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Jüdische Wochenschau · 1960-05-24 · 1780 (24.5.1960) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1780 (24.5.1960)
Date
1960-05-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
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6 — Maries, 24 de Mayo de 1860 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1780 Die Zeit geht zu Ende Gemeinden und Vereine Wien. — Unter obigem Titel erschien in einer kürzlichen Ausgabe der „Gemeinde’^ des offiziellen Organs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, ein Leitartikel, der die Stellungnahme der Kultusgemeinde zum gegenwärtigen Stand des Kampfes um Wiedergutmachung und Entschädigung für die politisch Verfolgten, bzw. für die jüdische Bevölkerung beinhaltet. Der Artikel hat folgenden Wortlaut: In den letzten Monaten wurden uns von den zuständigen Stellen drei Endtermine genannt, bis zu weichen der gesamte Komplex der JEntschädigungs - Forderungen der politisch Verfolgten in positiver Weise bereinigt werden wird. Diese Zusicherungen und Erklärungen sind nicht ganz einfach vom Himmel gefallen. Sie waren das Ergebnis und die Frucht unserer ausserordentlichen Bemühungen, den Juden in Oesterreich und cen politisch Verfolgten im allgemeinen zu ihrem Hecht zu verhelfen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an die Pressekonferenz vom 1. Oktober 1069, an unsere wiederholten Publikationen in der! .jGemeiude” und im Pressedienst des Bundesverbandes der Kultusgemeinden, den „Iskult-Presse - Nachrichten’’ sowie an die Vorsprachen unserer Delegationen bei der Regierung. Drei Termine wurden gekannt. Am 18. Dezember 1059 wurde vom Parlament ein gemeinsamer Entschliessungsantrag der beiden Regierungsparteien angenommen, in welchem die Bundesregierung aufgefordert wird, dafür Sorge zu tragen, dass der Nationalrat instand gesetzt wird, den ganzen Komplex der Entschädigung für Folgen politischer Verfolgung in den Jahren von 1933 bis 1945 möglichst noch vor Ende der Herbstsession 1959/60 abschliessend ZU erledigen. Das war der erste Termin. Am 4. Februar fand in Wien zwischen Dr. Nehemia Robinson (New York), dem Leiter der Rechtsabteilung des Jüdischen Weltkongresses, und Fisanzminister Dr. Karnitz eine Aussprache statt. Im Verlaufe derselben erklärte der Finanzminister, sein Ministerium sei in der Lage, innerhalb vier bis fünf Wochen den endgültigen Entwurf für die 12. Novelle zum Opferfürsorge - Gesetz auszuarbeiten. Vizekanzler Dr. Pittermann erklärte in einer Rundfunkrede am 13. Februar das Parlament müsse bis spätestens 27. April dieses Jahres, das ist bis zum 15. Jahrestag der Gründung der Zweiten Republik, das Gesetz für eine angemessene Entschädigung der wirtschaftlichen Verluste der politisch Verfolgten beschliessen. Das war der zweite Termin, der genannt wurde. Als letzter und allerletzter Termin wurde von verschiedenen masgeblichen Sprechern aus den Kreisen des Parlaments und der Regierung der 15. Mai dieses Jahres, das ist der 5. Jahrestag des Abschlusses des Staatsvertrages, genannt. Von diesen Terminen sind also zwei schon verstrichen, nämlich die Sitzung des Nationalrates vom 6. April, mit welcher die Herbstsession beschlossen wurde, und auch der 27. April, der 15. Jahrestag der Gründung der Zweiten Republik. Die Zeit bis zum dritten und letzten Termin, also bis zum 15. Mai, ist sehr kurz. Wir hören zwar, dass im Finanz- und Sozialministerium Beratungen zwecks endgültiger 1 ormulierusg stattfinden. Wir hören auch, dass man in massgeblichen Kreisen der Regierung einzusehen beginnt, dass eine weitere Verschleppung des 4. Rückstellungs - Anspruchs - Gesetzes (welches die Erfassung des erblosen Eigentums regeln soll) untragbar ist. Man beginnt auch einzusehen, dass es nicht angeht, das jüdische herrenlose Eigentum für sogenannte allgemeine Entschädigungszwecke zu verwenden. Aber wir bezweifeln sehr, ob es noch möglich sein wird diese Gesetzes rechtzeitig bis zum 15. Mai vom Parlament beschliessen zu lassen. Wir müssen heute offen und klar erklären: Unsere Geduld ist bald zu Ende. Wir werden die nötigen Mittel und Wege finden, um die Herren von der Regierung, um die Manager der Parteien zu veranlassen, sich an das gegebene Wort zu halten. Noch gibt es so etwas wie eine öffentliche Meinung, noch gibt es ein Weltgewissen. Wenn wir bis nun 15 Jahre warten konnten, werden wir noch einige Wochen warten können — dann aber nicht mehr. Lassen wir die „Arbeiterzeitung”, das Organ der