Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1778 (17.5.1960)
- Date
- 1960-05-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Maltes, 17 de Mayo de 1960 LA SEMANA ISRAELITA DIE EREIGNISSE DER WOCHE Israelische Delegation zu Maifeiern Die Mitglieder der israelischen Delegation zu den argentinischen Maifeiern, die zusammen mit Dr. Abba Eban hierher kommen wird, sind Oberst Meir Zorea, Schmuei Jeshaja, der Gouverneur des pistrikts von Jerusalem, der Direktor der Abteilung für Kulturfragen des Aussenministeriums. Die von Abba Eban angeführte Delegation setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Abba Eban, Kabinetts- Minister und Botschafter in Sondermission, Dr. Arie Levavi, Israel-Botschafter in Argentinien, Oberst Meir Zorea, Generalstabsoff: zier, Mordechai Avida, Botschaftsrat der israelischen Botschaft, Oberstleutnant Jizchak Elron, Militärattaché für die drei Waffengattungen, Schmuei Jeshaja, Gouverneur des Distrikts von Jerusalem, und Jehuda Jaari, Direktor für Kulturfragc-i im Aussenministerium. Pressekonferenz der Magbit Die Leitung der Magbit veranstaltete ein Mittagessen für die jüdische Presse anlässlich des Besuches des Leiters der südamerikanischen Abteilung dieser Organisation, Herrn Tchornitzky, der die Richtlinien der Sammelarbeit für das neue Geschäftsjahr bekanntgeben wird. Israels schwierige finanzieille Lage ist allgemein Ihr guter Freund an kalten Tagen! Der Carlton- Mantel Klassische Mäntel und sportliche Mäntel ZU VIELEN FORMEN UND QUALITAETEN Geradezu ideal für die Uebergangszeit ist der „AQUA- TTT’ ein rein wollener, imprägnierter Gabardin-Mantei von Weltklasse. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, r--t recht zu uns! MAIPU 982 . LAVALLE 870 T. E. 31-0357 — T. E, 35-1110 bekannt, und täglich treten neue Aufgaben und Probleme an die Regierung hei’an, die für die Einordnung der neuen Einwanderung, den Bau von Häusern für die Olim und die tausende Familien sorgen muss, welche schon seit Jahren in Barakken leben. Auch die Probleme der Landwirtschaft und Siedlung übersteigen bei weitem die vorhandenen Mittel, so dass noch alle Juden in der Galut helfend beisteuern müssen. In vielen Ländern haben die Juden ihre Beiträge verdoppelt, doch wegen der Inflation, unter der zahlreiche Staaten leiden, sind die Eingänge durch die Umrechnung auf Dollar trotz der Erhöhungen geringer. Das neue Budget, das unbedingt erforderlich ist, beläuft sieh auf 100 Millionen Dollar, die mindestens einiaufen müssen, wenn Israel all diese Probleme meistern will. Neben der Einheitskampagne arbeitet die Staatsanleihe-Aktion, die zufriedenstellende Resultate ergeben hat, und ferner jetzt auch die Chail-Aktion, die ebenfalls gute Ergebnisse zeitigt. Doch reichen alle diese Gelder nicht aus, zumal im Jahr auf Zinsschulden der Jewish Agency 40 Millionen Dollar einkalkulierte werden müssen. Herr Tschornitzky hat gemeinsam mit Mosche Sharett in Mexiko die diesjährige Kampagne eröffnet und auch einige andere lateinamerikanische Republiken besucht. Da zu den argentinischen Unabhängigkeits-Feiern Minister Abba Eban, einer der bedeutendsten Politiker Israels nach Argentinien kommt, so ist geplant, nach dem Abschluss der Feierlichkeinen zum 25 de Mayo eine Grossveranstaltung im Cine Metro zu organisieren, wo Abba Eban zu den argentinischen Juden sprechen wird. Eban, der ausser seiner englischen Muttersprache und hebräisch auch arabisch, spanisch und deutsch spricht, wird sich in spanischer Sprache an die jüdische Oeffentliehkeit wenden, um über die aktuellsten Probleme Israels zu referieren. Jeder Jude muss helfen Die Lage in Israel war in den letzten drei Jahren recht gut, es herrschte Ruhe und Frieden, doch die Probleme des Aufbaus bestehen heute noch. Immer mehr Einwanderer strömen ins Land, die auf die Hilfe ihrer Brüder warten und für die alles getan werden muss, damit sie in Israel eine Existenz finden sollen, denn tausende Menschen können