Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1768 (8.4.1960)
- Date
- 1960-04-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 8 de Abril de 1960 LA S E M A K A ISRAELITA Año XXI. — Ko. 1769 DIE EREIGNISSE DER WOCHE Deutsche Parlamentarier -Wie in der Tagespresse bereits belichtet wurde, befand sich eine Delegation des Deutsc en Bundestages zu Besuch ii. Argentinien, wo sie in einer Pressekonferenz sich zu zahlreichen Problemen der aktuellen politischen Lage äusserte. Die Delegation wurde vom Präsidenten des Bundestages, Dr. D. Eugen Gerstenmaier angeführt, der vor etwa zwei Jahren ebenfalls auf einer grösseren Südamerika- Reise Argentinien besuchte und eine interessante Pressekonferenz gegeben hatte. Mitglieder der- Parlamentsdelegation waren Dr. Serres, Experte für Aussenhandel und Parteigenosse von Gersteijmaier (CDU) sowie der Sozialdemokrat Dr. Mommer, aktiver Kämpfer gegen die Nazis und Verfolgter, und Dt. Erich Mende, der Führer der Liberaldemckratischen Partei (FDP). Nach kurzen einleitenden Worten des Präsidenten des Bundestages wurde Gelegenheit gegeben, Fragen zu stellen, wovon die zahlreich anwesenden Journalisten einen reichhaltigen Gebrauch gemacht haben. Mehr als zwei Stunden wurde das Frage- Antwort-Spiel betrieben, in dessen Verlauf alle wichtigen Probleme des weltpolitischen Augenblicks gestreift und behandelt wurden. In den Fragen der deutschen Aussenpolitik, insbesondere bei der Erörterung der Haltung SUr Sowjetunion und zur DDR, bildeten die Mitglieder der Delegation eine geschlossene Einheit, die in au- »rordentlich geschickter Teise ihre übereinstimmen- Position unterstrichen, er aufmerksame Beobachter konnte sich der Tatsache nicht verschliessen, dass diese Einheitlichkeit im wesentlichen auf einer defensiven Reaktion gegen die russische Politik aufgebaut ist. Erst als von einigen Journalisten Fragen der Innenpolitik und der sozialen Massnahmen angeschnitten wurden, traten gewisse Nnancierungen zwischen Regierungs- und Oppositionsparteien auf. Man gewann den Eindruck, dass der äussere Wohlstand zur Verminderung der sozialen Gegensätze entscheidend beigetragen hat. Ueber all diese Probleme zu berichten, halten wir jedoch nicht für unsere Mission. Deswegen wollen wir uns nur auf die Schilderung derjenigen Fragen und Antworten beschränken, die sich mit Israel und den Juden unmittelbar beschäftigen Und uns aus diesem Grunde direkt berühren. Eine abwegige Frage Ein argentinischer Journalist führte etwa folgendes aus: Vor wenigen Wochen war der Präsident des Jüdischen 'Weltkongresses, Dr.; Nachum Goldmann, in Buenos Aires gewesen und habe erklärt, dass Israel mit Westdeutschland allein keine diplomatischen Beziehungen aufnehmen wolle, zumal Moskau dringend von Israel verlangen würde, die Beziehungen mit der DDR, der Deutschen Demokratischen Republik, herzustellen. — Hierzu’ nahm der Vertreter der Jüdischen Wochenschanu das Wort und wandte ein, dass eine Beantwortung dieser Frage überflüssig sei, weil Dr, Gold- Die BARMIZWAH unseres Sohnes RAFAEL findet s. G. w. am Schabbat, den 23. April 1960, um 9 Uhr in der Synagoge Achduth Jisroel, Moldes 2449, statt. ALEXANDER VEIGH und Frau SELMA geb. GR A JO WER Av. Lib. Gral. S. Martin 5386, 2? dto. 22 Empfang am Sonntag, den 24. April, von 17—20 Uhr lumruTfififuuuuuuwiruwir>ini¥i¥rrfi-1.. Der Vorstand des BET ISRAEL lädl zu einem FESTGOTTESDIENST am Sonnabend, den 9. April, |; anlässlich de« 90. Geburtstages seines Mitgliedes;!: Frau Jenny K. de Weil r« ii «in. Alle unsere Mitglieder und alle Freunde der Jubi-; Jarin werdet! gebeten, an dieser Ehrung leilzunehmen. J Beginn des Gottesdienste« um 9 Uhr 30 in Conde 1345 WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Jdontag, den 11. April üenstag, den 12. April jjüttwoch, den 13. April Jfontag, den 18. April Oienstag, den 19. April Montag, den 2. Mal Sonntag, den 15. Mal Dienstag, den 31. Mal Mittwoch, den L Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Jnli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den tl. Septemhnr Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach