Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1764 (25.3.1960)
- Date
- 1960-03-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA Año XXL — No. 1764 — 5 'ttrir# afbe» 25igt chaij 0Î3 DIE EREIGNISSE DER WOCHE ^eni -U?5B orden 5 von lertj. Eoben 562 (Fortsetzung von Seite 4? Weltkongress auf ihren Ursprung hin untersucht worden seien. Diese Fakten sind auch veröffentlicht worden. Es wurden über 1.000 Fälle in 34 christlichen, nicht aber in arabischen, Ländern gesammelt, von denen fast die Hälfte, nämlich 450 Fälle in Deutschland registriert wurden. Goldmann betrachtet den heutigen Antisemitismus nicht als eine akute Gefahr für die Juden, selbst nicht in Deutschland. Die politischer. Untersuchungen, die behördlicherseits überall durchgeführt wurden, haben ergeben, dass hauptsächlich junge Menschen an diesen Schmierereien beteiligt waren. Auch die heute noch in Deutschland lebenden Juden, rund 30.000 mit ältere Menschen. die dort ihre Pension verzehren, hält Dr- Goldmann nicht für gefährdet, doch betrachtet er die Geschehnisse als Symptom, das beachtet werden sollte, damit in Zukunft kein zweiter Hitler die Macht ergreifen oder ein neuer Weltkrieg ausbrechen könne. Dies sei die potentielle Gefahr, so warnte er, denn die wenigen noch heute in Deutschland lebenden Juden können nach Israel auswandern, was den jüdischen Naziverfolgten seinerzeit nicht möglich gewesen ist, weil es noch keinen jüdischen Staat gab. Erziehung der deutschen Jugend Bei seinem kürzlichen Aufenthalt in Deutschland habe er mit Regierungsmitgliedern und auch mit Bun- Handelsvertrag mit der Türkei Stambul. — Ein Handelsvertrag in Höhe von 32 Millionen Dollar, der grösste in der Geschichte der gegenseitigen Handelsbeziehungen, wurde zwischen Israel und der Türkei bei einer viertägigen Zusammenkunft in Ankara unterzeichnet. Israel wird den Türken Autoreifen, Lastwagen, Düngemittel, Baumwolle, Nylon und Seidenstoffe, Papier, Motorräder und Asfalt verkaufen und von ihnen mit Zucker, Tabak, Leder, Oelprodukten und Fischen beliefert werden. (ITA) Estudio de Ing eniena technische Projekte — Gutachten — Umbauten « MOLDES 1 6 9 5 $ 73.9138 S deskanzler Adenauer gesprochen, die alle den Antisemitismus schärfstens verurteilen. Doch, so gab er zu bedenken, die Regierung sei nicht das Volk, und das Volk und im besonderen seine Jugend müsse zur Toleranz erzogen werden, was bisher nicht geschehen sei. Der deutsche Geschichtsunterricht habe bis heute vielfach 'in den Händen alter Nazis gelegen, und mit dem Ende der Weimarer Republik sei! das Kapitel deutsche Ge-! schichte geschlossen worden. ¡So habe ein junger Deutj scher auf die Frage, wer Hitler gewesen sei, geantwortet: „Das war der Mann, der die Autostrassen gebaut hat.” Hier müsse man Abhilfe schaffen, damit man nicht wie jetzt sagen müsse, dass die Regierung in Deutschland eine gute Regierung, aber das deutsche Volk kein gutes Volk sei. Geistiger Völkermord in Russland Dr. Goldmann lenkte hierauf die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf die Lage der Juden in Russland, deren Zahl bei der letzten Volkszählung mit 2500 angegeben worden sei. Seiner Meinung nach, so versicherte er. lebten dort 3 Millionen Juden, denn eine gewisse Anzahl hätten sich sicher nicht als Juden deklariert. Gegen diese Juden nun werde eine Diskriminierung durchgeführt. Man bedrohe sie zwar nicht an Leib und Leben, es gäbe keine Konzentrationslager, in denen man sie vom Leben zum Tode befördere oder auch nur foltere, aber man verwehre ihnen, als Juden zu leben. Sie haben nicht mehr als 40 oder 50 Synagogen im ganzen Land, sie haben keine jiddische Presse, keine eigenen Theater, ja nicht einmal eine hebräische Bibel können sie kaufen, weil diese nicht gedruckt wird. Als einmal vor einigen Jahren 600 jüdische Gebetbücher herausgegeben wurden, da waren sie über Nacht verkauft. Dr. Goldmann erklärte, ihm seien die Gründe für diese Politik nicht ersichtlich, und er habe erst