Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1774 (3.5.1960)
- Date
- 1960-05-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611485--0367-9611489- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
LA SEMANA ISRAELITA M»rte Zu Einsteins iüniteni Todestag I ITCD A Tijn Drei Juden aus dem mit- Cfir A T HAT dpat mri\nT\T __ ... A A W Drei Juden aus dem mitteleuropäischen Kulturkreis haben das Antlitz unserer Zeit mitbestimmt und gewandelt: Karl Marxi der die soziologischen Grundlagen erschütterte Sigmund Freud der der Psychologie und Psychiatrie neue Wege erschloss, und Albert Einstein, der das physikalische Weltbild revolutionierte. Albert Einstein wurde 1879 in Ulm geboren und stammte aus dem assimilierten süddeutschen Judentum. 1905 begründete er die Lichtquellen-Theorie, die die Grundlage der Photochemie wurde und sich auf das Gesamtgebiet der Strahlungen erstreckte; im gleichen Jahr wurde Einsteins bedeutendste Entdeckung konzipiert, die Relativitätstheorie die seinen W eltruhm gründete und ihm 1921 den Nobelpreis eintrug. Später folgte seine Grundformel der Materie. von SCHALOM BEN-CHORIN Jahrhundert in der apokalyptischen Gestalt Hitlers aus dem Abgrund aufstieg, nicht mehr mit gewaltlosem Widerstand im Sinne Gandhis bekämpft werden konnte, sondern nur durch Ueberbietung der Gewalt. ZIONISTISCHE SYMPATHIE Einstein stand bereits seit dem ersten Weltkrieg der zionistischen Bewegung na- DIE TRAGOEDIE DES FRIEDENSFREUNDES So wichtig Einsteins Entdeckungen waren, wurden seine Leistungen für die Wissenschaft von einer Tragik überschattet, die derjenigen Alfred Nobels gleicht. Nobel erfand bekanntlich das Dynamit, und als ihm die verheerende Wirkung seiner Entdeckung bewusst wurde, stiftete er den Friedenspreis. Einstein war ein leidenschaftlicher Friedenskämpfer und gehörte in den zwanziger Jahren dem Comité für geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund an. einer gewissen politischen Naivität, wie sie gerade ^em Genie oft eigen ist, liess CT sich sogar nicht selten 3on der radikalen Linken zu Manifesten gebrauchen. i Gerade dieser Friedenskämpfer aber musste sozusagen zum geistigen Vater der furchtbarsten VernichiVngsgefahr aller Zeiten Werden. Die Atombombe, fcieses Damoklesschwert, das ber unserer gesamten Zivijtion drohend schwebt, Seht fraglos mit auf Ein- Jçïn zurück. Es ist bekannt iSs Einstein auch mit der nerikani sehen Atombombe yér Hiroshima, die den Seiten Weltkrieg beendete, Êgïasst war. Einstein litt iwer an der erbarmungsfeen Erkenntnis, dass das wie es in unserem MAIMÖNIDES \ 114'S 14*04 »inJG «tf «nkbuc* $ 650. VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES OUKRUCHAGA 1280 — T. E. 71A7W 8m b«*i«h«n durch alle einschlägigen Buda, han diungen und durch di« JUXDISCHE WOCHENSCHAU NUKTRREDON 1188 1* — T. K. 88 *818 bruar 1919 gelang, Einstein erstmalig für den Zionismus zu interessieren. Einstein der schon vorher vom Zionismus und dem Aufbauwerk in Palästina gehört hatte, war bis dahin einer persönlichen Stellungnahme ausgewichen. Drei Argumente hatten ihn zuerst vom Zionismus ferngehalten. Er glaubte, dass die Juden zu intellektueller Beschäftigung geboren seien, und die von den Zionisten propagierte Umschichtung der Juden zu Landwirtschaft und Handwerk erschien ihm so als Rückschritt. Er war ferner der Ansicht, dass die religiös-geistige Entwicklung der Juden in der Diaspora einen Typus geschaffen hatte, der nicht mehr nach dem Orient zurück verpflanzt werden könne. Schliesslich erkannte Einstein die Gefahr eines jüdischen Chauvinismus, zu