Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1762 (8.3.1960)
- Date
- 1960-03-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Am» XXI. — No 1762 — Viernes 18 de Marse de 1960 Wer kann aus Polen aus wandern? Die wirtschaftliche Politik in Polen ist in der letzten Zeit manchen Wandlungen ■unterworfen gewesen, die natürlich auch auf die 35.000 bis 40.000 Juden ihre Wirkungen hatten. Es war den polnischen Führern von Anfang an klar, dass die nach Polen zuriiekgekehrten Juden keine dauernde Existenz haben konnten, und sie haben deswegen die Auswanderung gestattet. Es gab Zeiten, wo wieder Beschränkungen eingeführt wurden, aber, im Gegensatz zu anderen Ländern des Ostblocks, hat die jüdische Auswanderung nie eufgehört. Im jüdischen Sektor gab es in der persönlichen Zusammensetzung kaum Aenderungen der höchsten Gremien: während der Stalinzeit und dem Umbruch Gomulkas stand immer Hersch Smoliar an der Spitze der Sozial- und Kulturunion, und auch im Stabe der ,, Jiddischen Volksstimme” kam kein Wechsel vor. Offiziell werden jetzt die Zahlen der Auswanderer bekannt gegeben. Im Jahre 1955 haben 2325 Personen Po len verlassen, 1956 waren es bereits 33.036 und 1957 waren es sogar 148.472. Im Jahres 1958 waren es 140.918. Begründet wurde das rasche Ansteigen der Zahlen durch eine Vereinbarung mit dem Roten Kreuz bezüglich der Vereinigung der deutschen Familien, und die gleiche Begründung wurde auch für die Auswanderung nach Israel angegeben. Im Jahre 1959 sind die Ziffern wieder gesunken und betragen nur einige Hundert i im Monat. Es gibt narh dem offiziellen Bericht auch eine kleine Auswanderung nach Amerika, Kanada und Australien. Nachdem die Auswanderung nach Deutschland wegen Ablauf des Vertrages mit dem Roten Kreuz eingestellt wurde, geht es jetzt nur noch um eine jüdische Auswanderung. Wenn es sich bei der Auswanderung um die Vereinigung von Familienangehörigen handeltt macht die Regierung keinerlei Schwierigkeiten. Können keine solchen familiären Beziehungen nachgewiesen werden oder kann jemand keinen Nachweis leisten, dass er am neuen Ort eine gesicherte Existenz vorfinden wird, dann wird das Visum nicht erteilt. Wird ein Pass ausgestellt, so Für Beruf und Reise Carlton-Kleidung! Auch einem noch &o anspruchsvollen Herrn kann man nichts besesres empfehlen als Carlton - Kleidung, etabiloform verarbeitet. Unsere Herrenbekleidungslinie für Herbst und Winter 1960: Anzüge aus Kammgarn. Cheviot und Tweed, Sportsakkos, auch in Spezialmodellen. Hosen und Kombihosen. Spe- »iaJmünlel aus Vucoiexlilgafcardin „Aguarex", Reise-, Sport- und Gesellschaftsmäntel. Und wenn Sie Masskleidung Wünschen, erst recht zu uns! Auch Junioren kaufen gern bei Carlton. Neu eingerichtet: Abteilung für Aenderungen HMimn-wwii in mi LAVALLE 870 T. E. 35-1110 München. — SS-Sturmbannführer Karl Bischoff, der von Oktober 1941 bis Januar 1945 Befehlshaber der Zentralleitung in Auschwitz war, lebte unbehelligt in der Bundesrepublik Deutschland. Bischoff war es. der durch Bauten und Verbesserungen die Leistungsfähigkeit der Gaskammern und der Krematorien in Auschwitz immer mehr steigerte und die raffinierten Mittel der Technik zur Täuschung der zur Vergasung bestimmten Häftlinge ersann. In den fünf Krematorien von Auschwitz sind fast vier Millionen Menschen verbrannt worden. Für die termingerechte Fertigstellung dieser Mordanlagen erntete Bischoff das höchste Lob seiner Vorgesetzten Behörden. In den Nazi-Archiven befindet sieh ein von Bischoff unterzeichn etes Dokument vom 28. Juni 1943, gerichtet an die Amtsgruppe ,.C” im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt jn Oranienburg bei Berlin?das war die Zentrale aller Konzentrationslager im deutscher Bereich). Darin wird mitge- AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEN0“ BEÑO HUT9CHNECKER Ávda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Moiwoe) T. E. 51 - 2205 Juan S c h o 111 a e n d e r Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 teilt, dass es durch Pischcifs Neubauten gelungen sei, die Tageskapazität der Verbrennungen (und somit auch der Liquidierungen) zu erhöhen. Die Tageskapazitäie.n gibt Bischoff wie folgt an: Altes Krematorium (1) 340 Leichen. Neues Krematorium Birkenau (II i 1.440 Leichen. Neues Krematorium Birkenau (III) 1.440 Leichen. Neues Krematorium Birkenau 'IV) 768 Leichen. Neues Krematorium Birkenau (V) 768 Leichen. Gesamt- Tageskapazität 4.756 Leichen. Ueber die Methoden beim Bau der Krematorien und sonstigen Anlagen in Auschwitz wissen die wenigen überlebeden Häftlinge inan cherlei zu berichten. Der Chef der Beuabteilung. SS - Sturmbannführer Bischoff, wurde jedoch bis heute von den westdeutschen Justizbehörden nicht zur Rechenschaft gezogen, obwohl ihnen seine Adresse bekannt ist. gilt er nur für die Ausreise, aber nicht zur Rückkehr nac-h Polen. Die Nachrichten über die Rückkehr von Juden aus Israel nach Polen sind deshalb grösstenteils erfunden. Die Auswanderung geht auch heute noch im Rahmen von einigen Hundert im Monat vor sich. Hierbei handelt es sich um Juden, die schon längere Zeit in Polen sind. Rückkehrer erhalten ein Visum zur Ausreise nur nach dem Prinzip der Vereinigung der Familien. Es si.i deshalb unter den jetzigen Auswanderern nur sehr wenige Rückkehrer aus Russland. Es besteht jedoch die berechtigte Hoffnung, dass diese Sperre nicht von langer Dauer sein wird. Wird sie aufgehoben, so werden die meisten der 12.000 bis 15.000 Rückkehrer das Land sofort verlassen. In Lublin fand eine Konferenz jüdischer Gemeinde- Präsidenten mit den Behörden statt, um die Frage der Erhaltung der jüdischen Friedhöfe zu prüfen. Ueber 1.000 Friedhöfe, viele von ihnen von historischer Bedeutung, sind in Gefahr, zu veröden. Darunter befindet sich der mittelalterliche Friedhof in Lublin mit den Gräbern des Maharschal und vieler jüdischer Leuchten aus dem 16. 27. und 18. LA SEMANA ISRAELITA BLSEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1’ isq. - T. E. 83-2613 19. Adar 5720 18. Mürz >£60 Jahrhundert. In Hunderten beschloss, eine SammeJakvon polnischen Städten letion durebzufübren, um die ben keine Juden mehr, und nöügen Mittel zum Schutze niemand nimmt sich der 1 der Friedhöfe und der histo- Friedhöfe an. Die Konferenz j rischen Gräber zu erhalten. Abba Hillel Silver in Israel Tel Aviv. — Dr. Abba Hillel Silver, einer der nordamerikanischen Zionistenführer, verliess nach einem kurzen Besuch Israel. Er erklärte die Gerüchte, dass er die Absicht habe, sich in Israel niederzulassen, für nicht zutreffend. Die Judenheit in Amerika, so äusserte er braucht Führer nötiger als in Israel, und er wüsste nicht, was er hier tun solle. Dr. Silver zeigte sich von dem Aufbau des Landes höchst beeindruckt, doch trat er dafür ein, die Jugend sorgfältiger im zionistischen Sinn und zu einem besseren Verständnis des jüdischen Volkes und der Diaspora zu erziehen. (ITA) Nach 11 Tagen errettet London. — Zwei weitere jüdische Ueberlebende von Agadir wurden unter den Trümmern gefunden, unter denen sie 11 Tage lang begraben lagen. Einer der beiden ist der Vater der Kalfon-Kinder, die einen Tag vorher gerettet wurden. Er erzählte seinen Rettern, dass seine Frau und ein zweijähriger Junge bei dem Erdbeben umgekommen seien _ (ITA) H Hoch Deutschland reisen - \mi» LUFTHANSA fliegen - i zu den Internationalen Messen. ^Ortf Frankfurt Düsseldorf Hannover 'Offenbach LUFTHANSA HREND IM SERVICE AN BORD; Buchen Sie bei der von Ihnen bevorzugten'1 Agentur oder in unserem Büro -,*~ Av. 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