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Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German, Spanish
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lO — Viernes, 29 de Abril de 1960 «•B1ICEI VOCMIICIII Ano XXI. — No. 1773 Eine Bibel — gedrucki in Israel Entstanden im jüdischen Volk im Laufe von Jahrhunderten,bis zum Abschlus und der Festsetzung des Kanon im 2. Jahrhundert, war die hebräische Bibel von Juden gelehrt, tradiert, kommentiert, doch nicht ediert worden. Aufgeschrieben wurden biblische Bücher schon zu frühesten Zeiten, aber diese ältesten Texte enthielten weder Vokale noch Akzente; Aussprache und Art der Vorlesung basierten auf mündlicher Tradition. Das älteste Manuskript ist der Codex Babylonicus Petropolitanus (916 A. D.), eine peinlich genaue Ueberlieferung des Textes, wie er überkommen war. von Dr. H. J. SALOMON Ein erster hebräischer Druck erfolgte schon 1488. d. h. 33 Jahre nach der Gutenbergbibel, die in der ersten Druckerei mit beweglichen gegossenen Lettern, die Gutenberg erfand, in Mainz als 42-zeilige lateinische Bibei gedruckt wurde. Die erste „rabbinische Bibel“, d. h. der hebräische Text mit rabbinischen Kommentaren jedoch. die „editio principes“ erschien 1516—17 in Venedig bei Daniel Bömberg, dem „reichen und edlen christlichen Druckereibesitzer aus Antwerpen“ (s. Dr. H. Graetz, Gesch. d. Juden, Bd. 9). der auch den je. rusalemischen Talmud (1923 bis 24 verlegt und vorher schon eine vollständige Ausgabe des babylonischen Talmuds in 12 Foliobänden mit Kommentaren gedruckt hatte. der dabei gelehrte Juden beschäftigte und mehr als 400.000 Dukaten auf jüdische Druck - Erzeugnisse verwendet haben soll. Die ersten Bibeldrucke verdanken wir also den Christen, wie auch Bibelkritik, hebräische Grammatik und Verslehre von Christen gepflegt und gelehrt wurden; und wie wir ihnen die erste biblische Lexikographie verdanken. Erst viel später PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES Soeben erschienen: VEROEFFENTLICHUNG DES LEO BAECK INSTITUTES Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart (1959) SELMA STE'RN JOSEL VON ROSHEIM BEFEHLSHABER DER JUDENSCHAFT IM HEILIGEN ROEMISCHEN REICH DEUTSCHER NATION Die Geschichte des klugen und mutigen Führers und Anwalts, Trösters und Helisrs der deutschen Judenheit in ihrem Kampf um Recht und Freiheit gegen Kirche, Kaiser und Volksaberglauben zu Beginn der Neuzeit (280 Seiten) VEROEFFENTLICHUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN LEO BAECK AUS DREI JAHRTAUSENDEN Wissenschaftliche Untersuchungen und Abhandlungen zur Geschichte des jüdischen Glaubens MIT EINER EINFUFHRUNG VON HANS LIEBESCHUETZ in deutscher Sprache SCHRIF'igä5SM*HE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE SIE BETREU¬ TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Eine materialreiche sozialpolitische Studie über das Wanderschicksal einei jüdischen Gruppe un Schatten des Antisemitismus und zweier Weltkriege. ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JUEDISCHE ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND •ine Darstellung des einzigartigen Kampfes der deutscnen Juden um Selbstbehauptung durch die Macht der Bildung angesichts der drohenden Vernichtung durch physische Gewalt. MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des allzu wenig bekannten Gedankenguts des Metaphys-kers. Geschichtsphilosophen und Soziologen — zugleich ein Denkmal der greisen Schülerin und Freundin für Simmel WERDE AUCH DU NITSLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pueyrredon 2190, 1? 