Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1765 (29.3.1960)
- Date
- 1960-03-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611396--0275-9611397- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
PUEYRREDON / 2190 — 1» isq. Año XXI. JkJ&KXUlJCiJsh£ïelii(ï BUENOS AIRES, MARTES 29 DE MARZO DE 1960 No. 1765 London. — Ben Guiion trat die Rückreise nach Israel mit einem El Ai-Flugzeug an, das direkt nach Ludd flog. Im Flughafen von Oxford verabschiedeten sich von ihm Botschafter Arthur Lourie, Angehörige der Israel-Botschaft, die jüdischen Führer Sir Simon Marks, und Israel Sieff, wie auch der ehemalige britische Botschafter ui Israel Sir Francis Rundall. In einer Erklärung, die der Ministerpräsident auf dem Flugplatz abgab, versicherte er: „Ich nehme aus diesem Lande die angenehmsten Eindrücke mit, »us denen unser junges Volk viel Nützliches lernen kann. Ich empfinde Dankbarkeit für die gastfreundliche Aufnahme, die mir zuteil wurde. Ich hatte das Vergnügen, mit dem Premierminister und Mitgliedern seines Kabinetts zusammenzutreffen, und sah viele alte Freunde auf dem Bankett wieder, das der Premierminister am ersten Tage meiner Ankunft gab, zum ersten Mal seit Gründung des jüdischen Staates. — „Bei den Unterhaltungen, die am gleichen Abend in der Downing Street 10 (der Wohnung des Ministerpräsidenten) mit Premier Mac- Millan und dem Aussenminister stattfanden, haben wir über die Lage im Mittelostraum und in der Welt gesprochen. Auch empfing ich den Besuch von Hugh Gaitskell (der Führer der Labour- Partei), den ich schon früher gesprochen hatte, und der in Begleitung seiner Gattin erschien. Natürlich suchten mich auch unsere jüdischen Freunde von der Zionistischen Organisation und dem Board of Deputies auf.” Ben Gurion erwähnte auch „die erfreuliche Ruhe, die er in einem ländlichen Hotel in der Nähe von Oxford genossen hat, wo er seinem Laster, Bücher zu kaufen, frönen konnte. Die „Times” erklärte in einem Leitartikel, Ben Gurion „scheine höchst befriedigt von seinen Unterhaltungen in Washington und London”, und wahrscheinlich glaube er an eine Entspannung zwischen Ost und West nach der Gipfelkonferenz, weil diese seinen Erwartungen nach kein Mittelost - Abkommen ohne vorherige Befragung Israels, jedenfalls nicht auf seine Kosten abschliessen dürfte. Dies, so hiess es, sei ___ i WIE ICH ES SEHE Die jüdische Grossmutier . von JEHUDA GOTTHEIMER Die Methode jenes schwedischen Antisemiten macht offensichtlich Schule, der seine Hetzschriften durch die Post in alle Welt versendet und sich im Schutze des internationalen Postgeheimnisses eine demokratische Einrichtung für seine faschistischen Ziele nutzbar macht. Ein deutscher Antisemit hat ein Pamphlet verschickt, in dem eine Reihe schwerster antisemitischer Anrempeleien zusammengetragen werden, denen „Tatsachenmaterial” zugrunde gelegt wird. Diese neueste Kampagne eines Einzelgängers namens Götze hat schon die deutschen Gerichte und die deutsche Presse beschäftigt, sodass es richtig sein dürfte, auch ein Wort von unserer Seite hierzu zu sagen. In diesem Flugblatt findet sich eine Serie von Behauptungen, die geeignet sein sollen, das jüdische Ansehen herabzusetzen, und es finden sich plumpe und niederträchtige Beleidigungen, die zurückgewiesen werden müssen. Diese Affaire hat auch einen juristischen Aspekt: inwieweit die deutschen Strafgesetz ausreichen, um die vorliegenden Tatbestände gerichtlich verfolgen zu können und dem Täter eine gerechte Strafe zu geben. In eine Diskussion darüber, ob die vorliegenden Herabsetzungen der jüdischen Gemeinschaft oder der Juden ausreichen, um eine