Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-05-10 · 1776 (10.5.1960) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1776 (10.5.1960)
Date
1960-05-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611503--0383-9611505
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

X — Martes, 10 de May* de 1960 LA SEMANA IllAIL1TA Año XXI — No 1770 Zum 100; Geburtstag Herzls (Schluss von. Seite 1) Hirzl'mitten ins Herz. Das „aen Juden”, aer Masse des Volkes, den vielen Unbekannten, zugefügte Unrecht ve> .angte nach einem Advoka.en, nach einem Verteidiger aer bereit war, für eine gerechte Sache zu kämpfen, für eine gerechte Sache zu spr. hen, für eine gerechte Sache aufzutreten, gegen alte die sich dem Sieg des Rechtes über das Unrecht entgegenstellen würden. So wurde Herzl der Führer des Volkes, da es ihm gegeben war, nicht nur sein Fürsprech oder Verteidiger zu sein. 'Er suchte dieses Volk und fand es in seiner tiefen Gläubigkeit und Sehnsucht nach Zion. Herzl verstand. dass dieses tausendjährige Postulat seines Volkes der Rückkehr nach Zion die praktische Lösung zur Realisierung des Rechtes und zur Ueberwindung des Unrechtes ist. So wandelte Herzl durch seinen Genius den Glauben, die Hoffnung und die Sehnsucht nach Zion in die zionistische Bewegung um, so transponierte er die gewaltige Idee in die rauhe Wirklichkeit des nationalen und des politischen Kampfes den unser Volk um sein Recht austragen musste. Herzl ging mit jugendlichem Elan, mit der ursprünglichen. Begeisterung des Idealisten und mit der Lauterkeit seiner grossen Seele an das Werk, das er selbst garnicht veilbringen wollte, sondern nur mit seiner Schrift „Der Judenstaat” anzuregen beabsichtigt hatte. Er ahnte die Schwierigkeiten nicht die seiner harrten. Gewiss wusste er, dass er ein König ohne Land ist, dass er aber ein König ohne Volk sei, das sollte er erst langsam erfahren. Dabei öffneten sich ihm die Türen der Grossen, ihn haben Kaiser und Könige empfangen, er konnte mit allen Staatsmännern sprechen, als wäre er Dr, FREY Abogado PUEYRREDON XI90 17 ixq. nachm. 16—18 Uhr J. Liebling FOURRIERE — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ 5224 al 46 T. E. 43-2349/0340 y 3021 REAL PEN Füllhalter j REPARATUREN!; Spezialgeschäft CORRIENTES 569 i; TE. 49-5850^ Optica DIPL. OPTIKEN Sarmiento 829 T. E. 35 - 7356 wirklich der König des alten Juden Volkes. Erbitterten Widerstand fand er bei ¿len jüdischen Notabeln, bei den wohlhabenden und einflussreichen Person lichkeiten, die damals das jüdische Leben, vor allem in Westeuropa, beherrschten. Damit hatte Herzl nicht gerechnet. Je mehr die breiten Massen ihm zujubelten, desto verschlossener wurden die anderen. Die ersten grossen Enttäuschungen brachten seine Begegnungen mit dem Baron Hirsch dessen philanthropisches Werk Herzl schätzte. Aber der Baron verstand nicht, was Herzl wollte; auch er hielt ihn für einen Phantasten, obwohl er doch als Bankier ganz mit den Realitäten des Lebens verbunden gewesen ist. Heute wissen wir, wie wenig von diesem einst grandiosen Werk des Barons übrig blieb, Vom Winde verweht..., könnte man sagen, die Ländereien des Barons befinden sich heute bereits in einem nicht unerheblichen Teil in nichtjüdischer Hand die Siedler verlassen die Böden, das grosse Werk hat vielen zwar eine Hilfe geboten, aber in seinen Absichten ist es gescheitert, nicht nur dann, wenn man es mit dem vergleicht, was in Palästina und später Israel mit weniger Geld geschaffen worden ist. Es fehlte eben die Fahne. von der Herzl dem Baron gesprochen hatte, die Fahne, mit der man Menschen führt, selbst in das Gelobte Land... Aber der Baron war immerhin einer der ganz wenigen mächtigen Juden, die sich für ihr Volk einsetzten. Er war durchaus kein Gegner; er ahnte nicht dass der Träumer Herzl der wahre Realpolitiker gewesen ist, während er sich bei seiner Rechnung geirrt hat. Hirsch kolonisierte nach seiner Art und nach seinen Vorstellungen auch in Palästina, aber eben nur „auch”. Andere dagegen standen dem Zionismus völlig ablehnend, feindlich. gehässig gegenüber. Die saturierten westeuropäi- 3BE \Aia.tika! (Zkapaaux HUTSALON Ab April in B e 1 g r a n o {MOLDES 2 5 6 1 I T. E. 