T. Tag Pessach 3. Tag Pessach Jom Haazma’ut (Unabhängigkeitstag Israels) Lag b’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 27. Tamxnus (Fasten) Erew Tischa b’Aw Tischa b’Aw Erew Bosch Haedumm 5721 mann niemals eine derartige Erklärung abgegeben habe. Der argentinische Journalist berichtigte sich und fragte, ob die Westdeutsche i Bundesrepublik die diplomaj tischen Beziehungen mit Israel herzustellen beabsichtige. Hierauf entgegnete der Präsident des Bundestages folgendes (nicht wörtlich I wiedergegeben): j Mitte Januar dieses Jahres, Dr. Gerstenmaier nannte anhand seines Kalenders ein genaues Datum, sei Dr. jGoldmaBn, der Präsident des 1J ödischen Weltkongresses. , mit dem er befreundet sei. j einer Einladung gefolgt und j habe in Bonn mit ihm, Dr. I Gerstenmaier, gefrühstückt. , Im Laufe der Unterhaltung ] sei auch die Frage der diplomatischen Beziehungen möglicherweise angeschnitten worden. Die Bundesrepublik unterhalte freundschaftliche Beziehungen zu Israel, wenn diese auch nicht formell als diplomatische Beziehungen bestünden. Trotzdem befände sich in Bonn ein israelischer Botschafter, der im übrigen ein ausgezeichneter Diplomat sei, der die israelischen Interessen vertreten würde. Hierin sei zwar ein Kuriosum zu erblicken, dass ohne die Herstellung diplomatischer Beziehungen ein Botschafter wirke, aber dieser Status entspreche dem tatsächlich vorhandenen und sehr freundschaftlichen Kontakt zwischen den beider Ländern, zwischen Israel und der Bundesrepublik. Im übrigen wies der Bundestagspräsident darauf hin, Aus den Familien Der Empfang, den das Ehepaar Feniger anlässlich der Barmizwa seines Sohnes Raúl Ricardo am 9. April 1960 veranstaltet, findet in der Residencia Laprida 1509 (1 Quader von Sta. Fe) von 17 bis 20 Uhr statt. dass Deutschland an Israel eine ,,Entwicklungshilfe" von Milliarden DM zahlen würde, damit die von einem früheren Deutschland verfolgten Juden in Israel eine neue Heimat aufbauen können. — Zu diesem Punkt meldete sich wieder der Vertreter der Jüdischen Wochenschau zum Wort, um auf folgendes aufmerksam zu machen: Das Wort „Entwicklungshilfe” dürfte wohl sehr unglücklich gewählt sein, weil es weder rechtlich noch tatsächlich dem wahren Sachverhalt entspricht. Von einer „Entwicklungshilfe” kann im vorliegenden Fall nicht gesprochen werden. Die Deutsche Bundesrepublik habe sich aufgrund des Luxemburger Abkommens durch einen internationalen Vertrag zur Zahlung bestimmter Geldsummen verpflichtet, die man nicht als ^Entwicklungshilfe” bezeichnen könne, da es sich hierbei ganz eindeutig um Reparationen handelt. Diese Reparationen werden von Deutschland auch nicht aus Sympathie mit Israel oder dem jüdischen Volk, .sondern aufgrund einer Rechtspflicht geleistet, zumal hierin eine Kompensation für die erbenlosen jüdischen Vermögen zu erblicken sei, die entstanden sind, weil das Dritte Reich Millionen Juden erschlagen habe. — Gerstenmaier berichtigt sich Mit einer anerkennenswerten und sympathischen Geste gab der Präsident des Bundestages, Dr. Eugen Gerstenmaier, zu, dass er seine Darstellungen gegenüber unseren Ausführungen nicht aufrecht erhalten könne und wolle. Es sei richtig, dass das Wort „Entwicklungshilfe” heute in einem ganz anderen Sinne gebraucht werde, als dies vielleicht früher einmal der Fall gewesen sei. Entwicklun gshilfe werde — auch von der Bundesrepublik — denjenigen Ländern gewährt, die aus irgendwelchen Gründen noch nicht den heutigen Bedürfnissen entsprechend entwickelt seien wie z. B. Indien. Dann sagte Dr. Gerstenmaier wörtlich: „In Israel dagegen erblikken und schätzen wir einen modernen, hoch entwickelten Staat.” Aus diesem Grunde handele es sich bei den deutschen Zahlungen an Israel in der Tat nicht um eine Entwicklungshilfe, sondern um Reparationsleistungen, zu denen sich dk Bundesrepublik moralisch verpflichtet gefühlt habe im Angesicht des grossen Unrechts, das während langer dunkler Jahre an den Juden begangen worden ist. — Dr. Geistenmaier wies auch auf die individuellen Entschädigungen hin, ekle Frage, die aber in