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Jüdische Wochenschau · 1960-04-26 · 1772 (26.4.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1772 (26.4.1960)
Date
1960-04-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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ISRAELITA Año XXL No. 1771 EIN MINISTER MUSS GEHEN (Schluss von Seite 1) densarten hat Oberländer bis .er auf diese Anklagen geantwor.et. Seine Ministerkollegen, nicht nur der Ministerpräsiat -’. von Hassel, verteidigtet. Oser’iinder unentwegt. Es 1,. .te doch nur eines Winkes des Bundeskanzlers bedurft und der Nazi-Professor mit der unklaren Vergangenheit wäre im Dunkeln verschwunden. Aber Adenauer stand zu Oberländer. Er wollte nicht wahrhaben woran er selbst wohl kaum Zweifel haben konnte. Der Finanzminister Dr. Etzel erklärte sogar im Namen der Regierung auf einer Bundestagssitzung einem Abgeordneten, der um Information über diesen Fall gebeten hatte: „Ich möchte also noch einmal sagen und auch für d'e Bundesregierung feststellen, dass nach unserer Auffassung Ihre Befürchtungen keinerlei sachliche und materielle Grundlagen haben. Wir haben Vertrauen zu Herrn Oberländer.” — Um dieses Vertrauen zu unterstreichen, wurde im Bulletin der Bundesregierung 14 Tage nach dem Ausbruch der antisemitischen Hasswelle in Deutschland (!) an hervorragender Stelle ein Artikel Oberländers über das Weltflüchtlingsjahr veröffentlicht. Das musste allerdings wie eine Provokation wirken, dass dieser Mann sich zu diesem Thema äussert. Sehr klar nahm auch ein FD*P-Abgeordneter zu diesem Fragenkomplex Stellung: „Solange noch Männer in führenden Stellungen des Staates, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Kunst, der Justiz und der Presse sitzen, die zu den geistigen Wegbereitern des ’ Nationalsozialismus gehören und heute noch schwerwiegenden Einfluss nehmen und haben, solange noch Männer in führenden Funktionen den Versuch un- Dr, FREY Absjado PUEYRRl.'DON 2130 19 lzq, nachm. 16—18 Oh* J. Liebling j FOURNIERE — Î SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 i T. E. 43-2349/0340 y 3021 f REAL PEN Füllhalter REPARATUBEN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 tica DIPL. OPTIKER ir T.E.35ternehmen, einige Wochen Internierungslager der Alliierten mit sechs Millionen Juden zu kompensieren, solange noch Minister die Parole „Heim ins böhmische oder polnische Reich” ausgeben dürfen, solange werden wir den Ungeist des tausendjährigen Reiches nicht überwinden und solange werden Verbrecher, Bösartige und Dummköpfe auch für sich das Recht in Anspruch nehmen, das deutsche Ansehen auch weiter ruinieren zu dürfen.” — Diesen Worten ist wenig hinzuzufügen auch wenn es um mehr hierbei geht als um Ansehen. Man muss sich nur wundern, dass mehr als 15 Jahre nach der Katastrophe derartige Worte und Gedanken noch immer nicht Allgemeingut — wenn auch nicht aller, so doch der führenden Kreise sind. Man braucht sich aber nicht der Illusion hinzugeben. dass Oberländer zurücktreten musste, weil er aufgrund des vorgelegten Materials, der öffentlichen Meinung, der Anklagen der Verfolgten, der Appelle der Anständigen und der Forderungen aller Einsichtigen hierzu gezwungen worden war. Es mussten ganz andere Geschütze auf gefahren werden, um Adenauer zu bewegen, seinen Oberländer fallen zu lassen. Die NATO- Bundesgenosssen fanden die durch Oberländers Verblei-, ben in der Bonner Regierung geschaffene Lage reichlich unbequem. Sie gaben sogar der Regierung in Bonn zu verstehen, dass man in der Person Oberländers nur ein Symptom nazistischer, Infiltration in höchstem Bundesämtern erblicke. Un., ter solchen Umständen ge-: wann die Stimme einer