Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1765 (29.3.1960)
- Date
- 1960-03-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Martes, 29 de Mario de I960 LA SEMANA ISRAELITA Ische Grossmutter CFortset¿#fg von geite 1) lehre” ii .mer abgelehnt. Wir sind mit allen anderen vernünftig denkenden Menschen der Auffassug, dass die rassische Klassifizierung c r Manschen zu politischen oder bevölkerungstechnischen Zwecken absurd ist, und dass man in keinem Sinne von übergeordneten, hochwertigeren oder minderwertigen Rassen zu sprechen vermag. Im übrigen dürfte es kein Volk mit stärkerer Rassenmischung als das deutsche geben. Die Geschichte von den jüdischen Geldgebern Hitlers wurde im Jahre 1948 von einem Schweizer, namens ZimmermaTin, aufgetischt, der unter der Parole „Liebet Eure Feinde" für das damals am Boden liegende deutsche Volk warb und Propaganda machte. Offensichtlich wollte er auseinanöersetzen, dass alles nicht „so schlimm” wäre, wie man es jetzt machen würde, und dass es doch die jüdischen Bankiers selbst gewesen seien. die Hitler durch ihre finanzielle Unterstützung gross gemacht hätten. Ein ganzes Kapitel seiner Schrift ist „Hitlers geheimen Geldgebern” gewidmet. Natürlich haben dieselben Bankiers später die Spuren ihrer Taten .verwischen wollen, die in einer 99 Seiten umfassenden Schrift „De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme” niedergelegt waren. Aber sogleich bei ihrem Erscheinen fingen „Hochfinanz- und Nazi- Agenten”, wie Zimmermann sich ausdrückt, diese Schrift ab. Nur durch eine „höhere Fügung” sei ein Exemplar der Originalausgabe gerettet und auf abenteuerlichen Wegen in die Schweiz gebracht worden, und Herr Zimmermann hat dieses einzige Exemplar — welch’ ein Zufall... — in die Hand bekommen. Nehmen wir einmal an, die Warburgs oder andere Dr. FREY Abogado PUETRNEDON tIM 1* ia% M«iun. M—II Oto r»rl|jjSWS J. Liebling FOURMIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5234 al * T. *. 43-1349/834« y *«1 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 TE. 49-5850 i °p*"»REX DIPL. OPTIKER Sarmiento 8Í ¡T.E.35-73! amerikanische jüdische Bankiers hätten wirklich Hitler geholfen. Dass sie hierüber aber noch eine eigene Broschüre im Jahre 1933 herausgegeben hätten, so viel Dummheit ihnen zuzutrauen, ist 9chon unerträglich. Noch nach der Machtübernahme soll nach Zimmermann der Bankier Warburg Hitler riesige Summen zur Verfügung gestellt haben damit er die Reichstagswahlen nach dem ersten aufgelösten Reichstag mit Sicherheit gewinnt. Weis war der Sinn dieser Abmachung?, wird man fragen. Meister Zimmermann weis« es zu berichten: „Am 30. Januar 1933 wird Hitler Reichskanzler. Im Februar hat Warburg in Berlin sein letztes Gespräch mit Hitler, in der Fasanenstrasse 28. Der Reichstagsbrand bietet den düsteren Hintergrund, der Führer steht unter höllischem Druck.” Da gibt Warburg wieder das Geld, um die Wahlen zu gewinnen!, natürlich immer nach der Phantasie des Herrn Zimmermann. Und zum Schluss stellen wir uns, wie nicht anders zu erwarten, da« richtige Zimmermann - Finale vor: „Im Morgengrauen ruft Warburg dem müdegeredeten Hitler unter der Türe nochmals die Bedingungen ins Gedächtnis, Kampf gegen Frankreich! Dann verzieht er sich nach Holland.” (Zimmermann, Seite 76). — Ungeheuerliche Anschuldigungen gegen andere Finanziers folgen, ohne jede Substantiierung, ausländische, deutsche, internationale Bankleute haben sich zusammengetan — immer nach Zimmermann versteht sich —, um Hitler zu stützen, gegen die USA, gegen die Franzosen, sogar gegen die Engländer. Plötzlich muss der „junge, rassenbewusste Jude” Sidney W’arburg erkennen was er getan hat, nachdem er plötzlich, im Frühjahr 1933, erkennt, dass Hitler ein... Antisemit ist. Vorher habe das Sidney Warburg gamicht gewusst... Keine Behauptung ist him- Atattka taaux HUTSALON Ab April in B e 1 g r a n o MOLDES 256 1 T. E. 73-9229 73-9155 Judith Schenkolewski Kultu—Rahsroion 3ehabbosdeeken - Tallisboutel . 