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Jüdische Wochenschau · 1960-03-15 · 1761 (15.3.1960) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1761 (15.3.1960)
Date
1960-03-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Martes, 15 de Marzo de 1960 Düsenflugzeuge landen in ISRAELITA SEM Ano XXI, — No. 1761 NACHSPIEL ZU EINEM PROZESS Auf dem Flugplatz in Haifa stand das 9sitzige Arkia- Flugzeug, kaum so gross wie das libanesische Flugzeug, das vor einigen Monaten hierher gebracht worden war und von hier auch wieder seinen Heimflug antrat. Der haifaer Flugplatz, etwa zehn Autominuten von der Stadt entfernt, ist klein und leer. Einmal war das der einzige Flugplatz des Landes. Damals noch waren wir Journalisten stete Gäste auf diesem Flugfeld, auf dem im weissen UN-Flugzeug Bernadotte aus Aegypten oder Libanon zu uns kam, von dem auch die Flüge nach Rhodos stattfanden. Damals dachte man noch daran, und im Laufe der Zeit sprach man wiederholt davon, dass der Flugplatz in Haifa ausgebaut und den Erfordernissen der modernen Zeit angepasst werden müsste. Es blieb beim Reden. Selbst die Flüge von Haifa nach Zypern mussten eingestellt werden, da die Gesellschaft Cvprus Airways sich nicht mehr der Dakota-Flugzeuge, die gerade noch Flugplatz landen und von dort aufsteigen können, bedient, sondern mit den modernen Viscounts fliegt, für die der Flugplatz zu klein ist. Das Flugwesen hat sich derart entwickelt, dass für den heutigen Flugverkehr nur Flugplätze in Frage kommen, die mit der Entwicklung Schritt halten. Der Flugplatz in Haifa ist nicht ausbaufähig. Ein Flugplatz in Kurdani, wie er vorgesehlagen wurde und von einem der Hauptinitiatoren, Herrn Grünbaum von der Firma Peltours, erst vor kurzem wieder mit dem Bürgermeister besprochen wurde, kam niemals wirklich aufs Tapet, obwohl eine moderne Stadt ohne Flugplatz heute kaum zu denken ist. So steht der Flugplatz in Haifa nur noch den kleinen Flugzeugen, die täglich die Abendzeitungen von Tel Aviv bringen und gelegentlichen Flügen von Arkia, meistens in den Norden, selten in den Süden, zur Verfügung. Wir standen auf dem Flugvon Dr. H. J. SALOMON platz, acht Journalisten von Haifa, die von der Paz Oil Co. eingeladen worden waren zu einer Besichtigung der neuen Anlagen der Gesellschaft in Lod, um mit dem kleinen Flugzeug, der gecharterten 'Luftdroschke, zum grossen Bruder, nach Lod, zu fliegen. Um 9 Uhr stiegen wir auf und schaukelten durch die Luft, immer an der Küste entlang, bis nach Tel Aviv. Kaum sahen wir aus der Höhe auf unsere imposante Metropole hinunter, da begann unser Vögelchen schon, sich zu senken. Nur noch wenige Minuten, und wir landeten, genau eine halbe Stunde nach dem Abflug, in Lod. Schon von der Luft aus hatten wir einen ähnlichen Eindruck, wie er sich im haifaer Hafen bietet. Wird der haifaer Hafen von den Passagier- und Frachtschiffen der Z1M mit der Herzlfahne auf dem Schornstein beherrscht, so stechen rn auf dem j Lod die vielen, den Platz beherrschenden El Al-Flugzeuge in die Augen. Als wir sie zählten, waren Ihrer nur vier, aber mit ihren riesigen Dimensionen wirken sie majestätisch und gewichtiger als ihre Zahl. Doch ist El Al nur eine der Fluglinien, die Lod anfliegen. Heute landen in Lod TWA, Air France, Olympic Airways, BEA, Alitalia, Sabena, Swiss Air, KLM und demnächst wird auch BOAC den Flugdienst nach Lod wieder aufnehmen. Wie ein winziges Vögelchen schien unser Flugzeug gegenüber