5zqr, (83-2613) wurde auch in jüdischen Kreisen die vorerst als säkularisch abgelehnte Bibelwissenschaft, zu der die als heikel empfundene Bibelkritik gehört, akzeptiert und gepflegt. Es ist keine Frage, dass zur Verbreitung der Bibel unter allen Völkern in allen Ländern und Kontinenten die Bibelgesellschaften beigetragen haben, die das Wort Gottes in alle Welt tragen wollten. Schon 1710 wurde die älteste deutsche Bibelgesellschaft, deren Ziel Herstellung und Verbreitung der Bibel war, in Halle gegründet. Von den viel späteren Bibelgesellschaften ist bis auf den heutigen Tage die bedeutendste die 1804 in London gegründete Britische und Ausländische Bibelgesellschaft, die neben Uebersetzungen vor nahezu 100 Jahren die erste hebräische sogen. Letteris-Bibel druckte und vertrieb. Meir Halevi 'Letteris, der jüngere Zeitgenosse der Krochmal und Salomon Jehuda Rappoports zur Zeit der literarischen Renaissance (1. Hälfte des 19. Jahrhunderts), der Werke Schillers und anderer Dichter ins Hebräische übertragen und selbst hebräische Gedichte und an Bibelstoffe sich anlehnende Balladen geschrieben hatte, entstammte einer Familie von Druckern aus Amsterdam und war. als Lektor in Druckereien in Berlin und Pressburg, mit allem Rüstzeug ausgestattet, die Edition einer hebräischen Bibel zu besorgen. Die vor hundert Jahren von Letteris bearbeitete Edition der zweibändigen hebräischen Bibel wurde von der Britischen Bibelgesellschaft herausgegeben und immer wieder gedruckt. Sie erfreut sich wegen ihres klaren und sauberen Drukkes in weiten Kreisen von Juden und Christen grosser Beliebtheit. Oberrabbiner Hertz von Grossbritannien soll sie jeder anderen Bfrcl vorgezogen haben. Die Letteris-Bibel wurde u. a. auch mit Uebersetzungen auf dem Innenteil der Seite herausgegeben. Wenig Anklang fand die zu Beginn des Jahrhunderts publizierte Edition der Bibelgesellschaft von C. D. Ginsburg die auf dem bei Bömberg in Venedig gedruckten Text von Jakob ben Chajim basierte. der sich streng an den masoreticchen Text von Ben Aschengehalten haben soll. Im Jahre 1933 beschloss die Bibelgesellschaft, einen neuen Text an Stelle des Letteris-Textes herauszugeben, und betraute mit dieser Aufgabe den Direktor des Wesley Colleg’s in Leeds, den Alttestamentler Dr. Norman H. Snaith. der sich bei seiner Bearbeitung auf alte spanisch-hebräische Manuskripte, die sich im Britischen Museum befinden stützte. Sie sollen am treuesten der Ben Ascher-Tradition entsprechen. Die Britische, im Verein mit der Amerikanischen Bi. belgesellschaft lassen sich den Vertrieb der Bibel in der ganzen Welt angelegen sein; in mehr als 1100 Uebersetzungen und Uebertragungen; der Vertrieb vom londoner Haus 'beträgt durchschnittlich 10.000 Exemplare pro Tag. Auch in Israel hat die Bibelgesellschaft einen beträchtlichen Anteil am Vertrieb des Tenach. sowohl in der bespräche (d. h. dem hebräischen Text mit den masoreti sehen Bemerkungen, J-ii&'cd.tiicka A/o than Hans Jaray Prof. Hans Jaray, einer der bedeutendsten Regisseure Wiens, konnte als Gastregisseur für das Ohel-Theater gewonnen .werden, wo er Georg Kaisers „Der Soldat Tanagra” einstudierte. Nach dem Anschluss war Jaray nach Amerika ausgewandert, wo er zusammen mit Lili Darvas, Oskar Karlweis und Grete Mosheim das „Freie Deutsche Theater” gründete. Er gehört in Wien dem Josefstädter Theater an. Modernes Hebräisch An der Harvard-Universp tät wird modernes Hebräisch, zusammen mit Türkisch, Arabisch und Persisch gelehrt werden, nach einem von der Regierung geförderten Projekt. Das Programm wird nicht nur Unterricht in Hebräisch, sondern auch die kulturellen und ökonomischen Aspekte des heutigen Israel umfassen. Goldmedaille Marcus Lewin erhielt die Königliche Goldmedaille für seine Tätigkeit für die Flüchtlinge. Der so Geehrte war selbst Flüchtling. Neue Synagoge Die Stadtverwaltung Bremens stellt 1.300.000 Mark für den Bau einer neuen Synagoge und eines Gemeinschaftszentrums zur Verfügung. Opfer eines Unfalls In Paris verunglückte bei einem Verkehrsunfall Professor S. Z. Rosenblum, Professor für Physik an der Sorbonne. Er war 63 Jahre alt. Der Verstorbene stammte aus Polen, wurde in Dänemark und Deutschland erzogen und lebte seit 1923 in Frankreich. Er besuchte Israel mehrfach. In Paris arbeitete Rose», blum anfänglich am Curie. Laboratorium. 