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Jüdische Wochenschau · 1960-05-24 · 1780 (24.5.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1780 (24.5.1960)
Date
1960-05-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Martes, 24 de Mayo de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1780 — 3 DIE EREIGNISSE DER WOCHE Gedenkfeier für José Fonfe Am 5. April dieses Jahres •waren es 20 Jahre her, da José Fonfe von seinen Freunden zur letzten Ruhe bestattet wurde. Noch immer ist sein Name für viele, die in den schweren Jahren der Emigration zusammenstanden, die aber auch die erfülltesten waren, ein Begriff — eine Bindung. Und so war es nicht erstaunlich, dass über 100 ehemalige Bar Kojbaner sich anlässlich des 20jährigen Todestages — man möchte fast sagen — spontan zusammenfanden, um dieses Mannes zu gedenken. der es verstanden hat, in dieser Stadt jüdische Jugend zum Judentum heranzuziehen und den Geist des Bar Kojba wieder in ihr lebendig zu machen. Es v ar allen Teilnehmern an dieser würdigen Feierstunde, als ob nicht zwanzig Jahre vergangen wären. Man fand sich wieder, vereint und getragen von jener Kameradschaft und jüdischen Atmosphäre, die Fonfe dem Bar Kojba übertragen hatte. Im Namen der Freunde, die diese schlichte Gedenkfeier vorbereitet hatten, begriisste Herman Klinger alle Erschienenen. Seine herzlichen Worte stellten sofort den Kontakt her, der dem ganzen Abend die besondere Note her Freundschaft gab. Die eigentliche Gedenkrede hielt der erste Sekretär des Bar Kojba und intimster Freund von José Fonfe. Günter Silber. Er brachte das CARLTON hat keine Lockvoegel Der gute Weg zum besseren Einkauf, wird — wenn sie an Herrenkleidung denken — immer zu Carlion führen. Ihr guter Freund an kalten Tagen ist der CARLTON - Mantel Vorrätig in Modellkonfeklion in vielen Formen Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! Auch Junioren kaufen gern bei Carlton. Aenderungs. und Reparatur- Abteilung MAIPU 982 . LAVALLE 870 T. E. 31-0357 — T. E. 35-1110 Bild dieses unermüdlichen Kämpfers, der oft eigene Wege ging, in Erinnerung. Wir erlebten dank der klaren und mitreissenden Schilderung des Redners noch einmal alle Etappen der Gründung und Entwicklung, der Auseinandersetzungen und Erfolge des Bar Kojba. Die ersten Fahnenappelle, zu denen jüdische Jugend aus Buenos Aires mit jüdischen Fahnen begeistert antrat, wurden erneut in uns lebendig. Es war Fonfes Werk. Aber nicht nur im ertüchtigenden Sport sah Fonfe die Aufgabe jüdischer Erziehung. ebenso grossen Wert legte er auf die kulturelle Arbeit, auf das Wissen um die jüdische Geschichte, auf das Bewusstwerden der grossen jüdischen Werte. Wir erlebten die tragischen Stunden seines Leidens und seines Todes, und erinnerten uns des letzten Abschiedes von diesem seltenen Freund und Chawer, den uns Günter Silber so wahrheitsgetreu in seinen Ausführungen beschrieb. Es war eine ernste Stunde der Besinnung. — Im Namen des Bar Kojba mahnte Chawer Blau an die Fortführung des Werkes des zu früh von uns Gegangenen. Der Bar Kojba ist darum bemüht, diese Tradition zu wahren und bedarf der Mitarbeit und des Rates derjenigen, die einst unter Fonfes Leitung ihre Fähigkeiten in den Dienst des Bar Kojba gestellt haben. Juan Meyer Keyt verstand es wie immer, durch seine rezitatorische Begabung der Veranstaltung eine künstlerische Umrahmung zu geben. Stimmungsvoll '-rächte er das „Kaddisch” von Thorberg zu Gehör, sowie ein dem Bar Kojba ii Gründungsjahr gewidmetes Gedicht von Hans