Verurteilung des Götze zu rechtfertigen, wollen wir nicht eintreten, da es sich hier um eine Frage handelt, die von den deutschen Instanzen entschieden und für die Zukunft behandelt werden soll. In diesem Rundbrief heisst es u. a„ dass jüdische Bankiers die NSDAP finanziert und in. Herbst 1930 den amerikanischen Botschafter Sakkett gegen die Regierung Brüning für die NSDAP zu beeinflussen versucht hätten. Ja, so wird dann weiter erzählt, es sei wahr, dass „Hitler durch Millionenbeträge — vor allem von jüdisch-amerikanischer Seite — sowie durch geistige Unterstützung führender Weltmacht-Juden hochgebracht und zum Kriege auf gestachelt wurde.” — Damit ist es aber nicht ge- Ben Gurion erstattet Bericht Tel Aviv. — Ben Gurten hat sich vorbereitet, in seiner Eigenschaft als Führer der grössten Partei, der Mapai, über seine Besuche in den Vereinigten Staaten und Grossbritannien, sowie über seine Unterredungen mit dem Präsidenten Dwight Eisenhower, dem britischen Premierminister Harold MacMillan und dem deutschen Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer Bericht zu erstatten. Im Frederick Mann-Auditorium fand die Eröffnung der zweiten Tagung der 9. Mapai-Konvention statt. Die erste Sitzung im vergangenen April beschäftigte sieh in der Hauptsache mit Prograramfragen und Politik, den» damals standen im November die Wahlen bevor. Dieses Mal sprachen Mosche Sbarep, ehemaliger Ministerpräsident und Aussen minister, Giora Jorephsthal, der frühere Generalsekretär der Partei und heute Arbeitsminister, und Josef Almgi, der gegenwärtig Parteisekretär ist. (ITA) nug, nicht nur die Wallstreet-Bankiers haben Hitler geholfen, sondern auch die... Zionisten. Was sagte der Götze dazu: „Die zionistischen Wallstreet - Kreml- Gewaltigen beginnen jetzt wieder dasselbe Spiel wie 1933!” All das und noch viel mehr steht in dem vierseitigen Flugblatt, das der Arthur Götze im Dorfe Abbensen über Hannover verbreitet. Und er kommentiert dazu, dass eine Massenverbreitung des Flugblattes mit dazu beitragen werde, „unser Volk vor der drohenden Vernichtung zu bewahren. Deutsche Männer, deutsche Frauen! Wacht endlich auf” Und den Rest kennt man schon, eine alte Platte, ein wenig abgespielt, in einem neuen Gewand, nicht sehr geschmackvoll, aber vielleicht nicht ohne Wirkung auf den Kreis der Unzufriedenen, der Unbelehrbaren, der ewig Gestrigen, der Verzweifelten, der Gestrandeten und der Enttäuschten. Nach Götze sind es vier Weltmächte, die das deutsche Volk oder alle Völker, unter ihnen, wie sein Verteidiger hervorhob, auch das jüdische Volk bedrohen. Man sieht, die Geschichte entbehrt nicht einer pikanten Note, denn der Hetzer Götze betreibt sein Geschäft auch deshalb, um das jüdische Volk — neben anderen versteht sich — zu schätzen. Wer also sind die vier Weltmächte? Da ist zunächst Rom, der Vatikan, eine gefährliche Weltmacht, dann kommt Juda, das ist der „jüdisch - orthodoxe Machtklüngel“ (?), dann natürlich die Freimaurerei. Diese drei „geheimen” Kräfte kennen wir schon vom Dritten Reich, insoweit bietet Götze nichts Neues. Nur seine vierte Weltmacht ist neu. Der Leser braucht nicht seine Befürchtung gewesen. Ben Gurion glaubt jetzt anscheinend auch, dass Israel mit Hilfe rechnen kann, wenn es angegriffen werden sollte, ja sogar mit Unterstützung durch Lieferung von Verteidigungswaffen wie z. B. Düsenflugzeugen, Luftabwehrraketen usw., wenn die Aufrüstung däy Israel benachbarten Araberstaaten weiter fortschreiten sollte.” Die „Times” verweist auf „Israels Besorgnis über die wachsenden Ausgaben für Verteidigungszwecke angesichts der möglichen ökonomischen Schwierigkeiten, die