Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1764 (25.3.1960)
- Date
- 1960-03-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Die Erdöel-Bohrungen in Israel Die Existenz Israels noch mehr als die Existenz anderer Staaten, — ist weitgehend von der ständigen Lieferung von Erdöl aus Ausserquellen abhängig, nachdem es dort kaum andere Möglichkeiten zur Krafterzeugung gibt. Alljährlich werden so vom Staat ca 50 Millionen Dollar für den Import von Brennstoffen, d. h. Erdöl, Masut, etc. verausgabt, und die absolute Abhängigkeit von den Quellen im Auslande zwingt auch, grössere Reserven für den Notfall anzulegen. Es lag auf der Hand, dass der Suche nach Erdöl- und letztens auch Gas-Vorkommen in Israel grösste Bedeutung beigemessen wurde; denn durch einen Ausbau dieser Wirtschaftsbranche, d. h. durch die Entdeckung und den Abbau von Brennstoff-Quellen, kann ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Konsolidierung des Landes geleistet werden. Alle Geologen und Fachmänner, die zu Rate gezogen wurden, erstatteten günstige Gutachten über die Aussichten, Erdöl-Vorkommen in Israel zu finden, und erklärten, dass die Erdöl-Felder, die sich unter den naheliegenden arabischen Ländern erstrecken, geophysische Ursachen haben, die auch für Israel gelten, sodass logischerweise ähnliche Erdöl-Vorkommen auch in Israel bestehen dürften. Vor ca sechs Jahren wurden die ersten Forschungsarbeiten aufgenommen, seither wurden für die Bohrungen sowie für den Ausbau des ersten Erdöl-Feldes bei Cheletz ca 75 Millionen verausgabt, die eine Hälfte von israelischen und die andere von ausländischen Investitions - Gesellschaften. Die Ergebnisse dieser Arbeiten waren bisher noch relativ bescheiden, da es nur gelang, Erdöl bei Cheletz zu finden, das im vergangenen Jahr ca 10 Prozent des nationalen Erdöl-Bedarfs deckte, während jetzt das Naturgas von Rosch Hasohar gewonnen werden soll, das ebenfalls industrielle Verwendungs- Möglichkeiten finden wird. Insgesamt acht Gesellschaften sind in Israel bei der Erdölforscliung tätig; davon vier israelische und vier ausländische Gruppen. Die vier israelischen Gesellschaften besitzen 22 Lizenzen für Forschungen und Bohrungen auf einem Gebiet von insgesamt 6,6 Millionen Dunam, während vier ausländische Gesellschaften 17 Lizenzen erhielten, die ihnen Arbeiten auf einem Gebiet von insgesamt 6,7 Millionen Dunam gestatten. Der wichtigste Fund, der bisher bei den Erdölbohrungen gemacht wurde, ist das gen deshalb sinnlos wären. Der neue jüdisch-amerikanische Geologe der Ge Seilschaft „Massada“, Walter Randell aus Denver, erklärte sich jedoch überzeugt dass das Cheletz-Feld grösser ist als ursprünglich angenommen wurde, und seine Annahmen erwiesen sich als berechtigt. Weitere Forschungen, um das genaue Aussmass des Cheletz-Feldes festzustelien, werden jetzt fortgesetzt. Auf jeden Fall steht aber fest, dass hier mehr Erdöl-Reserven als die bisher angenommenen 34 Millionen Fass liegen, von denen man etwa die Hälfte abbauen zu können glaubte. Neben diesen Arbeiten auf dem Cheletz-Feld wird zur Zeit eine weitere Reihe von Bohrungen in verschiedenen Teilen des Landes vorgenommen oder vorbereitet, z. B. im „Afik I“ neben Beeri, im kleinen Machteseh, am Kinereth- Ufer, unweit vom Toten Meer, an der Küstenebene nördlich von Tel Aviv, im Jerusalemer Korridor bei Motza, etc. Wichtige Fortschritte wurden im Lande