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Jüdische Wochenschau · 1960-03-08 · 1762 (8.3.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1762 (8.3.1960)
Date
1960-03-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Debatte auf hohem Niveau (Schluss von Seite 1) land ruht nicht nur auf seinen zwei Augen!” Diese, ohne Zweifei von s hr vielen Juden geteilte - . cfassung ist ganz sicher unzutreffend. Sicherlich ist die Persönlichkeit Adenauers eine „Garantie” für die Aufrechleihaltung des augenblicklichen Status. Ebenso sicher ist es, dass es viele Kräfte in Deutschland gibt, die mit der Entwicklung in der Aegide Adenauers durchaus unzufrieden sina, weil nicht genug geschehen ist. um den sich wieder erheben- Nazismus zu bekämpdarr den fen. Auf keinen Fall man von jüdischer Sa ne Politik betreiben, die sich allein auf die freundschaftliche Haltung eines einzigen Mannes stützt. Wenn die jüdische Führung auch zu- J kunftplanend arbeitet, darf ( sie sich niemals auf einen Mann, mag er noch so bedeutend sein, verlassen. Denn im Spiel der Parteien besteht die Möglichkeit des Wechsels in jeder gesunden Demokratie. Die Worte des Abgeordneten enthalten mehr •L eine politische Weisheit, eie spiegeln eine Wahrheit wider. Weiter sagte Dr Schmidt „Bei uns in Deutschland ist Antisemitismus immer auch ein Zeichen dafür gewesen, dass man an den Fundamenten der Demokra' tie rütteln will. Es mag Despotien gegeben haben oder geben ohne Antisemitismus. Aber es gibt bei uns keinen Antisemitismus ohne eine Tendenz auf den menschenverachtenden Despotismus hin! „Wer einen Juden glaubt verächtlich behandeln zu können, nur weil er Jude ist, wer einen Nichtjuden glaubt verächtlich behandeln zu können, weil er das ist, was er ist, den sollte man nicht wegen Beleidigung bestrafen. sondern bestrafen, weil er die moralischen Grundlagen mit Füssen getreten hat, auf denen wir unseren Staat errichtet haben und deren Postúlate wir durch diesen Staat verwirklichen wollen. Wer so handelt, der hat ein Staatsverbrechen begangen, und demgemäss sollte man auch mit ihm verfahren. Gerade die Demokratie muss sich auch — ich betone: viueh — mit dem Liktorenbündel F.^pekt Verschaffen. „Diesen Dingen entgegenzuwirken setzt voraus, dass / seinem man in unserem staatlichen -seinem Gefüge keine Situation schafft, durch die die Feinde der Demokratie, auch die Antisemiten, sich gerechtfertigt fühlen könnten. Sie könnten sich sonst zum Beispiel duren den Hinweis darauf gerechtfertigt fühlen, dass in der Regierung Leute sitzen, die nicht nur formell Mitglieder der NSDAP gewesen sind, sondern die sehr oder gar besonders intensiv deren Ideologie vertreten und verbreitet haben. Von mehr als dem spreche ich nicht. Auch wenn solche . Personen das Muster und unter Vorzeichen errichten. „Wenn man dies«n Dingen etwas mehr nachjeht, findet man, glaube ich, hier eine gemeinsame geistige Wurzel. Bei demjenigen, der der Rassenlehre huldigt und den Rassenhass lehrt, und bei demjenigen, der einem totalitären Staatsbegriff, also der Unterdrückung der politischen und geistigen Freiheit nachjagt, scheint mir die gemeinsame geistige Wurzel letztlich die menschliche Selbstherrlichkeit zu sein, die keine höhere Autorität über sich kennt. Entsetzliche, ¡das geschah, nicht gewo’lt "'haben, so müssen ..sie doch heute wissen, was sie vertraten, was sie taten, um die Ideologie des Nationalsozialismus zu verbreiten, objektiv nach Auschwitz geführt hat! Sie sollten, meine ich, den Mut haben, daraus Konsequenzen zu ziehen. Es gibt auch ein Gebot, das da heisst dass man nicht Aergernis geben solle: und da ¡ist Aergernis gegeben worden!” I Mit grosser Genugtuung tum, gegen“die Bibeln Tst 'recht bedenklich können wir feststellen, dass ~ Wir wissen, dass sich der Antisemitismus nicht nur j gegen uns als Demokraten,! sondern zutiefst auch gegen ' uns als Christen richtet. WTir haben es alle in der Nazizeit erlebt, wie man zunächst j den jüdischen Menschen verj ächtlich machte. Das war der erste Schritt. Dann kam .der zweite Schritt, dass seine Religion als artfremde Religion bezeichnet wurde. Damit war man mitten im Angriff gegen das Christen- In der Israel. Botschaft New York. — Der israelische Botschafter in USA Abraham Harman, gab Ben Gurion zu Ehren einen Empfang für 60 geladene Gäste, unter denen sich James McDonald, der erste USA-Botschafter in Israel, Danny Kaye, der Komponist Leonard Bernstein, Frau Bartley Crum, die Witwe des Obersten Mickey Marcus und der Violinist Isaac Stern befanden. — (ITA) Dr, FREY Abogado PUEYRREDON 2190 1» Uq. nachm. 16—1t Uhr wir hier Auffassungen vertreten ¡worden sind, die sich weitgehend mit der Stellungnahme und den Forderungen decken, die an dieser Stelle seit Jahren vertreten werden. Dies gilt insbesondere auch von den Schlussbemerkungen, die wir folgen lassen: „Der Bundeskanzler ist gewiss alles andere als ein An tisemit. Das hat er zu wiederholten Malen gezeigt... Aber er sollte mehr tun. Er sollte dafür sorgen, dass in seiner Regierung niemand sitzt — dass in hohen, sichtbaren Amtsstellen niemand sitzt —, dessen Dasein irgendeinem zum Vorwand dienen könnte, zu sagen: Durch das Weiterwirken dieser Menschen, durch ihre Bestätigung durch Verleihung eines hohen Amtes sind wir im letzten doch gerechtfertigt!” Ein anderer Abgeordneter, Dr. Wilhelmi von der Regierungspartei, nahm von einem anderen Standpunkt aus Stellung zur gleichen Frage: „Wir Aelteren aus der Weimarer Zeit wissen, dass sich der rechtsradikale Antisemitismus mit dem linksradikalen? Kommunismus verbunden hat, um das demokratische Deutschland der Weimarer Zeit zu vernichten. Gewiss, das war zunächst ein Bündnis, um den Machthaber zu beseitigen und dann selbst die Macht zu erreichen. Jeder wollte einen totalitären Staat nach. WMMVWWVWVVWt REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 J. Liebling FOURMIERE — SPERRHOELZEB 01 AZ VELEZ 522« «1 4* T. E. 43-2348/0340 y 3021 Judith Schenkolewski KuUuMlick ereien Schabbosdecken . Tallisbeutel - Käppchen Maszot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos udd unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSERN GESCKAEFTEN Montevideo 5T1, 4. St. T. E. 40-4937 y 70.734« nicht nur vorgekommen, ,Es gab allzu viele kirchliche sondern war ein Prinzip des ¡Würdenträger, die mit den Nationalsozialismus und des Nazis kooperiert haben, und Antisemitismus, dass das Al- Jein Kardinal hat sogar Seite Testament schlechtge- J ne Briefe mit „Heil Hitler” macht und versucht wurde, unterzeichnet. So einfach ist es abzuschaffen. Wenn auch die Kirchen beider Konfessionen einen erfolgreichen Kampf dagegen führten, so konnten sie doch dem Mörder nicht in den Arm fallen und die furchtbaren Taten gegen das jüdische Volk verhindern.” Auch hier wurde das Problem zutreffend erfasst. Antisemitismus ist längst nicht mehr allein eine Waffe gegen die Juden, sondern zu- ,T gleich das Instrument im L . . ~ . Kampf gegen die Demokratie und bei dem Angriff ge- . Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT iESTOMBA 2263 — 52-8214 \ RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG diese Frage nicht, um der oder den Kirchen mit einem einzigen Satz oder einer einzigen Handbewegung ein Alibi verschaffen zu können. Dr. Wilhelmi fordert zur Einsicht und Umkehr auf: „Ich glaube, es ist not- I wendig, dass wir als die gewählten Vertreter des Volkes unser ganzes Volk, jeden einzelnen auffordern, sich zu ändern. Er soll sich i nicht so ändern, dass er die Das kann man in der Tat nicht. Man kann die Vergangenheit nicht dadurch bewältigen, dass man sie hinter sich n NERVENu. GEMUETS KRANKHEITEN j Dr. M. J. Kuhn j RIVADAVIA 2625, V> T. E. 48-7524 j i Mont., Mittwoch, Freitag J 17—19 Uhr. Tel. AnmeJ- ] düng erbeten 1 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten CONDE 2318 T. E. 76 7533 BOMBONERIA ELCA \ PAMPA 2857 f Tägl. trieeh aus eig. Hersthellung I BOMBONES | and andere Spezialitäten Jetvt in ] verbesserter feiner Qualität | Ec wird ins Haus geliefert. Rufen Sie an: T. E. 73-24921 Inhaberin: AUGUSTA X. de SCHREINER ] Confitería NIZA Conde 2020 76.0286 Servicios de lunch de categoría sas» gen das Christentum. Antisemitismus aber ist auch das Zaubermittel zur Betäubung von Massen, die sich damit zufrieden geben? einen zu finden, der für ihre Not oder ihr Missgeschick verantwortlich ist. — Ob es zutreffend ist, d-«ss die Kirchen „dem Mörder nicht in den Arm fallen” konnten, soll in diesem Zusammenhang nicht untersucht werden. Sicher ist jedoch, dass diese Behauptung des Herrn Dr. Wilhelmi erscheint. wirft und sagt: das ist vorbei. Man kann sie aber dadurch bewältigen, dass man sich für unseren Staat, für unseren demokratischen Staat, aktiv einsetzt und vor allem — das gilt nur für uns Aeltere — dafür Sorge trägt, dass die Jugend durch Beispiele, Aufklärungen und Erläuterungen in der richtigen politischen Richtung erzogen wird. Dafür sind wir als Politiker an erster Stelle berufen.” Aber wie sollen die Menschen sich ändern? Das wird nicht gesagt. Ist nicht der Einwand berechtigt, dass diese vernünftige, fromme Aufforderung zur inneren Wandlung heule ungehört verhallen muss, nachdem die Leiden des Krieges und die Besatzungszeit diese Sinnesänderung nicht herbeiführen konnten? Unter den Tätern, die Hakenkreuze und antisemitische Parolen anschmierte, waren doch bereits viele, die selbst die Nazizeit garnieht mehr bewusst erlebten! Trotzdem zeigten sie sich vom Gift des Rassenhasses infiziert. Mit einem Appell an seine Mitbüiger wird Dr. Wilhelmi nichts erreichen. Dies müsste er doch eigentlicn wissen. So zufriedenstellend die auf einem hohen Niveau geführte Debatte auch sein mag, sie hat akademische Bedeutung, wenn man sich nicht zu konkreten Massnahmen entschliessen wird. Auch die folgende Polemik dieses Abgeordneten mit dem sowjetischen besetzten la Semana Israelita Bisetnanano: aparaos io« Martes y Viertle» Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredon 2190 i* uq . T SL 83-2613 Aoono-Preise: Argentinien: $ 60.— pro Quartal Ostdeutschland vermag hieran nichts zu ändern. — Wir können zur Kenntnis nehmen, dass die deutschen Volksvertreter das Problem verstehen. Wir warten aber noch immer vergeblich darauf, dass sie sich zur befreienden Tat entschliessen, durch die man die Voraussetzungen für die Ueberwmdung der traurigen Vergangenheit schafft. (wird fortgesetzt) Bekämpfung des Boykotts Jerusalem. — Eine neu eingerichtete Abteilung des israelischen Aussenministeriums hat den. Auftrag erhalten, Pläne zur politischen und wirtschaftlichen Abwehr des von den arabischen Staaten über Israel verhängten Boykotts auszuarbeiten. (AWZ) l DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS I Dr. SAUL UMANSKY { SARMIENTO 3116 T. E. 87 136 Pampa 2926 ESPECIALISTA DE NIÑOS Solicite hora T. E. 73-1116 Dr. BENJAMIN L1PNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-0500 Dr. L. KLEIN Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen - Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: « I i 'Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr,. «Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden > ■ ¡SANTA FE 1391 T. 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