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Jüdische Wochenschau · 1960-03-25 · 1764 (25.3.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1764 (25.3.1960)
Date
1960-03-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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DIE EREIGNISSE DER WOCHE | deutscher! Dr. Goldmann besuchte Argentinien Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Nachum Goldmann, welcher für zwei Tage in Buenos Aii cs weilte, um an den Jahrhundertfeiern der jüdischen Kollektivität in Argentinien teilzunehmen, veranstaltete im Plaza Hotel eine Pressekonferenz. Vor Beginn der offiziellen Konferenz für die argentinischen Journalisten und Korrespondenten der Auslandspresse empfing Dr. Goldmann im kleinen Kreis die Repräsentanten der jüdischen Blätter,- um zu ihnen über speziell jüdische Probleme zu sprechen. Seine Anwesenheit hier, so führte er aus, gelte auch der Aufnahme von Verhandlungen mit dem hiesiges Jischuw, der aufgrund des letzten Beschlusses des Aktionsccmites in Jerusalem seinen Anschluss an die Zionistische "Weltorganisation vollziehen könne. In diesem Zusammenhang verwies Dr. Goldmann auf seine Vorbesprechungen mit Herrn Emilio Gutkin, dem Präsidenten der argentinischen Kehillot, bei der Tagung der Claims Conference in Amsterdam. Er bemerkte, auch in Brasilien, wohin er reise, um an der Konferenz der Föderation jüdischer Gemeinden teilzunehmen, werde er die Verhandlungen über einen solchen Anschluss, die schon seit 2 Jahren laufen, weiterzuführen. Die Mittelost-Spannung CARLTON der wirkliche Qualitätsanzug! Ein guter Name verpflichtet. Ihr Kleiderberater kann sich nicht den Luxus erlauben, seine Erzeugnisse zu publizieren, wenn diese nicht alle Erwartungen nach hoher Qualität erfüllen. Bei CARLTON-Kleidung ist die Elite an Erfahrung über die Tragfähigkeit, die Spitze über die modische Dessinierung vereint im Angebot an den Herrn. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu CARLTON! AUCH JUNIOREN KAU¬ FEN GERN BEI LAVALLE 870 T. E. 35-1110 Die Lage in Israel und im Mittelosten bezeichnete Dr. Goldmann als seiner Meinung nach im gegenwärtigen Augenblick als stabil, obwohl Feindseligkeiten an der syrischen Grenze zum Ausbruch gekommen seien und Nasser in Sinai Truppen zu sammengezogen habe. Beide Seiten hätten attackiert, doch keiner wisse eigentlich warum. Man sei eben nervös gewesen, doch nun hätte man sich beruhigt. Die Araber hätten die Lektion der Sinai-Kampagne noch nicht vergessen, und ihre Zwistigkeiten untereinander nähmen sie voll in Anspruch, so z. B. der Neid zwischen Nasser und Kassem. Man können sogar behaupten, dass sich die Araber untereinander mehr als Israel hassen. Während Nasser von Moskau reichlich und billig bewaffnet wird, erhalte Israel einzig und allein von Frankreich "Waffen, denn Eisenhower zögere immer noch, irgendeine direkte Verantwortung zu übernehmen. Und so stehen 40 Millionen Araber, mit modernsten Waffen ausgerüstet, den Israelis gegenüber, deren Ueberlegenheit nicht in der Bewaffnung oder Zahl sondern in menschlichen Qualitäten liegt. Doch man solle nicht glauben, dass die Araber unintelligent seien, wofür als Beweis gelten könne, dass sie die Handhabung dieser modernen Kriegswaffen sehr schnell erlernt haben. Er, Goldmann, vertraue jedoch darauf, dass es über kurz oder lang zu einem arabischisraelischen Frieden kommen werde. Israels Sicherheit Um diesen Stand der Dinge dem Ausland zu erklären, sei Ben Gurion in die USA und von dort nach London gereist. Nicht um "Waffen oder sonstige Hilfe habe er gebeten, sondern er wollte, dass die führenden Staatsmänner des Westens sich Rechenschaft davon ablegen, dass im Mittelosten ein Feuer schwelt das die ganze Welt in Brand stecken kann, woran heute im Zeitalter der „Entspannung"’ und „Koexistenz"’, niemand mehr ein Interesse hat. Dr. Goldmann vertrat den Standpunkt, von dem er unterstrich, er nähme ihn persönlich ein, da er ja kein Recht habe, im Namen Israels zu sprechen, dass die beste Lösung für Israels Sicherheit in einer zweiseitigen Garantie