1929 machte er erfolgreiche Entdeckung gen im Zusammenhang mit der Atomenergie. Während des zweiten Weltkrieges las er in Prineeton. Er war mit einer Tochter des vor einiger Zeit verstorbenen Professors Stadtier aus Zürich verheiratet. Restaurierung Die Arbeiten an einer Re« staurierung des Mosaikfussbodens der alten Synagoge in Chefziba, im Beisantal, begannen kürzlich durch die Solei Bone. Ein Hinausschieben der Restaurierung würde gänzlichen Verfall bedeutet haben. Jiddisch-Kurs Die newyorker Schulverwaltung führt seit Jahren Fortbildungskurse für Lehrer auf den verschiedensten Gebieten durch. Zum ersten Mal sieht jetzt ein Jiddisch- Kurs auf dem Programm, der von einem Lehrer des City College abgehalten wird. Jeder Kurs besieht aus 15 Lektionen. Berühmte Skulpturen Die Jerusalemiten werden in Kürze in ihrer Stadt eine der schönsten und wertvollsten Sammlungen von Skuloturen von Meistern der Zeit und der eben vergangenen Epoche beherbergen. Die Billy-Rose - Sammlung, die, nach einer Meldung aus Amerika, der Stadt Jerusalem übergeben werden soll, enthält unter anderen Rodins Adam und Balzac, Maillols Gekettete Freiheit, Werke von Epstein, elf Werks von- Daumier. eine Büste von Lehmbruck, Bourdelles Krieger, Rembrandt, Beethoven, Lipschitz’ Mutter und Kind, Werke von Zadkin« und andere mehr. , ohne sonstige Zusätze oder | Kommentare) "wie in 40 anderen Sprachen. Wiederholt wurde in Israel der Tenach in der Spräche des Herkünitslandes des Lesers ge. kauft, damit ihm die Uebersetzung zum Verständnis des hebräischen Urtextes diene. GEDRUCKT IN ISRAEL wurde nun zum ersten Mal der von Snaith redigierte hebräische Text, nachdem das Handelsministerium abgeiehnt hatte, der Gesellschaft eine Lizenz für den Import ihrer Bioein zu geben. Doch stellten sich dem Druck im Land nicht wenig Schwierigkeiten entgegen. War auch schon ein Abkommen mit Lewin Epstein Bros, wegen des Offsetdrukkes getroffen worden, so bedurfte es doch des Imports der gewünschten Papiersorten. Dafür, so erklärten die Behörden, haben wir keine Devisen. Die Gesellschaft war bereit, die Devisen selbst zu stellen. Um alle Formalitäten durchzuführen musste sie einen Anwalt engagieren und ein Honorar von IL 1.000.— zahlen. Zwei Papiersendungen waren bewilligt worden, von 7 und 6 Tonnen, wobei zu bemerken ist, dass laut Gesetz Papier für Bibeldruck bis 45 Gramm pro qm zollfre; ist. Als die zweite Papiersen, düng ein traf, stellte sich heraus, dass das Papier et was schwerer war. Es musste eine Summe von IL 6.000 Zoll gezahlt werden und es ist die Frage, ob die Summe, wie die für die erste Sendung gestellte Bankgarantie, retourniert werden wird. Allen Schwierigkeiten zum Trotz wurde schliesslich der Offsetdruck in Israel hergestellt, und die ersten beiden in Leder gebundenen Exemplare wurden dem Staatspräsidenten Jizchak Een Zwi und dem Ministerpräsidenten David Ben Gurion überreicht. In seinem Da kschreiben an Pastor Solhr m in Haifa schrieb Ben Gurion: „...ich habe mich besonders darüber gefreut, dass Ihr jetzt die Heiligen Schriften in dem Lande druckt, in dem sie geboren wurden.“ Die Freude des Ministerpräsidenten verfehlte nicht, die Initiatoren des Werkes zu erfreuen. Wäre es nicht auch wünschenswert, wenn die zustrind gen Regierungsstellen Isrrcls nun das ihre tun, den weite, ren Druck zu fördern und damit zum Vertrieb einer einwandfrei gut gedruckten Bibel, die preislich für alle Schichten der Bevölkerung erschwinglich ist, beitragen? Es gibt viele kosttare Drucke auch in Israel, Die Bibel ist und soll ein Vo'ksbuch sein. Es sollte gerr.de in Israel ebenso leicht käuflich zu erwerben se n wie in allen Ländern der Welt, im Original oder in der Uebersetzung. In der aufg harten Welt von heute brauchen wir uns nicht daran zu stossen, dass. wie einmal der christliche Drucker Daniel Bömberg in Venedig die christliche Bibelgesellschaft das Buch der Bücher druckt. Sein Text steht unverrückt fest; seine Verbreitung sollte dankbar begrüsst werden. /

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