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Es ist nicht bekannt, ob der Herr Götze die Auslassungen des Zimmermann gekannt hat. Sicherlich hat er davon gehört und diese unverständlichen Gedankengänge weiter umgedreht. Immerhin blieb das Prinzip erhalten, die Juden zu beschimpfen, oder einige von ihnen als „Klüngel” für alle Schandtaten verantwortlich zu machen und mit allen „finsterer.” Kräften zu verkuppeln, deren man habhaft werden kann, wobei die neue Variante mit Tibet-Okkultismus nicht des Scherzhaften entbehrt. Man wird die Ergüsse eines deutschen Götzen hinnehmen können, man braucht die Kombinationen über die jüdische Abstammung Hitlers nicht ernst zu nehmen, und man braucht schliesslich auch der Tatsache keine Bedeutung beizumessen, ob der General der Luftwaffe Milch jüdisches Blut in seinen Adern hatte. Dagegen müsste man sich einmal eingehender der Frage widmen, ob die von einigen modernen Schriftstellern behauptete jüdische Grossmutter des Polizeigenerals Heydrich eine Phantasie seiner Gegner oder eine ihm unliebsame Wirklichkeit gewesen ist. In Heydrich begegnen wir einem Mann von ungewöhnlichem Format, dem „gefährlichsten” Manne Hitlerdeutschlands, wie man ihn allgemein bezeichnet hat, einem skrupellosen Menschen, der ohne Zweifel die Hauptverantwortung für den Untergang der Juden in Europa zu tragen hat Ist es wirklich wahr, dass ein solcher Mann, der jüdisches Blut in sich trug, zum Hen- Mohel N. Plaksin Supori 2719 T. E. 784784 «. 71-2912 Westdeutsche j Kredite Jerusalem. — Eine israelische Sonderdelegation wird sich in Kürze nach Bonn begeben, um Verhandlungen über dis Erteilung von Krodiien in Höhe von 500 Millionen Dollar aufzunehmen. Diese Anleihen hat Bundeskanzler Adenauer dem israelischen Ministerpräsidenten versprochen, wie die israelischen Korrespondenten enthüllten, die Ben Gurion auf seiner Reise begleitet haben. Ben Gurions Priva‘Sekretär Isaac Navon ist nicht nach Israel zurückgekehrt, sondern wird nach Köln fliegen, um Botschafter Eliezer Shinnar über das Ergebnis dieser Besprechungen zu informieren. (ITA) RERVERu. GEMUETS- KRANKHEITEH Dr. M. J. Kuhn RIVADAVIA 2625, 2» T. E. 48-7524 Mont, Mittwoch, Freitag 17—19 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten »i,. .... B. Scfwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2282 — 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Dr. JOSE L COHEN ORTOPEDIA — FRACTURAS Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicite hora Y ARlCES - ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY ker der Juden geworden ist? Mit wenigen Zügen wollen wir festhalten, wer Heydrich gewesen ist, dessen Bild keinem Durchschnittsbürger bekannt war, wie etwa diejenigen der anderen nazistischen Grössen. Reini hard Heydrich,, der nur 38 Jahre alt geworden ist, war aus der Marine wegen unmöglichen Verhaltens als aktiver Offizier ausgestossen worden. Er fand schnell Anschluss an die Nazis und stieg sofort die Stufenleiter der nazistischen Hierarchie bis in ihre höchsten Spitzen empor. Er war der Stellvertreter Hitlers, der ihn auch fürchtete, er war der Chef der gesamten Polizei mit ihren Geheimdiensten,, der Gestapo, des Sicherheitsdienstes und aller dazu gehörenden Organe. Als Statthalter von Böhmen und Mähren wurde er von drei tschechischen Partisanen erschossen (Mai 1942). Damit schied einer der grössten und sicherlich auch begabtesten, dunklen Gestalten des Dritten Reiches von der Bühne, der sich dessen „rühmen” konnte, die Geheime Politische Staatspolizei gegründet, geschaffen und ausgebaut zu haben. In seinem gründlichen Werk „Die SS-Tragödie einer deutschen Epoche" widmet Gerald Reitlinger der Gestalt eines Heydrich lange Ausführungen, dessen Laufbahn, wie Reitlinger bemerkt, in einem Alter endete, in dem sie bei anderen Menschen erst beginnt. Jedenfalls verbreitete der Namen Heydrich Schrecken. Selbst die Raichs-minister zitterten vor ihm und