läge, die vom Westen und vom Osten übernommen werden sollte. Wie diese Garantie verwirklicht werden könnte, wisse er heute selbst noch nicht, weil hier zu viele politische Machtfaktoren im Spiel sind. Er hoffe nur, setzte er zu, es sei noch nicht zu spät hierfür. Ob man grosse Hoffnungen auf die Gipfelkonferenz setzen dürfe, bezweifle er, denn dort s’eht die Frage Berlin als Hauptpunkt auf dem Programm, so dass man nicht Voraussagen könne, ob bei dieser Konferenz, die nur acht Tage dauern wird, und bei der Banketts abgehalten und lange Reden gehalten werden, noch Zeit verbleiben wird, um über die Spannung im Nahen Osten zu diskutieren Goldmann berichtete, dass Ben Gurion in den USA eine sehr gute Presse gehabt hat. Er habe nicht nur auf Eisenhower den besten Eindruck gemacht, sondern auch das amerikanische Volk habe ihn mit grösster Sympathie aufgenommen, und es sei ihm gelungen, den Dirigenten und der Bevölkerung dieses Landes die reale Situation nahezubringen. Den gleichen Zweck habe Israels Ministerpräsident in England erreicht. Die Zionistische Weltorganisation Studenten Berlin. — Fast 3.000 Stu- ¡denten der Berliner Freien Universität haben sich bei einer Unterschriftensammlung der Deutsch - Israelischen Studiengruppe gegen die antisemitischen Vorfälle der letzten Wochen ausgesprochen und ihre Sympathie mit den jüdischen Mitbürgern bekundet. Wie die Studiengruppe mitteilte, haben sich innerhalb von drei Wochen 2.986 Studenten und 83 Professoren in die Listen eingetragen. Auch an der Kirchlichen Hochschule unterschrieben drei Professoren und 251 Studenten diese Solidaritätserklärung. (AWZ) NEUE ISRAEL-MARKEN Die Regierung Israels wird im Laufe der nächsten Zeit zwei neue Briefmarkenserien herausgeben. Die erste der beiden Serien erscheint am 7. Apr.l zum Gedenken des Jahres ,der Flüchtlinge. Mit dieser Ausgabe leistet die Regierung Israels einer Einladung Folge, die an alle W erten, 0,25 IL, braunrot , und 0.50 IL olivenfarhen Die 1 iarken wurden auf Pa- | P^r ohne Wasserzeichen in | der Staatsdruckerei Hakirya. j Tel Aviv, gedruckt. Die erj ste Marke von 0,25 IL zeigt einen fliegenden Teppich als; Symbol für die Zehntsusende von Flüchtlingen, d:e, als Junger Kantor MIT SCHOENER GESCHULTER STIMME, AUCH BAALKAURE UND BAALTOKEA SUCHT ENTSPRECHENDEN POSTEN Angebote an J. DAM CUÄAPIRU 1587 — MONTEVIDEO — URUGUAY Jüdischer und Deutsch-Unterricht EINZELN UND KURSE BAR MIZWA-VORBEREITUNG Dr. Carlos Vogel JURAMENTO 3361, 1», dp. B T. E. 76-8304 Im weiteren nahm Goldmann nochmals auf die Lage der Zionistischen Weltorganisation Bezug. Er führte aus, dass diese Bewegung zwar über 2 Millionen Schekelzahler verfüge, doch sie sei zu klein, um weiter auf dieser Basis zu bestehen. Auch nichtzionistische Organisationen seien heute in einem weitergefassten Sinne zionistisch, weil sie für Israel eintreten, zu seinem Aufbau beisteuern und jüdische Erziehung pflegen. Man solle Zionismus nicht als individuelle Verwirklichung auffassen, und daher bemühe er sich, z. B. in Nordamerika den Anschluss der United Synagogues, zu denen 600 bis 700 Gemeinden zählen, sowie die Bne Brit an die zionistische Weltbewegung zu bewerkstelligen und auch in anderen Ländern das gleiche Ziel zu erreichen. Bei der erwähnten Sitzung des Aktionscomites in Jerusalem seien sich alle Parteien von der Mapai bis zur Cherut einig gewesen, dass eine so erweiterte Zio- Israel - Marken (n grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN-NUM- MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUIEN3WUERDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 m*. CABDLDO nistische Organisation wichtige Golus-Arbeit leisten könne. Er hoffe, so sagte Goldmann, dass die Form d eses Anschlusses auf der kommenden grossen Konferenz hin-! der Zionistischen Weltexekutive im Juli ausgearbeitet werden würde. Seiner Meinung nach solle man zwei Formen von Mitgliederschaf einführen, d. h. aktive und angeschlossene Mitglieder deren Rechte verschieden wären. Er wolle Vorschlägen, wie auch im Falle des Anschlusses des argen1 ini sehen Jischuw, dass diese