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Jüdische Wochenschau · 1960-04-08 · 1768 (8.4.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1768 (8.4.1960)
Date
1960-04-08
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Año XXI. — No 1768 — 3 Viernes, 8 de Abril de 1960 u sollst es never von In biblischer Zeit waren die Eltern die ausschliesslichen Lehrer ihrer Kinder. Unterrichtsanstalten oder Schulen wurden erst in späterer Zeit eingeführt.Jedoch in allen Generationen des jüdischen Volkes galt für die Pessachnacht als Grundprinzip der Ausgestaltung seiner Feier: „Du sollst es Deinem Kinde verkünden an Rabb. E. I. LOEWENSTEIN, Santiago de Chile Keine Dutzendware Mit der Behutsamkeit eines Juweliers und der Sorgfalt des Fachmannes wird jeder Anzug und jeder Mantel gearbeitet und geprüft. Bei Carlton bietet sich also nicht nur eine grosse Auswahl, sondern eine spezielle Auslese und zwar zu ganz normalen Preise. Denn Carlton- Kleidung ist besser, aber nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. 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In dieser Nacht blieben die Eltern in allen Zeiten die Lehrer ihrer Kinder, auch dann noch, als der Besuch einer Schule obligatorisch wurde. Der Seder ist das Symbol jüdischen Lernens. Sein Hauptthema ist die geschichtliche Erinnerung. Aber die Theorie wird verbunden mit der Praxis. Das Kind sieht vor sich, wovon gesprochen wird. Das ungesäuerte Brot, das Bitterkraut und alles, was das Kind in dieser Nacht beobachtet, soll ihm gedeutet werden, ihm etwas erzählen. Ein Seder, in dem die Hagada nur zur Vorlesung kommt und kein Versuch gemacht wird, die Anwesenden — insbesondere die Kinder — in eine unmittelbare Beziehung zum Inhalt der Hagada Und zu den Bräuchen dieser Nacht zu bringen, entspricht dem, was beabsichtigt ist. Ein solcher Seder wird zur Zeremonie ohne Inhalt. Ihm fehlt die Aktualität, die Beziehung zu uns und unserer Zeit. Der unsterbliche Franz Rosenzweig hat in seinem religions - philosophischen Werk „Der Stern der Erlösung“ den Seder so gedeutet: „Das Wort der Freiheit leuchtet über ihm von Anfang an. Die Freiheit des Mahls, bei dem alle gleich sind, zeigt sich an in dem, was mit anderem noch „diese Nacht unterscheidet von allen anderen Nächten“: dem „augelehnten“ Sitzen; sie zeigt sich lebendiger noch als in dieser Erinnerung an das antike zu Tische Liegen der Gäste beim Symposion, darin, dass gerade das jüngste Kind zu Wrorte kommt und dass sich nach ihm, nach seiner Art und Reife, die Tischrede des Hausvaters richten. Daran wird leider heute in vielen Familien vergessen, dass der Seder geschaffen worden ist, um mit unseren Kindern zu lernen, um sie zu lehren und sie zum Tun, zur Verwirklichung hinzuführen. In dieser Beziehung zwischen Vater und Kind als Lehrer und Schüler, — die im Seder zum hervorragenden Ausdruck kommt, — sieht das historische Judentum eines der wesentlichen Merkmale traditionellen Lebens. Das Geheimnis dieser Beziehung liegt nicht so sehr im Lehren der Gedanken oder Ideale, sondern in dem Ei, im Bitterkraut, im Wein usw. deren Bedeutung verstanden wird. Der Vater — Lehrer oder die Mutter — Aus aller Welt Ankunft einer Delegation Jerusalem. — Eine Delegation der Internationalen Kommission für Atomenergie wird in Israel erwartet Die Delegierten befinden sich auf einer Rundreise durch die Mittelmeerländer und werden drei Tage in Israel verweilen. Sie werden die wissenschaftlichen Institutionen und Hospitäler besuchen, welche mit atomaren Produkten arbeiten. Desgleichen ist eine Besichtigung des jetzt im Bau befindlichen Atommeilers vorgesehen. Beamte des Auesenministeriums werden die Delegierten empfangen. Die Delegation ist beauftragt worden, Empfehlungen für die Aufstellung eines Isotopen- Zentrums im Mittelosten und Afrika vorzubereiten, um AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO* BEÑO HUTSCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 2205 Organización Schottlaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T.E.: 82-1732 das sich sowohl die Türkei wie die VAR beworben haben. Es ist selbstverständlich, dass sich Israel ebenso wie auch andere Länder dagegen verwehrt, dass die Wahl auf Aegypten fällt. — (ITA) Neues Versammlungsgesetz verlangt Berlin. — Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin