Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1767 (5.4.1960)
- Date
- 1960-04-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXL — No« 2767 — Maries. 5 de Abril de I960 Nasser wieder gegen Hussein In seiner kürzlicheu Rede, in der er Ben Gurion als „Kriegsverbrecher” anprangerte, erwähnte Abdel Nasser auch die „Agenten des Imperialismus in ’I’ransior" danien und im Irak, die 1948 der bei Faludja eingekesselten ägyptischen Armee Hilfe vorenthalten hatten.” Diese Aeusserung und andere Anspielungen sah die arabische Sendestunde des londoner Rundfunks als möglichen Auftakt zu einer neuen Polemik Nassers gegen König Hussein und sein Regime an. Der britische Rundfunk hatte sich nicht geirrt. Nur zwei Tage später richtete Nasser in Damaskus heftigste Angriffe gegen König Ein CARLTON- ANZUG gerade bei Gelegenheien, wenn Sie sich bewusst in Ihrer Kleidung unterscheiden wollen. Die hochwertigen Qualitäten und die feine, sorgfältige Verarbeitung dieser Kleidung guten Stils spricht für sich — und für Sie. AUCH JUNIOREN KAU. FEN GERN BEI LAVALLE 870 T. E. 35-1110 Hussein und seine Minister. Er erklärte, die Araber könnten nicht vergessen, dass in Amman die Männer am Ruder seien, die früher versucht hätten, das Land an den Imperialismus auszuliefern und es an den Bagdad- Pakt anzugliedern. Hier haben wir es mit einer offenen Attacke auf den transjordanischen Ministerpräsidenten Haza Madjali zu tun, der 1955 mit dem britischen General Templer verhandelt und sich bemüht hatte, Transjordanien dem Bagdad-Pakt anzuschliessen. Die letzten Angriffe Nassers waren der vorläufige Höhepunkt in einer Auseinandersetzung, die schon seit Beginn der Tagung der Arabischen Liga im Gange war. König Hussein hatte bei den Sitzungen der Liga sich in einem Interview mit dem Korrespondenten der „Sunday Times” sehr kritisch über die Palästina-Vorschläge der VAR geäussert und die Liga-Beratungen als „lächerlich” bezeichnet. Nach 22 vertraulichen Sitzungen war die Liga übereingekommen, die mit Palästina zusammenhängenden Probleme durch eine Fünfer-Kommis- 'sion weiter behandeln zu | lassen, und Transjordanien ¡wollte das Ergebnis dieser Besprechungen abwarten. KEIN STAAT — SONDERN EIN HEIMATVEREIN Der transjordanische Au- ' ssenminister Musa Nasser, der sich auf einer Pressekonferenz in Amman über die Liga-Tagung äusserte, gab den Journalisten sehr vorsichtige Auskünfte und wich allen unangenehmen Fragen aus. Er erklärte, dass es bei „Sicherung der weiteren I Hotel-Restaurant Eschel nura I Inh. I. M. WAJSBEKIER! ncs GOEFFNET I MAR DEL PLATA GASCON 2065 i T. E. 2 . 2170 AUTO . REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO“ BEÑO HUT8CHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Mon.roe) T. E. 51 - 2205 Existenz Palästinas” nicht um die Schaffung einer Regierung Palästinas, sondern um die Gründung einer Organisation der palästinensischen Araber, also um die Bildung einer Art Heimatverein gehe. Einzelheiten der Form der Organisation seien noch nicht besprochen worden. Im übrigen bekannte sich Musa Nasser zum Status quo in Transjordanien, soweit es sich um die Stellung der palästinensischen Araber handelt. Er warnte vor Vorschlägen, die zur Spaltung der Araber führen müssen. Als Journalisten den Aussenminister nach seiner Stellung zur Dreimäehte-Erklärung von 1950 fragten, verwies er ausweichend auf die allgemein gefasste Resolution der Tagung der Arabischen Liga, die Einmischung in Fragen des Mittleren Ostens als gefährlich und schändlich bezeichnet hatte. ENTHUELLUNGEN IN KAIRO Aussenminister Musa Nasser hatte sich damit an die in Kairo vereinbarte Diskretion gehalten, aber in Kairo hatte man inzwischen beschlossen, die Maske fallen zu lassen. Am gleichen Tage an dem Nasser in Damaskus Hussein und seine Minister offen angriff und sie der Unterwerfung unter den Imperialismus beschuldigte, kam die grösste arabische Zeitung „Al Ahram“ in Kairo mit einem sensationellen Artikel „Geheimnisse von der Liga-Tagung“ heraus. Vorher hatte die ägyptische Presse auf Grund der offiziellen Anweisungen sieh über die Meinungsverschiedenheiten bei der Liga-Tagung ausgeschwiegen. Jetzt wartete „Al Aihram“ mit Enthüllungen auf. Das Blatt prangerte Transjordanien als Hauptschuldigen am Misserfolg der Liga- Tagung an. Transjordanien, so schrieb „Al Ahram“, hatte alle Vorschläge auf Gründung einer Palästina-Regierung und auf Schaffung einer Armee der palästinensischen Araber afogelehnt. Transjordanien hatte sich gegen Kritik an der Erklärung von 1950 gewehrt. Amman — und nicht die technischen