dem Lande in den nächsten Jahren daraus erwachsen könnten“ und schliesst, „man dürfe sich daher nicht wundern, wenn die Israelis sich noch mehr anstrengen würden, Kapitalsanlagen zu fördern und die Ausfuhr, im besonderen den Export von Erzeugnissen der 'Leichtindustrie, auf eine . breitere Basis zu stellen.” (ITA) Lourie bei Königin Elisabeth London. — Bei ihrer ersten offiziellen Amtshand, lung nach der Geburt des Prinzen Andrew, empfing Königin Elisabeth II. den israelischen Botschafter Arthur Lourie der ihr seine Beglaubigungsschreiben überreichte. Die Unterhaltung, welche die Königin mit Lourie führte, bewegte sich in der Hauptsache um den Besuch Ben Gurions. (ITA) zu erschrecken. Götze spricht von Tibet-Okkultismus als der Weltmacht Nr. 4. In einem ebenso wirren wie finsteren Gedankensprung bringt er den Abenteurer Trebitsch-Lincoln mit dem Judentum und dem Okkultismus in Zusammenhang, beruft sich gleichzeitig auf andere merkwürdige Quellen wie die im Jahre 1927 erschienene Schrift eines Franziskaners über „Schlagworte des modernen Unglaubens”, um dann zu dem Ergebnis zu gelangen, dass die Macht im damaligen Russland ausschliesslich in jüdischen Händen lag. Lord Rothermere, Sohn eines Frankfurter Juden, habe Hitler beeinflusst, der zu dem Ergebnis gelangt: „Wir können wohl als sicher annehmen, dass an diesem Tage der Jude Lord Rothermere den Judengegner Hitler weiterhin beeinflusst hat, Krieg gegen Russland zu führen.” Sicherlich lohnt es sich nicht, mit Götze zu polemisieren. Nach ihm haben nicht nur die Juden Hitler finanziert, um sich damit ihr sicheres Grab zu schaufeln, sie, die Russland beherrschen, haben Hitler aufgehetzt gegen das von ihnen beherrschte Land Krieg zu führen. Es ist geradezu ein in; 'T3S(|¿io preparado por Nueve York. - Un nuevo Insriiuic de el Dr. Nehemia Robmson, duecior °f^S^cUÍivo Asuntos Judíos, para los miembros del ej Congreso Judío Mundial, pone de relieve que las ridades de Alemania occidental han reconocido que los nuevos textos escolares relativos a la época nazista ía - sifican la verdad sobre los crímenes nazis y que, por lo tanto, los alumnos apenas tienen una vaga idea e la historia del hitlerismo. El informante analiza asimismo los resultados de una encuesta que se acaba de efectuar en una escuela de Munich, bajo la supervisión del director. Los resultados de la consulta pusieron en evidencia que solamente 60 alumnos sabían algo sobre el hitlerismo, pero sus conocimientos eran sumamente vagos o completamente equivocados. Alrededor del 25 por ciento creían saber algo sobre la orden de Hitler de exterminar a los judíos. Algunos la atribuyeron a a teoría racista, otros a divergencias religiosas, otros a la "riqueza de los judíos”, y no fallaron quienes la expliran con la "traición de los judíos a Alemania." Tocante al número de víctimas, solamente 7 de los 226 esiulos demás mencionaron "algunos milens". Sobre los últimos incidentes antisemitas, lodos manifestaron que redundaban en perjucio de la buena reputación de Alemania en el mundo y que habían sido inspirados por elementos antialemanes, probablemente comunistas. Un solo estudiante vio en esos incidentes un peligro contra la democracia. HERBERT FRANKENSTEIN Ergebnisse einer Umfrage New York. — Ein neuer Bericht, den Dr. Nehemia Robinson, der Direktor des Instituts für jüdische Fragen für die Mitglieder der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses vorbereitet hat, besagt, die westdeutschen Behörden hätten anerkannt, dass die neuen Schulbücher, welche sich auf die Nazizeit beziehen, die Wahrheit über die Naziverbrechen verfälsche«, so