diesen Luftriesen, den Viscounts, der Electra, die KLM fliegt, den Britannias der El Al und dem neuesten der Typen, der von Air France geflogenen Caravelle. Diese Luftriesen kamen nicht über Nacht, und nicht unvorbereitet nach Lod. Bevor sie eingesetzt wurden, schickte die jeweilige Gesellschaft ihre Ingenieure und Direktoren. Es wurde verhandelt, untersucht, geprüft, alle Anlagen wurden einer genauen Kontrolle unterzogen, denn Geben Sie Inre FAMILIEN - ANZEIGE TELEFONISCH auf! Sie ersparen sich Zeit und Arbeit. Rufen Sie uns an 83-2613 Jüdische Wochenschau WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Montag, den 11. April Dienstag, den 12. April Mittwoch, den 13. April Montag, den 18. April Dienstag, den 19. April Montag, den 2. Mai Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mal Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den *- Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 3. Tag Pessach Jom Haazma’ut (Unabhängigkeitstat Israels) Lag b’Omer Erew Schawuot 1- Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tischa b'Aw Tisch« b’Aw Erew Rosch Haschana 5721 jedes der grossen Flugzeuge erfordert eine Sonderbehandlung, und nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wenn die Sicherheit gewährleistet ist, und vor allem, wenn feststeht, dass das Flugzeug auch entsprechend seinen Bedürfnissen mit dem erforderlichen Brennstoff in erforderlichen Mengen gespeist werden kann, wird der Einsatz der neuen Typen vorgenommen. Diese neuen Typen, die allmählich alle alten verdrängen, sind Düsenflugzeuge, deren spezieller Brennstoff das Dul Purpose Kerosine ist, ein „Neft”, wie es die Hausfrau in der Küche verwendet, nur, dass es peinlich genaue mechanische Prozesse durchmachen muss, von dem kleinsten Tröpfchen Wasser, dem geringsten Körnchen Staub vollständig gesäubert werden muss, weil sich sonst Schäden ergeben köinnten, die fatal für Flugzeug und Passagiere würden. Um eine Vorstellung von den Bedürfnissen zu geben, unterrichtet un-s PAZ, die die Anlagen für den Brennstoff gebaut hat, ihn den Flugzeugen liefert und sie, mit Sonderanlagen, füllt: Das Düsenflugzeug Boeing 707, das neben Caravelle, Electra und Comet IV in Lod erscheinen soll, trägt 80.000 Liter Brennstoff, ein Quantum, wie es 1.600 Tankautos enthalten. Folgende Daten treffen für das Caravelle- Flugzeug der Air France zu, die wir vor unseren Augen ,,geparkt” sahen: Die Flügellänge beträgt 34 Meter, das Flugzeug selbst ist 32 Meter lang. Seine Tanks, in Rohren, die in den Flügeln sitzen, haben ein Volumen von 18.500 1. Es braucht eine Startbahn von 1.700 Meter, einen Landeweg von 1.000 Meter. Mit 80 Passagieren kann es eine Fluggeschwindigkeit von 800 km entwikkeln. Es tankt 700 Liter in der Minute. Wie wird die enorme Brennstoffspeisung vollzogen? Es geht nicht mehr an, die immensen Quantitäten wie früher mit Tankwagen ans Flugzeug zu bringen. Man stelle sich vor: Das moderne El Al-Flugzeuge benötigt 30 Tonnen Brennstoff, 1 die oben erwähnte Boeing 80 Tonnen. Je nach dem Typ der Maschine muss sie mit einem 100-Oktan, 115-Oktanbrennstoff oder dem Aviation Turiben-Fuel gespeist werden. Das in Spezialwagen aus Haifa gebrachte Material wird ¡n Lod in die PAZ- Anlagen gepumpt, die unter ständiger Bewachung und Kontrolle stehen, in denen sich auch die mechanischer Prozesse vollziehen, nach denen der' Brennstoff für die Benutzung des Flugzeugs einwandfrei ist. Von der An läge ziehen sich