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Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 29 de Abril de i960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 177* Der Mann und sein Werk (Zum 100. Geburtstag Theodor Herzls) Am 2. Mai sind hundert Jahre seit der Geburt Theodor Herzls vergangen, dieses ausserordentlichen Menschen der, wie kein zweiter das Leben des modernen Juden umgeformt, durch seine weltberiihmt-gewordene Schrift ,,Der Judenstaat ‘ das gesamte jüdische Leben geradezu revolutioniert hatte. Und die hundertste Wiederkehr seines Geburtstages (nach dem bürgerlichen Datum), die mit dem 12. Jahrestag des Staates Israe zeitlich zusammenfällt, gibt besondere Veranlassung, seiner heute mehr denn je in Dankbarkeit und Liebe zu gedenken und immer wieder den Versuch zu machen, ihn in seiner Einmaligkeit und Grösse zu erfassen. Man hat oft die Frage gestellt, was geworden wäre, wenn er nicht ein sehr bedeutender Journalist, nicht Korrespondent der W iener ^Neuen Freien Presse“ in Paris und damit Zeuge der tragi'ehen Vorgänge um die Dreyfussaffaire geworden wäre. Vielleicht wäre Herzl dann nie zum Zionismus gelangt. Ist es aber müssig, diese Frage zu stellen, so ist ein Wort aus einem Briefe, an seine Eltern für jene Berufung bezeichnend: V ,,Die Stellung eines Korrespondenten in Paris ist das Sprungbrett au grossen Dingen. Ich hoffe, Grosses zu schaffen und Euch damit eine grosse Frt .ide zu bereiten“. „Sprungbrett zu grossen i Dingen"; doch in einem anj-deren Sinne als erwartet. (Der Feuilletonredakteur der L,Neuen Freien Presse“, der ^Liebling eines sehr grossen Leserkreises, dessen Stücke das Kaiserliche Hofburgtheater aufführte, den die Jugend vergötterte, hatte schon als Student in seinem männlichen Stolz unter seinem jüdischen Schicksal gelitten, es vielleicht vorausgelitten, ohne es in seiner ganzen Tragik zu erfassen. Das Erlebnis von Paris sollte ihn erst aufrütteln, seine Seele geradezu erschüttern. Felsenfest von der Unschuld des Kapitäns Alfred Dreyfus überzeugt, war ihm von der ersten Minute an klar, dass dieser jüdische Offizier den grauenhaften Verdacht des Landesverrats einzig und allein durch die Tatsache seines Judeseins auf sich geladen hatte. Seine Meinung war eindeutig und fest: .Ein Jude, der als Generalstabsoffizier eine Laufbahn der Ehre vor sich geebnet hat, kann ein solches Verbrechen nicht begehen. Die Juden haben infolge der langen bürgerlichen Ehrlosigkeit eine oft krankhafte Sucht nach Ehre, und ein jüdischer Offizier ist in dieser Beziehung ein potenzierter; Jude“. | Theodor Herzl, unter dem Eindruck des Erlebten, begann im Mai 1895 mit den ersten Tagebuchnotizen und einen Monat später mit dem ersten Entwurf seiner historischen Schrift, die ursprünglich an die Rothschilds gerichtet war, Wir können ihn dann während der folgenden Zeit im Geiste begleiten, mehr und mehr wurde er sich der historischen Bedeutung der Broschüre bewusst.So heisst es bald in seinen Aufzeichnungen: „Ich habe in diesen Tagen öfters befürchtet, irrsinnig zu werden, so SUCHE ZIMMER Profesora mit koscherer Pension de corte y für ältere Frau in Montevideo confección Offerten unter W. V. 157 A DOMICILIO an die Adm. der Jüd. Wochenschau. T. E. 73-1319 flSRAEL^BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina Restaurant »Paso" Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-925 