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Jüdische Wochenschau · 1960-04-05 · 1767 (5.4.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1767 (5.4.1960)
Date
1960-04-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Maries, 5 de Abril de 1960 LA SENARA ISRAELITA Año XXI. — Mo. 1767 Eine Brücke zwischen Ost und West LITERATUR 7u’pimci1 irv» ToVlra +*•;*+ '<n Tf. _ fl TT A V ¿"V TB r w-1 T s-v-ww w-v -r-. __ •» it /■>«- W Zweimal im Jahre tritt die ,,Israel National-Kommission für die UNESCO“ die Kultur-Organisation der Vereinen Nationen, in Jerusalem zusammen. Die Vertreter internationaler Verbände aller Art, beziehungsweise deren Israel-Sektionen treffen sich hier, hören Berichte des Ministerialdirektors Dr. M. Avidor vom Kultur- und Erziehungsministerium und von Sonderdelegierten aus UNESCO - Tagungen und bringen selbst ihre Anregungen, ihre Kritik und ihre Wünsche vor. Im Mittelpunkt der kürzlichen Aussprache, die zum ersten Male nicht in den ministeriellen Amtsräumen, sondern im schönen Bet- Hillel( dem Studentenhaus der Bne-Brit-Logen, stattfand, stand das Referat des Universitätsprofessors Uriel Heid über eine Tagung der UNESCO in ihrem Hauptquartier in Paris, wo es um die Möglichkeiten kultureller Zusammenarbeit zwischen Ost und West ging. Die Begriffe Ost und West sind hier weder streng geographisch zu fassen, noch im Sinne der heutigen Politik, in welcher Osten die Sowjetunion meint und Westen die Vereinigten Staaten von Amerika. Bei den UN mögen diese Begriffe der politischen Landkarte gelten, bei der UNESCO aber meint „Ost“ einfach den Orient .und „West“ den Okzident. Und zwischen diesen beiden Hälften der Kulturwelt soll vermittelt werden, denn — nach .einem alten Worte — erzeugt Fremdheit immer Hass.Ueberwinde die Fremdheit durch Aufklärung, und du überwindest den Hass, der aus Unkenntnis fliesst! Wer wüsste das besser als gerade wir Juden! Heute weiss der Osten oft mehr vom Westen als umgekehrt. Christliche Missionare haben zum Beispiel das Evangelium, dass das Antlitz Europas so entscheidend geformt hat, bis nach Indien und China gebracht, aber nur relativ wenige Menschen im Westen kennen wirklich die Unvergleichlichen Schätze fernöstlicher Weisheit und Glaubensoifepbarung. Buddhismus, Hi^Auismus, Brahihanentum send meist nur halbleere Begriffe für den Westen, der jahrhundertelang alles .Heidentum’ hochmütig ablehnte mit Ausnah- Von SCHALOM BEN-CHORIN me der griechisch-römischen Antike. Andererseits aber hat auch der Osten oft keine wirkliche Vorstellung vom Westen: das Christentum und die Dampfmaschine waren die Boten der westlichen Zivilisation, aber wie wenig kennt der Osten die eigentlichen Kulturgüter des Westens, seine echte Kunst (nicht den Postkartenkitsch und die Hollywood-Schönheiten) und seine Weisheit von Plato bis Kant, von Hume bis Hegel, seine Dichtung und seine Musik. Man hat sieh gegenseitig viel zu geben und zu lehren, und die UNESCO ist dabei emsig am Werke; durch Uebersetzungen klassischer Literatur, durch Kulturfilme und Anthologien, durch Bild und Lichtbildwerke aller Art. Für Israel erhebt sich die sehr schwer zu lösende Frage: wohin gehören wir kulturell, zum Osten oder zum Westen? (Geographlcch ist die Frage klar entschieden: Israel ist ein Land im Mittleren Osten. Politisch ist die Frage entschieden: der Staat Israel will eine westliche Demokratie sein.) Der Schriftsteller Aricha, der den hebräischen PEN-Club vertrat, ist der Ansicht, man sollte ein Symposion über diese Frage abhalten. Der Vorschlag wurde sehr positiv aufgenommen, denn man kann sich wirklich nicht so ohne weiteres klar entscheiden. Das Volk Israel ist ein östliches Volk, gewiss. Die Wiege seiner Kultur