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Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 29 de Abril de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Añt XXI. — No. 1773 — 5 Vom jüdischen Leben in Guatemala In zionistischen Zeitungen ist Guatemala zum ersten Mal in Erscheinung getreten, und Juden wurden auf Guatemala aufmerksam, als nach dem zweiten Weltkrieg die Internationale Ermittlungskommission, die aus 12 Mitgliedern und 12 verschiedenen Staaten bestand, nach dem damaligen englischen Mandatsland Palästina kam, um Vorschläge zur Lösung, der strittigen Palästina- Fragen zu unterbreiten, die' sowohl zwischen Juden und j Engländern, als auch zwischen Arabern und Juden ocier zwischen allen Dreien! schwebten. Unter diesen 12 wichtigen Persönlichkeiten befanden sich zwei aus Lateinamerika. die in der Geschichte des Werdens des Staates Israel und der Staatsgründung ihren Namen wie auch denjenigen ihrei Länder der jüdischen Geschichte einverleibten und sich unsterblich machten, indem säe mit grösster Entschiedenheit für die Sache der Juden eintraten. In der Kommission herrschte die vor allem von England lancierte Tendenz, die Arbeit dieser internationalen Körperschaft darauf zu beschränken, in Palästina die Aufnahmefähigkeit zu prüfen und hiernach die Zahl der Zertifikate zu bestimmen, die England an die am Leben gebliebenen KZ- Häftlinge für die Einwanderung nach Israel gewähren sollte. Gerade die lateinamerikanischen Vertreter, Professor Fabregat aus Uruguay und Granados von Guatemala, waren diejenigen, die die Sehnsucht der Juden in Jerusalem, Tel Aviv, Haifa und in den entfernten Siedlungen begriffen und verstanden, die wussten, dass cs die Juden nach Freiheit. Selbständigkeit und Unabhängigkeit verlangte. Die Lateinamerikaner waren einerseits von der Romantik des neuen Menschen in Israel so gefangen und andererseits von den Pionierarbeiten der Juden so beeindruckt, dass sie Judenstaatler und Zionisten wurden, ohne je eine zionistische Rede gehört zu haben. Es ist mir daher nichts Neues gewesen, als ich bei meinem Aufenthalt in Guatemala hörte, dass bei einer Rede v:n Israels Aussenminister Goida Meir in Guatemala, Granados sich vor Rührung die Augen ripb. Nichts kann besser Grariados als einen der Chassidoj Urnot Haolam charakterisieren als dieser unbedeutende Zwischenfall. Wenn Guatemala heute schon eine di- ' BOLSAS ► BOLSONES — MARROQUINERIA — VALIJAS ¡! CABILDO 2417 T. E. 76-6975 J ♦ % PRESCHEL Hnos . COMERCIAL e INDUSTRIAL Casimires Finos — Tejidos y Sedas § MORENO 1626 T. E. 45-7838/7971 CURT ZACHARIAS ASESOR DE SEGUROS LAVALLE 462 32-7875 — 31-6021 von M. KILAI plomatische Legation in Israel besitzt — sie unterhält sie in Jerusalem, und man sollte dies nicht unterschätzen, denn es ist psychologisch und politisch wuchtig, dass ein katholisches Land wie Guatemala in der heiligen Stadt, im jüdischen Jerusalem, seine diplomatische Vertretung hat —, so ist dies zum grössten Teil das Verdienst von Granados. Jetzt wird auch der israelische Diplomat für die neu eröffnete Legation in Guatemala erw'artet. Auf der Reise, die Frau Goida Meir durch Lateinamerika machte, war Guatemala nicht nur ein wichtiger, sondern sicherlich auch für sie ein angenehmer Aufenthalt. Wenn man in Guatemala im Aussenministerium die Fotoalben, die Goida Meirs Besuch zeigen, sowie die Zeitungs - Ausschnitte sieht, dann erhält man erst ein richtiges Bild von der königlichen Aufnahme, die Israels Aussenminister zuteil wurde. Dieser Besuch war die Krönung der guten israelischen Arbeit, die in Guatemala geleistet worden ist. In letzter Zeit fand in der National-Bibliothek eine Ausstellung „La Biblia ilustrada por los Niños del País dp la Biblia” statt, die einen