lange Roh re unter der Erde zu den diversen Landeplätzen der Flugzeuge auf dem Feld. Insgesamt gibt es vier solche Tankstellen (Hydrantenl. von denen jede rechts und links je einen Anschluss an die drei Rohre hat, die die drei Arten des Brennstoffes zuleiten. Eine Maschine fährt vor, wird einerseits an das unterirdische Rohr angeschlossen, andererseits an den Flugzeugflügel, der die Flugzeugtanks enthält, und unter genauer Kontrolle mit feinsten Instrumenten wird die Füllung des vorher noch einmal geprüften Brennstoff* vorgenommen. Die Anlage ermöglicht eine Füllung von 2.000 Liter in der Minute. Das grösste Flugzeug kann so in 20 Minuten mit dem nötigen Brennstoff gespeist werden. Im Jahre 1957 wurde mit dem Bau der neuen Anlagen begonnen, doch müssen immer wieder Verbesserungen erfolgen, sodass des Bauens eigentlich nie ein Ende ist. Gegenwärtig werden im Monat etwa 2 Millionen Liter in Lod getankt. Das wird verständlich, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass in der Woche durchschnittlich 50 Ein- und Abflüge erfolgen (mit durchschnittlich 2.500 Passagieren). In die Anlagen wurden bisher etwa 400.000 IL investiert. Aber, wiegesagt, erfordert die neue, rapide Entwicklung stetigen Weiterbau. Mit der jetzigen Hydrantenanlage durch die PAZ ist der Flugplatz in Lod zu einem dem fortschrittlichsten in dev Welt geworden, und der weitere Ausbau wild gestatten, dass auch grössere und noch modernere Typen, wenn sie in -Dienst gestellt wer den, Lod unbesorgt anfliegen. Wir waren Zeugen dieses „Tidluk” (Brennstoff - Füllung) der französischen Caravellen, der sioh mit solcher Geschwindigkeit vollzog, dass die Maschine 15 Minuten vor dem planmässigen Abflug startbereit war. Alle 50 Passagiers hatten Platz genommen. Das Signal wurde gegeben, plötzi.ch erscholl ein schrilles Pfeifgeräusch, dem ein donnerndes Grollen folgte. Aus den Düsen puffte es, die Luft dahinter geriet ins Zittern. Das Pfeifen liess nach, schwoll wieder an, und plötzlien sauste die Maschine los, raste über das Rollfeld, die Nase hob sich lächerlich in die Iuft; einen Rauchschweif hinter sich lassend, war in Ulm. — Drei ehemalige Sekretärinnen der früheren Gestapo-Stelle in Tilsit sind vom Landgericht Ulm von der Anklage des Meineids freigesprochen worden. Die drei hatten im Juni 1958 vor dem Schwurgericht in dem Prozess gegen frühere Angehörige der Gestapo und des Sicherheitsdienstes in Tilsit wegen Massenerschiessungen von Juden als Zeugen unter Eid ausgesagt, sie hätten während ihrer jehrelangen Tätigkeit bei der Gestapo niemals bemerkt, dass dort sogenannte „verschärfte Vernehmungen’'' vorgenommen worden seien. Nach anderen Zeugenaussagen war es jedoch sehr häufig vorgekommen, dass Beschuldigte weniger als einer Minute das Flugzeug unseren Blicken im Himmel entschwunden. Vier Stunden später wird es in Rom landen. Es wird wieder nach Lod kommen; denn Lod ist jetzt für diese Flug zeuge gewappnet.!