stand auf dem uralten Kulturboden Kanaans. Die heutige Archäologie hat mehr umd mehr erwiesen, wie tief wir Juden in diesem Boden wurzeln, wie viel im althebräischen Kulturgut aus kanaanitischer Schicht stammt. Und weiter haben wir in den Jahren des ersten Exils der Jakobssöhne, im Sklavenhause von Aegypten nicht nur die Fron auf uns genommen sondern auch die Kultur dieses Landes in uns aufgenommen. Es ist kem Zufall, dass der eigentliche Schöpfer der Nation, Moses, am Pharaonenhofe erzogen wurde und wohl auch die Mysterien von Midian in sich verarbeitete. Die monotheistische Ahnung des Pharao Echnaton, der MAIMONIDES lt»» 1194 $ 650.- VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES GURRUCHAGA 2269 — T. E. 7I47M Eu beziefcan durch alle einschlägigen Buch, handlungen und durch die JUEDISCKE WOCHENSCHAU PUXYRREDON 2199 I* — T. E. 92-MIt den unsterblichen Sonnengesang angestimmt hat, wird im Monotheismus des Moses zur gewaltigen, die Welt erschütternden Offenbarung. Aber Moses, der die ziehenden Chabiru-Stämme zusammenschweist ist kein Anfang, sondern ein Fortsetzer und Vollender. Beginnt die Volksgeschichte nicht mit Abraham? Abraham stammte aus Mari, war ein Sohn der chaldäischen Kultur, die in die unsere miteinbezogen wurde, wahrhaftig von Ur her, in des Wortes bester Bedeutung. Und sind wir im babylonischen Exil unbeeinflusst geblieben? Gewiss nicht. Und Persien und Griechenland haben das ihrige dazu getan, das Weltbild der Bibel und der nachbiblischen Epochen des Judentums zu formen. Das war der Anfang, zu dem wir heute und hier in Israel sprachlich und geographisch zurückkehren. Aber zweitausend Jahre des Exils sind für uns Juden nicht nur Leidens- und Wanderjahre, sondern auch gewaltige Lehrjahre gewesen. Alle Kulturen Europas sind mit dem Judentum in Berührung gekommen und haben es mitgeformt. Vor allem aber haben sie den Juden selbst geformt, der als Europäer oder Amerikaner, als deutsch und englisch, französisch oder italienisch gebildeter Einwanderer in das Ursprungsland heimkehrte und alles Kulturgut seines Exillandes, das so oft doch auch wiederum sein Vaterland war, mitgebracht hat. Der Jischuw ist stolz auf seine grossen Errungenschaften von der Hebräischen Universität in Jerusalem bis zum Technion in Haifa, von der Habima bis zum Philharmonischen Orchester, um nur einige kollektive Spitzenleistungen zu nennen. Mediziner und Philosophen, Musiker und Naturwissenschaftler von internationalem Ruf leben in Israels Mitte und mehren den Ruhm des kleinen Landes im Kreise der Völker und Staaten. Aber sind diese Universitäten und das Technion nicht Geist vom Geiste Europas und Amerikas? Ist Habima nicht ein russisches Theater in hebräischer Sprache gewesen und vielleicht sogar noch geblieben? Ist das israelische Philharmonische Orchester nicht ein europäischer Musik-Körper Das sind Fragen, die schon beantwortet sind, indem man sie stellt. Die Türkei z. B. erklärt offen, dass sie kulturell dem Westen angehört, obwohl sie geographisch zum allergrössten Teil zu Asien zu rechnen ist, und religiös als muselmanisches Land sicher zum vorderasiatisch - afrikanischen Völkerkreis gehört. Aber das Volk und der Staat Israel können sich nur schwer entscheiden. Schon unser Klassiker Jehuda Halevi hat gesungen: „Libi be-Misrach weanochi bef soph maarav“ (Mein Herz ist im Osten und ich selbst im äussersten Westen). Das trifft auch noch heute und in Israel in einem introvertierten Sinne auf viele zu: sie sehnen sich in kanaatischer Rückerinnerung nach dem „reinen Osten, Patriarchenluft zu kosten“, sind aber doch ihrem zivilisatorisch - kulturellen Habitus nach westliche Menschen. Andererseits gibt es heute bereits Zehntausende von