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten | und Banketten AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ BEÑO HUTSCHNECKER At4«. CONSTITUYENTES 4902 (Koke Monroe) UH 220S jagten die Gedankenzüge erschütternd durch meine Seele“. Als er erkannte, dass er sich an die gesamte jüdische und nichtjüdische Oeffentlichkeit wenden müsse, erhielt die Broschüre endgültige Fassung, und der „Judenstaat“ wurde Ende 1895 zuende geführt, um am 14 Februar 1896 zu erscheinen. Mit diesem Datum beginnt eine neue Epoche der jüdischen Geschichte, und Herzls berufliche Tätigkeit wird fortan eine Quelle ständigen Aergers und dauernder Schwierigkeiten. Seit er zionistisch zu arbeiten begonnen hatte, musste er mit der Möglichkeit seiner Entlassung aus der Redaktion der „Neuen Freien Presse“ rechnen, denn die Herausgeber dieses Blattes standen der neuen jüdischen Bewegung feindlich gegenüber und verboten die biosse Erwähnung des Wrortes „Zionismus“ in ihrer Zeitung. Oft sind in den „Tagebüchern“ in den folgenden Jahren die Hinder- | nisse berührt die seine doppelte Position als jüdischj politischer ’“'(ihrer und ■ gleichzeitig Angestellter des angesehenen Blattes mit sich brachte. So schreibt er am 24. August 1899: „So komme ich heute wieder einmal in die Redaktion zurück, nachdem ich in Basel (Zionistenkongress) ein grosser und freier Herr war und muss demütig wie ein Kommis beim Herrn Prinzipal Bacher entreten, grausam.“ Doch der . hinterliess einen sehr tiefen Eindruck; es waren v.eueicn. weniger die darin ausgesprochenen Gedanken, als das Format einer grossen und starken Persönlichkeit, welche dahinter stand; sie sprach zur Welt. Jedes Blatt dieser Broschüre stellt einen stolzen und freien Menschen vor mit einem unbeugsamen Willen, für jüdisches Ansehen, jüdisches Recht und jüdische Würde einzutreten. Wenn es dort heisst, „dass ganze Aeste des Judentums sterben, abfallen können, dass aber der Baum leben würde“, so kommen diese Worte von einem j Manne, der sich als Erbe einer alten und hohen Kultur fühlt, die hinter keiner anderen in der Welt zuriicksteht. Die „Judenstaatschrift“ war schweren Anfeindungen Entstellungen, Herabsetzungen ausgesetzt, aber auch, auf der anderen Seite, hat ALTE SYNAGOGE IN AMSTERDAM f w . i Diese sefardische Synagoge in Amsterdam, die auf ein ehrwürdiges Alter zurückblickt, und deren Innenansicht man auf dem obenstehenden Bilde sieht, wurde von den Nazis nicht angerührt. Ihre Buchhandlung und Leihbibliothek Avda. CORRIENTES 515 T. E. 32-1866 — 31-3621 sie ein unendliches wunderbares Gliicksgefühl ausgelöst bei Menschen, die niedergeschrieben sahen, was sie im Tiefsten ihrer Seele gefühlt und empfunden hatten. Nur einundeinhalb Jahre vergingen, bis Herzl an die Realisierung der Idee gehen, den ersten Zionistenkongress nach Basel einberufen und dort die Zionistische Weltorganisation, den „Judenstaat unterwegs“, das Fundament für den heutigen Staat Israel legen konnte, der fast auf den Tag fünfzig Jahre danach verwirklicht wurde. In der Unabhängigkeitserklärung vom 5, Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, werden Theodor Herzl und der erste Kongress von 1897 mit folgenden Worten erwähnt: „Im Jahre 1897 trat auf den Ruf Theodor Herzls, des Schöpfers des jüdischen Staatsgedankens, der Zionistenkongress zusammen und proklamierte das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Wiedergeburt in seinem He;matland“. Diese