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Jüdische Wochenschau · 1960-03-11 · 1760 (11.3.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1760 (11.3.1960)
Date
1960-03-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Viernes, 11 de Marzo de 13S0 LA SEMANA ISBAKLITA Año XXI. No. 17M Gedanken zu Purim Zu Prof. David Hoffmann, dem ehrwürdigen und gelehrten Rektor des Berliner Rabbine.jeminars, kam einmal einer seiner Schüler, um sich darüber zu beklagen, dass er habe mitanhören müssen, wie der als nationalistisch und antisemitisch bekannte Germanist der Berliner Universität Prof. Gustav Roethe, die Estherrolle als ..eine der unerfreulichsten Schriften der Weltliteratur” bezeichnete. ,.Nehmen Sie dies nicht tragisch”, erwiderte milde lächelnd David Hoffmann_ „denn, wer Esther nicht mag. zeigt damit deutlich, dass er ein echter Haman ist.” In der Tat hat es nicht an scharfer Kritik an Megillat Esther, der Purimlektüre, gefehlt. Man sprach auf nichtjüdischer Seite häufig von .nationalem Fanatismus’, von ,,Hass gegenüber den heidnischen Völkern“, in de- I«n Mitte man wohnte. Wir Einwanderung von Akademikern London. — Insgesamt 276 Akademiker sind im Jahre 1959 mit Hilfe der Jewish Agency aus westlichen Ländern eingewandert. Aus Grossbritannien kamen hiervon 100, aus den USA 70, aus Lateinamerika 55 und 51 aus anderen Ländern. In der Mehrzahl handelt es sich um Lehrer, Ingenieure und Aerzte. (ITA) Juden fühlen jedoch auch hfeute noch — und vielleicht mehr als je zuvor —, dass die Estherrolle aus prophetischem Geist heraus für alle nachfolgenden Generationen verfasst worden ist, und dass die liebliche Gestalt der jüdischen Königin auf dem persischen Thron nichts von dem Zauber eingebüsst hat, den sie für die gesamte jüdische Diaspora - Geschichte besass. Die Worte, mit denen Esther ihren Pflegevater Mordechai entlässt, der sie um einen entscheidenden Schritt zur Rettung ihres Volkes beim König ersucht hatte, diese Mahnung, alle Juden zu einigen und sie, die Königin, auf ihrem gefahrvollen Wege zur Audienz durch Fasten und Beten symbolisch zu begleiten, diese Worte könnten in unserer Zeit niedergeschrieben worden sein. Unsere Generation kennt wie kaum eine frühere die relative Sicherheit jüdischen Lebens und Besitzes und ist sich darüber im klaren, dass kein noch so grossartiger Palast und .reine noch so hohe soziale Position vor Rache und Hass des jeweiligen „Haman” zu schützen vermag, und dass nur ein um und mit Israel geeintes jüdisches Volk in der Welt mit immer wieder auf tauchenden judenfeindlichen Bestrebungen fertig zu werden in dex Lage sein dürfte. Da im 9. Kapitel der Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ 2 Bde. Kl. 89, I, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr, Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschung der antiken Geschichte und ganz besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Fvpjde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, 4er sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser, Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 8?, VI, 429 -f VIII, 595 Seiten (ca. 2.046 Spalten} — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geb. und auf holzfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 8?, 695 Seiten, 2 Karten aul holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 Estherrolle von der Rache gesprochen wird, welche die Juden nach ihrer Befreiung an ihren Feinden nahmen, nimmt man dies zum Vorwand, um uns rachsüchtig und von Vergeltungsdrang beseelt zu nennen? Natürlich übersieht man dabei die gleichfalls vorhandene Berichterstattung: „Nach den Tagen, an denen die Juden zur Ruhe gekommen waren vor ihren Feinden, und rach dem Monat, in dem ihre Schmerzen sich in Freude gewandelt hatten, schufen sie sich Tage des Festmahls und der Freude, an denen einer dem anderen Geschenke machte und Gaben an die Armen verteilte.” Es ist der letzte Sinn von Purim, den Gedanken, in uns zu festigen, dass keine Situation so ausweglos wer den könnte, als dass nicht ein Umschwung im Augenblick der höchsten Gefahr möglich wäre. Ade jüdischen Hoffnungen auf die Zukunft wären sinnlos, wenn wir mehr die Kraft besässen. zu glauten, dass letzten Endes unsere Feinde niemals triumphieren würden, dass die Mächte des Bösen eines Tages endgültig weichen müssten vor dem ewigen, göttlichen, Geiste, dessen Licht wie ein Symbol in den Häusern der persischen Juden aufleuchtete, als Haman und seine Ratgeber vernichtet waren. Purim steht im Zeichen und im Glanze dieses jüdischen Wunderglaubens, der nichts mit Fanatismus und nichts mit