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Jüdische Wochenschau · 1960-03-29 · 1765 (29.3.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1765 (29.3.1960)
Date
1960-03-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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SEMANA Mastes 29 de Marzo d* 1960 DIE EREIGNISSE DER WOCHE Hundert Jahre argentinisches Judentum Im Pestsaal der AMIA fand am vergangenen Mittwoch die erste einer Reihe von Veranstaltungen statt, die der Erinnerung an das 100jährige Bestehen einer jüdischen Gemeinschaft in Argentinien gewidmet sind. Die ungewöhnlich stark besuchte Kundgebung erhielt ihre besondere Note durch die Anwesenheit des argen- CARLTON der wirkliche Qualitätsanzug! Ein guter Name verpflichtet. Ihr Kleiderberater kann sich nicht den Luxus erlauben, seine Erzeugnisse zu publizieren, wenn diese nicht alle Erwartungen nach hoher Qualität erfüllen. Bei CARLTON-Kieidung ist die Elite an Erfahrung über die Tragfähigkeit, die Spitze über die modische Dessinierung vereint im Angebot an den Herrn. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu CARLTON! AUCH JUNIOREN KAU. FEN Gf"»' BEI ££*.*** IAVALLE 870 T. E. 35-1110 tinischen Innenministers, Dr. Vitolo, des illustren Gastes der argentinischen Judenheit, Dr. Nachum Goldmann, und des israelischen Botschafters Dr. Arie Levavi, die, geleitet vom Präsidenten des Festcomités und Vorsitzenden der AMIA, Don Emilio Gutkin, um 10 Uhr abends den Saal betraten, von mehr als tausend Anwesenden stürmisch applaudiert. Nachdem die argentinische Nationalhymne verklungen war, begriisste der Generalsekretär der Kehilla, Herr Fainguersch. die Versammlung und insbesondere die Ehrengäste, unter denen sich noch weitere hohe behördliche Vertreter befanden. Alsdann nahm der Gemeindepräsident Emilio Gutkin das Wort, um darauf hinzuweisen, dass am 11. November 1860 die erste jüdische Hochzeit in diesem I^nde stattgefunden habe und zwar nach jüdischem Recht, worauf die Anerkennung durch den Obersten Gerichtshof erfolgte. Nachweisbar waren zehn Juden bei der Zeremonie anwesend, und dies dürfte die erste kleine Gemeinschaft von Juden in Argentinien gewesen sein. Doch schon zwei Jahre danach wurde die „Congregación Israelita de la República Argentina” (der heutige „Libertad-Tempel”) gegründet, die die älteste Gemeinde des Landes ist. (Ihre Rabbiner und ihr Präsident waren Ehrengäste dieses Abends). Der Redner gedachte ferner der wichtigen Daten dieses Jahres 1060, der 100. Geburtstag von Theodor Herzl, von Simon Dubnow, die BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHEE Malerarbeiten CONDE 2318 E. 78 7533;AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ BENO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Juan Schottlaender V**n¿©h©rt»ng#n ¡«i« Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 Gründung der „Alliance” vor hundert Jahren, um auch das grassartige Kolonisationswerk des Barons Hirsch zu erwähnen, das zur Entwicklung Argentiniens beigetragen habe. Herr Gutkin schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis auf das bevorstehende 150. Jubiläum dr Mai-Rvolution, das Argentinien auch in diesem Jahr feiert. Dr. Arie Levavi ergreiit das Wort Nachdem Israels Botschafter zunächst die Grüsse und Glückwünsche seiner Regierung übermittelt hatte, erinnerte er an den Beitrag von Juden zur allgemeinen Kultur und zum Fortschritt Südamerikas, an die enge Verbindung des argentinischen Jischuw mit dem zionistischen Leben und Medinat Jisraei. AMIA und DAIA seien heute in der jüdischen Welt wohlbekannte Begriffe. Für die Zukunft erhoffe man eine noch tiefere Freundschaft zwischen Argentinien und Israel, die sich j segensreich für alle Bewohner der beiden Länder a-uswirken müsse. Nachum Goldmann spricht Wieder einmal konnte Dr. Nachum Goldmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und des Jüdischen Weltkongresses, zum argentinischen Jiscnuw sprechen, den er gut kennt und so oft besucht hat, wie dies die knappe Zeit dieses „Botschafters des jüdischen Volkes” erlaubt. Enthusiastisch begrüsst, wandte sich Dr. Goldmann zunächst in französischer Sprache an den argentinischen Innenminister, um ihm zu sagen, dass inmitten der Leidensgeschichte des jüdischen Volkes das jüdisch-argentinische Geschichtskapitel eines der glücklichsten sei, da es im Zeichen von Toleranz, Achtung vor der Menschenwürde und Anerkennung der Minderheitsrechte stehe. Hierauf fuhr er in jiddischer Sprache fort und erwähnte Länder mit stark reduzierten Judenheiten, die er bereise; in krassem Gegensatz hierzu erfreue sich der argentinische Jischuw der Freiheit und des ununterbrochenen Aufstiegs seit