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Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. Seite 11

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German, Spanish
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Viernes, 29 de Abril de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1773 11 Georg Herliiz zum 75.Geburisíag ier iür I. L. Perelz "Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, die Du mir nennsi — Und warum keine? Aus Religion". Dies kühne Paradox Friedrich Schülers könnte als Motto über dem Lebensweg von Dr. Herlitz stehen, der kürzlich in Jerusalem seinen 75. Geburtstag beging. Georg Herlitz stammt aus der Gemeinde Oppeln (Oberechlesien), in welcher Leo Baeck als junger Rabbiner wirkte. Und Herlitz wurde Baecks Schüler — nicht nur im Gymnasium, sondern ein Leben lang. Bald erkannte Rabb. Dr. Baeck die besonderen Interessen und Fähigkeiten des jungen Herlitz.Er unterrichtete ihn privat in Midrasch und anderen Fächern der hebräischen Literatur und erweckte in Herlitz damit den Wunsch zum judaistischen Studium. Herlitz bezog auch tatsächlich die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, das liberale Rabbinerseminar, aber er sprang aus dem Talar, wie er .s einmal scherzhaft bezeichnete, noch ehe er die Schlussprüfungen ablegte. Hingegen führte er sein Universitätsstudium als Historiker zu Ende. Es waren wohl zwei Motive, die Georg Herlitz veranlassten, sich nicht dem Rabbinerberuf zu weihen: seine klare Entscheidung zum Zionismus, die damals für einen liberalen Rabbiner ein Hindernis ersten Ranges bildete und — weit tiefer noch — seine Skepsis gegenüber allen Formen organisierter Religion, die im Alter noch stärker wurde und ihn veranlasste, mehr und mehr den Weg eines ganz individuellen Gottsuchers einzuschlagen. Judentum wurde für Herlitz, den gründlichen und tiefen Kenner der historischen Entwicklung des jüdischen Volkes, zu einem nationalen Begriff, wobei er die religiös-schöpferischen Impulse dieses Volkes immer als das Zentrale anerkannte, aber die dogmatische und ritualistische, die gesetzliche und brauchmässige Verfestigung der Ideen als zweitrang g empfinden musste. Seine jüdisch-historischen Interessen führten Herlitz bald zur Arbeit am Gesamtarchiv der deutschen Juden (1911—1916). aber erst in der Gründung und beim Aufbau des Zionistischen Zentralarchivs fand er seine eigentliche Lebensaufgabe.Von 1919 bis zum Unheilsjahr 1933 lei- Círculo Religioso Israelita BET ISRAEL entbietet zum 12, Jahrestag des Yom Ha’atzmaut der Regierung von Medinat Israel, dem Volke Israel in Zion und in der Zerstreuung seinen Gruss. | Forum Sionista Bar Kochba ► VORSTAND und MITGLIEDER erklären am Unabhängigkeitstag Israels ihre Solidarität und Verbundenheit mit dem Volk und der Regierung Israels list die Forderung, die an alle Zionisten am 12. JOM HAAZMAUTH ¡ergeht. Die uns gestellten Aufgaben | beim weiteren Aufbau des | STAATES ISRAELI | verlangen den vollen Einsatz jedes Ein- zelnen. Theodor Herzl Gesellschaft! tete Dr. Herlitz das Zionistische Archiv in Berlin, in der Meineckestrasse 10 (ein Begriff für Zionisten aus Deutschland) und Übei siedelte 1933 mit dem Archiv nach Jerusalem, dessen Direktor er bis zu seiner Pensionierung wurde. Tausende von Akten und Briefe gingen durch seine kundigen Hände. Er kennt jedes Detail der nat.onalen Bewegung des jüdischen Volkes als unvergleichlicher Fachmann auf diesem Gebiete neuer jüdischer Geschichte. Sein Handnuch „Das Jahr des Zionisten“ (1949) ist für jeden unentbehrlich der sich mit dieser Mater;e befasst. In zahllosen Artikeln und grösseren Publikationen hat Dr. Herlitz Beiträge zur Darstellung der zionistischen Bewegung geliefert, der er selbst aktiv als Sekretär ihrer Kongresse diente. War Leo Baeck der grosse judaistische Lehrmeister für Georg Herlitz, so wurde die Zusammenarbeit mit Chaim Weizmann für ihn das wesentliche zionistische Erlebnis. Freilich hat sich Herlitz beiden grossen Meistern gegenüber seine innere Unabhängigkeit bewahrt die sich bei ihm allerdings mit Treue gegenüber der Grösse verbindet. Nunmehr erwarten wir aus der Feder von Ge. org Herlitz seine Memoiren und eine gross angelegte Geschichte des Zionismus in Deutschland. Die bleibende wissenschaftliche Leistung im Leben von Georg Herlitz ist die Herausgabe des Jüdischen Lexikon. (Jüdischer Verlag, Berlin 1927 — 30, fünf Bände, die sich bescheiden als „vierbändiges Lexikon“ bezeichnen), gemeinsam mit Dr. Bruno Kirschner, der heute ebenfalls in Jerusalem lebt. Noch jetzt dreissig Jahre nach Abschluss, ist dieses Werk nicht veraltet. Ich gestehe dankbar, ohne dass ich in Berufsarbeit und Studium nach diesem Lexikon des jüdischen Wissens