73-9229 j 73-9155 Judith Schenkolewski Kultusstickereien Schabbosdeck en - Tallisbeutel - Käppchen Mas-* rot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei von Bott- und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 78-8155 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSERN GESCHÄRFTEN KMtaridM SR, 4. Nt T. E. 46-4997 y 76-7*44 Botschafter in Zentralamerika Panama. — Botschafter Joshua N. Shai, der erste israelische Botschafter in Zentralamerika, ist vor kurzem hier eingetroffen, um dem Präsidenten der Republik Panama seine Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Er hat den Kontakt mit den Behörden des Landes hergestellt und ebenfalls mit der jüdischen Kollektivität Fühlung genommen. Der Botschafter wird von seiner Gattin begleitet. Nach einem kurzen Aufenthalt in Panama wird er Honduras, sehen Juden wollten nichts von nationaler Renaissance wissen. Solche Bestrebungen, so meinten sie, würden nur4 ihre allzu dürftige Gleichberechtigung erschüttern. So wurde den europäischen Juden eine vermeintliche Sicherheit ihrer bürgerlichen Existenz vorgegaukelt, die de facto niemals bestanden hat. Deswegen war das Erwachen auch so grausam, so überraschend, so tragisch. Eine besonders unglückliche Rolle im Kampf gegen die Wiedergeburt des jüdischen Volkes, das um sein Lebensrecht rang, spielten die sogenannten „Protestrabbiner”, wie Herzl sie in seinem berühmten Artikel vor dem 1. Zionistenkongress genannt hat. „Das Neueste in der Judenbewegung sind die Protestrabbiner. Max Nordau hat diesen Typus bereits mit einem Worte gebrandmarkt, das bleiben wird: Es sind die Leute, die im sicheren Boot sitzen und den Ertrinkenden, die sich an den Bootrand klammern möchten, mitjiem Ruder auf die ( den Männern, die sich der- Köpft schlagen. So ist schon jungen Bewegung entgegender gewöhnliche.- aggressive stellten, persönlich abzurech- Nikaragua. Costa Rica und El Salvador besuchen, da er in diesen Ländern ebenfalls akkreditiert ist. Sein Sitz wird sich in Ciudad de Guatemala befinden, wo man gegenwärtig die Botschaft einrichtet. Guatemala besitzt seit dem Jahre 1954 eine diplomatische Vertretung in Jerusalem. Bisher wurden I die anderen zentralamerikanischen Republiken in Israel durch Honorarkorsuln ¡und in Rom ansässige Repräsentanten vertreten — j (ITA) La Semana Israelita Bisem asiano: a parace to« Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda Verán twortlicü: Di. H. Swarsensky Pueyrreoon zl9b P iza T E 83-2613 Atono Preise Argentinien. $ 60.— pro Quartal ten Beteuerungen, die um die Gunst der Feinde winseln”, schrieb Herzl. Mit einer bewundernswerten Klarheit und Schärfe verurteilt Herzl diese Männer und ihre Einstellung: „Damit sie fürder nicht mit den guten Rabbinern verwechselt werden. wollen wir die Angestellten der Synagoge,, die sich gegen die Erlösung ihres Volkes wehren, die Protestrabbiner nennen.” Und er scheute sich nicht, ihre Namen abzudrucken und mit jüdische Zionsfeind. Nimmt man nun noch die Anstellung als „Seelsorger” einer grösseren Gemeinde hinzu, so ist der Protestrabbiner fertig.” Fünf Rabbiner hatten im Berliner Tageblatt und in anderen grossen Zeitungen ihre Stimme gegen die Abhaltung des 1. Zignistenkongresses erírbben. Sie hatten dabei Argumente eingeflochten, die als Denunziationen angesehen werden mussten und die auf alle peinlich wirkten. „Es ist eine jener verächtlichen und verachte- Auslandshilfe Washington: — „Angesichts de» stets gegenwärtigen kommunistischen Drohung” forderte Präsident Eisenhower kürzlich den amerikanischen Kongress auf, für das am 1. Mai beginnende Finanzjahr 4.175 Milliarden Dollar als Auslandshilfe zu bewilligen. Trotz der eindringlichen Worte, mit denen Eisenhower diesen Antrag begründete, glauben politische Beobachter, dass der Kongress nachdrücklich versuchen wird, diese Summe zu kürzen. Für das laufende Haushaltsjahr hatte Eisenhower 3,9 Milliarden Dollar beantragt. jedoch nur 3,2 Milliarden Dollar bewilligt erhalten. Es sei nicht nur im Interesse der USA, sondern der ganzen freien Welt, das amerikanische Auslandshilfeprogramm fortzusetzen, erklärte Eisenhower jetzt. Nach seinen Vorschlägen ist etwa die Hälfte der gesamten