kürzlich einen russischen Diplomaten gefragt, warum in Ungarn und Rumänien z. B. die strepg der kommunistischen Linie folgen, die Juden die Freiheit gemessen, ein jüdisches Leben führen zu dürfen. Er fügte hinzu, noch habe er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass dieser nach der USA-Judenheit zweitgrösste Jischuw dem Judentum wiedergfgeben werde, um nicht durch diesen „geistigen Völkermord“, wie Goldmann sich ausdrückte, der langsamen Assimilation anheimzufallen. DAUNENDECKEN! - Gardinen! IMPORT. CHINTZ und VOILE j BENNO DE LEVTE S.R.L. 1 T E. 76-4155? NUR: ECHEVERRIA 2242 j H. ROSENZWEIG TAELOR HENRY Tucumcm 563, pis Neues Telefon: 32.0913 Grass*« Auswahl im Imp. iratf kiesigen Stoffen Das 150. Jubiläum I Argentiniens j Zum Abschluss bat D Goldmann, seinen und all Juden gute Wünsche zi Feier des 150. Unabhängi keits-Jubiläums Argentir ens Ausdruck verleihen 7 dürfen. Argentinien so fiih te er aus, sei seit je e: Land gewesen das den Ji! den in weitem Masse Ga: freundschaft gewährt hat die sowohl von den o wech-elnden Regierung« sowie vom Volk erwiese i wurde. Wollte man eh Geschichte der Juden ur t ihrer Beziehungen mit de Gastvölkern schreiben, : wäre das Argentinien b treffende Kapitel eines d' idyllischsten. Er erkem auch heute dankbar d Freundschaft an, die A. gentinien mit Israel verbindet, und so kämen seine Glückwünsche, diea er heute schon aussprechen müsse, weil er vorläufig nicht wieder herkommen werde, aus vollstem Herzen. Bereitwillig und ausführlich beantwortete Dr. Goldmatir. verschiedene Fragen von Pressevertretern, darunter des Korrespondenten der New York Times, die ihn um zusätzliche Aufklärungen über verschiedene, Israel und die Weltpolitik betreffende politische Fragen baten. Isra°l-Proaramm in Radio Municipal Radio Municipal übertrug am vergangenen Sonntag um 11 Uhr 45 eine Sendung die unter den Auspizien des Instituts für argentin'schisraelischen Kulturaustausch jede Woche am gleichen Tage und zur gleichen Stunde unter dem Titel “Una empresa del Espíritu: reportaje semanal a la cultura de Israel” gesendet werden wird und unter der Leitung von Fran Ana Maria Gerchunoff de Kantor steht. Bei der ersten Sendung ergriff der Kultursekretäv der Munizipalität von Buenos Aires, Dr. Aldo Armando Cocea, das Wort, der auf die Bedeutung dieses neuen Programms verwies und die Botschaft der Bibel und das hohe Niveau der jüdischen Kul'ur würdigte. Nach ihm sprach Botschaftsrat Mordechai Avida von der Israel-Botschaft. Er dankte für die seinem Volke erwiesene Ehre durch den Mund seines Vorredners. Ferner gab er der Hoffnung Ausdruck, dass durch diese Sendung-n die schon traditionelle Freundschaft zwischen Argentinien und Israel noch vertieft werden würde. Das zu Gehör gebrachte Programm war eine Zusammenfassung der geplanten Sendungen, die in ergreifenden poetischen Wtorten von den Mitgliedern des ständigen Ensembles der Station Radio Municipal ausgedrückt wurde. Der Direktor der Rundfunkstotion, Herr Eduardo M. Suárez Danero, versprach dem Institut für argentinisch-israelischen Kulturaustausch seine uneingeschränkte Mitarbeit und wünschte den Veranstaltern einen vollen Erfolg. Ein Purimfest Wer sich der „guten alten Zeit” der deutsch jüdischen Immigration in Argentinien entsinnt, weiss nicht nur von Nöten und Sorgen zu erzählen, sondern auch von der Zwanglosigkeit, mit der einer sich vom anderen einen . r Presse % Peso lieh, um dafür ein reichliches Mittagbrot zu essen und von dem Elan mit dem wir damals unser kulturelles Leben gestalteten. Die Erinnerung an die uns (und der Menschheit) angetane Sehnlich in Deutschland war in allen noch frisch, und soweit es nur die Ze t und die Mittel erlauben, hielten wir ein reges jüdisches Kulturleben aufrecht. Wir hatten weniger Synagogen, wir begnügten uns mit recht bescheidenen Sälen. Aber die jüdische Seele war zum Erwachen gelangt. Es ist das Verdienst von Bet Israel, etwas vom Geist jener Zeit wieder in unser