie in seinen Reden vertreten. Wer ist diesen- Mann, der den Präventivkrieg gegen Russland fordert, den die Deutschen mit amerikanischer Hilfe führen sollen? Hierbei können wir auf Informationen zurückgreifen, die von israelischen Journalisthen gegeben worden sind. William Siegmund Schlamm wurde 1904 in Przemysl als der Sohn eines nicht unvermögenden jüdischen Kaufmanns geboren. Schlamm ist also Jude oder doch jüdischer Abstammung, wie das nach der modernen, von den Nazis beeinflussten Diktion heute heisst. Es dürfte als ein gesellschaftliches Phänomen merkwürdig genug sein, dass sich ein Jude zum Apostel grossdeutscher und aggressiver Forderungen macht, und dass grosse Auditorien ihm, dem Juden, aus diesem Anlass zujubeln... Schlamm -schrieb sich als Gymnasiast in Wien mit 15 Jahren als Mitglied der kommunistischen Jugend Oesterreichs ein. Im Jahre 1920 wallfahrte er erstmalig nach Moskau. Später wurde er Trotzkist. Im Jahre 1931 wurde er Leiter der Wiener Ausgabe der „Weltbühne”. Er verliess Wien und übersiedelte nach Prag, wo er diese Zeitschrift herausgab, die in dem nazistisch gewordenen Deutschland nicht mehr erscheinen konnte. Die Stalinisten verfolgten Schlamm, der die Leitung der Zeitung aufgeben musste, und verdächtigt wurde, durch einen Vertrauensmann bei der spanischen Botschaft in Prag für die Konterrevolution zu arbeiten. Schlamm wurde für .einige Tage verhaftet. Nach seiner Emigration in die USA soll er in den Bannkreis McCartys geraten sein. Sein Hass gegen die -Stalinisten, die ihn, den Parteigänger Trotzkys verfolgten, trieb ihn immer weiter nach rechts. Seine Wut gegen die Kommunisten stieg, sodass er sich offenbar entschloss, nicht nur persönliche Rache zu nehmen, Sonden einen Kampf gegen den lAíáXtka. I i J 1 ^kap&iux^ ] HUTSALQN | 2 Jetzt in I Í Belgrano 3 •MOLDES 25 61 Í 1 T. E. 73-9229 * 2 73-9155 l i_. .... __? Judith Scheukolewski Kultusslickereien f Schabbosdecken - TaUis-| | beute] . Käppchen Mas-g zot-Ta sehen - Handundj Maschinenstickerei von i Bett und Tischwäsche 2 BEBEDERO 2585 j T. E. 73-9165 ] Kommunismus im Weltmassstab zu führen. Zum Werkzeug hat er sich offensichtlich die Deutscher, auserkoren. Eine deutsche Zeitschrift bemerkte hierzu, „eine Nation, der er keine Sekunde seines Lebens selber angehört hat, und die ihm im Grunde tief unsympathisch ist.” Ein israelischer Journalist bemerkte hierzu, dass es wie ein Treppenwitz der Weltgeschichte anmutet, dass dieser wienerische Amerikaner jüdischer Prove, nienz aus Przemysl zum dritten Weltkrieg aufrufen will.... Wir wissen nicht, ob sich Schlamm als Jude fühlt oder nicht. In unserer widerspruchsvollen Zeit sind Erscheinungen wie Schlamm nur möglich, weil eine gesunde Orientierung fehlt. Nicht nur Europa vermochte sich nicht von den Sehlakken eines Krieges zu heilen, der die meisten Völker an den Abgrund gebracht hat. Es genügt bereits wieder, dass ein glänzender Rhetoriker, der Schlamm sein soll, mit extremen Forderungen auftritt, um Menschen zu begeistern und verborgene Wunschvorstellungen an die Oberfläche zu zaubern. Die Konsequenzen können nur zu einer weiteren Verwirrung führen, die immer eine der wesentlichen Voraussetzungen für bewaffnete Konflikte war. Es geht aber nicht um eine Einzelperson, mag ihr Leiben noch so abenteuerlich und mögen ihre Ideen, noch so exzentrisch sein. Es geht darum, dass einem solchen Mann die Möglichkeit gegeben wird, gewisse gesellschaftliche Krankheitserseheinungen auszunützen und zur allgemeinen Konfusion beizutragen. Manche deutschen Stimmen verlangten, man solle Schlamm als lästigen Ausländer ausweisen. Mit einer solchen polizeilichen Massnahme, die uns nicht .schmecken’ kann, well sie unliebsame Erinnerungen an gewisse Methoden auslöst, kommt man jedoch nicht an den Kern des Problems, das durchaus nicht die Frage eines einzelnen Individuums ist. Hier geht es um die Erkenntnis und Feststellung. dass nach den langen und schreckliche® Jahren eines grausamen und vernichtenden Krieges mit seinen Millionen Toten eine Kriegswerbung wieder Erfolg haben kann, nicht bei der Mehrheit, aber doch bei einer sichtbaren Gruppe, die wegen ihres intellektuellen Gewichtes nicht unwichtig ist. Gegen die Krankheitssymptome muss man Vorgehen und nicht gegen einen einzelnen, der seine Gedanken