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Jüdische Wochenschau · 1960-05-03 · 1774 (3.5.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1774 (3.5.1960)
Date
1960-05-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Maries, 3 de Mayo de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Der Vater des Judenstaates Die Zeit des Auftretens von Theodor Herzl in jüdischer Sache war so, als c 3 das jüdische Schicksal selbst hierfür das Jahr 1896 festgesetzt hätte. Wäre er sechs Jahre früher in der jüdischen Gasse erschienen, da noch Leon Pinsker, Vorsitzender des Odessaer Komitees der Chovevei Zion lebte, so hätte Herzl wahrscheinlich die zionistische Führerschaft nicht übernommen oder nicht übernehmen können. Auch für die nichtjüdische Welt war das Jahr 1896 ein Zeichen der Zeit. Rev. William H. Hechler, Kaplan der englischen Gesandtschaft in Wien hatte schon früher durch biblische Berechnung das Jahr 1897 als den Beginn der Rückkehr der Juden nach Palästina angekündigt. Alle poli- Was ist JET-LINE? Schlank und chic! . . . Die Männer schlanker erscheinen lassen — ist die Devise der neuen Modelinie. 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Auch sein Leben und seine Judenerlebnisse waren für seine Mission — wie vom Schicksal vorgezeichnet. Theodor Herzl (2. Mai 1860—3. Juli 1904) war der Sohn eines Emigranten. Sein Vater Jakob Herzl verliess zuerst seine Heimatstadt Semlin, nicht weit von Belgrad, um in Debreczin einen Beruf zu erlernen und nach einigen Jahren liess er sich in Pest (Budapest) nieder. Hier heiratete er und als Theodor Herzl 18 Jahre alt wurde, wanderte er wieder aus, diesmal nach Wien. Theodor Herzl inskribierte im Jahre 1878 an der Wiener Universität und besuchte die Vorlesungen an der jüdischen Fakultät. Zwei Jahre später wurde er Mitglied der Burschenschaft „Albia“. Bunte Kappen und Bänder, Kneipen und Mensuren, wie auch die Freundschaft zu einigen Alben, reizten den jungen stud jur. Theodor Herzl der „Albia“ beizutreten. Herzl erschien oft auf der Albiabude in „Geyers Restauration“, im „Couleurcafé“ Kress und am 11. Mai 1881 hatte er eine Mensur. Herzl und sein Gegner Karl Koch hatten je einen „Blutigen“ bezogen und der „Unparteiische“ von Strohbach erklärte die Partie für Ausgeschlagen“. Am 13. Februar 1883 starb Richard Wagner und die Wiener Studenten machten Vorbereitungen, um einen festlichen „Richard Wagner- Kommers zu veranstalten. Auf dem Kommers im grossen Sophiensaal bildete die Rede Hermann Bahrs von der „Albia“ den Höhepunkt der Veranstaltung. Er beschäftigte sich nicht mit der Musik Wagners, sondern mit dem ,Wagner-Antisemitismus“. Alben und Antise- “Reisebüro VIA WINDt 9 FLUGPASSAGEN | FÜR IN- UND AUSLAND f j|25 de Mayo 189 — T. E. 33-4146|?♦•——————————————f Seguros Schottlaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T.E.: 82-1732 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO“ «EHO HUTSCHNECKER CONSTITUYENTES 4m Avflta. (Ecke Momrcw) T.L« jubelten Bahr nach „gelungenen Rede“ miten seiner zu. Herzl fühlte sich in seiner Ehre als Mensch und als Jude und in seinem Stolz als Freund von Bahr und den anderen Couleurbriidern verletzt und teilte in einem Schreiben der „Albia“ mit, dass er nicht mehr in dieser Verbindung bleiben könnte, da er sich als „Semite“ fühle. Die „Judendebatten“ in der „Albia“ und sein „Albia-Erlebnis“ erweckten in Herzl Interesse für die Probleme des Antisemitismus und des Judentums. Er las vor allem die Bücher des Antisemiten Eugen Duehring, der zu den „Klassikern“ der antisemitischen Literatur gehört. Duehring wollte für die Juden ein „Ghetto“ einrichten. . Seit dieser Zeit beschäftigte sich Herzl mit dem Problem „.Ghetto“. Weg aus dem Ghetto! Hinaus aus dem Ghetto! — das war schon damals für Herzl eine Lösung der Judenfrage. Als Pariser Korrespondent der „Neuen Freien Presse“ in Wien wurde sein Name in politischen und literarischen Kreisen bekannt. Aber das Judenproblem gab ihm auch in Paris keine Ruhe. Hier las er die Bücher von Eduard Drumont. den französischen Duehring, Herzl als Journalist und Schriftsteller musste zur Feder greifen und in fast „drei seligen Wochen“ der Glut und Arbeit schrieb er im Oktober 1894 das Drama ..Das Neue Ghetto’. Das Stück hatte eine Tendenz und die lautete: Juden, hinaus aus dem Ghetto! Mitten in seiner Arbeit am Drama „Das Neue Ghetto“ war er Zeuge eines sensationellen Prozesses. Alfred Dreyfus, Kapitän der französischen Armee, wurde des Hochverrates angeklagt und verurteilt. Herzl sass als Berichterstatter der „Neuen Freien Presse“ beim Pressetisch und ein Journalist, der nicht wusste, dass Herzi Jude sei, sprach ihn an. Er meinte: „Was liegt daran, wenn Dreyfus verurteilt wird — er ist doch nur ein Jude...