Orientalen unter den Israelis, die sich nach Verwestlichung sehnen und alles daran setzen, den „Aschker.asim“ gleich zu werden, selbst und gerade wenn sie überstolz ihr Sefardentum betonen. „Reorientalisierung“ — einst ein Schlagwort westlicher Intellektueller in Palästina, — wurde in Israel längst ein Prozess der Wirklichkeit, der eine amerikanische Journalistin zur Prognose inspirierte, dass das arabisch-israelische Problem sich von selbst lösen werde, indem Israel mehr und mehr arabisiert werden wird und so seinen Charakter als westlicher Fremdkörper im Nahen Osten verlieren muss. Von Humus und Felaffel, den arabischen Lieblingsgerichten der Israelis, bis zu den Gesängen der Schoschana Damari und dem Inbal- Ballett, die heute als Kultur-Export Israels auftreten, wird ein gerader Weg zur Reortientalisierung des orientalischen Volkes führen Fragen über Fragen! Wir haben sie angeschnitten, ohne sie hier voll beantworten zu wollen und zu können. Aber ein Grösserer hat die für uns gültige Antwort bereits vor hundertvierzig Jahren gefunden. Eis ist Goethe, der in seinem „Westöstlichen Divan” (1819) die Antwort gibt, die gerade für uns Israelis zutrifft, wenn wir die Frage nach unserer kulturellen Zugehörigkeit zu Ost oder Weststellen: Wer sich selbst und andre kennt, Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident Sind nicht mehr zu trennen. Sinnig zwischen beiden Welten Sich zu wiegen, lass ich gelten; Also zwischen Ost und Westen Sich bewegen, sei's zum Besten! Vater und Sohn auf von SCHOLEM DIE VERTREIBUNG AUS DEM PARADIESE Klarer, schöner und aktueller kann die Antwort auf diese kulturelle Existenzfrage nicht gegeben werden. Wir möchten jedoch den Worten des grossen Alten von Weimar noch ein Wort des grossen Alten von Sde- Boker hinzufügen. In einem von Edie Murow inszenierten Televisionsgespräch „Jerusalem—Rangoon“ zwischen B. G. und U Nu schloss Ben Gurion mit dem Wunsche, dass Israel eine Brücke zwischen Ost und West werden möge. Gott sei Lob und Dank. Der Purim ist aus dem Hause, und man kann zu guter Stunde anfangen, an das Hereinbringen des Pesuach zu denken. So sprach am Morgen nach Schuschan Purim die Mutter zu sich selbst, warf prüfende Blicke n alle Ecken des Saales, ging herum und suchte, wie eine Henne, wenn sie ihr Zeit kommen fühlt. Einige Tage später war ein Häufchen Heu zur Stelle und zwei Holzscheite und auf den Holzscheiten ein funkelnagelneuer Kübel, der mit grobem, aber weissem, reinem Linnen überdeckt war. Der Vater und ich wurden herangerufen, und ich besonders wohl an die dreissig Mal gewarnt, dass ich es nicht wagen sollte, mich jener „Ecke” zu nähern, ja nicht einmal von weitem hinzuschauen, nicht einmal hinzuriechen. Dann wurden wir einfach vor die Tür gesetzt und erhielten den bestimmten Auftrag, den Saal bis Pessach überhaupt nicht zu betreten. Aber von diesem Augenblick an bekam der Saal für mich einen ganz besonderen Reiz, wie ein Magnet zog er mich an. Ich musste — sei es auch nur von weitem — einen Blick in jene „Elcke” werfen. Und so stand ich denn auch bald in der Tür, eigentlich noch dr aussen — ein Stück Brot mit Schmalz bestrichen in der Hand — und sah hinein. Ich freute mich unseres schönen, lichten Saales mit dem roten Sofa aus Mahagoniholz, des ovalen Tisches n.it den drei Füssen des ovalen Spiegels in schön geschnittenem Rahmen und des grossartigen Misrachs. O, dieser Misrach! Der Vater hatte selbst ihn gemalt, als er noch Bräutigam war, so erzählte er. Was war da nicht alles darauf. Bären, Löwen und Wildkatzen, Adler und kleine Vögel, Posaunen, Chanukkalampen und Paradiesäpfel. Schiijselchen mit kleinen Mögen Davids und Blättchen und Knöpfchen, Rädchen und Streifen und Pünktchen