Silber. Den Schluss des ersten Teiles bildete dann der ergreifende liturgische Gesang von Herrn Alfred Baruch. Auf Vorschlag der Veranstalter wurde José Fonfe von den Anwesenden in das „Goldene Buch” des KKL eingetragen. Es konnte keine würdigere Ehre geben. — Ein Bar Kojba-Film, im Jahre 1938 von Dajos Bela gedreht, gab Zeugnis von dem Werk und der Gemeinschaft um José Fonfe. Viele der Anwesenden erkannten sich in dem Filmstreifen wieder, aber auch viele, die im Bild erschienen, weilen nicht mehr unter uns. Herman Klinger gab dem Erlebnis dieses Abends beredten Ausdruck, als er den Wunsch aussprach, dass alle Teilnehmer dieser Gedenkstunde sich der Bar Kojba-Gemeinschaft bewusst bleiben mögen, wenn wieder einmal an sie der Ruf des Bar Kojba ergeht. ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS j< Agencia Filatélica oficial '! del Estado de Israel, ,j¡ V^&MONTE S50, I/B — Buenos Aires, Rep. Argentina j| AUTO . REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ BEUG MUTSCHNECEER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke MoNrae) T. E. il SM» Aus der Arbeit der Kehilla Die jetzt auscheidende Leitung verabschiedete sich von uns in einer öffentlichen Sitzung, die die siebzigste in ihrer Amtsperiode war. Im Augenblick wurden keine wichtigen Aktionen eingeleitet, da schon am 26. ds. Mts. das neue Direktorium sein Amt antritt und dann die Abwicklung der Geschäfte in die Hand nehmen wird. Die Leitung hat eine genaue Information über die Tätigkeit der jüdischen Organisationen der Claims Conference zugestellt, die dann über die Zahlungen entscheiden wird. Der neue Aw Bet Din der Kehilla, Oberrabbiner Dr. Jakob Fink, ist wieder in Buenos Aires eingetroffen und wird in den nächsten Tagen sein Amt übernehmen und die Funktionen des Vaad Harabonim leiten. Das scheidende Direktorium hat drei Jahre freiwillig und intensiv die Geschäfte der Kehilla geführt und für das gesellschaftliche und * kulturelle Leben unserer Gemeinschaft viel getan. Am 15. Mai begann die Eröffnung der Kulturarbeit mit einem Vortragszyklus in der Kehilla. der jeden Sonntag im Hause der Kehilla und Häusern jüdischer Organisationen in den einzelnen Stadtteilen fortgesetzt werden wird. Die Kulturarbeit steht unter dem Motto ..100 Jahre Theodor Herzl”, und dieses Datum wird be; allen Veranstaltungen berücksichtigt. Die Kehilla organisiert einen Jugendkongress, der Jugendliche aller Parteien und Richtungen umfassen soll. Auf dem Kongress soíl eine Leitung gewählt werden, um die Arbeitsgebiete für die Jugend auszuarbeiten, damit weitere Kreise der jüdischen Jugend in die Arbeit einbezogen werden können. Die Schiedsgerichts-Abteilung der Kehilla hat in dieser Amtsperiode im ganzen 121 Fälle zur Zufriedenheit beider Parteien schlichten können, ein schöner Beweis für die vielseitige Arbeit der Kehilla. Kulturarbeit Auf den Friedhöfen der Kehilla wurden bauliche Verbesserungen durchgeführt, so besonders die Verbreiterung der Eingänge, um den Besuchern den Zugang zu erleichtern. Die Kehilla hat beschlossen, wie stets die Sorge für verlassene Gräber zu tragen und wird in diesem Jahre 250 Grabsteine kostenlos aufstellen. Die Listen der betreffenden Namen sind im Büro der Kehilla im ersten Stock einzusehen. Die Leitung kann stolz sein, dass die Lage der Kehilla in den letzten zwei Jahrzehnten noch nie so gut war wie jetzt. Auch die Subsidien an die jüdischen Schulen bis April inklusive sind ausgezahlt worden. Die Kehilla leistet ferner Subsidien an argentinische Kibbuzim