ihren Lebensunterhalt nicht selbst ISRAEL - BRIEFMARKEIS AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- : BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS j Agencia Filatélica oficial! del Estado de Israel,; VIAMONTE 559, I/B — Bueaos Aires, Rep Argeaiixik ¡AUTO . REPARATUR . WERKSTATT! „BENO“ BBfO KUTSCHNECKÖt Avä*. CONSTITUYENTES 4m (Ecke Mm&mè T. I. « * IW *w>wa«ti ■ i verdienèn und müssen vom Staat ei-halten werden. Die Einheitskampagne ruft alle Juden nochmals auf ihren Möglichkeiten entsprechend Beisteuerungen zu leisten, und vor allem sucht sie freiwillige Mitarbeiter, die sich einige Tage im Monat in den Dienst der guten Sache stellen. Die neue Kampagne steht unter dem Motto ,.100. Geburtstag Theodor Herzls”, eines Mannes, der sich voll und ganz der zionistischen Sache gewidmet hat, und „40 Jahre Keren Hajessod”, der Einheitskampagne für Israel die das Finanzinstrument der Galut ist. Obwohl die Kampagne in Argentinien in den letzten Jahren recht gut gearbeitet hat, so steht sie doch im Verhältnis zu anderen Ländern mit viel kleinerer jüdischer Bevölkerung nicht auf der gleichen Stufe, sondern bleibt in ihren Endresultaten weit hinter diesen zurück. Israel rechnet nun fest auf die Mitarbeit der argentinischen Judenheit und hofft, dass dieser Rul nicht ungehört verhallen wird. Kehilla Auf der letzten Sitzung der Kehilla wurde das neue Präsidium öffentlich bestätigt, das sich folgendermassen zusammensetzt: Präsident: Dr. Tobias Kamenszain; Vizepräsidenten: Samuel Glassermann und Antonio Klein; Generalsekretär: Lazaro Friedmann; Prosekretäre: Moses Onik und David Klimowsky; Sekretär für Veranstaltungen: Dr. David Roisin; Sehatzmei-. ster: Oszer Grokopp; Zweite Schatzmeister: David Kulakowsky und José Rogowsky. Kassen revisor: David Spiegel. Dem Vorstand gehören noch ausserdem elf stimmberechtigte Mitglieder an, zwei Bücherrevisoren nebst zwei Stellvertretern. — Der neue Vorstand wird am 26. Mai seine Tätigkeit aufnehmen. Aus der Arbeit des IFT Das Jüdische Volkstheater IFT lud die argentinische Presse und die Schauspieler zu einer Konferenz in die Confitería im zweiten Stock Schicksal jüdischer Bürger Stuttgart. — Die Stadt Stuttgart beabsichtigt, spätestens im kommenden Jahr eine Dokumentation über das Schicksal der jüdischen Bürger dieser Stadt während der Nazizeit herauszu bringen. Es soll sich dabei um ein umfassendes Werk handeln, das nicht nur Zahlen und einen geschichtlichen Rückblick über das Leben und Wirken jüdischer Menschen in Stuttgart enthält, sondern in dem auch jüdische Einzel Schicksale dargestellt werden sollen. (AWZ) Geschichte des Soldatentums Bonn. — Der Verband deutscher Soldaten beschloss zum Abschluss seiner diesjähri gen Vei'treter-Versammlung m Bonn unter anderem, der „Irreführung der öffentlichen Meinung“ über Wert und Leistungen der früheren deutschen Wehrmacht entgegonzutreten. In diesem Zusammenhang wurde ein „objektives Werk über die neue Geschichte des Soldatentums” gefordert, (AWZ) seines eigenen Theatergebäudes ein um . ein neues Arbeitsprogramm bekanntzugeben. Der Präsident des IFT, Herr Buchhalter, berichtete über die Vorbereitungen zur dritten Inszenierung der Saison, und die Veranstaltungen zu Ehren des grossen argentinischen Nationalfeiertages mit einem exklusiv argentinisch folkloristischen Programm in Zusammenarbeit mit argentinischen Kulturorganisationen. Der IFT bringt am 28. Mai das Drama „Alto Perú” von Andres Lizzarraga in Spanisch unter der Regie von Atahualpo del Cioppe zur argentinischen Erstaufführung. Das Drama hat bereits in vielen südamerikanischen Ländern gros en Erfolg ge -ratet und wird die Vorführungen zum 150. Unabhängigkeitstag Argentiniens einleitexi. Es wird ein grosses Ballett mit folkloristischen Tänzen gezeigt werden, das auch in anderen T tadtteilen auftreten soll. Das Drama behandelt die Freiheitskä/ pfe des argentinischen Volkes und ist eine Trilogie, die hier hintereinander gespielt wird. Der IFT besteht jetzt schon 28 Jahre und entfaltet eine weitverzweigte Kulturarbeit. Er besitzt eine Theater- und Ballett-Schule, ein Kinderstudio, einen gemischten Chor, eine dramatische Schule. Jetzt wird er noch ein Marionettentheater in sein Arbeitsprogram, m einbeziehen dessen Vorstellungen bald beginnen sollen. Das Werk des IFT ist bei weitem nicht genug bekannt, obwohl es hier in der jüdi- I —---—-- Der Gruss einer Leserin! Buenos Aires, 11. Mai 1960 Lieber Herr Dr. Swarsensky! 