zionistische Bewegung hat in mühevoller Aufbauarbeit die Voraussetzungen für den Staat Israel geschaffen, den Juden der Welt ein neues starkes Selbstbewusstsein eingeflösst und die alten religiösen Hoffnungen neu belebt. Es ist deshalb nicht nur unsinnig, sondern bildet den Versuch einer Geschichtsverfälschung, wenn in unserer Gegenwart jüdische Menschen, die angeblich Medinat Jisrael freundlich und positiv gegenüberstehen die zionistische Organisation beseitigen, sie mindestens zur Einflusslosigkeit verurteilen wollen. Diese Juden befinden sich in einem verhängnisvollen Irrtum: Die Weltorganisation des Zionismus ist heute, zwölf Jahre nach der Staatsgrijndüng Israels, nach der Erfüllung eines uralten Traumes, so notwendig, wie damals, als Herzl Steuererhöhungen Jerusalem. — Das Finanzministerium gab die Einzelheiten der neuen beträchtlichen Steuererhöhungen für eine Reihe von Bedarfsartikeln bekannt. Als Folge dieser Erhöhungen werden die Preise für den Verbraucher stark ansteigen. Von der Verteuerung werden insbesondere Möbel, Lederwaren und Elektrogeräte in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Rohstoffe für die Plastik-, Gummi-, Holz-. Papier-und Glasindustrie werden durch die neuen Massnahmen erheblich teurer. (AWZ) sie schuf. Ihre' praktischen Aufgaben haben sich verlagert. sind — teilweise — andere geworden. Doch ihr Gefüge steht fest; sie ist der Vortrupp, die treue Schar derjenigen, die den von ihr erkämpften Staat mit ihrer Liebe und ihrer Opferbereitschaft begleitet, ihn stützt, um es ihm leichter zu machen, nationaler und kultureller Mittelpunkt der jüdischen Welt zu sein. Sie, die Zionisten glauben an die Wahrheit des Herzl- 1 Wortes vom März 1904: „Und ich glaube wirklich, dass der Zionismus auch nach der Erlangung unseres Landes Palästina nicht aufhören wird, ein Ideal zu sein. Denn in ihm ist nicht nur das Streben nach einer rechtlich-gesicherten Scholle, sondern auch das Streben nach sittlicher und geistiger Vollendung,“ Curt Wilk Bahrein bricht Postverbindungen ab Tel Aviv. — Das Scheich, tum von Bahrein am Persischen Golf hat kürzlich sämtliche Postverbindungea mit Israel abgebrochen. BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 FREITAG UND SONNABEND UM 22 UHR Drei Komödien Der Baer — Die Hochzeit Der Heiratsantrag ■ - von ANTON TSCI1ECHOV (gespielt in Jiddisch) » Was ist JET-LINE? Schlank und chic! . . . Die Männer schlanker erscheinen lassen — ist die Devise der neuen Modelinie. Ihre besonderen Kennzeichen: Höhe gelegte Taille mit flottem Kantenabstich, neuartige Knopfstellung, enge, aber bequeme Hose ohne. Umschlag. Das ganze ergibt eine absolut neue, sportlich schlanke Idealgestalt. — In Rom. Paris, New York und Düsseldorf hat sich die neue „Jet-Line“ mit grossem Erfolg durchgesetzt. In Buenos Aires ist Carlton die als erste Herrenbekleidungsfirma diesen neuen Stil in Modellkonfekiion lanciert . . . immer aber unter dem Motto: „Nicht teuerer — aber schöner als übliche Konfektion“. Auch Junioren kaufen gern bei Carlton. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! ¿*4 M aip ú 9 8 2 T. E. 31-0753 ) > t I I 1 TAILOR HENRY i | Neues Telefon: 32.0913 ► | Grösste Auswahl in imp. und hiesigen Stoffen E ROSENZWEIG Tucumcm 5G3, piso I DAUNENDECKEN - GARDINEN IMPORT. CHINTZ «ad VOILE BENNO DE LEVIE S.RJL T. E. 76-415« NUR: ECHEVERRIA *2*2 .t,

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