in Israel und hat bereits ehe erste Quote für dieses Jahr angewiesen. Die jüdischen Schulen arbeiten zufriedenstellend und die Zahl der jüdischen Schulkinder wächst. Es wurde beschlossen, einen Kongress jüdischer Lehrer zu veranstalten, der vom 18. bis 20. Juni stattfinden wird. Man ’ at den früheren Kultusminister Israels, Salm an Schazar eingeladen, und es werden auch Schuldirektoren ier fir Dr. Zu Ehren des ökonomischen Rates der israelischen Botschaft in Argentinien, des bekannten Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Chaim Pazncr. früher Lektor der Universität in Genf, veranstaltete die Argentinisch-Israelische Handelskammer in Buenos Aires eine Absehiedsveranstaltung, an der ein auserlesenes Publikum teilnahm. Die Behörden und ausländische Vertretungen hatten ihre Repräsentanten geschickt, ebenso waren auch die grossen jüdischen Organisationen durch ihre Beauftragten wie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen jüdischen Lebens zugegen In einer Atmosphäre freundschaftlicher Verständigung ergriff der Präsident der Israelisch - Argentinischen Handelskammer, Don Alfredo Korn das Wort, der etwa folgendes ausführte: Es handelt sich nicht um ein Essen mehr, sondern um eine Ab.schiedsfeier für Dr. Pazner, den Wirtschaftsrat der Botschaft, der in der Zeit seines Wirkens es verstanden hat, viele Freunde für den jungen Staat Israel zu werben, Freunde, die tiefe Sympathien auch für Herrn Dr. Pazner hegen. In den nur drei Jahren seines Aufenthaltes in Argentinien hat Dr. Pazner ein Maximum des Möglichen erreicht, durch seinen Fleiss, durch seine Hingabe, durch sein grosses Können und Wissen, und vor allem durch j die hohen menschlichen | Qualitäten, die ihn auszeich- | nen. Dr. Pazner hat nicht j alles erreicht, was er wolli te. Mit ungeheuren Schwierigkeiten hatte er zu kämpfen, die er überwinden konnte, oder die er aus objektiven Gründen nicht änaus Brasilien, Chile und Uruguay daran teilnehmen. Die Vorbereitungen zu den Feiern „100 Jahre jüdisches Leben in Argentinien” wurden durch die Kehillawahlen unterbrochen und sollen von der neuen Leitung fortgesetzt werden. Man plant die Herausgabe eines Buches „Geschichte des jüdischen Lebens in 100 Jahren in Argentinien”, dessen Vorarbeiten vom Vaad Hachinuch übernommen wurden. Am 12. Juni wird in Floresta eine neue jüdische Schule „Medinat Israel” eingeweiht werden, zu deren Fertigstellung die Kehilla viel beigetragen hat und die als die schönste jüdische Schule Argentiniens bezeichnet wird. Am Donnerstag, den 26. ds. Mts. findet die feierliche Amtsübergabe an die neue Leitung im Festsaal der Kehilla statt. dern konnte. Korn unterstrich die besonderen Erfolge Pazners bei der Festigung und Erweiterung der argentinisch - israelischen Handelsbeziehungen. In seinen weiteren Darlegungen sprach Herr Korn von den besonderen Aufgaben, Plänen, Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen, die Dr. Pazner zu einem guten Teil beseitigen konnte. Die neuen Aufgaben, die Herrn Dr. Pazner in den skandinavischen Ländern gestellt werden, sind mit Dr. Pazner einem Manne anvertraut worden, dessen Laufbahn von entscheidenden Erfolgen begleitet war. Korn brachte unter dem Beifall aller Anwesenden die besten Wünsche für eine weitere gedeihliche und erfolgreiche Arbeit Dr. Pazners zum Ausdruck, seine Worte hinterliessen einen tiefen Eindruck Die Ansprache Pazners Die Argentinisch - Israelische Handelskammer, so sagte Dr. Pazner, v/ar für mich so etwas wie mein eigenes Haus während der