Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1780 (24.5.1960)
- Date
- 1960-05-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Maries, 24 de Mayo de 1960 JÜDISCHE WOCHEKSCHAO ’ liH(ler Wunder rabbi V°nJ%RAENKEL * nicht 3i cheu: „Auf zum Wunderrab- Zei^ bi von Sadagora! Auf zum ““"ä’hsu* Rabbi und wehe ihm’ wenn ’•'•lbia“ er mir keine Wunder zeigen scheu V wird.“ ffizieii- Sadagora, ein Marktflecken der Bukowina, war ass sfjj seit dem Jahre .cü5 « Re- “e gehalien b sidenzstadt der bekannten Slctl “l seiW Rabbinerfamilie Friedmann, seinem ¡¡¡¡w Tausende Anhänger, Chassin<i Jude dim, pflegten von nah und «in CoS? fern alljährlich nach Sada- “^ed, gora zu pilgern, um beim Bd vo“ A>tJJ Wunderrabbi Gottes Segen •e einen jJ*' und Rat zu suchen. Unzäh-. ia“ und Jr* lige Legenden entstanden ige Entlass^45 über den Sadagorer Rebben, :h;nschäfUh "* und sein Name war bei Ju' ite er sehen nben. Dde den und Christen populär und geachtet. ,eist biell Sßf« d‘e Albiabn* den Bode, t* u”d der beg^ Pan! vor. fut,, Antragsteller j Bald taii Seltrmi ■ nämlich jüdisd« und fühlte adass man 4® »ns der JUha‘,a nü grosser Lide telegen »Me, geschah es ds die Jibtonsd** t Homers, Theote h immer mehr da n Judentum nit». ann Bahr Autissmit id Paul von Furtbstmord beging, rurde der Uehbi mten. der Hartes ischen und Few mitischen Stadesurde ein Btmis, achter Student mi e Nächte hindert calen, So kam S iuch von der Gnversität mleaert „Ja, auf zum Wunderrabbi von Sadagora“ — schrien die Studenten und schlos- und der sich dem begeisterten Bahr ““ ’ an. Sogleich wurde eine Fuhre bestellt. Die besoffenen Hochschüler, beladen mit Bier- und Weinflaschen stiegen ein, und endlich erreichten sie das Wohnhaus des W'ui.derrabbis. Sie verlangten Einlass, stiessen die Juden weg und brachen die Tür ein. Nun waren sie in der Wohnung. Ein alter Jude mit einem weissen Bart sass allein in einem Zimmer und war in einen Talmudfolianten vertieft. Seine grossen Augen blickten ruhig auf die besoffenen Studenten. Gleichgültig, ohne Aufregung, fragte er: „Was wollt ihr?“ — „Den Wunderrabbi von Sadagora sehen!” — „Bitte, der bin ich”. Durch den rhythmischen Klang seiner Stimme entstand plötzlich eine Totenstille. Die Studenten schwiegen, als ob sie auf geheiligtem Boden wären. Hermann Bahr glaubte, einen wirklichen Engel, wenn auch des Alten Testaments, zu sehen. Irgendetwas in Bahr verbot ihm, den alten Mann zu be- und er Mr leidigen oder zu belästigen, z um dort s* Bahr starrte den Wunderder UniversitätM rabbi an. Er konnte sieh Ab» auch nicht satt sehen. Sein Bier- -1 jeder Stüdes rauscj1 verschwand, er wurind *** de nüchtern und endlich eben Uebertatt stammej|B er einige kindische Dankesworte. Der lowitz wurde * Wunderrabbi sagte einen der Vertun», hebräischen Spruch und , Eines Tages # entliess die Studenten „mit und seine En einer Gebärde von solcher Arminia“ in ®a Würde, solchem Adel“, dass und leerten e®» Bahr „am liebsten die Hand lach dem and«* geküsst hätte“. Wie kleine 1 hatten sie Kinder, von einem Lehrer id es gin? zurechtgewiesen, schlichen ■ zu. Sie *1® sie sich weg. pften, sic Traurig war die Fahrt nach 3, Bald sollte» Czernowitz, ohne Gesang ehen, aberse und ohne Geschrei. Bahr ch immer ® versuchte, seine Stimmung Während die» zu ändern, aber es ging ,en Srobe f .1 nicht. Er war an seiner empiVorte. kindlichsten Stelle verletzt! den Ruf > worden. Sein Gefühl für derrabbi vt* die grosse Form, die er Leie besessen I®® bensnerv nannte, wurde vom Bahr an