ita-l lienischen Zeitschrift an Gewicht, die folgendes ausführte: „Man muss sich fragen, was in Deutschland und anderswo getan worden ist, um zu verhindern, dass Männer, deren Vergangenheit mehr als gerechtfertigte Zweifel an ihren Bekennt- \Aia.ttkn! (2k apaau.x\? HUTSALON j I Ab April in j } Belgrrano Í •MOLDES 2 5 6 1 1! T. E. 73-9229 j t 73-9155 1 Judith Schenkolewski Kulluactick er eien Schabbosdecken - Taillsbeutel . Käppchen Maszot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-8155 nlssen zu den Grundsätzen der Demokratie,, der Toleranz und des bürgerlichen Zusammenlebens zulässt, in verantwortungsvolle Stellungen zurückkehren. Es handelt sich um den Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Globke, Autor des Kommentars zu den Nürnberger Gesetzen, oder um den Bundesminister Oberländer, über dessen Verhalten in den grausamen Besatzungsjahren die internationale Oeffentlichkeit immer noch Aufklärung erwartet.” Als immer deutlicher wurde, dass Oberländer eine Belastung für die deutsche Aussenpolitik und die deutsche Position in der NATO sein könnte, musste er gehen, wenigstens auf Urlaub für unbestimmte Zeit. Aus welchen Gründen die Staatsanwaltschaft trotz des Verdachtes der Mitwirkung Oberländers an Massenmorden auch dann noch nicht ein gegriffen hat, bleibt unverständlich. Der Fall Globke, der mit Oberländer gern gleichzeitig genannt wird, liegt ganz anders. Globke, der einen der Kommentare zu den Nürnberger Schandgesetzen Hitlers geschrieben hat, mit deren Hilfe die notwendigen Vorbereitungen für die Ausschaltung der Juden aus dem bürgerlichen Leben, für ihre Diskriminierung und spätere Deportation und Ausrottung geschaffen worden sind, dieser Dr. Globke wurde trotzdem der Vertraute Adenauers, also des Mannes, der ein demokratisches Deutschland aufgebaut hat. Aus welchen Gründen Adenauer“ einen Mann berief, der durch seine Vergangenheit . aufs schwerste kompromittiert ist, bleibt unklar. Wennman bedenkt, mit welchen — teuflischen — Argumenten Globke einst die hitleristische Rassengesetzgebung rechtfertigte und erläuterte, so ist es unfassbar, dass dieser Mann seit Jahren als der unmittelbarste Mitarbeiter Adenauers geduldet wird... Aber der Fall Globke kann nicht nur nebenbei abgehandelt werden. Zu diesem Thema wird auch noch manches zu sagen sein. — Nach jahrelangem Kampf hat man Oberländer gezwungen, endlich zurückzutreten. Man würde sieh korrekter ausdrücken, wenn man formuliert, wurde Adenauer gezwungen, Oberländer fallen zu lassen. Aber Oberländer läuft noch immer frei herum. Wir wissen nicht, ob er schuldig ist, ob ihn eine strafrechtlich erfassbare Mitverantwortung an den Massenmorden in Lemberg trifft. Die Oeffentlichkeit dürfte aber ein Recht darauf haben, dass eine entsprechende gerichtliche Untersuchung eingeleitet wird, durch welche allein festgestellt werden kann, ob Oberländer ein Mittäter ist oder nicht. Darüber hinaus wäre es San Martin-Strasse in Israel Jerusalem, — Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat beschlossen, eine Strasse der heiligen Stadt nach dem argentinischen Freiheitshelden, General San Martin, zu benennen, um hierdurch ihren Anschluss an die 150. Jahresfeier der Mairevolution Ausdruck zu verleihen. Der Name San Martins ist den Israelis schon wohlbekannt, denn in den Bergen von Judäa gibt es einen San Martin-Wald, der argentinische Pavillon im Wissenschaftlichen Weizmann-Ir.stitut heisst San Martin- Haus, und nunmehr wird dieser Name auch in Jerusalem vertreten sein. Die Einweihung der San Martin-Strasse wird eine der zahlreichen Veranstaltungen in Israel sein, die zu Ehren des 150; Unabhängigkeitstages von Argentinien geplant sind. ganz