Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1776 (10.5.1960)
- Date
- 1960-05-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1776 jjt «ntf KUNST Sk Schriftsteller "r^fif%BER, Tel Aviv ,, Natur ¡j/N da er sieh noch uneinge- Not bestaiia j! schränkt als deutsch-sprachi- ® sein^ 5^ ger Schriftsteller fühlte, er- 101 All^g rfto kennen wir in seinen Feuil- S^hälügeu * letotis, wo wir Sätze finden, : aadere ¡|j wie .lustwandelte ich in fehlte. Sa*?* einer glücklichen Seelenfrosien 5,. * Stimmung durch die Gassen, »nistnus Wa[ > Ich hätte keinem Menschen eines Le^,' etwas zu Leide tun könin seiusd j ’nen.” Er traf einen seiner Zionism^ treuen Leser, und der stellte tg, h““ ---- — vermittelte* ■* ge: -Warum schreiben Sie “UlSilius i - - 'gHenijj, lhm gesprächsweise die Fra Ver®ittel* - ge: -Warum schreiben Si< GWckseiiifcu Neine Theaterstücke?’’ Dann bischer heisst es: „Offen gestanden, 1 d» ich hatte daran noch nicht amürijj gedacht.“ sicj, *«■ Die nächste Phase seines h fubite We§es zunfl Bühnenautor .sucht,!S" war der eines Th'eaduld ■ *** terdirektors in Herzls Redaktionsz-immer, aber auch ht H * der entschied noch nicht für ert *Ss den Weg vom Kritiker zum ■ , Autor. Entscheidend wurde zu e'n anderer Besuch: „Da rauschte es eines Tar sich geä seidig in meine Redakt für tionsstube herein, und mich Volk rlf*9 umfing der Duft unbekannte *!t ^er DIäIen- Dieses Seidenge- T *ä3 ,l! knister und dieses Parfüm gingen von einem holden iJrj***19 weiblichen Wesen aus, das „ 11 eosatfesich in meiner Jugend verschwiegen geliebt hatte. Es 1, aus oet ftrd war Fräulein Suzon, die acosen ist ai¡5 langjährige Naive unseres 'torischen Gestalt Stadttheaters. Ich weiss nicht m abgesehen 1» mehr, was sie von mir vertrage, mit er ah langte... Als sie aufstand, ch einigen n% um fortzugehen, fragte sie ren entsehedend mich mit ihrer flötenden ri fühlte, ei« Stimme: Zeit. Sie kommtm „Warum schreiben Sie kein gebüchem, insei- Theaterstück?” tischen Rede:, it Wer ein Herz im Leibe i(T nur ans gmhat, wird begreifen, dass ich na noch hie ai mich nicht länger weigern nem Niederschlag konnte.” i nur noch wie ein Herzl selbst scheint von 10 nach. Die Mt seinen ersten Lustspielen hen Mannesjatre. nicht viel gehalten zu haben, )RTAD0ffi. EXPORTADORES^ Restire koy mismo drejhplar DEL g jttin International 1960 i üNUARIO DEL COMERCIO EXTERIOP. g ■ne las direcoo«* de todos los importadores exportador» * Ido el mundo. g ce de Húbrícas «n Francés, Inglés, Español Sumo por PENSIONES. " MUNDO POR BftDOS, sobra cada país 77 g iólares exclusivo para la Rcpúr t » kt9®*»lina ALLE^sIiá35-8™-8272 obwohl sie mit Erfolg über die Bühne gingen. Er schreibt darüber im gleichen Feuilleton im Jahre 1895: „Ich hielte es für eine unnütze Grausamkeit den Inhalt meines Stückes hier zu erzählen. Es war einfach das erprobte deutsche Lustspiel. Dergleichen verträgt man nur, wenn man sich einen Sperrsitz gekauft hat, mit dem Entschluss, sich zu unterhalten, und wenn man drei Stunden mit mehreren hundert Genossen zusammengepfercht ist in einer geschlossenen Luft, die von alledem nicht besser wbcL’’ Seine ersten Theaters! ükke wie .Seine Hoheit (das Geld)”, „Der Flüchtling”, „Prinzen aus Genieland'1, „Die Wilddiebe“, „I i0ve you”, „Unser Kätchen*' und „Gretel” die den beiden tiefen und ernsten Stücken „Das neue Ghetto” und „Solon in Lydien“ voran gingen, waren humorvoll und erfolgreich, aber in seinem hier zitierten Feuilleton setzt er sich darüber hinweg. Auch andere Feuilletons sind voller Selbstironie, die durchaus den Achtzeiler rechtfertigt, den 1897 sein Freund Julius Bauer unter die von Theo Zasche gezeichnete Karikatur setzte, die Herzl auf den Ruinen Jerusalems weinend darstellt: „Von Sudermann hat er den Bart, Die Ironie von Heine Doch sein Talent von starker Art Gehört ihm ganzallein. Er sieht ein Ziel, ein Ziel so weit, Im Träumen, wie im Wachen: Er denkt daran, in dieser Zeit Md Juden Staat zu machen!” Wenn Herzl beispielsweise „Zur Frauenfrage“ nach einer humorvollen Besprechung der Gleichberechtigung dem schönen Geschlecht den Rat gibt, „Es ist vorteilhafter fiir Sie, wenn Sie auch weiterhin