jüdisches Leben gebracht zu haben. Einen deutlichen Beweis für diese Tendenz spürte, wer án der Bei-Israel-Purimfeier teilnehmen durfte. (Denn leider konnten nicht alle, die es wollten, wegen Ueberfüllung Eintritt erhalten. Der Verstand des Bet Israel hat uns gebeten, den Zurückgewiesenen sein herzliches Bedauern auszusprechen.) Da&. war ein jüdisches Voilesfest wie in jener guten alten Zeit der Not: keine Eleganz, aber Schönheit und Jugendfrische, die all die alten Gesichter von damals wieder verjünge. Hellmut Jacobi, Fritz Geimar, Jenny Meyer-Keyt, Hansi AVäldet, Willie Bloch — sie waren alle wieder da. Wo waren sie nur so lange? Neben den alten Jungen sahen wir auch eine neue Generation —, das „Conde-Elenco”, das aus dem Círculo de Matrimonios Jóvenes des Bet Israel hervorgegangen ist. Die Räume waren liebevoll ge- Ausfuhr von Kraftwagen ‘ Haifa. — Die erste Ladung von 600 israelischen „Sabra”. Autos wurde auf dem Schiff „Gefen” nach den Vereinigten Staaten auf den Weg gebracht. Seit einiger Zeit werden israelische Kraftwagen nach verschiedenen europäischen und südamerikanischen Ländern verschifft. Doch hier handelte es sich um die erste Ausfuhr in die USA. Diese Wagen werden zum Preis von rund 2.000 Dollar verkauft, d. h. um ca. 400 Dollar billiger als die nordamerikanischen Autos vom gleichen Modell und ungefähr zum selben Preis wie die kleinen europäischen Wagen dieser Grösse. In Kürze sollen die „Sabras” nach Ceylon und der Türkei, sowie in einige afrikanische Länder geliefert werden. (ITA) schmückt, mit wenigen Mitteln eine Purimwelt hingcstellt. Zu essen und zu trinken gab es in Fülle zu billigsten Preisen und alle waren froh gelaunt. Die geistigen Darbietungen waren erfreulich. Eine aktuelle Paraphrase der Purimgeschichte, betitelt „Ahasveros Casimires S. R. L.” ' lüftete die Maske vom Antj litz unserer zu Assimilation und Kompromiss bereiten . belgranoer Gesellschaft und gab A.nlass zum Lachen und — Nachdenken. Der Autor des Stücke sollte zu weiterem Schaffen angeregt werj den, um das nötige Material für ähnliche volkstümliche Darbietungen zu liefern. Hellmut Jacobi sang zur Laute Israel- und Criollo- Lieder. Seine Kunst ist in diesen Jahren noch gereift. Willie Bloch verstand es, das Publikum mit Rezitationen in seinen Bann zu zwingen und dann auch wiederum, gemeinsam mit Jonny Meyer- Keyt und Lia He>chberg in einem Sketch: „Wer zahlt heute noch?” Lachsalven entfesseln. Die unverwüstliche Hansi Waelder spielte nicht nur Salontänze sondern auch manche Horra, die merkwürdigerweise mehr die ältere als die junge Generation in ihren Kreis zog. Verfahren gegen Staatsanwalt Lübeck. — Gegen d^n vorläufig in den Ruhestand versetzten 56 Jahre a’ten Ersten Staatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Schleswig, Kurt Jaager, sind beim Oberstaatsanwalt des Landgerichts Flensburg mehrere Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit am Volksgerichtshof während des „Dritten Reiches” anhängig. Wie die schleswig-holsteinische Staatsanwaltschaft in Schleswig mitteilte, hat der 1953 als Staatsanwalt in Lübeck wieder in den Justizdienst eingetretene Beamte von 1954 an fünf Jahre larg als Erster Staatsanwalt in Schleswig gewirkt. (AWZ) Gelegenheit 6 Lederstühle BESTENS ERHALTEN, § MODERN BILLIG 76 - 1065 (Sonnab. od. Sonntag vormittags) JETZT IM NEUEN HAUS T3 |CHASCOMUS I F. C- N G. R. nos Pension Familiär M. Flamm 1 Quader von der Laguna'i PESSACH OFFEN Zimmer mit priv. Bad CHASCOMUS, CORDOBA 38 Inf. in Buenos Aires: T. E. 76-2312 und 70-5805 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 8. April Restaurant »Paso'' IPD i Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259? Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten * und Banketten : TRADITIONELLE JÜDISCHE GERICHTE; MHWwmwwvwwvwwwwwwwmw iinos HOTEL LAG0“|E>3 Rio Ceballos Casilla Correo 34 Sierras de Córdoba Inh. LEO KAHN GEOEFFNET BIS ENDE MAERZ. — ANMELDUN- GEN FUER PESSACH WERDEN ANGENOMMEN .