den» „Wunderrabbi von Sadagorüllte unun^f ra“ besiegt. So wurde Hermann Bahr von seinem Antisemitismus geheilt und befreit, j Einige Jahre verstrichen. ^fl | Hermann Bahr hatte schon ^000 5 Tt1ehrere Theaterstücke veröffentlicht, war Redakteur einer Tageszeitung und galt als einer der besten Schriftsteller Wiens. Als er sein? „Antisemitischen Interviews" publiziert hatte, wur- 06 e„r in seiner „Albia“ schaz" kritisiert. Er war zu MUSIK IN BUENOS AIRES TEN-NO**’ .. VOtt j SEHff; [gTE wenig „völkisch und antisemitisch“, und man wollte ihn „cum infamia“ aus der „Albia“ streichen. Als er hiervon benachrichtigt wurde, trat er freiwillig — wie einst Herzl — aus der „Albia“ aus. Damals tauchte vor seinem geistigen Auge wieder ein Bild auf, es war ein Bild eines Engels des Alten Testaments, des „Wunderrabbis von Sadagora“. Trotz der Ereignisse in der „Albia“ blieben Herz-l und Bahr gute Freunde, sie kamen oft zusammen und besprachen die neuesten literarischen und politischen Geschehnisse. Herzl erzählte ihm seine Eindrücke während des Dreyfusprozesses, begründete ihm seinen politischen Zionismus und die Notwendigkeit eines „Judenstaates“, während Bahr ihm seine Zeitungspläne und die Motive seiner Theaterstücke auseinanderzusetzen pflegte. Die ehemaligen Couleurbrüder erzählten sich oft Geschichten aus der schönen Studentenzeit, in der beide ncch lustig und sorgenfrei waren. Als Herzl den „Judenstaat’ veröffentlicht hatte, schickte er ein Exemplar an Bahr. Zufällig trafen sie sich kurz darauf im Deutschen Volkstheater. Bahr meinte zu Herzl, mehr ironisch als ernst, dass er gegen den Zionismus schreiben werde, da er gegen eine Judenauswanderung sei. In Wirklichkeit liess er eine prozionistische Besprechung der Herzl-Broschüre in seiner Zeitung zu und kam oft zu Herzl, um ihm mitzuteilen, wer für und wer gegen den Zionismus wäre. Bahr selbst erkannte gleich die grosse Bedeutung Herzls und die historische Aufgabe des Zionismus. Hermann Bahr hatte auch oft sehr wohlwollend Herzls Theaterstücke, die in Wien und in anderen Städten aufgeführt wurden, besprochen. Er bewunderte Herzl nicht nur als Führer der Zionisten, sondern auch als Dramatiker und Schriftsteller. Am 18. Juni 1904 schrieb ihm Herzl, der in Edlach zur Erholung weilte, dass sein Besuch ihm „eine sehr grosse Freude bereiten“ würde. Zwei Wochen später starb Herzl, und Bahr schickte der „Neuen Freien Presse“ CAMERATA ACADEMICA UNTER ALEXANDER SZENKAR Im Rahmen des „Cíelo de Solistas y Conjuntos de Cámara Argentinos” dirigierte Szenkar seine ‘ Camarata”, deren Mitglieder zum grössten Teil dem Colon-Orchester angehörten oder noch in ihm spielen. Der Name des Konzertmeisters allein, Carlos Pessina, bürgt für die Gediegenheit, mit der hier musiziert wird. Der versierte und umsichtige jüdische Dirigent zeigte sich in einer “Introducción en Estilo antiguo” auch als glücklicher Komp. nist. Im Programm fanden wir neben drei Bach-Prälud en, einer posthumen — und ofsichtlich apokryphen, da ohne Köchel - Nummer angeführten — Mozart - „Sinfonietta“ in g-dur, die nichtdestoweniger reizend ist, den „Teufelstriller“ von Tar. tini, die Rumänischen Tänze von Bêla Bartok und die „Musikalischen Kommentare zu Romeo und Julia” von López Buchardo. Ein besonderes Kleinod romantischer Musik, das berühmte “Adagiatto” aus Gustav Mahlers fünfter Symphonie, wurde ergreifend interpretiert. Reicher Applaus belohnte Dirigenten und Orchester. NICANOR Z AB ALETA EROEFFNET MOZARTEUM-SAISON Der weltberühmte spanische