angebracht, das letzte tionalismus den Anspruch politische Treiben Oberlänauf den europäischen Osten ders einer genaueren Analy- ' zu vertreten. Mit anderen se zu unterziehen. Als Mini-! Worten: es bedeutet Krieg! ster im Bonner Bundeskabinett hielt Oberländer im vergangenen Jahr eine Ansprache auf einem Landsmannschaftstreffen, die in folgendem Satz gipfelte: „Unsere gemeinsame grosse Aufgabe ist heute der Osten. Dort warten viele Millionen Menschen auf die Freiheit, Deutsche und Nichtdeutsche. Es gilt, die Menschen auf die Aufgaben auszurüsten, die am Tage X vor uns Stehern” — j Abgesehen von dem Kau- | derwelsch dieser Phrasen i und davon, dasssich ein Fä-; schist als den. Sendboten der j Freiheit betrachtet, dürfte man in diesen Ausführungen j nur und ausschliesslich eine! Aufhetzung zum Krieg er- I blicken. Was sollte sonst die Redensart vom Tage X bedeuten? Will Oberländer wie vor ihm sein Führer die Deutschen wieder gen Osten reiten lassen? Die Vorbereitung für künftige Aufgaben verlangt zunächst dieseelische Bereitschaft, wieder seine Knochen zu Markte zu tragen, sieh den Ostvölkern überlegen zu fühlen und im Ueberschwange eines vom Herrenmenschenturn getragenen, chauvinistischen Na- Nene Botschaften und Gesandtschaften Jerusalem. — Israel will die Zahl seiner diplomatischen Vertretungen im Ausland erhöhen, um die gegenseitigen Kontakt noch enger gestalten zu können. Es ist die Errichtung mehrerer neuer Botschaften und Gesandtschaften geplant, vor allen Dingen im afrikanischen Raum. (AWZ) Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos »¿d unverbindlich beim Kauf oder Verkauf vota WOfBfOKX» KREBSES» ' geschaffte» Y. * m> « BL f f «MH Möbel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Wir haben einige Fragen: ist die Bundesregierung mit diesen Ausführungen und den den sich aus ihnen ergebenden Postuiaten eines Oberländer einverstanden?', — deckt die Bundesregierung diese Bemühungen eines Oberländer, die Kriegführung wenigstens seelisch vorzubereiten und die Massen in diesem Sinne und zu diesem Zwecke aufzustacheln?' —, aus weichen Gründen hat man dem Minister Oberländer nicht untersagt, eine hasserfüllte Politik der Scharfmacherei zu führen? — Der Fall Oberländer ist nach unserer Auffassung nicht mit dem Urlaub auf unbestimmte' Zeit beendet... Is ftiana Israelita Bácmanano: aparece Martes y Viert es Editado por Estrella« ücuonai Ltda Verantwortlich: Ot. M Swarsensky Pueyrreaon ¿IDO i» i*q T £ 83-2613 Aoono-Preise. Arger, wnien. $ 80,— pro Quartal Moskau hilft Aegypten London. — Die Sowjetunion leistet gegenw. rt.g der VAK bei mehr als 100 Industrieprojekten Hilfe. Zu diesen Objekten gehören 6 Hüttentmd 6 Mascnirienbaubetriebe, ferner Betriebe der Erdö>l-—Cbemie- und Nah. run&gsumttelindustrie sowie Bewässerungssysteme und hydrotechnische Anlagen wie der Assuan-Hoch dämm. Dies teilte der stellvertretende Vorsitzende des Staat, liehen sowjetischen Comités für Wirtscbaftsverbindungen mit dem Ausland mit. Er stellte fest, dass der Handel zwischen der Sowjetunion und der VAR sehr günstige Perspektive« habe. Gegen, wätrtig entfallen auf die Sowjetunion 18 Prozent dér Exporte und 14 Prozent der Importe der VAR, während es 1949 rund 2,7 Prozent und 9,54 Prozent waren. (AWZ) Dr. JACOBO COHEN HIGADO — DIGESTIVO Pampa 2026 TE. 73-1116 Solicitar hora VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL IMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362¿: I NERVEN, u. GEMUETS I KRANKHEITEN I Dr. M. J. Kuhn 3P I RIVADAVTA 2625, t T. E. 48-7524 f ¡Mont., Mittwoch, FreitagI f 17—19 Uhr. Tel. Anmel-? j düng erbeten I t ___.__i { Dr. j j B. 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