glaubten, er wolle sie alle umbringen. Das war die Atmosphäre, in welcher die Gewalthaber des Dritten Reiches lebten. Von diesem Manne wurde nun verbreitet, er sei Halbjude. Die Forscher sind sich nicht darüber einig, . ob an diesem Gerücht überhaupt ein Körnchen Wahrheit ist. Immerhin war er äusserlich durchaus der Prototyp eines Nichtjuden oder Germanen, wie sie von Hitler, Himmler und anderen erträumt wurden! Heydrich war auch schon als Kind Mitglied der stark antisemitischen deutschvölkischen Jugendschar in Halle, wo sich sein Vater, der ein Musiklehrer war, niedergelassen hat. Trotzdem tauchte die Behauptung über Heydrichs jüdische Abstammung häufig auf, sodass sich der nazistische Polizeigeneral und Befehlshaber der Geheimen Staatspolizei genötigt sah, mehrere Prozesse dieserhalb zu führen. Die Dinge wurden so weit getrieben, dass man behauptete, der allmächtige Poüzeitk-ommandant habe seine Stellung als Chef des Sicherheitsdienstes dazu benutzt, um alle Eintragungen des zuständigen Standesamtes für den März 1904 zu beseitigen. Ausserdem soll Heydrich nach dem dritten Prozess dieser Art angeordnet haben, dass der alte Grabstein seiner Grossmutter mit dem Namen Sara verschwindet und an seine Stelle ein anderer — offensichtlich arischer — Grabstein gesetzt wird. Das Material über Heydrich war ein Kampfcbjekt zwischen Himmler und Canaris, zwischen dem obersten Polizeichef und dem Leiter der militärischen Spionage, also dem Gegenspieler Heydrichs. Hier dürf- Año XXI. — No. 1765 le restaña Israelita BUeraananot apar a ce »•* Martes y Viernes Editado pos Estrellas Editorial Ltda Verantwcrthch: Dr. H. Swarseasky Pueyrredón 3190 iv aq T E. 83-2613 A ¡joño- Preise: Argen tunen; $ 60.— pro Quartal te auch die Quelle der Gerüchte über die nichtarische Abstammung dieses SS-Mörders liegen, der für den Tod von Millionen Juden mitverantwortlich ist Ein Heydrich mit einer jüdischen Grossmutter war ein Argument gegen den Polizeigewaltigsn, das man jederzeit gegen ihn ausspielen konnte. Jeder dieser SS- und NS-Grössen sammelte Material über seinen Nebenmann und für alle Fälle. Gegen Heydrisch wurde die jüdische Grossmutter in Reserve gehalten um ihm eines Tages präsentiert zu werden. Auch der frühere Chef des Heydrich unterstellten Nachrichtendienstes Walter Schellenberg schreibt, nebenbei in seinen Memoiren, dass Heydrichs Personalakten einen „Schönheitsfehler” gehabt hätten. Eine der Grossmütter sei Jüdin gewesen. Heydrichs Ariernachweis wäre gefälscht worden. Hitler habe auf Ersuchen Himmlers Heydrich gehalten, gegen den man ein starkes Druckmittel hiermit in der Hand hatte. Nur wer die Verworfenheit des nazistischen Systems kennt, wird diesen Gedankengängen zu folgen vermögen. Man kann jedoch mit Sicherheit annehmen, dass die jüdische Grossmutter Heydrichs eine Erfindung seiner persönlichen Gegner gewesen ist. Die1 Methode, Juden oder abtrünnige Juden für jüdisches Schicksal verantwortlich oder mitverantwortlich zu machen, ist übrigens nicht neu und bereits mehrfach erprobt worden. Sie ist allerdings nur ein Versuch der Verleumdung mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt. SARMIENTO 3116 T. E. 97 1368 Dr. BENJAMIN LIPN1ZKY | ZAHNARZT f ROENTGENSTHAHLEN — ZAHNZIEHEN - B£- | HANDLUNG MIT GASBET AEUBUNG — REGD- | LEERUNG DER ZAHNSTELLUNG | Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend 1 nach vorheriger Vereinbarung. I JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 78-8873 und 73-95» Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: JMontag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Ubrj j kEs wird gebeten, sieh vorher telefonisch anzumeiden > j 'SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542! \ \ i Dr. Bernardo Goldstern MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radio X — Durchleuchtung — EleelrocareBogramnto CUBA 2141 T. E. 73-8762 o. 7*6817 Consultas-: Montags bis Freitags: 15—18 Ub* Sonnabend: 14—18 Uttr l-S '