in dem Kerker sshmaehten, in dem Sie uns gefangen halten”, so glänzt durch diesen einen Satz seine ganze unterhaltend liebenswürdige Dialektik, die ihn zu einem Kind seiner schönen Wiener Zeit stempelt. „Wir brauchen im Leben ein bisschen Poesie. Man verwandle uns die lieblichen Jungfrauen nicht in so hässliche Erwerbswesen, wie wir selbst es sind. Sie sollen über eine Wiese gehen eine Lilie oder Rose pflücken und sich diese ins Haar stecken. Hierauf werden wir dieses anmutige Geschehnis in Verse bringen, und wenn wir ei nen abgelegten Handschuh der Wonnesamen bekommen können werden wir das Leder an den besonders abgenütztes Stellen mit unseren heissesten Küssen bedecken. Die ganze Geschichte: Wiese. Lilie oder Rose, Haar und Mädchen, alter Handschuh und Küsse zusammengeuommen, nennen wir unsere Jugend. — „Und darum will ich nichts von der Frauenemanzipation wissen.” Die schöne' Zeit, da die Frauen noch nicht im Erwerbsleben steckten und ihre Hauptaufgabe war, die Härte des Lebens durch das Gegengewicht adeliger Zartheit aufzuwiegen, die Zeit, in der Herzls Jugend lag, muss eine schöne Zeit gewesen sein. Die Eleganz und Vornehmheit, die nicht nur in der äusseren Erscheinung Herzls lagen, sondern auch jede seiner Regungen und Gedanken, seinen Charakter und sein Verhältnis zur Umwelt bis zu seinem frühen Ende kennzeichnen, trotzdem er durch die harte Schule des politischen Kampfes zu gehen berufen war, sein adeliger Charakter war nicht nur ererbt, er war auch in der Atmosphäre, in der Herzl aufwuchs und lebte, gepflegt und genährt — Wenn Herzl diese Betrachtung schriebe, würde er wohl zum Abschluss zu seiner Bemerkung über die Grabstatt in Oesterreich, die er am 16. Mai 1903 in.sein Tagebuch eingetragen hat, spöttisch hinzufügen: Solange ich auf dem Friedhof in Döbling lag, hatte ich stets das Empfinden, dass mein Leben noch nicht vollendet sei. Jetzt erst, seit der Judenstaat gegründet ist und ich mein Grab in Jerusalem gefunden haben, fühle ich, dass ich nun wirklich endgültig begraben bin. — Aber das Mausoleum, das mir längst versprochen wurde, wölbt sich immer noch nicht über meinem Grab. Mein Volk hat sich schliesslich als gutes Volk erwiesen. Erst haben mir seine Politiker das Leben schwer gemacht, damit mir der Tod leichter falle, dann haben sie mich eine Zeit lang totzuschweigen versucht und jetzt, da sie1 mich endlich im Ehrengrab in der Heiligen Stadt haben, reden sie davon. dass ich eigentlich nicht tot bin, sondefn ewig leben werde, nur um sich den Bau der Kuppel über meinem Grab zu ersparen, die sie bereits vor Jahren durch Comite-Beschlüsse, Pressekonferenzen, Radiomeldung und Berichte ins Ausland versprochen haben. — Es ist nicht das erste Versprochen, das die politischen Berufsfunktionäre meines lie. ben Volkes mir gegenüber nicht gehalten haben, und ich bin ihnen darüber auch nicht einmal böse. Wenn sie die schöne Kuppel schon nicht mir zuliebe bauen werden, so werden sie sie doch eines Taegs im Interesse des Fremdenverkehrs errichten, denn fiir die Touristik hat sich sogar mein unfertiges Grab als grössere Attraktion und als anziehender erwiesen, als manche vollendete Wohnung eines lebenden Zionistenführers oder Staatsfunktionärs ob sie nun betont luxuriös oder betont bejORGE gdfAT DOUVILLE WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12; Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Lag b’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tischa b’Aw Tiaeha b’Aw Erew Rosch Hasch an« 5721 VON DER HEBRAEISCHEN UNIVERSITÄT iàm jft f. * Professor Benjamin Mazar, der Präsident der Hebräischen Universität, richtet das Wort an die Afro-Asiatische Konferenz für ökonomische Zusammenarbeit, die vor kurzem in Tel Aviv abgehalten wurde. — Von rechts nach links die Delegiertem aus Nigeria, Indien und Französisch-Sudan. Jlîtei&tlicke A oihen Kunstpreis Der jüdische Künstler Sali Hermann, der vor Jahren aus Zürich nach Australien ausgewandert ist, erhielt den höchsten australischen Kunstpreis den MeCaugbey- Preis für ein Gemälde. — Bereits zweimal hat er andere Preise erhalten. Ein neuer fulm William Wyler wird zusammen mit Sam Spiegel und Marlon Brando einen Film „The Chase” (Die Jagd) drehen, 100. Aufführung Das Kammertheater konnte den „Marius” von Pagnol und Ibsens „Puppenheim” („Nora”) kürzlich zum hundertsten Male auffüfiren. 