Sachverständigen der Arabischen Liga — hatte jeden Beschluss über die Pläne der Libanesen zur Ableitung der Quellflüsse des Jordans unmöglich gemacht. Die transjordanische Zeitung „Ad-difaa“ (Jerusalemer Altstadt) hatte vorher dsutlich erklärt, warum Transjordanien gegen die libanesischen Pläne auftreten müsse: Würden der Hasbani und der Banias abgeleitet werden, so würde die Wassermenge im Jordan viel geringer werden. Nach Meinung der transjordanisehen Zeitung (die trotz allen arabischen Erklärungen Israels Fähigkeiten hoch einzuschätzen scheint) wird „Israel sich auf jeden Fall seinen Anteil am Jordanwasser nehmen“, und dann würde für Transjordanien ^ine ganz geringe Wasser- (menge übrig bleiben.! In ähnlicher Weise hatte der transjordanäsehe Aussenminister Musa Nasser bei den Liga-Sitzungen in Kairo argumentiert. Der Vorsitzende der Tagung, der libanesische Aussenminister, hatte mit Rücktritt und mit Flucht in die Oeffentlichkeit gedroht — aber die Transjordanier liessen sich nicht bei einflussen— für sie ging es um eine Lebensfrage, und sie 1 sind nach wie vor von ei- Juan S c h o 111 a e n d e r Vetmekenmefen jeder Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 Jugend stark faschistisch Rom. — Das Parteiorgan der christlichen Demokraten Italiens, „II Popolo”, beklagte kürzlich, dass ein grosser Teil der italienischen Jugend positiv zum Faschismus eingestellt sei. Das Blatt zitierte die Ergebnisse einer Umfrage. Dabei meinten 25 Prozent der befragten Jugendlichen, der Faschismus wäre eine hervorragende Sache gewesen, wenn es in seinen Reihen keinen Verrat gegeben hätte. Fünl Prozent bekannten sich uneingeschränkt zu den Ideologien Mussolinis. 30 Prozent störten sich nur daran, dass Mussolini Italien nicht aus dem Krieg herausgehälten hat. Andernfalls wären auch sie voll mit ihm einverstanden. Die Zeitung gibt die Schuld an diesen „alarmierenden Ergebnissen” in erster Linie dem Versagen der Schule, dann aber auch den Parteien und Jugendorganisationen. (AWZ) FIAMBRERIA Alle Arten Aufschnitt — Konserven — Getränke — Auch koschere Würste —■ Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preiselbeeren — KNORRSUPPEN — FISCHKONSERVEN l 2S DE MAYO 719 Inh.: FEDERICO SWARSENSKY Tanker für die VAR Hamburg. — Der erste in der Deutschen Bundesrepublik für die Vereinigte Arabische Republik gebaute Tanker lief vor kurzem vom Stapel. Wie verlautet, will die VAR in den nächsten Monaten Aufträge für den Bau von neun Schiffen an deutsche Werften vergeben. (AWZ) Wieder australische Gesandtschaft Melbourne. — Australien hat seine bei der Suezkrise 1956 geschlossene' Gesandtschaft in Kairo wieder besetzt. G. B. Feakes ist zum Geschäftsträger in Kairo ernannt worden. (AWZ) In der nächsten Ausgabe lesen Sie: Wissenschaft und Ethik - DER BEITRAG INDIENS, GRIE¬ CHENLANDS UND ISRAELS WORTLAUT DER REDE DES ISRAELISCHEN MI- NISTERPRAESIDENTEN, DAVID BEN GURION, BEI DER FEIERLICHEN VERLEIHUNG DES EH¬ RENDOKTORATS DER RECHTE DER BRANDEIS- UNIVERSITAET, BOSTON nem gesunden Misstrauen gegen die Pläne der anderen arabischen Staaten beseelt. EINE NEUE OFFENSIVE Die Enthüllungen des „Ahram” schlugen wie eine Bombe ein. Die Tatsachen waren zwar mehr oder weniger bekannt, aber die Veröffentlichung zeigte, dass Nasser und seine Propagandamaschine erneut den Kampf gegen Transjordanien aufgenommen hatten. Inzwischen gab Kasse-m zum ersten Mal bekannt, dass die VAR nicht nur den Jordan, sondern auch den Euphrat ableiten und damit den Irak teilweise trocken legen wolle. Kassem drohte Nasser mit schärfsten Massnahmen. Die Erklärung Kassems, die sich zweifellos auf Tatsachen stützt, zeigt der Welt dass Nasser ausser seinem Vorgehen gegen Israeä auch einen Zweifronten-Krieg in der arabischen Welt gegen Transjordanien und den Irak führen will. Da andererseits auch der Irak scharf gegen die Dynastie der Haschemiten auftritt und sie als Knechte des Imperialismus bezeichnet, ist Transjordanien in eine wenig beneidenswerte Situation geraten. Hussein und seine Minister müssen auf einem ganz schmalen- Grat wandeln, und die eigentlichen Garanten der Existenz des transjordanischen Staates, der heute zwischen mehreren arabischen Feuern sitzt, sind de facto die „imperialistischen“ Länder USA un<ät England und das nicht weniger verhasste Israel. cv< *» Noch SANTIAGO Di mit LUFTHANSA Ab 1. April, schnelle und bequeme Flüge nach der chilenischen Hauptstadt, mit/ den majestätischen “ Super-Q -Constellation. Auch Ihre LUFTFRACHT liegt in guten Händen. 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