nunmehr hundert Jahren. Zwei Tatsachen müsse man beachten, wenn man historisch denke; Damals, 1860, war die Gleichberechtigung der Juden keineswegs noch überall selbstverständlich, und ein jüdischer Staat bildete kaum eine Idee. Heute, mit geringen Ausnahmen, ist der Kampf um die Emanzipation im wesentlichen gewonnen; Juden beteiligen sich am politischen Leben ihrer Wobnländer, und die überwältigende Majorität der Nationen erkennt den jüdischen Staat an und bringt ihm hohe Wertschätzung entgegen. Historisch gesehen, liegt eines der grössten Jahrhunderte unserer Gescbiebfe hinter uns, in dem sich das Bild der Welt fundamental verändert hat. Aber heute, so fuhr Nachum Goldmann fort, ist es nicht weniger schwer, den Staat Israel zu sichern, als es ihn zu schaffen war. Vielleich ist es nicht so heroisch und prosaischer, doch es stellt nicht geringere Anforderungen an die Weltjudenheit, damit der kommenden Generation ein gesicherter Staat übergeben werden könne. Andererseits ist jedoch der Kampf um die Emanzipation insofern noch nicht ganz gewonnen als Juden nur dann wirklich gleichberechtigt sind, wenn sie als wahre Juden leben dürfen. Die äusserliche Lage der Juden ist heute, nach der Rettung aus der Hand unserer Feinde, unvergleichlich besser als die innere. Die innevor 100 Jahren, vor allem re Front bei uns Juden war in Osteuropa, stärker; man lebte jüdischer und besass seine eigene Welt. Das zentrale Problem heisst daher: Wie sichert man die Jüdischkeit der neuen Generation, denn Juden zu bleiben in guten, mindestens äusserlich guten Zeiten ist schwieriger als in Zeiten des Leiden Grosse Aufgaben lägen vo; den Kehillot, zumal die einstigen geistigen Zentren jü dischen Lebens nicht mehi existieren. „Besitz verpflict tet”, rief Dr. Goldmanr zum Schluss aus und appellierte mit leidenschaftlichen Worten an die argentinische Judenheit, durch Taten in das neue Jahrhundert ihrer Geschieh« einzugehen. Hierauf wurde eine Dank- und Sympathie - Erklärunr an die argentinische Natio,_ gerichtet. Die Rede des Innenministers Dr. Vitolo Als nächster Redner erhó sich der argentinische Innen minister, Dr. Alfredo R. Vi tolo. Er übermittelte zu nächst die Grüsse des Präsidenten der Nation, S. E Dr. Arturo Frondizi. Immer wieder durch Beifall unterbrochen, gedachte der Minister der jüdischen Leistungen auf argentinischer Erde in diesen hundert Jahren, und der enormen Beiträge der jüdischen Einwohner zum kulturellen Leben des Landes. Auch Dr. Vitolo erinnerte an die jüdischen Siedlungen in Entre Rios, Santa Fe, La Pampa etc., an die Tatsache, dass Argentinien jüdische Opfer der Naziverfolgungen mit offenen Armen aufgenommen habe und stolz auf seine jüdischen Bürger sein könne, weil sie ihre ganze Arbeitskraft und ihren Flei&s dem Lande widmeten. Der Minister dankte für die Gelegenheit, der jüdischen Bevölkerung Argentiniens die Glückwünsche seiner Regierung aussprechen zu dürfen, und schloss mit dem Hinweis auf die gleichen Ideale, wie Humanität, Gerechtigkeit und Freiheit, die Argentinien mit Israel verbinden. So klang diese erhebende Feierstunde in würdiger Weise aus, und es bleibt nur zu beklagen, dass eine lük- Ano XXL — No. 1765 — 3 üJiJt1 —■ 11 Neifes Schiff für ZIM Jerusalem. — Der Vttwaltungsrat der Schiffahrts-Gesellschaft ZIM billigte einen Plan für den Bau eines Riesenschiffes von 22.000 Tonnen. Dieses Schiff soll auf der Linie Haifa-New York eingesetzt werden. Die Kosten werden mit 10 Millionen Dollar beziffert. (ITA) kenhafte Organisation des Abens es zuwege brachte, dass fast alle Rabbiner, Präsidenten von Gemeinden und Organisationen unseres Sprachsektors, sowie führende Persönlichkeiten unseres engeren Kreises ohne Eintrittskarten blieben und damit an* der imposanten Kundgebung nicht teilnehmen konnten. C. W. ¿Papá/son muchos 40tmos| ... » -A*..-. 1 Sí, hijo, tantos como „ cumpIe.MíLM} ¿QuejesKLM? L® primera linea aécea i¿und<ft¡ | ¿Primera en qué? Bn’cumplirá •— tos 40 y v primera en confort > y atención personal. ¿ ¿Puedo volar yo. Papá? ■ ->* ■ * > 4' * Volarás, hijo mió, por KJLM “ naturalmente! i* \ FIAMBRERIA Alle Arten Aufschnitt — Konserven — Getränke — Auch koschere Würste — Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preisselbeeren — KNORRSUPPEN — PISCHKONSERVEN 2* »E MAYO 719 Inh.: FEDERICO SWARSENSKY m m CIA. KAL HOLANOCSA OE AWACION ’ *-# Æé. Consulte o SU AGENCIA OE1 VIAJES O KLM, Corrientes 690 T. E. 45-0141/9 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN rnmtm * * * . _ BUEROZEIT: 18—U und IR—18 Uhr PUEÍRREDON 2190 «4. Ar. LAS HER AS - T. E. 81-2613 « * í i 0 % $ 0 0 0 i i * 0 0 i i 0 0 0 0 i

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