Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1781 (27.5.1960)
- Date
- 1960-05-27
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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12 Viernes, 27 de Mayo de 1960 1.A SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 17J vom Orient von Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN Die Ausschreitungen, die vor einigen Monaten die Bevölkerung beunruhigten, warfen für viele die Frage auf: „Wer ist eigentlich der orientalische Neueinwanderer?“ Merkwürdig ist die Frage freilich für den, der täglich mit ihnen zu tun hat. Indessen gibt es sehr viele, die ihnen kaum begegnen und ihnen voller Vorurteile gegenüberstehen, die meistens auf dem „Hören-sagen“ beruhen. Der orientalische Jude steht mit seiner Einwanderung vor einer Fülle von Problemen, die ihn beunruhigen. Einerseits ist er fast immer glücklich, ins „heiligee Land“ gekommen zu sein. Irgendwie hat „Jerusalem“ eine Gloriole für ihn. Ich habe selbst erlebt, wie marokkanische Juden, die 1947 nach Palästina „illegal“ einwandern wollten, gradezu entsetzt waren sich in Zypern landen zu sehen. Als. ihnen ein „Madrich“, der dort aus Erez tätig war, sagte er sei zu ihnen aus Jerusalem gekommen, da löste das eine Art Freudentaumelaus. Sie trugen den jungen Mann auf der Schulter herum. Das Dasein hinter Stacheldraht schien ihnen jetzt tragbarer, als ohne den Mann aus Jerusalem... Die Realität dieses Landes f -:-1aber sind: Traktoren, Fabrikbetriebe, Organisationen. Beamte empfangen den Neueinwanderer, Aerzte in weissen Mänteln, Sozialschwestern in grünen Kleidern, Histadrutleute im blauen Hemd. Aktenbündel tun sich vor ihm auf. Er durchläuft Registraturen. Das alles kannte er nicht. Das alles erschreckt ihn. In vielen Gesprächen, die ich mit jungen Orientalen hatte, war ihnen die Gestalt Herzls ganz unbekannt. Vereinfachte ich die Dinge, indem ich von „awinu Herzl“ sprach, so hatte ich offenbar den richtigen Ton gefunden. In der täglichen Arbeit ist der Orientale meistens ein Anfänger. Selbst, wenn er Malermeister in Casablanca war, ist er selten mit einem europäischen Meister zu vergleichen. Ich sehe täglich zwei dieser Typen bei der Arbeit, einen polnischen Juden, der jahrelang in einem grossen Mal- und Lackbetrieb in Argentinien gearbeitet hat, und einen Meister aus Marokko. Und dennoch besagt es nicht viel. Der Arbeiter aus Marokka ist zuverlässig, tut sein Bestes, still, sehr freundlich. Er ist nicht mehr jung: ich bezweifle, dass er noch in die erste Kategorie aufsteigen wird — seine Pflicht aber wird er tun, erfüllt sie schon jetzt ganz, obwohl er hebräisch noch stottert. Sein Sohn wird sich wahrscheinlich in die erste Kategorie emporarbeiten. Er vermöchte es nicht? Da irren Sie sich! Ich kenne junge Perser die von Gärtnerei überhaupt nichts verstanden, denen wir heute Plantagen, Gärten vollkommen überlassen können. Ihre Leistung ist nicht gelingetals die der europäischen Juden. Es dauert gewöhnlich eine gewisse Zeit, bis sich zwischen Aschkenasim und Sefardim eine Vertrauensbeziehung hergestellt hat. Keine bessere Schule ist da möglich als das Militär. Hier werden beide „gleichgeschaltet“. Hier werden Freundschaften geschlossen. Den Frauen ist der Zugang meistens noch schwerer als den Männern. Eine Mutter sagte mir dieser Tage: „Wir haben gelernt, den Kopf zu. senken, bescheiden beim Wort der Männer in der Ekke zu sitzen!“ Ich aber sage zu meinen Kindern: ,,Ihr lebt in Israel. Da ist alles anders. Man muss sich durchsetzen, und dazu muss man den Kopf hochheben.” Die Aufgabe, die . den Aschkenasim» gestalt ist, kann niemals sein, sich hochmütig abzuwenden, weil ih- Frühere Zwaogsarbeiter in den Krupp-Werken sind berechtigt, Ansprüche auf Entschädigung bis zu DM 5.000.— geltend zu machen. Wir geben im folgenden eine Uebersicht über die bis jetzt anerkannten Krupp-Lager aufgrund einer Information der für die Durchführung des Abkommens vom 23. Dezember 1959 beauftragten Stelle. Dieses Abkommen wurde von der Claims Conference mit der Firma Krupp getätigt: 4. GEISENHEIM. Kommando Natzweiler. cca- 200 polnische und ungarische Juden, gearb.: Friedrich Krupp — Eisenwerke ab Dez. 1944 G. KOENIGSWUSTERHÄUSEN, Kreis Teltow. Kommando Sachsenhausen, gearbeitet für Krupp 8. KRUPP - ESSEN, Kommando Buchenwald, cca. 500 Frauen, ab 24. 