diesem Zusammenhang nicM weiter erörtert wurde. — Das Gespräch wandte sich daun wieder anderen Ttemenstellungen zu. Die Stellungnahme zu Israel hat alte anwesenden Journalisten Interessiert. — Generalversammlung der C. ü. Am Montag, den 21. Mirg, fand in den Räumen der Einheitskampagne die Generalversammlung des zentraleuropäischen Oomités statt, auf der den Delegierten der dem Comité an geschlossene* Organisationen und Gemeinden ein detaillierter Rechenschaftsbericht über die abgeschlossene Kampagne 1959 gegeben wurde. Der Präsident des Comités, Herr German Levy, eröffnete die Generalversammlung und gab der Genugtuung Ausdruck, dass zahlreiche Delegierte erschienen sind. Er begrüss. te den offiziellen Vertreter des Direktoriums, Herrn Ovsejevich, der in kurzen Worten über die Gesamtergebnisse der Kampagne 1959 berichtete und auf die Notwendigkeit hinwies, für die neue Kampagne 1960 mit verstärkter Energie alle verfügbaren Kräfte eirazuseiaeu. Wenn auch das Comité eine erfreuliche Erhöhung des (Fortsetzung auf Seite 5' Teatro Colón Viernes 8, a las 21.30. Función Extraordinaria N*? 4. Espectáculo Coreográfico. - Ballets: Suite de danzas, Tschaikowsky, con E Agoglia, R. Rodríguez, O. Francés. B. Moreno, B. Lemas, E. Lisogorsky. Columna de fuego, Schonberg con; E. Acoglia, A. Trujol, J. Ne. glia, M. Fernández, A. Kristel. M. Terragno, E. Lisorgsky, N. Piuca, J. Serrano, G. Tarsi, S.'Asquieri, L. Casal R. Fontan, A. Zambrano. R. Franco, A. Nogales, J. Buon. giorno. Bolero, Ravel con: J. Neglia, A Kristel, E. Deporte. B. Moreno, G. de Hirsching, C. Yurekoff, P. del Busto, R Franco. Director Artístico del C. de Baile y Coreógrafo: Antonio Tru. yol. Maestro de baile y coreógrafo: Nicolás Zvereff. Directores de Orquesta: A. Tauriello, S. Blech, M. Drago. Director Técnico de escena y montaje: T. Capobianco Cuerpo de Baile y orquesta estables del T. Colón. Platea $ 80.— Localidades en \TO(lt3i Sábado 9 a las 21.30. Función Extraordinaria N? 5. Conciertos sinfónico - coral: La Pasión según San Juan, para coro, solistas y orquesta. de Juan Sebastián Bach. Director de Orquesta: Víctor Tevah. Director del Coro: Tullo Boni Solistas: M. Garbarini, R. Horakowa, E. Valori, A. Mattiello, V. de Ñarké. J. Foscolos. Organista: H.’ Zeoli Clavicémbalo: A. Tauriello. Bajo continuo: — Pugliese. Violas de amor, C. Molo y F. Molo. Coro y! Orquesta Estable del T. Colón. Platea $ 80.—. Localidades en venta de 9.30 a 12.30 y de 15.30 a 17.30 en A. Toscanini, Via monte im. ( i Frühere Zwangsarbeiter in den Krupp - Werken sind berechtigt, Ansprüche auf Entschädigung bis zu DM 5.000.— geltend zu machen. Wir geben im folgenden eine Übersicht über die anerkannten Krupp-Lager: 1. BAD HARZBURG, Kruppsche Bergverwaltung, Bad Harzburg 2. BOCHUM, Fa. Krupp, Kommando Buchenwald 3. FRIEDRICH KRUPP, Beyerwerk Essen, cca 16 cajnps in Essen 4. GEISENHEIM, Kommando Natzweiier, oca. 200 polnische und ungarische Juden, gearb.: Friedrich Krupp — Eisenwerke ab Dez. 1944 5. GRAEDITZ. Kommando Gross Rosen, erwähnt erstmalig im Juni 1942 / Krupp /, überführt im Oktober 1944 in Sportschule Reichenbach 6. KOENIGSWUSTERHAUSEN, Kreis Teltow, Kommando Sachsenhausen, gearbeitet für Krupp 7. KRUPP BIRKENSDORF 8. KRUPP - ESSEN. Kommando Buchenwald, cca. 500 Frauen, ab 24. 8. 1944. Am 22. 3- 45 nach Bergen Belsen überstellt, 9. LANGENBILAU, Kommando Gross Rosen, Krupp Erwähnt erstmalig März 1944, befreit am 8. 5. 1945 10. KRUPP - WUPPERTHAL 11. LINTORF, Kreis Düsseldorf 12. MARKSTAEDT-FUENFTEICHEN. Kommando Gross Rosen — Laskowitz-Meleschewitz 13. NEUDORF. Kreis Altona 14. RATSDORF, gegründet am 13. 4. 1938, geschlossen am 29. 2- 44 15. RHEINHAUSEN, Kreis Moers 16. WANNE - EICKEL, Krupp Treibstoffwerke 17. WnTERSCHLiCK — Servaiswerke u. Krupp 18. WUESTEGIERSDORF, Kommando Gross Rosen, Friedr. Krupp 19. VOERDE, Kreis Dinslaken 20. VORMEPPEN, Kreis Meppen, Krupp-Schiessplatz 21. TRIHATY - NIKOLAJEW 22. BERLIN-NEUKOELLN Anmeldungen Dienstag Mittwoch und Freitag zwischen 16—18 Uhr im Büro der Jüdischen Wochenschau, Pueyrredon 2190, l9 izq. Dr. Hardi Swarsensky