greife... und so tun wohl viele, die um jüdisches Wissen bemüht sind. Was der Systematiker Herlitz hier geschaffen hat, das wird dauern. Nicht nur im zionistischen Rahmen wirkte Herlitz, sondern auch in der Logen bewegung der Bne Brit. Er gehörte dem Orden bereits führend in Berlin an, was fiir einen Zionisten und zionistischen Beamten nicht so leicht war, und wurde in Israel, in der David Jellin- Loge in Jerusalem und in der Grossloge eine der führenden Gestalten des Ordens. Zugleich blieb er dem K. J. V. dem Verband zionistischer Akademiker aus Deutschland zutieft verbunden. Trotz seines undogmatisehen religiösen Individualismus gehörte Dr.' G. Herlitz zu den Mitbegründern der heute konservativen Gemeinde ,,Emet We’emuna“ in Jerusalem und später zu dem Reformkreis für progressives Judentum.Aber wie schon betont, der unablässig Suchende konnte nirgends letztlich heimisch werden: die Synagoge blieb für ihn problematisch während der weiters Rahmen der Logen seinem jüdischen Humanismus den richtigen Aktionsradius ermöglichte. Auch im Leo Baeck-Institut das las deutsch - jüdische Kulturerbe verwaltet, wirkt er beratend und fördernd. In der hebräischen Kuh turbewegung. war Herlitz immer ein Förderer und Vermittler, vor allem durch sein Wörterbuch, das so vielen Einwanderern aus Deutschland Hilfe leistete Am Ehrentage des Jubilars muss auch seine treue Le bensgefährtin erwähnt werden, Frau Irma (geb. Hertzke) und die Tochter Esther Heriitz, die im diplomatischen Dienst des Staates Israel in Amerika wirkte und heute eine führende Position innerhalb der Ma pai bekleidet. Wir grüssen den Freund und Weggenossen Dr. Georg Herlitz und wünschen ihm. dass er weiter so jung bleiben soll, wie bisher. Altersweisheit ist ei^ntlich rr'chf seine Sache, denn er ist ein Feuerkopf geblieben, sprühend von Gedanken und immer auf dem "Wege zu neuen Erkenntnissen. Für einen Historiker sind 75 Jahre ein relativ kleiner Zeitraum und für einen Historiker des ewigen Volkes — sind sie noch wenig. Und doch — nicht nur für ein Menschenleben bedeuten sie viel, sondern vor allem für einen so wachen Chronisten, wie es Herlitzzeitlebens war und geblieben ist. Aufstieg und Untergang des deutschen Judentums, kleine Anfänge und herrliche Erfüllung der zionistischen Idee: er hat es miterlebt und mit beschrieben. Er hat Zeugnis abgelegt von Wachsen, Werden und Vergehen und das Unvergängliche der Idee immer über die Zufälle der Realität gestellt. Wien. — Bekannte jiddische und jüdische Schriftsteller Polens nahmen zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und vielen hunderten warschauer Juden vor kurzem an den Feiern teil, die zum Andenken an den berühmten jiddischen Dichter I. L. Pere'.z stattgefunden haben. Peretz starb in Warschau im Jahre 1915. Diese Nachricht entstammt einem aus Warschau hier eingetroffenen Bericht. Es wurde ein „Peretz-Abend” im jüdischen Klub von War schau veranstaltet, bei dem aus den Werken des Dich ters vorgelesen und in einer Rede auf seinen literarisch-?' und sozialen Einfluss v-rwiesen wurde. Am Grcb~ von Peretz auf dem iiidischen Friedhof wurden B umen nieaergelcgt. Bei . <■n Feiern war der diplau i; sehe Vertreter israe.s m Boilen und der Repräs-, nunt des ORT anwesend. (ITA) Israel und Venezuela Jerusalem. — Venezuela! ist an einem Austausch von Technikern mit Israel interessiert, und ganz besonders auf dem Gebiet des Ackerbaus und der Konservierung von Böden, wie der venezo. lanische Minister Vicente Gervasi kürzlich in einer Pressekonferenz erklärte. In Kürze wird der erste vee- "clnnische Sr"hverst“' d' e m Ackerbau Frzg^n hi r eintreften und drei M r * e :m r a'-de ve^b’^ben. (HA) Zum 12. Jahrestage Israels begrüssen wir Regierung und Volk Israels Beth Hamidrasch JOINT BUERO für Lateinamerika Dac loint-Büro lür Lateinamerika schliesst sich den Feiern zu Ehren des Jom Haazmaut an. und wünscht Israel Frieden und Aufbau und alles Gute iür die Juden in der Welt. HENRY LEVY, Direktor Aus den Familien Vor wenigen Tagen feierte Frau Sofia Levy geb. Landau im Kreise ihrer Familie ihren 80. Geburtstag. Den vielen Glückwünschen ihrer Freunde und Verwandten schliesst sich die Jüdische Wochenschau sehr herzlich at». Frieden und Fortschritt für den STAAT ISRAEL anlässlich des; Jom Haazmaut | ¡I Nueva Comunidad Israelita ▼ i •i Jahrtausende alte Bande verknüpfen uns mit dem Staate Israel. Aus dieser Verbundenheit erwächst uns allen eine Verpflichtung, die wir zu erfüllen trachten Asoc. Filantrópica Israelita i i v* •Zum zwoelften 0 : Jahrestage des! STAATES ISRAEL t. . „ | bringt der Jüdische Weltkongress die Solidaritaet der Juden- \ heiten der Diaspora zum! Ausdruck S 9

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