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Jüdische Wochenschau · 1960-05-27 · 1781 (27.5.1960) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1781 (27.5.1960)
Date
1960-05-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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f Ite * — Viernet. n de Mayo de I960 LA SÉMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 17b» Ein Wunderkind aus Haifa „Ein Wunderkind", so schrieb die londoner Presse kürzlich über Tony Binstead, ein Kind Haifas, den Sohn der bekannten Ballettlehrerin Miriam bat Arzt. Wir wären bescheidener. WTir halten nichts von Wunderkindern. Wir hielten es für besser, in den Biographien grosser Menschen zu vermerken, dass sie schon in frühester Jugend überdurchschnittliches Talent zeigten. Das freilich kann man von dem jungen Haifaer sagen, der jetzt, 16jährig, die Welt des Balletts und die Kritiker auf sich aufm.vksam machte. Aber doch muss in diesem jungen Menschen noch mehr stecke». Vor drei Jahren wurde er quasi von Ar.ton Dolin, dem Direktor des „London's Festival Ballett’’, in Haifa entdeckt und dank dieser Intervention konnte er zum Ballettstudium nach London gehen, wo er in dgr .Schale der recht strengen Mrre. Nicolajewa-'Legat, in Tur.bridge Wells, Kent, sei' ne weitere Ausbildung erhielt. Es musste Aufsehen erregen dass Dolin sich bceit erklärt hatte, dem erst Sechzehnjährigen in seinem „Fe stival Ballett“ eine Boiie zu geben.Es steht dem berühmten ..Saddler Wells Ballett“ kaum nach, und nur die Bester' der Besten können damit rechnen, in diesem Ensemole auftreten zu dürfen. Und noch mehr Aufseher, musste es erregen,dass Mme. Legat, nach diesem Vorzugsschüler gefragt, erklärte: „Wenn er an sich arbeitet, so hat er das Zeug,ein zweiter Nijinski zu werden“. Ein solche Wort aus solchem Munde wiegt schwer, ist doch die durch viele Jahre an Erfahrung und Verständnis überreiche Dame eine harte Kritikerin. Dass Tony (Dani) ein vielversprechendes Kind war, wussten alle, die ihn am Strand bei Haifa laufen, turnen, springen und akro batische Uebungen vollführen sahen. Er hatte nicht nur als kleines Kind schon den ausgeprägten Körper eines Tänzers; er hatte auch Anmut und Grazie, ein« aussergewöhnliche Körperbeherrschung und den Wagemut, diesen Körper tollkühn zu balancieren, und so schaute man ihm überall zu, ohne dass dies auf das Kind einen Eindruck gemacht hätte. Für ihn war das alles ein jugendliches Sichaustoben, das die einen mit BewunkAJk» , » Dputfdips Theater Künstlerische Leitung1 Geschäftliche Leitung: Jacques Arndt Susi Schmoller im TEATRO ODEON * Esmeralda 367 FEST-SAISON 1960 zu Ehren der 150. Jahresfeier Eröffnung 6. Juni DAS SALZBURGER GROSSE WELT-THEATER Hugo von Hofmannsthal DIE GLASMENAGERIE von Tennessee Williams DER GOLDENE ANKER von Marcel Pagnol KENNEN SIE DIE MILCHSTRASSE von Karl Wittlinger WAS IHR WOLLT von W. Shakespeare BEI GESCHLOSSENEN TUEREN von J. P. Sartre EINAKTERABEND: Stefan Zweig und Gerhard Hauptmann [ A) PREMIEREN-ABONNEMENT (jeweils Montag 21 Uhr) ¡B) ABONNEMENT FUER DONNERSTAG, FREI¬ TAG, SONNABEND (jeweils um 19 Uhr 45) 9 ¡Die Sonntag-Nachmittagsvorstellung (15 Uhr 30) findet ausser Abonnement statt. Stammsitze für Besucher aller Sormtagsvorstellungen. (ABONO-Verkauf im Teatro ODEON, Esmeralda i > > ► ► Die Eintrittspreise sind so gestaltet, dass sie jedem den Besuch des Theaters ermöglichen. 367, Tel.-Nr. 45-3591, von 10 bis 12 und bis 20 Uhr. 15 derung quittierten, die anderen als „Schwitzertum“ abtaten, was Dani selbst aber nicht bewegen konnte, dem Ballett eine ernste Seite abzugewinnen, obwohl er bei seiner Mutter in einer wahren Ballettatmosphäre grossgeworden war. Aber es zeigte sich bei dem Kind eine Begabung, die ihm heute schon zustatten kommt: die der Imitation und der damit verbundenen Pantomime. Für ihn war's damals nicht mehr als ein Ulk, ein Nachäffen, die Tänzer in ihren komischen Posen nachzumachen. Er ahnte nicht, welche Grazie, welchen bissigen Humor, welchen im Grunde tiefen Sinn für den Tanz er dabei bewies. Die Ablehnung kam aus einer bei dem kleinen Knaben ausgeprägten antifemininen Haltung. Seine Mutter hatte eine Schule, aber wer besuchte sie? Nur ,kleine Mädchen.