Cheletz-Feld, wo „Massada I bei ¿er Forschung gemacht, schon 24 Bohrtürme aufge- ¿jg vor Begjnn der Bohrarbaut hat. Erst in der letzten Zeit gelang es auf diesem Feld, einen Schritt vorwärts zu kommen als bei einer Bohrung, einen Kilometer nördlich von dem jetzigen Feld, eine neue Bohrung, Cheletz 24, in einer Tiefe von 1400 Metaern auf Erdöl stiess. Bisher wurde angenommen, dass man den nördlichen Rand des Cheletz-Feldes schon erreicht hatte, und weitere Bohrun¬ Reisebüro VIA WIND] AB HEUTE IM NEUEN LOKAL 25 de Mayo 189 — T. E. 33-4146] AUTO - REPARATUR . WERKSTATT i „BEÑO“ BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Moiwoe) T. E. 51 - 2205 Juan Schottlaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 beiten notwendig ist, um die Angaben zu ergänzen die der Geologe durch die Tektonik und seine allgemeinen Kenntnisse über die geologische Entwicklung des Gebietes besitzt. Bisher wurden in Israel die Bohrungen oft aufgenommen, bevor ausreichende Ergebnisse der vorherigen wissenschaftlichen Untersuchungen Vorlagen. In der letzten Zeit jedoch gelang es, mehrere Exper- 'ten für solche geologischen , Untersuchungen ins Land zu bringen. Die Erdölbohrungen, mit denen im komi menden Jahr zu rechnen ist, haben bessere Aussichten als bisher, auf tatsächliche Erdöl-Bestände zu stossen, nachdem sie auf genaueren, basierten Berechnungen und Untersuchungen beruhen. Die Israelis gewinnen Erfahrungen auch auf dem Gebiet des Erdöl-Abbaus. Die jetzt durchgeführten Bohrungen sind wesentlich billiger als die ersten Bohrungen, die vor einigen Keine Steuern für Elat-Einwohner | Jerusalem. — Die Einwoh- . ner von Elat, der am Golf |von Akaba gelegenen siidj lichsten Stadt Israels, werden ■ sich einer teilweisen Befreiung von Steuern erfreuen, die ihnen auch in diesem Jahr sozusagen als Entschädigung für die Härten ihrer Existenz gewährt werden soll. Das Kabinett beschloss, die Steuerbefreiung um ein Jahr zu verlängern, doch verringerte es die steuerfreien Einnahmen von 400 1L auf 300 IL im Monat. (ITA) FIAMBRERIA Alle Arten Aufschnitt Konserven — Getränke _ Auch koschere Würste — Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preisselbeeren — KNORRSUPPEN — FISCHKONSERVEN 25 DE MAYO 719 Inh.: FEDERICO SWARSENSKY Jahren gemacht wurden. So kostete die letzte Bohrung bei Cheletz 24, die sich 46 Tage hinzog und 1400 Meter Tiefe erreichte nur ca 200.000 IL. Auch die Kosten des Erdöl-Abbaus in Cheletz wurden wesentlich herabgedrückt, obwohl es zugleich gelang, die Produktion zu steigern. Von 88.000 Tonnen im Jahre 1958 auf über 120.000 Tonnen im Jahre 1959. Ausser dem Erdöl-Feld von Cheletz wurde bisher als Energie-Quelle nur das Naturgas - Vorkommen von Rosch Hasohar entdeckt, das sich jedoch als ein Fund von erstrangiger Bedeutung entpuppt hat. Bisher wurde in Rosch Hasohar, 40 Kilometer südöstlich von Beer Schewa, Gas bei vier Bohrungen gefunden und zwei weitere Bohrungen „Sohar 5“ und „Sohar 6“ werden durchgeführt. Das bisher entdeckte Gas entspricht einem Fund von ca 90.000 Tonnen Erdöl d. h. einem Wert von 1,25 Millionen Dollar jährlich. Eis bestehen weiter gute Aussichten, dass ähnliche grosse Gasvorkommen (die Reserven von Rosch Hasohar werden auf 30 Milliarden Quadrat-Fuss geschätzt) auch 50 km nördlich von Rosch Hasohar bestehen. Auch hier will die ,,Naphta“-Gesellschaft Bohrungen aufnehmen. Das Gas von Rosch Hasohar