dass die Schüier nur eine vage Vorstellung vom Hitierregime haben. Der Berichterstatter analysiert die Ergebnisse einer Umfrage, die kürzlich in einer münchener Schule unter Leitung des Direktors durchgeführt wurde. Es wurden 226 Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren befragt. Nur 60 Schüler wussten etwas über die Hitlerzei.t aber ihre Kenntnisse waren äusserst vage und völlig falsch. Ungefähr 25 Prozent glaubten, etwas über Hitlers Befehl zur Ausrottung der Juden zu wissen. Einige führten sie auf die Rassenlehre zurück, andere auf religiöse Divergenzen, andere auf den „Reichtum der Juden”, und es fehlten auch nicht die, die sie mit dem „Verrat der Juden an Deutschland” erklärten. Was die Zahl der Opfer betrifft, so antworteten nur 7 von den 226 Schüler, dass diese 6 Millionen betragen habe; die übrigen nannten „einige tausend”. Ueber die letzten antisemitischen Zwischenfälle äusserten alle, diese würden dem guten Namen Deutschlands in der Welt schaden und seien von deutschfeindlichen, wahrscheinlich kommunistischen Elementen inspiriert. Ein einziger Schüler sah in diesen Vorkommnissen eine Gefahr für die Demokratie. HERBERT FRANKENSTEIN Merkmal der antisemitischen Propaganda, durch widerspruchsvolle oder absurde Behauptungen gegen die Juden zu hetzen. Keine Verleumdung ist dumm genug, wenn sie nur gehässig genug ist, um nicht doch geglaubt zu werden. Diese Erfahrungen hat das jüdische Volk Jahrhunderte hindurch machen können. So fehlt auch hier nicht die weitere Verdächtigung, dass den biederen und anständigen Kämpfern für die „Wahrheit” Unheil für ihre „Enthüllungen” droht. „Ueberall auf der Welt, wo sich aufrechte Menschen eines Volkes gegen die Verniehtungspläne dieser kleinen Schicht eines jüdischen Weltmachtklüngels zur Wehr setzen, werden diese Menschen mit einer Flut von Lügen und Verleumdungen überschüttet.” In dieser kleinen Zusammenstellung finden wir viele alte, abgestandene Redensarten aus der histeristischen Periode und der sogenannten Kampfzeit, als noch die v. Reventlow, Wulle, v. Gräfe, Knüppel-Kunze und wie diese Radau-Antisemiten alle Messen, ihr Unwesen trieben. Die Versuche, die Juden selbst für den Antisemitismus, die Entwicklung der NSDAP und manche ihrer Schandtaten verantwortlich zu machen, ist nicht neu. Das haben schon andere getan. Aus diesem Grunde dürfte es sehr angebracht sein, auf diese „Vorwürfe” einmal einzugehen, um diese Unsinnigkeilen aus der Welt zu schaffen. Wir wissen, dass bereits behauptet worden ist, Hitler selbst sei ein Jude gewesen. Diese, manchem grotesk klingende Behauptung stützt sich darauf dass der Namen Hitler, auch Hütler, bei ungarischen Juden nicht, selten ist, und dass vor dem Kriege eine ganze Anzahl von Grabsteinen mit dem Davidstern und dem Namen Hitler abgebildet worden sind. Man hat es aber nicht nötig, diesen Spuren nachzugehen, denn Hitler war kein Jude trotz seines Namens, den man bei Juden findet, denn er hiess eigentlich garnicht Hitler. Bekanntlich hat man auch immer gesagt, dass der Luftgeneral Milch, der Adlatus und Freund Görings, ein Halbjude gewesen sei. Aber selbst wenn er ein Halbjude war, gelbst wenn Gbring ihn von seinem nazistischen Standpunkt aus für „astrein” bezeichnet hatte, denn von ihm soll doch das Wort stammen, wer Jude ist, das bestimme ich, — selbst wenn dies alles zutreffen sollte, was hat das schon zu bedeuten. Vielleicht ist Milch nicht der einzige Halbjude, der Heil Hitler geschrieen hat. Besagt das auch nur das Geringste gegen andere Halb-, Viei'tei- oder Volljuden? — Wir Juden haben diese hitleristischc RassenfSafclww auf Safte V