angeschlossenen Miteliede. zwar Delegierte zu den Kongressen schicken, doch kein Stimmrecht haben sollen. Sie würden dann auch zur lokalen zionistischen Arbeit zugezogen werden, ohne deshalb voll berechtigte Mitglieder zu sein, aber alle diese Aspekte bedürften noch der endgültigen Klärung, die in Uebereinkunft mit dem Vaad Hakehillot herbeigeführt werden müsse. Die zionistische Bewegung interessiert sich heute an dem Einschluss der Juden in der ganzen WTelt und besonderes Interesse besteht für den argentinischen Jischuw. der ideell eine zionistische Kollektivität darstellt, während in den USA die zwei bis drei grösseren Organisationen, die im jüdischen Leben führend sind, keine zionistischen Prinzipien vertreten. Dort würde ihr Anschluss an die Zionistische Weltorganisation die Lage grundlegend ändern, was von grösster Wichtigkeit ist weil in Anbetracht der zahlenmässigen Bedeutung de^ USA-Juden die zionistische Bewegung nicht ohne Amerika existieren kann. Die grosse Pressekonferenz Die gleichen Gesichtspunk te wiederholte Dr. Goldmann darauf vor einem äusserst zahlreichen Auditorium von Repräsentanten der argentinischen Zeitungen und der Auslandspresse, indem er die jüdischen Gesichtspunkte nur streifte und das Hauptgewicht auf die politische Lage Israels und die Situation in der Mittelost-Region vom internationalen Blickfeld aus legte. Er verweilte auch im einzelnen bei den Gründen für die Ueberseereise Ben Gurions und dem vom Ministerpräsidenten in den USA und England geführten Gesprächen mit den dortigen Staatsmännern. mm Kmx IX tf angeschlossenen Nationen von der Welt-Post-Union, einer Agentur der Vereinten Nationen, ergangen ist, Marken zum Gedenken an die vielen Flüchtlinssschicksale der letzten Jahrzehnte herauszugeben. Die Serie besteht aus zwei Arachäologische Expedition Jerusalem. — Die grösste archäologische Expedition, die Israel bisher ausgerüstet hat, wird in Kürze die Suche nach alten Rollen beginnen, welche, wie man glaubt, neoh in der Wüste von Judäa verborgen liegen, wie Dr. Benjamin Mazar, der Präsident der HeDräischen Universität und gleichzeitig Präsident der israelischen Gesellschaft für Archäologie, vor einigen Tagen ankündigte. Man glaubt, dass die Rollen und andere Kultgegenstände in Höhlen versteckt sind, in denen man jüngst viele Scherben und Gerätschaften gefunden hat, die von den jüdischen Rebellen bei ihrem Aufstand gegen Rom nach Zerstörung des zweiten Tempels in Sicherheit gebracht wurden. (ITA) der Notfall ein.rat, in wenigen Wochen mit Flugzeugen nach Israel gefördert worden sind. Die zweite Marke von 0,50 IL stellt eine Siedlerfamilie in Israel dar, umgeben von Wein und Feigenranken. Sie soll die Worte des Propheten versinnbildlichen; „... und es soll ein jeder unter seinem Wein und Feigenbaum sitzen, und keiner soll ihn bedrohen.” (Micah, 4,4). Eine weitere Ausgabe am 27. April erfolgt zu Ehren des 12. Jahrestages der Unabhängigkeits-Erklärung Israels. Auch mit dieser Ausgabe handelt es sich um zwei Werte, 0,12 IL, blau, grün, gelb und grau und 0.32 IL, braun, grün und gelb. Beide Marken tragen Blumen, sind von Zwy Narkiss entworfen und bei Lewin- Epstein Ltd., Bat Yam, auf Papier ohne Wssserzeichen - gedruckt. RITA SPIEGEL MIGUEL ROZENEK VERLOBTE Castelli 357 69 p. dto. 12 Boulogne sur Mer 662; 49 p. dto. C i STATT KARTEN ISAAC BONDER JEANETTE BONDER geb. FLIGLER VERMAEHLTE Trauung: Sonntag, den 3. April I960, um 18 Uhr im Libertad-Tempel Ein Symptom Hier erwähnte Goldmann auch die jüngsten antisemitischen Ausbrüche in Deutschland und anderen Ländern, die vom Jüdischen (Fortsetzung auf Seite 5) WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Montag, den 11. April Dienstag, den 12. April Mittwoch, den 13 April Montag, den 18. April Dienstag, den 19. April Montag, den 2. Mai Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Jom Haazma’ut (Unabhängigkeitstag Israels) Lag b'Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 37. Tammus (Fasten) Erew Tischa b’Aw Tischa b’Aw Erew Rosch Haschan« 5721

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