Summe-für die Militärhilfe vorgesehen, insgesamt zwei Milliarden Dollar. Die andere Hälfte gilt vor allem der wirtschaftlichen und technischen Unterstützung. Mohel N. Plaksin Supon 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 neri. Er verwehrt sich dagegen den Zionismus als eine Partei — unter anderen — hinzustellen. Denn der Zionismus ist keine Partei und war niemals eine solche. „Man kann zum Zionismus von allen Parteien kommen, gleichwie er alle Parteien eines Volkslebens umfasst. Der Zionismus ist das jüdische Volk unterwegs. Und darum ist das Verhalten der Protestrabbiner ein ungeheuerliches.” Man kann diesen Worten Herzls heute nichts hinzufügen. Nur dass inzwischen seit dem Jahre 1897 einiges geschehen ist, wodurch die Lage unseres. Volkes fundamental geändert wurde. Millionen Tote, nicht zuletzt, weil man Herzls Worte nicht verstand und protestierte. Und die Erfüllung des Herzischen Traumes, die Entstehung des Staates Israel, der gerade seinen 12. Jahrestag begehen konnte. — An den Grundwahrheiten der Herzischen Auffassung über Zionismus hat sich nichts geändert. Zionismus ist auch heute „das jüdische Volk unterwegs” auf seinem Wege zur Wiedergeburt zur Erlösung, zur Konsolidierung seines Lebensrechtes. Herzl hat sich in diesem NERVENu. GEMUETS-I KRANKHEITEN f Dr. M. J. Kuhn l t BULNES 1930, pl. b., 1? | T. E. 80-0249 4 1 Mont., Mittwoch. Freitag f 117—20 Uhr. Tel.’ Anmel- I ' dung erbeten. { I Dr- 1 [ B.Schwarcz j ZAHNARZT \ [eSTOMBA 2283 — 52-8214 j 1 4 i i I RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTUCHEH Malerarbeiten? CONDE 2318 3. E. 787533.. um IMItI Kampf um das jüdische Recnt verzehrt. Als der 1. Kongress ihn zum Präsidenten der Zionistischen Organisation wählte, war er gerade 37 Jahre alt geworden. Er starb nur 44 Jahre alt, ein Opfer der selbst gestellten Aufgabe, ein Opfer der selbst gewollten Einsatzbereitschaft. ein Opfer des aufreibenden Kampfes für die Jude:., eines Kampfes, der 44 Jahre später durch die Proklamation des Staates Israel gekrönt wurde. Herzl, von vielen und den „grossen” Notabein seiner Zeit an gefeindet und persönlich angegriffen, hat durch seine Idee und seine Bewegung über sie a^te triumphiert, deren Namen .man kaum noch kennt die in die Vergessenheit verfielen, wei; sie den Pulsschlag ihres Volkes überhörten und fremden Göttern dienten. Das ist das sicherste Zeichen für den Genius emes Menschen, dass er auch über seinen Tod hinaus lebt und wirkt. Herz ist nicht tot. Seine sterblichen Ueberresta runen Euf einem Berge Jerusalems, der alle anderen Gipfel über- * St. Von d-ort aus schweift der Blick über das Land, in die Ferne. Dieses einsame Grab symbolisiert die einsame Höhe eines Meuscnen, der gegen den Strom seiner Zeit das Volk zur Besinnung und zur Umkehr gerufen hat. Das Volk lebt, der Staat lebt. Das Andenken an Theodor Herzl, der unsere Wirklichkeit voraüsgeschaut hat, wird von einem dankbaren Volk niemals vergessen werden. Sein Wort bleibt bestehen, seine Mahnungen haben nicht an ihrer Gültigkeit verloren. Sein Werk lebt, seine Bewegung wird weit:rarbeiten, um zu vollenden, was er wollte. Dr. DARIO COHEN CIRUGIA Pampa 2926 -Solicitar hora SEÑORAS T. E. 73-1116 VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL IMANSKY? SARMIENTO 3116 4 i?. E. 87 1362 ¡Dr. BENJAMIN L1PNIZKY! ZAHNARZT 1 ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE- HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- I LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG j Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend J nach vorheriger Vereinbarung. 1 JOSE HERNANDEZ 2518 T. R. 76-8873 und 73-8560 | Dr. L. KLEIN Medico $ Magen, und Darmkrankheiten | Röntgen-Untersuchungen £ SPRECHSTUNDEN: iMontag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhrjj I Es wird gebeten, ssch vorher telefonisch anzumelden >; fSANTA FE 1391 T. E. 44-9493 a. 44-1542 Dr. Bernardo Goldstein MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radio X — Durchleuchtung — ElectroeardiegvaniM CUBA 2141 T. E. 73-8762 «. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag« 15—18 Uhr Sonnabend: N—16 Uhr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.