soll durch eine besondere Pipeline ans Tote Meer gebracht werden, um dort, anstelle des Erdöls, Treibstoff für die Phosphat-Wer- ¡ ke, sowie für eine petrochemische Industrie werden. j Gas und Erdöl von Rosch Hasohar und Cheletz decken j bisher nur einen kleinen Bruchteil des israelischen Brennstoffbedarfs, aber zumindest der Ansatz für den Ausbau dieser wirtschaftli-; chen Entwicklung wurde in! den letzten sechs geschaffen. LA SEMANA ISRAELITA B ISEM AN ARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2180, 1? iaq. — T. E. 83 2613 26. Adar 5720 25. März 1960 DIE JUDEN IN HONDURAS Von allen südamerikanischen Staaten hat Honduras in Zentralamerika die kleinste jüdische Bevölkerungsgruppe. Bis vor wenigen Monaten sprach man noch von 120 bis 150 Menschen, und die neuesten Ziffern lauten nur noch auf achtzig Personen. Diese wenigen verteilen sich noch auf zwei Städte, Teguciaplca und San Pedro Sola. Lediglich in dieser Provinzstadt ist etwas Aehnliches wie eine Kehilla, und ein Betsaal zu finden. Irgendwelche Vorkehrungen für eine jüdische Erziehung sind nicht vorhanden. 1920 kamen zuerst Juden nach Honduras. In der Hitlerzeit kamen einige dazu, die dann auf weiteren Zuzug hofften. Als 1947 ein Hilfsverein für Honduras gegründet wurde, kamen noch fast 70 jüdische Flüchtlinge ins Land, viel für eine so kleine Gruppe. Von den damit verknüpften Hoffnungen ist wenig übrig geblieben, weil die meisten Flüchtlinge Honduras nur als Zwischenstation angesehen haben. Die Juden in der Hauptstadt haben auch versucht, ein wenig von ihrer Jüdischkeit zu retten — wenigstens Gottesdienste an den Jamim Noraim, wenigstens eine besondere Sektion auf dem allgemeinen Friedhof. 1948 gab es etwas Leben, als Rabbiner und Schochtim aus Israel im Lande eintrafen, um Fleisch zu kaufen. Auch das ging wieder vorbei. Man backt jedoch noch Mazzot; man besteuert sich für Israel. Die Jugendlichen studie- Jahren ren in den Vereinigten Staaten; wenn sie zurückkommen, bringen sie gewöhnlich Anregungen auf jüdischem Gebiet mit; jedoch sind die Möglichkeiten zu ihrer Verwirklichung zu gering. Die Juden im Lande sind sehr angesehen, und einige nehmen wichtige Positionen ein. Wie lange werden sie noch Juden bleiben? Wenn es Abend in Buenos Aires wird... und Gesellschafts-Kleidung auf dem Programm steht, gilt als Favorit der Carllom- Frack und -Smoking, oder der kleine Abendanzug. Und nun eine kleine Erklärung über den Frack; Bei keinem Kleidungsstück ist die Herrenmode für lange Zeit so einfallslos gewesen wie beim Frack. Immer waren es im Grunde genommen dieselben Konturen; bei den Revers, bei den Frackflügeln und bej der Knopfplacierung. Da war es dann eine Sensation, als man vom Smoking her auch für den Frack den Schalkragen übernahm. Was dann wiederum zur Folge hatte, dass man nun auch für die Abwandlung anderer Details aufgeschlossener wurde. Und so kann sich heute der Frack in einer Reihe ganz verschiedener Modelle präsen. ' -'eren. LAVALLE 870 T. E. 35 - 1110 NACIONAL , Dr. Hardl Swarsensky £ I Waehrend der Monate Februar und Maerz \ GESCHLOSSEN í Asuntos Europeos exclusivamente ¡ SPRECHSTUNDEN NUR IN DRINGENDEN FAELLEN \ DIENSTAG UND FREITAG VON 16—18 UHR Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAECE - VERWALTUNGEN tmmt ___ ____ _ BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr < PUEYRREDON 2190 Ar. LAS HERAS - T. E. 85-2*1* -. 1