Sozialistischen Partei Oesterreichs, sprechen, die in einem vielbeachteten Leitartikel am 18. Februar dieses Jahres unter anderem geschrieben hat: „Wie lange noch sollen wir eigentlichen warten? Wie lange noch wird uns die demokratische Republik, für die wir gekämpft und auf deren Wiederauferstehung wir gewartet haben auf die Wiedergutmachung warten lassen?” Und in der „Arbeiter-Zeitung” heisst es weiter: „Nun darf nicht mehr länger gezögert werden. Fünfzehn Jahre Wartenlassen sind genug. Oesterreich darf nicht länger die Schande auf sich sitzen lassen, dass es Männer und Frauen, die ihr Leben für die Demokratie eingesetzt haben, dass es Menschen, die ein brutales Regime um Hab und Gut gebracht hat, schlechter behandelt als andere, die in seiner Aräoz 2854 T. E. 71-9059 ARGENTINISCHER NATIONALFEIERTAG Zu Ehren der 150jährigen Wiederkehr der argentinischen Unabhängigkeit veranstalten wir heute Dienstag, den 24. Mai, um 21 Uhr ein geselliges Beisammensein im Heim. Zur künstlerischen Ausgestaltung unserer Feierstunde tragen bei: Los Rosehlimmsten Zeit vergessen haben, dass sie Oesterreicher sind.” (Damit meinte die „Arbeiter-Zeitung” die ehemaligen Nationalsozialisten! Anm. d. Red.) Am 24. März haben die sozialistischen Abgeordneten Mark, Lackner, Holaubek und Genossen im Nationalrat eine Anfrage an die Regierung bezüglich der Entschäbigungs- und Wiedergutmachungsgesetze eingebracht. Die Interpellation endet mit folgenden Worten: „Nun wäre es höchste Zeit, dass auch in Oesterreich eine Lösung gefunden wird — und zwar sehr bald. Damit es nicht dazu komme, dass wir Mitbürger in Festreden feiern, denen wir die primitvste materielle Entschädigung verweigern.” Resolutionen, Entschliessungen, Erklärungen, Leitartikel und Interpellationen — es ist genug. Es ist mehr als g?nug. Es ist schon fast zu viel. Was wir fordern — sind Taten. (IPN) manceros (Radio Belgrano T. V.); Harmónika-Trio Nibson, ein Mitglied und die Kapelle Hallenstein. Der Präsident unserer Vereinigung wird kurz auf die Bedeutung des Tages hinweisen. Wir erwarten recht rege Beteiligung. Tischbestellung unter 71-9059. IVRITH-KURS Jeden Montag um 20.30 Uhr findet im Heim der Ivrith- Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Wir laden alle Interessenten zur Teilnahme ein. Círculo Religioso Israelita BET ISRAEL Buenos Aires Conde 1345 KULTUR-ABEND Am Mittwoch, den 15. Juni 1960, spricht Herr Prof. Dr. Günter Ballin im Vortragszyklus „Beitiag der Juden zum Kulturleben der Völker während der letzten hundert Jahre” über „Beitrag der Juden zur moder- NEUE MARKE Die israelische Alom-Marke ttn«ftft*atÉ*M ..“r* nen Weltliteratur.” Weitere Vorträge dieses Zyklus werden sich mit Musik, Theater, bildender Kunst, exakter Wissenschaft und Politik befassen. Allmonatlich wird ein Vortrag diesei Serie gehalten werden. JUGENDGRUPPE BET ISRAEL Tagesausflug der Jugend- Gruppe nach Pacheco auf die Quinta der Familie Gimbel am 29. Mai. — Interessenten im Alter von 15 bis 20 Jahren möchten heute, Dienstag, auf unsere Cancha, Olazabal 3650, zwischen 20 und 22 Uhr zur Vorbesprechung kommen. A.m 6. Mai 1960 verstarb in Montevideo unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Tante, Frau PAULA ANGRES geb. BEUTHNER im Alter von 84 Jahren. Im Namen aller Hinterbliebenen: GUENTER ANGRES und Frau Frieda geb. ROTH Miami 1738, Montevideo, Uruguay HERBERT ANGRES und Frau HANNA geh. de LEVIE 288 West 234 Street, New York 63, N. Y. (USA) WINTERFEST SONNABEND, den 25. Juni 1960, im Kinderheim, Vidal 2945 Halten Sie sich diesen Abend frei. Kaltes Büffet, Bridge, Canasta, Skat Tanz und Stimmung Asoc. Filantrópica Israelita CANGALLO 1479 40-4900 — 40-9535 Campaña Unida Pro Israel DAS ZENTRALEUROPAEISCHE COMITE LADET ALLE BEISTEUERER UND FREUNDE ISRAELS EIN ZUR TEILNAH¬ ME AN DER grossen Solidaritaets - Kundgebung Sonntag d. 29. Mai um 9 Uhr IM CINE GRAN REX, CORRIENTES 857 LUACH (Kalender) Dienstag, den 24. Mai 42. Omertag 27. Iyar Mittwoch, den 25. Mai 43. Omertag 28. Iyar Donnerstag, den 26. Mai 44. Omertag 29. Iyar Freitag, den 27. Mai 45. Omertag 1. Siwan ßpnnabend, den 28. Mai 2. Siwan •ßchabbat BEMIDAR — Haftara: Hoschea 46. Omertag H, 1—22 ■Sonntag, dien 20. Mai 47. Omertag 3. Siwan Montag, den 80. Mai 48. Omertag 4. Siwan Dienstag, den 31. Mai 5. Siwan Letzter Omertag — EUEw SCHAWUOT Es spricht der israelische Minister ABBA EBAN UNNUMMERIERTE PLAETZE IM SEKRETARIAT DER CAMPAÑA UNIDA, COMITE CENTRO EUROPEO, Sarmiento 2376

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