Harfenist Nicanor (nicht, wie im Programm irrtümlich abgedruckt, “Ricardo”) Zabaleta, der die die Gabe hat, mit seinem Instrument, wo immer er konzertiert, die Auditorien atemlos zu fesseln, machte im Mozarteum Argentino sein Rentrée. Zabaleta weiss der Harfe so unendlich iele Nuancen, Schattierungen, Stimmungen abzugewinnen, dass man oftmals vergisst, nur ein einziges Saiteninstrument vor sich zu haben, welches ja eigentlich kaum eigene Literatur aufweist und hauptsächlich im Orchester Verwendung findet. Altspanische Kompositionen von A. de Cabezón und ein “Anónimo” leiteten über eine Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach (der folgendes Telegramm: „Erschüttert durch das Hinscheiden unseres edlen, wahrhaft unersetzlichen, durch sein reines Talet wie seine menschliche Grösse unvergesslichen Theodor Herlz, spricht Ihnen die schmerzliche Teilnahme aus, sein getreuer Hermann Bahr.“ — Die BARMIZWAH unseres Sohnes RICARDO MARCELO findet s. G. w. am 28. Mai um 9 Uhr in der Chaim Weizmann-Synagoge, Calle Arcos 2319 statt. JUAN OPPENHEIMER und Frau MARGOT, geb. GRUENEBAUM Conesa 1925. I B. st»1 ilG>° WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den L Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Erew Schawuot 1. Tag Sctiawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tischa b’Aw Tischa b’Aw Erew Rosch Ha&chan« 5721 „Berliner“ oder “Hamburger’ Bach) und den Beethoven-Variationen über ein schweizer Thema zu „Introduction et Rondo” des Harfenisten-Komponisten Parish Alvars hin, in denen der Solist ebenso wie in den vorhergehenden und folgenden Kompositionen, jedes Mal seine Autorität und Souveränität aufs Neue bewies. Statt der angekündigten Krenek-Sonate hörten wir eine Sonate von Paul Hindemith, der ja bekanntlich von der Bratsche her kam und wahrscheinlich daher ein Faible für „ausgefallene“ Instrumente hat; ferner eine Sonate von F., Tailleferre, dessen „perpetuum mobile“ besonders beeindruckte; des weiteren „Une Chatelaine en sa Tour” von Gabriel Fauré und schliesslich “Canción en la Noche” ven Salazedo. Hier liess Zabaleta mannigfache Facetten gle:ssen und holte aus der Harfe wahrhaft unglaubliche Effekte heraus. Der grosse Sp.uiier, der jedesmal frenetisch Geklatscht wurde — als Kuriosum sei erwähnt, dass sein Landsmann der im Teatro Colón wieder auftretende Gitarrenspieler Andrés Segovia, einer der eifrigsten Beifallspender war — musste sich zu zwei Zugaben (Mateo AIbeniz und Händel) verstehen. LIEDERABEND SUSANA NAIDICH Im “Colegium Musicum” bot die bekannte Altistin Susana Naidich eine neue Probe ihrer grossen Kammerkunst. Mit ihrer gepflegten und kultivierten Stimme, die gerade in diesem intimen Rahmen recht zur Geltung kommt, sang sie fünf Romanzen aus L. Tieck’s “Magdelone”, die durch die Vertonung von Johannes Brahms unsterblich geworden ist. Der zweite Teil des Abends wurde mit Schumanns „Frauenliebe und Leben“ (Werke von Adalbert von Chamisso) ausgefüllt. Auch hier zeigten sich die Sängerin und ihr sicherer und adäquater Begleiter Jorge Lechner von ihrer besten Seite. Es gab herzlichen Beifall. c—n Die Beisetzung von Maurice Schwartz New York. — Tausende Juden wohntet^ der Beerdigung von Maurice Schwartz, des berühmten jüdischen Schauspielers und Gründers des Jiddischen Kunsttheaters bei, der in der vergangenen Woche in Israel verschied. Sein Leichnam wurde mit einem Flugzeug der El Al zur Beisetzung nach New York überführt. An seiner Bahre, die in der East Side aufgestellt