unter denen zu verbreiten sucht, die ihre Vergangenheit nicht überwunden haben und nun neue Hoffnungen schöpfen, neuen Illusionen nachhängen und damit neuen subversiven Kräften an die Oberfläche verhelfen. Schlamm wird eines Tages von den Geistern, die er rief, hinweggespült werden. Aber die anderen, die nach ihm kommen werden, könnten allzu leicht auf diesen Bahnen fortschreiten und durch eine irregeleitete Politik neues Unglück über die Welt bringen. Gerade deswegen, weil wir in einer Welt der totalen Unsicherheit leben, muss man dem Auftreten eines Aussenseiterf grösseres Gewicht. beilegen, als in ruhigen und friedlichen Tagen. Erleichtert atmeten alle Völker auf, als sich die Aussichten auf eine Aussprache zwischen den Grossen eröffnete und die Gipfelkonferenz vorbereitet wurde, die einen gangbaren Weg für das normale Zusammenleben der Nationen, jedenfalls für eine Koexistenz aller Menschen suchen werde. Jetzt schien die Möglichkeit gegehen, durch eine vernünftige Politik die schrecklichen Spannungen zu überwinden, die alle Völker mehr als ein Jahrzehnt in Atem gehalten haben. Inmitten solcher Hoffnung solle die Desillusion wie ein Kolbenschlag wirken, die diesen Erwartungen folgte. Ein einziges Flugzeug, das wegen versuchter Spionage abgeschcssen worden ist, brachte plötzlich die ganze Welt inmitten einer nicht eröffneten Gipfelkonferenz erneut zur Verzweiflung. Alles schien verloren. Das Streichholz, das das Pulverfass zur Explosion bringen konnte, brannte bereits. Wird es ins Pulverfass fallen?, das war | NERVEN, u. GEMUETS-1 j KRANKHEITEN 1 I Dr. M. J. Kuhn j 1 BULNES 183C, pl. b„ 1? j f T. E. 80-0249 f t? Mont., Mittwoch Freitag 2 17—20 Uhr. Tel.’ Anmel- > | düng erbeten. | Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUBER GESCHÄRFTEN Manuela Pedraca 2530 jd. <b. Dp. S ff. E. 70-72*4 Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 die bange Frage, die plötzlich vor allen drohend und gebieterisch stand. Zwischen den sich eröffnenden Perspektiven für Krieg oder Frieden lag nur ein schmaler Pfad. Man muss die Ursachen untersuchen, die uns alle ein solches Leben zwischen Bangen und Hoffen zu führen zwingen. Man muss die Wurzeln des gesellschaftlichen Uebels ausreissen, das uns dazu verleitet, nur in krassen Gegensätzen zu denken und die ausgleichenden Chancen einer wirklichen Verständigung zu übersehen. Intoleranz und Unverständnis für die Position der anderen, die nicht so leben oder fühlen, nicht so reagieren oder denken wie wir selbst, beherrschen die internationale Völkergemeinschaft. Dieses, auch von Schlamm vertretene Entweder - Oder, das den Massen eine „männliche” Haltung vorgaukelt, schliesst die Verständigung und meist auch schon die Aussprache, die friedliche Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Menschen, .Gruppen, Völkern emana Israelita Bisemanario: apar »ce tos Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda Verán twortiida: Dx. H. Swaisensky Pueyrreaón 2190 1' uq T E. 83-2613 APono-Preise: Argentinien: $ 60,— pro Quartal und Rassen aus. In einer toleranten Gesellschaft ist ein Schlamm, sind derartige schroffe Forderungen einfach unmöglich, weil sie ius Leere gesprochen sind. Der Beifall der Auditorien spornt nicht nur Schlamm an. Wür. den die Zuhörer gelangweilt fortbleiben, gäbe es diese Frage nicht. Aber sie kommen. Und das zeigt jenen tragischen Kreislauf von Krieg zu Krieg, der anstelle des ersehnten Friedens mit erschreckender Klarheit in Paris zutage trat. — J B. Sehwarcz j ] ZAHNARZT \ •ESTOMBA 2283 — 52-8214? I RAYOS X \ I PARÍ1 DENTOSE 2 t TELEF. ] 1 VORANMELDUNG I Restaurant »Paso ’tos; Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259 Unter Aufsicht des Vaad Harabcmim der Kehilla - MITTAGS, und ABENDTISCH : Anrichten von kleinen Festlichkeiten * : und Banketten BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AÜSFUEHBUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten AN« »•’ « TtttTEK oder ANGESTELLTE für allgemeine Büroarbeiten. gesucht. Schriftl. Offerten an OHiggins 1400, Capital Dr. ALBERTO L (MN ESPECIALISTA DE NIÑOS Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicite hora VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY;! I SARMIENTO 3116 T. 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