drei Jahre, in denen ich in Argentinien bin. Aus diesem Grunde fühle ich mich berechtigt, hier an dieser Stelle mit aller Offenheit meine Beunruhigung, meine Sorgen und meine Nervosität auszudrücken, die ich zu bestimmten Zeiten empfunden habe. Die Leitung der Kammer hat immer viel Verständnis für die Fragen des israelischen Exportes ge zeigt, aber die Mehrheit der hiesigen Importeure haben die Bedeutung des Exportes für Israel nicht begriffen, dank der hervorragenden Qualität und der Konkurrenzfähigkeit der islaelischen Waren haben sich diese am hiesigen Markt durchsetzen können, und sie verdienen es auch, dass Importeure und Benutzer oder Käufer diese Waren gut aufnahmen. Israel hat eine neue Offensive seines Exportes eingeleitet. Allein im letzten Jahr ist der Export um 20 Prozent gestiegen. Er erreichte den Betrag von 180 Millionen Dollar. Das ist der Erfolg ungeheurer Anstrengungen. Aber hier fehlt es noch an Mitarbeit. Der gute Willen der hiesigen Importeure wird benötigt, um die Einfuhr israelischer Produkte in Argentinien zu erhöhen, die immer noch gering ist. Ich gebe zu, dass es hier grosse Schwierigkeiten gibt, die sowohl auf dem Gebiet der Wechselkurse wie der zeitweisen Importeinstellung liegen. Aber gerade wegen dieser Unsicherheit ist in solchen Augenblicken eine grössere Kraftanstrengung «forderlich Die Situation hat sich vor kurzem geändert. Aber nur ein sehr kleiner Teil der Importeure haben das verstanden oder einen Willen zu engerer Zusammenarbeit bewiesen. Wäre dieser vorhanden, man könnte viel mehr erreichen. Trotzdem kann man sagen, dass sieh nw»e Impulse für die Kooperation gezeigt haben. In den letzten Monaten wurde die Verbindung zwischen fcraefischen Exporteuren und argentinischen Importeuren durch Informationen, Angebote, Beratungen usw„ Sester, die von der Kamower ausgingen. Hierbei kostete das Informationsblatt der Kammer besondere Dienste. Pazner brachte seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass er durch sein« Mitarbeit in der Kammer bei diesem Erfolg mritbelfen konnte. Einen besonderen Dank brachte Dr. Pazner für die argentinischen Behörden zum Ausdruck, die ihn bei seiner immer schwierigen Arbeit unterstützten und. für die besonderen Notwendigkeiten Israels Verständnis gezeigt haben. Ich hoffe so sagte der israelische Botschaftsrat für Wirtschaftsfragen, dass diese Beziehungen zwischen Argentinien und Israel noch enger und umfangreicher werden mögen. Mit Dankesworten für die Handelskammer und deren Präsidenten Alfredo Korn sowie die Mitglieder der Leitung schloss Dr. Pazner seine eindrucksvollen Worte, die sich durch die Klarheit seines Vortrages wie die Tiefe seiner Gedanken gleichermassen auszeichneten. An den Botschafter gewandt, bedankte sich Pazner für die Ehre, die er ihm. durch seine Anwesenheit bei dieser Veranstaltung erwiesen habe. Am Schluss dieser Abschiedsfeier überreichte der Präsident der Handelskammer dem geehrten Gast und Freunde Dr. Chaim Pazner ein Pergament, das von allen Anwesenden unterzeichnet war. Steuerfreiheit für Kapitals-Anlagen Jerusalem. — Das Finanzministerium schlug eine Befreiung von Steuern für im Israel Ansässige vor, dte „starke Devisen” in lokale« Aktien anlegen. Hierdurch sollen die Besitzer von Kapital ermuntert werden, ihr Geld im Lande zu investieren. Das offizielle Angebot sieht vor, dass bei derartigen Geldanlagen auf Dividenden und Zinsen acht Jahre lang Steuerfreiheit ‘ gewährt wird, (ITA)

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