“ Die mochten tanzen lernen.Aber damit stand für ihn fest: Tanzen ist gut für kleine Mädchen. Das passt sich nicht für einen Jungen. Und nun gab es in ihm eine psychologisch interessante Reaktion: seine ganze Wut legte er in die Tänze, die er plötzlich zu tanzen begann, wenn er wusste, dass er allein war und ihm keiner zuschaute. Was er an Pas von seiner Mutter gelernt hatte, hätte er einem Zuschauer nie Zugegeben. Vor “Publikum” war er mehr als scheu. Aber wenn er vor dem Spiegel herumtanzte. waren das nicht die Grimassen, die wir bei allen Kindern vor dem Spiegel beobachten können, zumal, wenn sie ihren Filmhelden von Wildwest spielen. Bis einmal die Mutter wieder eine Vorführung ihrer Schülerinnen gab. Plötzlich war Dani im Programm. Er tanzte. Kaum war er aufgetreten, verschwend er wieder, böse grollend, wohl über sich, dass er sich vor anderen gezeigt hatte. Doch für den Kenner stand fest: das war nicht Unart, nicht schlechtes Benehmen, das war, schon in frühester Jugend, das unstete Künstlerblut. Das Ungestüme, Unbeherrschte, aus der Norm Geschlagene: das war die Künstlerseele, so unwirsch, dass ihr schwer beizukommen war. Es bedurfte einer Autorität, sie zu zügeln. Diese Autorität konnte nur ein Meister sein. Da kam Dolin mit seinem „Festival Ballett“. Nur mi Widerstreben ging der Junge mit der Mutter zur Aufführung. Mit verbissenem Gesicht sass er da. Es kochte in ihm, er hätte nicht zu sagen vermocht, warum. „Ob wir die Gelegenheit wahrnehmen? Ob er Dolin vortanzen soll?” fragte Miriam bat Arzi einen guten Freund. „Freilich, er müsse ihm vortanzen”, riet dieser. Der zurückhaltende Dolin, dem man überall auf der Welt zu viele „Wunderkinder“ vorführt, war einverstanden, auch noch diese Konzession zu machen. Als er den Jungen sah, gefiel er ihm. Es war nach der Vorstellung. Alle standen sie no~h auf der Bühne in ihren Kostümen, darunter Gilpin, einer der grössten Tänzer der Welt. „Tanze, Dani! ‘ mahnte die Mutter. Was sollte er tanzen? Er war ganze dreizehn Jahre er kannte nicht mehr als die Schritte, die er bei der Mutter gelernt hatte; er wusste von nicht mehr als seine eigenen Improvisationen. Der Klavierspieler schlug die Tasten an, und Dani — impovisierte. Die Ballerinas schauten gebannt. Man nickte aufmuntemd. Dann klatschte das beste Publikum, das sich ein Tänzer wünschen kann. Der grosse Gilpin ging auf den kleinen Dani zu, umarmt? ihn und liess sich mit ihm fotografieren, „mit meinem kleinen Bruder“, sagte er scherzhaft. „Willst Du nach London kommen und tanzen lernen?“ fragte Dolin. Ein schüchternes „Ja“ des Kindes war seine lakonische Antwort. Damit begann die Laufbahn des kleinen Haifaers. Sie - nocl im Anfang. Aber Madame Legat, aus deren Schule eine Pawlowa hervorging prophezeit ihm, dass er „ein zweiter Nijinski“ werden könnte. EhrendesGedenken Prof. G. Weil wmmmmwwmwwmwmwwmmmmwwmmmmwwws H. ROSEN ZWEIG I TAILOR HENRY Tucumän 563. piso 1 > > Neues Telefon: 32.0913 Grösste Auswahl in imp. und hiesigen Stoffen ---—-'‘*****^*********************' AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO“ beno HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 ■ 2205 Im Alter von 78 Jahren ist soeben in Jerusalem der ehemalige Professor der Hebräischen Universität, Dr. Gotlhold Weil, verschieden. Viele Jahre lang lehrte Prof Weil. einst Diiketor an der Preussischen Staatsbibliothek zu Berlin und später Ordentlicher Professor für semitische Philologie an der Frankfurter Universität, arabische Literatur und Sprachwissenschaft in