ohne Zahl und Ende. Nicht zu glauben, dass eine menschliche Hand das alles sollte malen können, das Auge konnte es garnicht umfassen. Ja, der Vater, der kann was, dachte ich mir, der bringt was fertig, der ist schrecklich geschickt. Hole dich nicht der Teufel. Voll Chomez an der Tür? Verdammtter Junge du. So rief die Mutter, die mich auf frischer Tat ertappte, fasste mich mit zwei dünnen scharfen Fingern ihrer rechten Hand an meinem linken Ohr und führte mich zu meinem Vater. Da, sieh ihn dir wenigstens an, deinen Sprössling. mmWWWWWWMWVWWWWWWMUMWMHWWWHWUW Israel - Marken te grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTENNUM- MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (plsnchas) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 j lag. CABBLDO Mit dem Brot in der Hand ha: er sich hingestellt und nach dem Pessach Borscht geblickt. Der Vater machte ein ernstes Gesicht, schüttelte den Kopf, spitzte die Lippen und t zischel: e... Mach, dass du fortkommst, du Schlingel, du... Aber kaum wandte sich die Mutter ab, so spielte ein verstecktes Lächeln um seinen Mund. Ich sah es ganz gut. Nur wenn sie sich ihm wieder zuwandte, wurde sein Gesicht wieder ernst. Schliesslich fasste er mich an der Hand, setzte mich neben sich auf den Stuhl und ermahnte mich, nicht hinzublicken. Man dürfe nicht. Auch von weitem nicht, so fragte ich. Doch er hörte mich nicht mehr, sondern war schon wieder in sein Buch vertieft, in dem er murmelnd studierte. Ich aber stahl mich von ihm zur Tür fort und lugte in den Saal Saal hinein und staunte alle wunderbaren Dinge an, die es da gab, ein wahres Paradies. Auf dem Fussboden viele neue Töpfe, an den Wänden Hackmesser, ein Salzbrett, zwei Kränze Zwiebeln als Saalschmuck. Alles schon für Pessach, für Pessach. .. 2. VON HAND ZU HAND Vielleicht würdet ihr euch mit euern Büchern in das grosse Schlafzimmer begeben. So sagte die Mutter zu uns. Sie ist weissgekleidet, hat eine weisse Serviette auf dem Kopfe und einen langen Stock in der Hand, einen Flederwisch in der zweiten. Den Kopf tiat sie ganz zurückgeworfen und blickt zur Decke. Sossel, wo bist du denn mit der Bürste? Na, rühr dich schon maL Kom doch.— Sossel, unsere Dienstmagd, auch mit einem weissen Fetzen um den Kopf gewunden, kommt mit der nassen Bürste und einem Eimer Kalk. Und beide sehen sie aus wie Tot .» über .yeider« mit dt die und herzorni« Ick sene in * je gr Bude- Er: Andeutur nichts hat« in mir Junge suchen „ine V*** Jber kommen Du We’. destdumi« gehen-' fasst n>ich * zeigt mm den aber nicht h sung m {olg nur ein bis» •in die Qu«* zerhand von Ueberall sh Wege, schilt In Teufel doch schon ter hinein, und schleud' indem sie b< ich lebe, ha zudringliche nicht gesehe beizukomme ter und gibt von hinten, mich auf i weiss an. D ein Ball zui mer hineil schier vor Der Vate beruhigt m , sezt mich a .■vertieft sic ' Bücher. J. AUS DE MER IH KAMME Entschuli Frau lässt sollt so gu hier aus in lrammer ge sei, die eben zui .schmierig, i Wir teilen allen unseren Freunden i mit, dass die BARMIZWAH unseres Soh RAUL RICAR s. G. w. am Schabbath, den 9. April 1SH Libertad 785 stattfinden wird. Enrique Feniger i Marion geb.Bierh Empfang: am gleichen Tage zwischen lt Residencia Laprida 1509 (1 Quader \ WIE LIEGEN DE FEI] DES JUEDISCHEK JAHI Montag, den 11. April Dienstag, den 12. April Mittwoch, den 13. April Montag, den 18. April Dienstag, den 19. April Montag, den 2. Mai Ere» p ¡^Tagi Tagi .Tag, Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den L Juni Donnerstag, den 3. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den fl. September Jom h¡ (Unab Isra Ugbt «e» $!iagl * Tag ] Ere» i

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