7* VorsKrfhingen der „Nora” fanden in Tel Aviv statt, di* anderen auswärts. Ursprünglich gab es lange Debatten, ob das Stück als noch interessierend zur Aufführung kommen sollte. An die*e« Erfolg haben sogar die Befürworter nicht geglaubt. scheiden eingerichtet wurde. Den Touristen zuliebe wird man über meinem Grab eines Tages die versprochene Kuppel errichten — und dann erst werde ich auch vom offiziellen Standpunkt aus endgültig begraben sein. ( Am Tage der hundertsten Aufführung w’urden dem Regisseur Kurt Hirschfeld, Zürich, und dem Bühnenbildner Teo Otto als nochmalig* Anerkennung Zitrusfrucht* als Geschenk gesandt. Rekord-Verkauf Das preisgekrönte Werk von André Schwarat-Bart hat alle bisherigen Rekorde der Goncourt-Preisträger gebrochen, sogar die des ersten Romans von Françoise Sagan. Bereits sind mehr als 250.000 Bücher verkauft, und eine neue Ausgabe steht bevor. Film in Israel Baruch Dinner hat beschlossen, die Dreharbeiten für den Film „Ruth, die Moabiterin” im westlichen Galil durchzuführen. Das Galil soll die Gebirge Jerusalems darstellen, in denen sich die Geschichte Ruth abspielt. Das verlassene arabische Dorf Majar wird renoviert und soll das antike Bethlehem der Bibel darstellen. Der Exodus-Regisseur Otto Preminger soll sich über die Schwierigkeiten, in Israel Filme zu drehen, in mehreren Unterhaltungen geäussert haben. Es fehlen viele Einrichtungen, welche die grossen Ateliers, an die Preminger gewöhnt ist, sonst bieten. Wissenschaftlicher Austausch Jerusalem. — Wie Prof. Georgi Jankov Deadhof vom Medizinischen Institut in Sofia enthüllte, wird zw'ischen den Gesundheits-Ministerien Israels und Bulgariens gegenwärtig über den Austausch von Aerzten und wissenschaftlichen Informationen verhandelt. Der bulgarische Professor der zwei Wochen zu Besuch in Israël geweilt hatte, machte diese Erklärung kurz vor seiner Rückreise. Er äusserte, er habe über diesen Plan mit Minister Barzilai konferiert. (ITA) JETZT AUCH IN BUENOS AIRES: Internationale Brief marken- Auktion Sie haben dadurch die Möglichkeit, wirklich bedeutende Sammlungen, Raritäten, alté Briefe und wertvolle Sätze zu den im internationalen Handel üblichen Höchstpreisen zu verkaufen. Unverbindliche Beratung, auch sofortiger Ankauf gegen bar bei: Remate Filatélico JUAN J. HOLLER SARMIENTO 559 oficina 109 von 9—13 Uhr T. E. 49-4416 und 32-3180 Dan Toten zur Ehrung Eine Gedenkbeilage des „Jedioth Chadashoth”, Tel Aviv 25 Jahre ist es her, dass die „Jedioih Chadashoth” gegründet wurden. Keiner von uns ahnte damals, wie viele unserer Verwandten und Freunde den Weg in die rettende Freiheit nicht mehr finden würden. Zahllose Menschen, die uns nahestanden. sind gewaltsam umgekommen; andere von ihnen raffte das Leid dahin. Und auch unter denen, die hergekommen oder in andere Länder ausgewandert sind, hat dter Tod von Jahr zu Jahr neue Opfer gefunden. Die Toten zu ehren und ihrer zu gedenken, wollen wir in schlichter und eindrucksvoller Weise Gelegenheit geben. Der Verlag der „Jedioth Chadashoth” hat sich entschlossen, Gedenk-Inserate au veröffentlichen, die alle die gleiche Grösse und Form haben sollen. Gleichzeitig spenden die „Jedioth Chadashoth” auf den Namen des Verstorbenen einen Baum im K.IC.L.-Wald und die Angehörigen erhalten die namentliche Ürkunde zugestellt. Mit dieser Ehrung unserer Toten soll bei den Lebenden die siete Erinnerung an die furchtbare Vergangenheit wachbleiben; und wir sollen in unseren Bemühungen auf Frieden unter den Menschen bestärkt werden. Die Gedenk-Inserate in der Grösse IW’ x 2 Spalten sollen höchstens sechs Zeilen enthalten. Innerhalb des Rahmens können die Texte nach Wunsch geändert werden. Für die Veröffentlichung wird ein Einheitspreis von 15.— Dollar erhoben. Bestellungen an Jedioth Chadashoth Ltd., P. O. B. 1585, Tel Aviv, unter gleichzeitiger Ueberweisung des Betrages auf unser Konto Nr. 128.729 bei der Bank Leumi Le-Israel Ltd., Herzl St. 19, Tel Aviv.