dem der Zionismus führen konnte. DER EINFUSS KURT BLUMENFELDS he. Er gehörte dem Kuratorium der Hebräischen Universität in Jerusalem an, deren physikalisches Institut nach ihm benannt wurde. In Reden und Schriften nahm er schon in den zwanziger Jahren für den Aufbau Palästinas Stellung, und nach dem Schicksalsjahr 1933, das ihn selbst in die Emigration von Berlin nach Princeton (USA.) führte, wurde er ein unermüdlicher Anwanlt der Rechte des jüdischen Volkes auf ein eigenes Heim. Insbesondere galt sein Interesse dem Werk der Rettung jüdischer Jugend, wie es durch die Jugend-Alija betrieben wurde. Welch seltsame Fügung des Schicksals war es, dass Einstein seine zweite Heimat Amerika zum ersten Mal 1921 auf einer zionistischen Propagandareise kennen lernte, die er gemeinsam mit Dr. Weizmann für den Keren Hajessod unternahm. Wenn man von der zionistischen Tätigkeit Einsteins spricht, so muss man den Namen Kurt Blumenfeld erwähnen, des verdienten Führeres des Zionismus in Deutschland, dem es im Fewir dürfen es erleben, dass die Deutschen gestraft und gedemütigt werden. Ich fürchte aber, dass es wegen der Rivalität der ,Alliierten' nicht energisch genug ausfallen wird.“ Es ist der Kunst Blumenfelds, Menschen zu behandeln, gelungen, Einstein dahin zu bringen, dass er sich der zionistischen Bewegung zur Verfügung stellte, obwohl er als reiner Universalist und Humanist mit einer reservatio mentalis die jüdische Sache vertrat. Kurt Blumenfeld zitiert in seinen Erinnerungen folgendes für Einstein so charakteristisches Bekenntnis: „Ich bin gegen Nationalismus, aber für die zionistische Sache. Der Grund ist mir klar geworden. Wenn ein Mensch beide Arme hat, und er sagt dauernd ich habe einen rechten Arm, dann ist er ein Chauvinist. Wenn einem Menschen aber der rechte Arm fehlt, dann muss er alles tun, um das fehlende Glied zu ersetzen. Deshalb bin ich in meiner menschlichen Haltung ein Gegner des Nationalismus. Als Jude aber bin ich für die jüdischnationalen Bestrebungen des Zionismus.“ Von diesem ersten Be- Bekenntnis bis zu der Propagandafahrt mit Weizmann war natürlich noch ein langer Weg. Diese Reise wurde für Einstein, wie Blumenfeld schreibt, zu einem grossen jüdischen Erlebnis; es brachte ihn zum ersten Mal in Kontakt mit den jüdichen Massen. Noch fast 25 Jahre später schrieb er an Blumenfeld: „Ich fühle, dass ich Ihnen näher stehe, als ich selber geglaubt hatte... Es sind nun fast 25 Jahre seit Ihrem ersten Besuch bei mir, bei dem Sie mich zu der Reise nach USA überredeten. Es war eine gute und nötige Sache, und auch angenehm, nachdem es überstanden war... „Ich beneide Sie nicht, dass Sie es mit politischen Fragen zu tun haben, dies Gebiet, auf dem Dummheit und Bosheit in edlem Wettstreit ewig das Feld behaupten. Wenigstens scheint es, EINSTEIN UND RATHENAU Spuren von So dorn M von MOSCHE (JERScHi In den zwanziger Jahren war die Aktivität Blumenfelds zugleich darauf gerichtet, Walter Rathenau für den Zionismus zu gewinnen; die Gespräche zwischen Rathenau, Einstein und Blumenfeld, wie sie von dem Letzteren in seinen Erinnerungen kurz festgehalten werden, beleuchten schlagartig die geistige Situation des deutschen Judentums dieser Jahre. Obwohl bürgerlich gleichberechtigt und kulturell .und wirtschaftlich integriert, spürten sie doch das Wetterleuchten einer heraufziehenden Katastrophe. Aber während Einstein den Schritt zum Zionismus vollzog, konnte Rathenau sich nicht von der deutschen Schicksalsumklammerung lösen die für ihn tödlich endete. EINSTEINS BEZIEHUNG ZUM ZIONISMUS Blumenfeld hat