“ Nun fragte sich Herzl: Juden, hinaus aus dem Ghetto — aber wohin? Seine Antwort lag im Titel seiner Broschüre „Der Judenstaat“. Nach der Veröffentlichung des ..Judenstaates“ (1896) ging Herzl daran, seine Pläne zu realisieren. Seine erste praktische Leistung war die Einberufung des ersten Zionistenkongresses (1897). Delegierte aus aller Welt kamen in Basel zusammen, formulierten das zionistische Programm und nahmen die Vorschläge von Herzl an. Der Zionistenkongress eröffnete die Geschichte des modernen Zionismus und war das wichtigste jüdische Ereignis des 19. Jahrhunderts. Für Herzl war die Lösung der Judenfrage keine interne jüdische Angelegenheit, sondern ein internationales Weltproblem. Er weilte beim Grossherzog von Baden, wurde vom Sultan in Konstantinopel empfangen verhandelte mit Kaiser Wilhelm, mit Goluchowski, dem österreichischen Aussenminister, mit Plehve und Witte, den russischen Ministern, sah den König von Italien und Papst Pius X. Es gelang ihm, Lord Rothschild für den Zionismus zu gewinnen und im Jahre 1902 wurde er von Joseph Chamberlain, dem englischen Kolonialminister, empfangen. Chamberlain versprach Herzl zu helfen, um El Arisch zu erhalten. Aber Aegypten machte Schwierigkeiten. So kam es, dass er dann Uganda anbot. Lloyd George, in dessen Kanzlei der „Charter“ ausgearbeitet wurde beteiligte sich in der Diskussion über Uganda, und auch Arthur James Balfour, der damalige Ministerpräsident. Herzl berichtete darüber auf" dem sechsten Zionistenkongress (1903) und schliesslich wurde Uganda sogar als „Nachtasyl“ abgelehnt. Herzl setzte seine Arbeit für ein jüdisches Palästina fort, aber mitten in seiner Arbeit, kaum 44 Jahre alt, starb er und wurde in Wien begraben. Seine Bestrebungen wurden fortgesetzt und 13 Jahre nach seinem Tode wurde dem jüdischen Volk der „Charter” — die Balfour-Deklaration — gegeben. Und die Balfour-Deklaration führte zur Errichtung des Staates Israel. Ein Jahr nach der Entstehung des jüdischen Staates wurde Herzls letzter Wunsch erfüllt und seine sterblichen Ueberreste wurden von Wien nach Jerusalem überführt. USA-Regierung nimmt Stellung Washington. — Die Ansichten der USA-Regierung über die ägyptische Blockade des Suezkanals wurden vor der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten von dem Beigeordneten Staatssekretär für den Nahen Oste, G. Lewis Jones, auseinandergesetzt. Jones äusserte, die Spannung an den Grenzen zwischen Israel und der VAR „scheine geringer geworden zu sein”. Andererseits betonte er, „ein besonders schwieriges und ständiges Problem in den Beziehungen zwischen beiden Nationen bilde die Frage der Beschränkungen, denen die Durchfahrt israelischer Schiffe und Frachten durch den Suezkanal unterliegt.” Jones versicherte, die USA hätten immer wieder das Prinzip der freien Schiffahrt im Suezkanal ebenso wie 23 andere Regierungen unterstützt, was auch in Erklärungen fcei der jüngsten UN-Generalversammlung zum Ausdruck gebracht wurde. Er fügte hinzu, das State-Department vertrete auch heute noch den Standpunkt, dass „die UN die besten Möglichkeiten bietet, eine Lösung dieser Streitfrage herbeizuführen“, weshalb das „State Department die Bemühungen des UN-Generalsekretärs unterstützt.” Trotz der in dieser Richtung von den USA und den UN unternommenen Schritte, „zeigt sich weder die VAR noch Israel bereit, zu verhandeln oder zu einem Kompromiss zu gelangen”, um das Problem der arabischen Flüchtlinge zu lösen, setzte Jones hinzu. Solche Verhandlungen c-’er Kompromisse seien jedoch rotwendig, um rein dauerndes und friedliches Abkommen zu gewährleisten. Aus diesem Grunde müssten die Vereinigten Staaten weiterhin dem UNWRA-Programm ihre Unterstützung leihen, denn „das Verschwinden dieser Flüchtlings-Organisation wiird-- ernste Schwierigkeiten für die innere Sicherheit aller arabischen Gastländer nach sich ziehen und einen Schlag für die allgemeine Stabilität im Mittelosten bedeuten, was sich auch ungünstig auf Jsraels Sicherheit auswirken müsse.” Jones bezeichnete die Flüchtlingsfrage als die „schwerwiegendste” in de.. Differenzen zwischen Israel und den Arabern, und „wir uns selbst betrügen würden, wenn wir sagen, es sei hier eine Hoffnung auf eine baldige Lösung vorhanden”, führte er aus. „Die Lösung muss von den direkt Beteiligten gefunden werden, und sie kann ihnen nicht von aussen her aufgezwungen werden.” (ITA) : ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ¡! Dr. Hardi Swarsensky! % i t t i $ Í I * Í î S « t t Asuntos Europeos exclusivamente £ Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr $ ___ t I Dr. Günter Frey ¡ Asuntos Argentinos y Sudamericanos f TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN ¡ VERTRAEGE - VERWALTUNGEN ¡ BUEROZEIT: 10—12 und IS—18 Uhr PUEYRRBDON 21S0 esq, At. LAS HER AS T. I. 8S-261S

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