ungeheuren Erfolg hatte: Obzwar die Ausstellung nur 10 Tage geöffnet war, gab es darunter Tage, an denen Hunderte draussen anstanden, bis sie Einlass finden konnten. Einen ansehnlichen Erfolg hatte die Ausstellung von israelischen Briefmarken, die mit einer Schau von Münzensammlungen verbunden war. Dies war das Werk des Israel-Guatemala - Kulturvereins. Die Regierung von Guatemala hat ihre Zufriedenheit über seine Tätigkeit dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie dem israelischen Honorar - Generalkonsul Erich Heinemann den Orden der Quetzal verlieh und ihn in einer besonderen Urkunde, unterschrieben von den 10 Ministern des guatamaltekischen Kabinetts, zum Grossoffizier dieses Ordens ernannte. Erich Heinemann, der aus Hamburg stammt, gründete im Jahre 1939 in Guatemala die zionistische Organisation mit Julius Zadik als Präsident und Heinemann als Sekretär. Seit diesen Tage ist eigentlich Heinemann der Verantwortliche für zionistische und Israelfragen in Guatemala. Was für einen Status er auch hatte, ob Vertreter der Jewish Agency vor der Staatsgründung oder Ehrenkonsul in Guatemala des Staates Israel, oder Generalkonsul wie jetzt, immer wurde er von den Nichtjuden als der Diplomat Israels betrachtet Es war sehr angenehm zu hören, dass nicht nur die Regierung Guatemalas und nicht nur die Regierung Israels, sondern auch die Juden Guatemalas dankbar und stolz auf die Arbeit und Erfolge von Erich Heinemann sind. Und wenn ich hervorhebe, dass es in Guatemala drei jüdische Gemeinden gibt, eine sefardische, eine der aus Polen Eingewanderten und eine aus deutschen Juden, die zusammen nicht mehr als tausend Seelen zählen, so wird man verstehen, was es heisst, dass sie sich alle vereinigten, um ein Bankett zu Ehren Erich Heinemanns zu veranstalten und ihm für alles zu danken, was er für Israel -und somit zur Ehre der Juden von Guatemala erreicht hat. Doch nicht durch seine menschlichen Qualitäten und das Glück. an seiner Seite eine Lebensgefährtin zr1 haben, die ihm eine treue Mitkämpferin ist, konnte Erich Heinemann an sein Ziel gelangen. Er hat es in erster Linie verstanden, ein guter Dirigent zu sein, der sich seinen Stab von Mitarbeitern ausgesucht und ihre Arbeit gewürdigt hat, anstatt sie in den Hintergrund zu drängen. Wie er im vertraulichen Gespräch die Verdienste seiner langjährigen Mitarbeiter und Helfer, Erik Engel und Jorge Neumann, nicht zu erwähnen vergisst, so tut er alles, um junge Menschen heranzuziehen. Guatemala ist einer der wenigen Orte, an denen es kein Problem darstellt, die zweite Generation zur Mitarbeit zu gewinnen, weil diese heute schon die Verantwortung in den jüdischen Organisation mitträgt. So sind Bernardo Neumann, in dem guatemaltekisch-israelischen Kulturcomité und Ro- ■ berto Stein auf anderen Gç.v, bieten aktiv tätig. / Wenn man einer Sitzung der zionistischen Organisation beiwohnt, so kommt man sich nicht, wie in anderen Ländern, vor, als c h man noch in einem gutenjüdischen Städtchen lebe, sondern in der zionisti- Organisation Guatemalas sit- .. zen die Vertreter aller Schichten von Einwanderern; Osteuropas, von den deutschen Juden, von den Sefardim, alle an einem Tisch; es; gibt ein gemeinsames Sport-- ., Zentrum, was ein Zeichen; ,i einer jüdischen Gemein- \j schaft ist, die das Jüdische höher stellt als die Unter- ■ schiede der Mentalität und; der Herkunft. Sicherlich haben der Zionismus und Is- . . rael viel dazu beigetragen, aber, wenn sie wirksam bei- , tragen'konnten, so ist dies Persönlichkeiten wie Heine- ... mann und seinen Mitarbei-. tern zu verdanken, ■!♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ M< *>»♦»? {ROSCAMETAL S.R.L Capital: $ 1.500.000.—! 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