wurde, defilierten Tausende, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Zur Zeit des Begräbnisses wurde die 2, Avenue polizeilich abgespert, um dem Trauerzug Raum zu gewähren. Die Gebete wurden durch Lautsprecher übertragen. Der Verband der USA- Schauspieler hatte als Vertreter George Jessel entsandt; Simon Reehtzeit repräsentierte die jüdischen Schauspieler. Der Beisetzung wohnte der israelische Konsul David Riwlir bei. Dr. Israel Goldstein leitete den Gat esdienst und Dberkantor Mosche Kcusewitzky sang am Grabe. Aus aller Welt trafen Beileidsbotschaften ein. (ITA) Teatro Colón Desde lunes 23, Apertura de -abonos. Temporada Lírica Oficial 1960. Auspiciada por la Comisión Nacional Ejecutiva del 150. Aniversario de la Revolución de Mayo. — Repertorio: “Un Bailo in Maschera”, “La Traviata”, “La Forza del Destino”, Verdi; “La Boheme”, Puccini; ‘Andrea Chenier”, Giordano: “La Gioconda", Ponchielli; “Cosí fan Tutte”, Mozart; “Tannhäuser”, “La Walkiria”, Wagner; “Presperina y el Extranjero” (Estrena americano); J. J. Castro: “El Amor por tres Naranjas”, Prokofieff; “Los C-- tos de Hoffmann”, Offenbach. Estreno de ballet a determinar. Gran Abono: Etiqueta obligatoria en plateas y palcos -para damas y caballeros. 13 funciones en días martes o viernes. Platea $ 6.500.—. Abono Vespertino: 13 funciones en días domingos o feriados. Platea $ 5.350.—. Abono Nocturno: 13 funcione,; nocturnas. — Platea $ 5.850.—. Condiciones para el Abono: Renovaciones. A partir Ano XXI. — No 1780 — 5 Literarische Notizen Tod eines Arztes In Haifa starb im Alter von 60 Jahren der Direktor des Rothschild-Hospitals, Dr Jaacow Seide. Er stammte aus Lwow, studierte in Wien und Deutschland und kam 1934 ins Land, Er hat medizinische Bücher publizier und war aktiv in medizinischen Organisationen tätig. Nach Johanesburg Artur Saul Super aus dem Redaktionsstab der „Jerusa lern Post” ist zum Herauigeber des „Zionist Record” von Johannesburg ernannt worden als Nachfolger des kürzlich verstorbenen C. Gershater. Denkmal für Schalom Asch ln Tel At-iv leitete eine Gruppe polnischer Juden eine Aktion zur Sammlung von Spenden für die Errichtung eines Denkmals von Schalom Asch in seiner Geburtsstadt Kutno ein. Medizinische Kurse Eine Gruppe von sechs jungen Leuten aus Aethiopien werden ein Jahr Kurse an der Medizinischen Schule der Hadassah-Klinik der Hebräischen Universität besuchen. del 23 de Mayo: Los abonos del 2o ciclo del año 1959, a las tres series (Gran Abono, Abono Nocturno y Abone* Vespertino), tendrán preferencia para renovar sus localidades dentro de las posibilidades del Teatro hasta el 31 de Mayo, a las 17.30, en que vencerá dicho plazo. Inscripción Abonos Nuevos' A partir del 23 de Mayo: Los interesados en nuevos abonos podrán hacer elección de sus localidades dentro de los saldos que resulten una vez vencido el' plazo de renovaciones, en el siguiente orden: Gran Abono: lo de Juni Abono Vespertino: 2 de Junio: Abono Nocturno: 3 de Junio, Horario boletería: Días hábiles, lunes a sábados de 12 a 17.30 en A. Toscanini (Viamonte) 1150. Clausura: Indefectiblemente el día 3 de Junio, quedarán clausurados todos los registros de abonos.; ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL É> * * * ' ” * , T . , - -r ...... rr. ¡ Dr. Hardi Swarsensky 0 0 Asuntos Europeos exclusivamente % Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN —__ ___ BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 (JHr PUE VEREDON 2190 e*q. Ar. LAS HERAS - T. 1. 82-261Í