festgestellt, dass man Einsteins Beziehungen zum Zionismus nicht überschätzen darf; aber Einstein war ein Mann, der Treue hielt. Und wenn das Politische und Jüdische auch für ihn lebenslang peripher blieben," so verschloss er sich doch nie einem zionistischen Ruf, wenn es galt, mit der Autorität seines Namens den Selbstbefreiungskampf des jüdischen Volkes, seines Volkes, zu stärken. Das Angebot, als Nachfolger Weizmanns die Präsidentschaft Israels zu übernehmen, musste er ablehnen, da ihm Politik und Repräsentation fern blieben; die Wohlfahrt und die Interessen des Staates Israel blieben jedoch seinem Herzen stets nahe. Ueber den Untergang von Sodom und Gomorrha, die nach biblischer Uerberlieferung vom Grollen Gottes für den sündigen Lebenswandel ihrer Bewohner vom Erdboden weggewischt wurden, finden wir immer wieder Berichte von Historikern aus uralter Zeit. So schreibt z. B. Tacitus: „Unweit des Toten Meeres erstreckt sich ein Flachland das einst mit blühenden und grossen Städten bedeckt war. Die Städte wurden vom Blitz zerstört.“ Ein weiteres historisches Zeugnis aus dem Jahre 20 unserer Zeitrechnung besagt: ,,In der Ueberlieferung der örtlichen Bevölkerung heisst es, dass in dieser Gegend einst 13 Städte blühten und gediehen. Es wird sogar behauptet, die Mauern von Sodom stehen da noch heute. Das Wasser hat sie aber infolge eines schrecklichen Erdbebens verschlungen, das von einem Schwefel¬ und Feuerregen begleitet war“. So könnte man noch eine ganze Reihe historischer Daten aus ur:lter Zeit zitieren, die alle von einer furchtbaren Naturkatastrophe sprechen, der die beiden biblischen Städte zum Opfer gefallen sein sollen. Die Vielzahl dieser Berichte und ihr Uebereinstimmen im wesentlichen Punkt — der Art des Untergangs der sagenhaften Städte beweist, dass wir es bei dieser biblischen Ueberlieferung mehr als nur mit einer Sage zu tun haben. Natürlich wurden im Laufe der Zeit viele Theorien aufgestellt, die den Untergang der beiden Städte erklären wollen. Letzthin trat sogar in der Zeitung „Literaturnaja Gazeta“ ein sowjetischer Gelehrter mit ganz phantastischen Behauptungen hervor. Er will Spuren und gewisse Beweise gefunden haben, die die Annahme nahelegen, in Sodom seien im schicksalschweren Jahre mit einem Raum- Schiff Menschen aus einem anderen Sonnensystem gelandet. Bevor sie wieder ins Unendliche starteten, hätten sie überflüssig gewordene Reservemengen an Energiestoff verbrennen müssen, was unter den fürchterlichsten Explosionen atomarischen Charakters vor sich ging. Der charaKteristische Pilz sei dabei zum Himmel aufgestiegen (die Bibel berichtet von einer Rauchsäule), was die Menschen weit und brei. beobachten konnten. Die Bewohner von Sodom seien von den Sternenbesuehern vorher aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen; und wenn es in de. Bibel heisst; sie durften sich auf ihrer Flucht nicht Umsehen, so etwa deshalb, weil eine Begegnung mit starken radioaktiven Strahlen sofort das Augenlicht zerstöre, wovor die sündigen Sodomer von besagten Sternenoesuchern angeblich gewarnt wurden. Soweit der russische Professor in der „Literaturnaja Gazeta“. Nim, es gibt natürlich auch viel handfestere und weniger phantastische Theorien, die das uralte Rätsel klären wollen: Manche Gelehrten glauben, die Naturkatastrophe von der einhellig alle Quellen erzählen, sei ein starker Vulkanausbruch. gewesen. Andere wieder meinen, es habe sich um ein mächtiges Erdbeben gehandelt, wobei gewaltige Gasmengen aus dem Erdinnern explosionsartig hervorsie brachen: in riesige" Himmel a einen starke