8. 1944. Am 22. 3- 45 nach Bergen Belsen überstellt. 9. LANGENBILAU, Kommando Gross Rosen, Krupp Erwähnt erstmalig März 1944, beireit am 8. 5. 1945 2. MARKSTAEDT-FUENFTEICHEN. Kommando Gross Rosen — Laskowitz-Meleschewitz 15. RHEINHAUSEN, Kreis Moers 16. WANNE - EICKEL, Krupp Treibstoffwerke 17. WITTERSCHLICK — Servaiswerke u. Krupp 18. WUESTEGIERSDORF, Kommando Gross Rosen, Friedr. Krupp 20, VORMEPPEN, Kreis Meppen. Krupp-Schiessplatz 22. BERLIN-NEUKOELLN Wie uns die URO, Buenos Aires, mitteilt, ist auch Zwangsarbeit bei der Zünderwerkstätte Auschwitz (Mai bis September 1943) entschädigungspflichtig. Anmeldungen Dienstag Mittwoch und Freitag zwischen 16—18 Uhr im Büro der Jüdischen Wochenschau, , - Pueyrredon 2190,1’ izq. „ Dr. Hardi Swarsensky 12 FUEHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG IM INTERNATIONALEN SEMINAR FUER WOHNBAU. — Der israelische Sachverständige S. Jevin (Mitte) erklärt den Besuchern. L. Martolie aus Jugoslawien (links) und O. Odecado (Nigeria) die ausgestellten Pläne. *; iS® mm mmm nen das Schicksal bessere Startmöglichkeitengab, sodass sie noch heute — in Israel — Gewinn daraus ziehen. Es ist ihre Aufgabe, den Zugang zu suchen, die Türe weit a'ufzumachen, damit er sich nicht ausgeschlossen fühle, er nicht unterwürfig anzupochen braucht, der da im Jemen oder im Irak geboren ist! Wir haben nicht das Recht irgendjemanden von der Volksgemeinschaft ausz-uschliessen, weil er „später“ kam. Auch uns hätten die Vorangehenden ausschliessen können.... Ein sehr kluger und auch sehr bekannter Zionist in Deutschland prägte einmal das Wort: „Jeder Westjude hat seinen Ostjuden.” Er sagte dieses Wort gerne im Kreise der „deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens”, die oftmals abrückten, wenn Brüder aus dem Osten kamen, und höchst erstaunt waren, dass in Paris alteingesessene Juden den Verkehr mit „deutschen Ostjuden” ihrerseits einschränkten... Aus dieser Erfahrung sollte man einiges gelernt haben... Gegensätze sind da, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Sie aber guten Willens — im Interesse aller zu überbrücken, ist eine Aufgabe, an der unermüdlich gearbeitet werden muss, damit die Integration unseres Volkes vollständig ist. Die Gemeinsamkeit derer die im Sinai zusammenstanden, ist gegeben. Die Gemeinsamkeit derer, die nicht unbedingt dabei waren, muss auch heute täglich erarbeitet werden. Wir alle hoffen, dass eines Tages die Spannungen, die zwischen uns und unseren Nachbarn herrschen, nachlassen werden, dass man Kontakte suchen wird. Wer könnte wohl die natürliche Brücke hersteilen, wenn nicht gerade der orientalische Jude? Wir sollen uns nur nicht einreden, dieser orientalische Jude repräsentiere nur „Vergangenheit”. Es ist mir noch nicht klar, ob er nicht für unsere Zukunft von ausschlaggebender Bedeutung sein wird, ja, dass unsere aschkenasische Generation — viel mehr als die sefardische — eine Stufe ist, die überschritten wird. In unseren Sabres sind wir bereits die „Ueberschrittenen”. Konferenz der Präsidenten New York. — Label A. Katz aus New Orleans, der Präsident der Bne Brit, ist zum Präsidenten der Kon ferenz der Präsidenten der grossen jüdischen Organisationen in den USA gewählt worden. Er ist der; Nachfolger von Philip Klutznik. Der Konferenzgehören 17 Präsidenten von USA-Organisationen an, die sich mit jüdischen Problemen in Amerika befassen. (ITA) Resolution gegen Apartheid London. — Der Verband jüdischer Veteranen verurteilte die Apartheid und die „rassische und religiöse Intoleranz“ der südafrikanischen Regierung auf ihrer jährlichen Konferenz. Die Delegierten nahmen einstimmig eine Resolution an, durch die die südafrikanische Politik und die bei ihrer Durchführung gegen die Farbigen begangenen Exzesse bedauert werden. (ITA) ESTUDIO JURIDICO fNIERNAGONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr J Dr. Günter Frey Asunto« Afgeatkte y Sudamericano« TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: W—It sad II—M Olk PUEYRREDON 2190 «Ml. Ar. LAS HERAB - T. B. M-M13 av . * t t i % % $ t i Í I i i Í Í i i t t i 5 J!