hat den Gesetzgeber aufgefordert, „eine vernünftige Ordnung des Sammlungswesens” herbeizuführen. In einem Grundsatzurteil hob das Gericht die Bestimmung des Sammlungsgesetzes von 1934 auf, nach der die Erlaubnisbehörden eine Sammlung wegen Fehlens eines „hinreichenden öffentlichen Bedürfnisses” ablehnen konnten. Das Gericht distanzierte sich auch von den nationalsozialistischen Motiven des NS - Sammlungsgesetzes. — (AWZ) Verträge mit der VAR Rom. — Zwischen Italien und der Vereinigten Arabischen Republik wurden Verträge über eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Darin werden der italienischen Industrie beträchtliche Möglichkeiten der Beteiligung bei den Entwicklungsplänen der Arabischen Republik ein geräumt. Ausserdem ergeben sich Aussichten für die Beschäftigung von italienischen Facharbeitern. Italien erreichte auch die teilweise Freigabe eingefrorener Guthaben italienischer Staatsbürger in Aegypten. — (AWZ) Lehrerin, beschränken sich nicht nur auf das Frage- und Antwortspiel, sondern dem Kind soll gezeigt werden, dass die Praxis zur Theorie führt, nicht umgekehrt. Darin liegt eine tiefe pädagogische Erkenntnis. Kinder verstehen die Philosophie oder Ethik des Judentums nicht. Sie erleben, was sie mit den Augen sehen und dem Gaumen schmecken. Sie haben keine Beziehung zu den abstrakten Schlagworten, in die das Judentum in unseren Tagen so oft gekleidet wird. Der Afikoman, der versteckt wird, die bitteren Kräuter, die gegessen, die vier Becher, die getrunken werden, usw., erzählen ihm mehr von der Geschichte Israels als alle theoretischen Betrachtungsweisen. Das ist die Sprache, die es versteht. In dieser SymPolik des Judentums, für die die Feier des Seders, das sprechendste Beispiel ist — aber eben nur ein Beispiel und Wegweiser —, liegt seine Kraft und die Stärke seiner Erziehungs-Methode. Diese Symbole gehören nicht einer überwundenen Epoche des Judentums an. Ideale dürfen nicht abstrakt bleiben; sie müssen im Leben ihren Ausdruck finden. Aber — und damit kommen wir zum entscheidenden Problem — wir wissen sehr gut, dass viele unserer Väter und Mütter selbst nicht genügend gelernt haben, um ihren Kindern in der Welt des Judentums Lehrer sein zu können. Das ist zu- LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIANTE Bs. Aires — PUEYRREDON 2190, 1? ixq. — T. E. 83-2613 11. Nissan 5720 -8- April I960 meist nicht ihre Schuld. Daran kann kein Zweifel sein. Aber um unserer Söhne und Töchter willen, sollen unsere Eltern bereit sein zu lernen. In früheren Geschichtsperioden war der Apikaures — der Leugner und Zweifler an den Glaubensgrundlagen — die Gefahr für das Judentum. Er untergrub seine Fundamente. Dieser Apikaures ist sehr selten geworden. Und vielleicht darf man hinzufügen: leider. Denn mit ihm konnte man sich auseinandersetzen, ihn bekämpfen und vielleicht auch überzeugen. Er war Ausdruck einer Welt, in der es geistige Auseinandersetzungen gab. Die Gefahr, die uns heute bedroht, ist der Am Haarez — der unwissende Jude. Ihn gilt es zu überzeugen, dass es um unserer Kinder und ihrer Zukunft willen, notwendig ist, wieder zu lernen. Die alte jüdische Welt rief aus: „Ze ul’ mad” — Geh hinaus und lerne. Dieses Wort wird auch an unsere Eltern gerichtet. Heute wird das Lernen Erwachsenenbildung genannt. Welch’ ungewöhnliche Forderung in einer Welt, die meist nur die Sucht nach Aeusserlichkeiten, das Streben nach materiellem Wohlstand kennt. Aber von der Erfüllung dieser Forderung hängt in unseren Tagen weitestgehend die Möglichkeit ah. den Seder als das zu erkennen, was er sein will: das Symbol des jüdischen Alltags. Annahme einer Einladung Sao Paulo. — Die Föderation der repräsentativen Organisationen der Jüdischen Gemeinde Brasiliens hat die Einladung zum Beitritt zur Zionistischen Weltorganisation als angeschlossenes Mitglied angenommen. Diese Einladung wurde von Dr. Nachum Goldmann während seines kiirzlichen Besuches in Sao Paulo ausgesprochen. Das jetzt veröffentlichte Communiqué besagt, der Zentralausschjiss sei sich der Tatsache bewust, dass der grösste Teil der brasilianischen Juden das neue zionistische Programm mit den in Jerusalem akzeptierten Aenderungen anerkenne und aus diesem Grunde beschlossen habe, der Einladung Dr. Goldmanns Folge zu leisten. 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