Jerusalem. Seine Erfahrungen und Fähigkeiten als hervorragender Organisator im Bibliothekswesen wie als ausgezeichneter Fachmann für Arabistik machten ihn besonders geeignet für seine Tätigeit in Israel, wo er jahrelang sowohl Direktor der Hebräischen National- und Universitätsbibliothek, die die bedeutendste im gesamten Mittleren Orient sein durfte, als auch eine hohe Autorität an der Hebräischen Universität für alle die Araber betreffenden Fragen gewesen ist. Prof. Weil gab lange Zeit auch eine Vierteljahresi schritt der Hebräischen J Universität “Kirjath Sefer“ ‘heraus, die neben Mitteilun- I gen der Bibliothek Rezen- Isionen, bibliographische Auf sätze und eine Bibliographie der in Erez Israel erscheinenden Druckwerke sowie der in allen Ländern veröffentlichten Hebraica und Judaica enthielt, sodass eine fast beispiellose ITebersicht über die Erscheinungen auf dem Gebiete des jüdischen Lebens und der jüdischen Wissenschaft«! möglich war. Der Gelehrte stammte aus Berlin, wo er die Universität und die „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums“ absolviert hatte. Wenn auch Gotthold Weil in den letzten Jahren nur noch seinen wissenschaftlichen Neigungen in völliger Zurückgezogenheit lebte, bedeutet sein Tod doch e nen schweren Verlust für das gesamte jüdische Geistesleben. Wilhelm Herzog Vor wenigen Wochen, in den Tagen von Pessach, starb zu München der Schriftsteller, Dramatiker und bekannte Herau~ge’:er der politischen Zeitschrift „Das Tagebuch“, Wilhelm Herzog, im Alter von 76 Jahren. Herzog war in jüngeren Jahren mit einer sehr beachteten Kleist - Biographie hervor getreten; später war er vielseitig als Kr t ker und Essayist tätig. Seinen Geschichte der Juden in Indien Chikaog. — Im Auftrag der John Simon Guggenheim Memorial Foundation Fellowship sammelt Professor Walter Fishel von der Kalifornischen Universität gegenwärtig Material für eine Geschichte der Juden in Indien und Asien. Professor Fishel ist ein weltbekannter Orientalist. (AWZ) grössten Erfolg hatte er (zusammen mit Rehfisch) mit dem Schauspiel „Die Affaire Dreyfus", das 1830 erschien und über viele Bühnen ging. (Es wurde auch in Buenos Aires gezeigt). Später, in der schweizer Emigration, schrieb er eia Buch über Bartfcou, den im Jahre 1934 in Frankreich von Nazis ermordeten französischen Aussenminister. Als politischer Publizist trat Herzog mit grösster Unerschrockenheit für seine Ueberzeugung ein und gehörte zu den aufrichtigen Demokraten, die zu Zeiten der „Weimarer Republik“ in Broschüren und Zeitungsartikeln die innere Hohlheit jenes Staatswesens erkannten und immer vor dem heraufziehenden Unheil warnten. Er konnte rechtzeitig flüchten und nach Amerika gelangen. Immer geistig arbeitend, ist Wilhelm Herzog ein Ruheloser geblieben, dem die letzte Anerkennung seines Schaffens versagt bl’eb. Mit ihm ist einer ' der letzten alten Kämpfer aus der Vor-Nazi- Epoche dahingegangen. C W. || Restaurant »Paso" ¡¡Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259;; Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten JETZT AUCH IN BUENOS AIRES: Internationale Brief marken- Auktion Sie haben dadurch die Möglichkeit, wirklich bedeutende Sammlungen, Raritäten, alte Briefe und wertvolle Sätze zu den im internationalen Han del üblichen Höchstpreisen zu verkaufen. Unverbindliche Beratung, auch sofortiger Ankauf gegen bar bei: Remate Filatélico JUAN J. HOLLER SARMIENTO 5 5 9! oficina 109 von 9—13 Uhr T. E. 49-4416 und 32-3180 j CARLTON- KLEIDUNG macht Käufer zu Kunden! Es ist die Kleidung guten Stils, meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung! Stabiloform - Fertigkleidung perfekt durch das, was drinnen steckt. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! Auch Junioren kaufen gern bei Carlton MAIPU 982 . LAVALLE 870 T. E. 31-0357 — T. 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