incb »erbrei Jclären ¿en all® nieder von i leifeuer die ■ Diese letzt det eine b iräftigung eines deutsi aus dem Ja Tourist H1£ schreibt: „Ein stark« eignete sich vom Toten lauchwolke, sie in der Bi ist, stieg imi höher auf. G: ¿em Innern tot, genau Jahren, sie e ¿eich, und Schwefelgeru Die Wissen; aber mit Sa| md Theorien neu. Deshalb je Forscher“! lfer des Tote durch den u Salzgehalt des ja und Faun stacht, wo lese Dasein wden ist. i .geschlagen. D .jfdüionschefs ¿mische Pr Tcceat Bar x der Beirut mi Mr. Ms '■ICtglied der a Tirtschaftskor ttejordanier Alich. den ti Städte Sc arrha auf stfc. Barwood isi *r Froschm mm bed zu verti md so ist "Nuevo Rosiro eta el Espejo", de Yael Dayan. Editorial Candelabro, Buenos Aires 1960. „Editorial Candelabro“ bringt als erstes Buch seiner diesjährigen Publikationen das Werk der jungen israelischen Schriftstellerin Yael Dayan, „Ein neues Gesicht im Spiegel“, das einen beispiellosen Sensationserfolg in englischer Sprache hatte und auch zu den am meisten und am hitzigsten diskutierten Büchern über Is. rael und seine Jugend gehört. In Buenos Aires hatten einige Mitglieder unserer Kollektivität die Herausgabe dieses Buches zu verhindern versucht, und es war das Verdienst des dynamischen Leiters dieses erfolgreichen Verlages, des kürzlich verschiedenen Dr. Abraham Mibashan, diesen Bestseller endlich doch der jüdischen Jugend und dem argentinischen Leserpublikum in spanischer Sprache zugänglich gemacht zu haben. Yael Dayan ist eine neunzehnjährige Israelin, die mit unverblümter Offenheit ihre Erlebnisse und Eindrücke als Soldat des jüngsten Heeres der Welt schildert. Sie besitzt natürlich nicht die Abgeklärtheit einer achtzigjährigen Matrone und sieht deshalb alle Probleme der Jugend mit jungen Augen Yael erzählt ihre Erlebnisse als Soldatin, die zusammen mit anderen israelischen Mädchen, die wie sie zum ersten Mal aus der Sorglosigkeit des Elternhauses herauskommen, hier in dem Schmelztiegel des israealle di Flauen, die ir arabisch« iea gefallen; Ebenso stel Hohelied ' Eil der Med ‘ * die Soli ' quer du sind V Scho erg 'einzelnen es t Israel - Marken (■ grÖMter Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN-NUM- ¡1 MER - MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) - vot.r. VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUKNSWUERDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 M*. CABILDO lischen Heeres, wo Mädchen aus allen Ländern der Welt zusammenströmen, zu einer Einheit zusammengeschmolzen werden. Yael Dayan nennt die Heldin ihres Buches Ariel, die gleich ihr die Tochter eines hohen israelischen Militärs ist und nun die schwere Schule des Militärs, die bisher Mädchen nie kennengelernt haben, durchmachen muss. Ihr treuester Begleiter und einziger Freund wird ihr Gewehr, das sie keinen Augenblick aus den Augen lassen darf, . und das neben ihr im Bett griffbereit liegen muss. Die . Eindrücke der ersten Nacht * e. allein in der droheni- ’ e den Finsternis, in der alle Mädchen die Angst vor dem Alleinsein überwinden müssen, sind meisterhafte Schilderungen eines grossen Talents. Auch die anderen Kapitel über das harte und strenge Soldatenleben und vor allem die Beschreibung der Kameradschaft, die sich allmählich unter den jungen Mädchen bildet und sie zu neuen, ganz anderen Menschen formt, erweckt das Interesse des Lesers, der hier in ein Milieu versetzt wird, das ihm völlig unbekannt war. Diese israelischen Soldatinnen haben der Welt bewiesen, dass sie gleich ihren männlichen Kameraden «t ein J*8®'«rtt SS* “s. das d ¿An»*':-.