>ei den Verhören schwer misshandelt wurden. Mehrere ehemalige Angehörige der Tilsiter Gest, po berichteten jetzt, dass Verhaftete im Keller mit einem Ochsenziemer so geschlagen worden seien, dass man ihr Geschrei bis unter das Dach des Gebäudes vernommen habe. Der Staatsanwalt oezeichnete es auf Grund dieser Aussage als „völlig widersinnig und unglaubwürdig”, das diese Vorgänge ausgerechnet den drei Angeklagten verborgen geblieben seien. Sein Strafantrag lautete auf je elf Monate Gefängnis. Zur Begründung des Freispruchs erklärte der Vorsitzende der Strafkammer, die Behauptung der Frauen, s e hätten von den Misshandlungen nichts erfahren und bemerkt, habe man trotz erheblicher Verdachtsmomente nicht mit letzter Sicherheit widerlegen können, weil ein Augenschein an Ort und Stelle nicht möglich sei. — (AWZ) Wir freuen uns, die glückliche Geburt unserer YVONNE ESTER FANNY mitzuteilen. Ruth und Willi Dokow Dani, Susy, Mönica 12. März 1960 Zapiola 1741 Unserer geliebten Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter, Frau LAURA EPSTEIN (fr. Barcelona) gratulieren herzlichst zum 75. GEBURTSTAG! ihre Kinder und Enkelkinder Empfang am Sonntag, den 20. März, von 17 bis 20 Uhr in Giribone 1372, dto. B. Der Tag des „Südamerikanischen Judentums” wird in Israel vom 27. März bis zum 9. April 1960 gefeiert werden Die Touristen aus Südamerika, die sich zu dieser Zeit in Israel befinden, werden vom Präsidenten Ben Zwi empfangen werden Auf Initiative der lateinamerikanischen Olim in Israel und der israelischen . Exekutive des Jüdischen Weltkongresses wurde beschlossen, in der Medinat Israel den „Tag des südamerikanischen Judentums” zu feiern. Dieser Tag wird der Höhepunkt einer Reihe von Feiern sein, die die Bedeutung des südamerikanischen Judentums als solches und in seiner Beziehung zu Israel betonen sollen. Die Touristen, die während dieser Zeit in Israel ankommen oder sioh zwischen dem 27. März und dem 9. April schon in Israel aufhalten, werden durch besondere Feiern geehrt und auch vom Staatspräsidenten aufgenommen werden. 27. März 1960: Ausstellung: Jüdische Erziehungsanstalten in Südamerika, die auch in den Schulen gezeigt werden wird. — In den Schulen in Israel werden Filme über das Leben in den Kehillot in Südamerika gezeigt wer- \ den. — Der israelische Wochenschaufilm, der in allen Kinos der Medinat vorgeführt wird, wird den Tag des südamerikanischen Judentums zeigen. 29. März 1960,- Kongress der Jugenderzieher: Stellungnahme zu den Problemen des südamerikanischen Judentums. 30. März 1960: Treffen der Olim aus Südamerika, die in Kibbuzim wohnen. Das Treffen findet in einem Kibbuz statt. 31. März 1960: Empfang durch den Präsidenten Ben Zwi. Die Ansprache des Präsidenten wird durch den Staatsrundfunk „Kol Israel” übertragen werden. — Feier in Jerusalem zu Ehren der jüdischen Literatur in Südamerika. 1. April i960: Sendung des Staatsrundfunks „Kol Israel” über das südamerikanische Judentum, der Jugend gewidmet. — Feier der Olim aus Südamerika in der Habima in Tel Aviv. 1. und 2. April 1960: Oeffentliche Versammlungen im ganzen Lande. 2 April I960: Festabend in Haifa zu Ehren der jüdischen Literatur in Südamerika 4. April i960: Der Staatsrundfunk „Kol Israel” bringt ein Hörspiel „Fragen und Antworten über die jüdische Literatur in Südamerika.” 5’ Apr*ii19S°! Fe'er in Tel Aviv zu Ehren der jüdischen Literatur in Südamerika. ... A1!e Veranstaltungen und Feiern werden in Israel durch die Föderation der sudamerikanischen Olim durchgeführt. Deshalb müssen sich alle Toursten, die sich in dieser Zeit in Israel aufhalten, an diesen Feiern auch beteiligen. Alle Informationen werden jederzeit im Büro der Zionistischen Organisation in Argentinien 'Anf Ail'eS erteÜt- Aüe Daten über die Ankunft der Touristen u ci ihren Aufenthaltsort in Israel werden sofort schnellstens an die Föderation ' um weitergeleitet werden, die eich weiternd /

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