20 Jahre — lange Zeit! Was Sie schreiben — sehr'gescheit!! Wie Sie ‘s schreiben — zeugt von Mut: Mittler von Gedankengut! Inhalt — und kein leeres Stroh! Dank — und lange weiter so! Herzlicbst Ihre 1IARR1ET BAYAN sehen Kollektivität einmalig dasteht. Der IFT ist das einzige jüdische Theater in Argentinien und geht auch mit seinen Künstlern in die anderen Städte des Landes, um die jüdische Kultur und jüdisches Theater zu verbreiten. Für die Kinder wTird jetzt „Plunft, el Fantasma“ gespielt, und es wurde darauf verwiesen, dass die Kinder die Möglichkeit haben, sich im IFT in der Ballett- und Theaterschule künstlerisch auszubilden. Verdienste um das Theater Der künstlerische Leiter, Herr Atahualpo del Cioppe, gab einen Ueberblick über die Entwicklung des Theaters von seinen frühesten Anfängen, vom europäischen Theater und dem Kunstleben in Lateinamerika. Er bedauerte, dass das Theater hier nicht auf der Höhe steht auf der es eigentlich stehen müsste. Die Arbeit des IFT verdient daher die allergrösste Anerkennung, denn er hat bedeutende Leistungen vollbracht. Zu allen Zeiten 'aben die Juuen für den Fortschritt der Kultur sc-.r viel getan, und der IFT \ru ' seinerseits zur Entwicklung des Theaters in L-jteii;amei ka entscheidend bei und bat diese Tradition würdig fougesetzt. Leider muss man berücksichtigen, das.s i'-nmer noch nusende Kinder hier!n Lateinamerika keine . . glichkeit haben, eine Schule' zu besuchen und sien Kuilur anzueignen. Durch seine Reisen ins Landesinnere und in andere lateinamerikanische RepuDl’ken erwirbt sich d-r IFT nun Verdienste um d e Verbreitung der Theaterkuitur. Ferner ist seine Bereitwilligkeit, seine Bühne anderen Ensembles zur Verfügung zu stellen, hoch einzuschützen, und es ist zu wünschen. dass seine Arbeit in immer grösseren Kreisen bekannt wird. Einige Repräsentanten des argentinischen Theaters und bekannte Schauspieler er,; griffen noch das Wort. Sie, alle sprachen dem IFT hre Anerkennung für die von ihm geleistete Arbeit aus und wünschten ihn weiterhin den besten Erfolg. Frühere Zwangsarbeiter in den Krupp-Werken sind berechtigt, Ansprüche auf Entschädigung bis zu DM 5.000.— geltend zu machen. Wir geben im folgenden eine Uebersicht über die bis jetzt anerkannten Krupp-Lager aufgrund einer Information der für die Durchführung des Abkommens vom 23. Dezember 1959 beauftragten Stelle. Dieses Abkommen wurde von der Claims Conference mit der Firma Krupp getätigt: 4. 8 12 GEISENHEIM, Kommando Natzweiler, cca. 200 polnische und ungarische Juden, gearb.: Friedrich Krupp — Eisenwerke ab Dez. 1944 KOENIGSWUSTERHAUSEN, Kreis Teltow, Kommando Sachsenhausen, gearbeitet für Krupp KRUPP - ESSEN, Kommando Buchenwald, cca. 500 Frauen, ab 24. 8. 1944. Am 22. 3. 45 nach Bergen Belsen überstellt. 9. LANGENBILAU, Kommando Gross Rosen, Krupp Erwähnt erstmalig März 1944,. befreit am 8. 5. 1945 MARKSTAEDT-FUENFTEICHEN, Kommando Gross Rosen — Laskowitz-Meleschewitz RHEINHAUSEN, Kreis Moers WANNE - EICKEL, Krupp Treibstoffwerke WITTERSCHLICK — Servaiswerke u. Krupp WUESTEGIERSDORF, Kommando Gross Rosen, Friedr. Krupp VORMEPPEN, Kreis Meppen, Krupp-Schiessplatz BERLIN-NEUKOELLN Wie uns die URO, Buenos Aires, mitteilt, ist auch Zwangsarbeit bei der Zünderwerkstätte Auschwitz (Mai bis September 1943) entschädigungspflichtig. Anmeldungen Dienstag Mittwoch und Freitag zwischen 16—18 Uhr im Büro der Jüdischen Wochenschau, Ptieyrmlon 2190,1’ izq. Dr. Hardi Swarsensky