Rachsucht gemein hat, sondern aus den tiefsten Quellen der menschlichen Seele schöpft. Curt Wilk DIE EREIGNISSE DER WOCHE lOOjährlges Bestehen der jüdischen Gemeinschaft in Argentinien Der Präsident der Kehilla. D. Emilio Gutkin, berief eine Pressekonferenz, um über die Gründung eines Comités zur Feier des lOOjährigen Bestehens der jüdischen Gemeinschaft in Argentinien zu berichten. Herr Gutkin ist kürzlich von einer Reise zur Tagung der Claims Conference in Holland und nach Israel zurückgekehrt. Er gab bekannt, dass die Vorarbeiten zu den geplanten Festlichkeiten schon lange im Gange sind und man jetzt zur Proklamierung des „Jahres der 100 Jahre jüdische Gemeinschaft in Argentinien” schreiten werde. Das Comité setzt sich aus folgenden Organisationen zusammen: DAIA, Congregación Israelita, Kehilla von Buenos Aires und Verband jüdischer Gemeinden in Argentinien. Die Proklamierung des Festjahres soll in den Provinzen bereits am 19. und 20. ds. Mts. stattfinden, für Buenos Aires, jedoch am Mittwoch, den 23. März, da die Kehilla Dr. Nachum Goldmann als Ehrengast eingeladen hat und dieser nicht früher in Argentinien eintreffen kann. Neben jüdischen Organisationen wurden ebenfalls argentinische Institu- IFT Der künstlerische Leiter des Teatro El Galpón aus Montevideo, Señor Atahualpa del Cioppo, wurde für die neue Spielzeit des IFT engagiert und befindet sich bereits in Buenos Aires. tionen und die argentinische Presse eingeladen. In allen Kehlllot des Landes sollen Feiern und Gottesdienste abgehalten und Ausstellungen „100 Jahre jüdisches Leben in Argentinien” veranstaltet werden. Die Kehilla beabsichtigt, ein Buch über das Werden und Wirken der jüdischen Gemeinschaft in Argentinien her auszugeben und hat Herrn Senderey beauftragt, dieses Unternehmen zu leiten. Dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Argentinien sind 120 Kehillot angeschlossen, deren Zahl man im Laufe der Feiern noch zu vergrössern hofft. Abhaltung von Kongressen In diesem. Jahr ist noch die Abhaltung von drei Kongressen geplant, zu denen auch Einladungen an die Vertreter lateinamerikanischer Kehillot ergangen sind. Der erste Kongress wird vom Vaad Hachinuch einbe? rufen und Fragen der jüdischen Erziehung behandeln. Der zweite Kongress ist der der jüdischen Jugend, der sich mit Fragen der engeren Mitarbeit der Jugend in den Institutionen und ihrer erweiterte Teilnahme an Aufgaben des Aufbaus von Israel beschäftigen wird. Schliesslich soll noch über die Erfassung aller Jugendlichen, die noch nicht an der Jugend- oder Gemeindearbeit teilnehmen, beraten werden. Der dritte Kongress wird von der Kehilla unter Leitung des Vaad Hakehillot veranstaltet. An ihm werden sich Vertreter aller lateinamerikanischen Kehillot, sowie Vertreter aus Israel und. Europa beteiligen. Dieser Kongress soll von Israels Premierminister David Bea Gurion eröffnet werden, den Herr Gutkin persönlich eingeladen hat und der sein Erscheinen zusagte. Im Rahmen der Arbeiten ist auch eine Statistik über die Zahl der in Argentinien lebenden Juden, ihre soziale Schichtung u. ä. vorgesehen. Bei der dem Bericht folgenden Diskussion bemerkte der bekannte jüdische Historiker Mordechai Bernstein, es sei nicht mehr möglich, aus allen diesen Vorhaben bestimmte Sektoren der jüdischen Gemeinschaft so z. B. den sefardischen und den deutschsprechenden, auszuschliessen, wie es leider bisher des öfteren d^r Fall gewesen ist, zumal diese beiden Sektoren viel zum Aufbau des jüdischen Lebens in Argentinien beieetragen haben. Wenn die Arbeiten über das jüdische Leben in Argentinien objektiv geschildert werden sollten, so müssten alle Sektoren erfasst werden, um ein möglichst wahrheitsgetreues Bi’d der Entwicklung zu gewährleisten. Golden Age Club im eigenen Heim Die dynamische Präsidentin der argentinischen jüdischen Damenvereinigung, die vor kurzer Zeit die Initiative zur Gründung des Golden Age Clubs nach nordamerikanischem Muster ergriffen hatte, welcher hier bald viele begeisterte Anhänger unter den alten Herr- (Fortsetzung auf Seite 5» JAIME LÄUFER RUTH-UTI LÄUFER geb. Beissinger VERMAEHLTE 20. März 1960 Asunción del Paraguay José Berges 1001 j uu-jTmnnrr r rri—i—.».m«— wwTi,l«nnnfWivv^*,M,*M*‘‘t‘"M**>*****>*****wl***ww**M*>*M,,MWwK’< Für die uns anlässlich unserer VERMAEHLUNG in so reichem Masse erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst. Arno Rosenblatt und Frau Lea geb. Herstic Florida FCNGBM Esmeralda 3582 Die glückliche Geburt ihres Töchterchens E Y E L I N A zeigen hocherfreut an OSCAR VILLA und Frau ELENA geb. WOLFF den 9. März 19S0 Obligaao 2368, pl. baj Meinen lieben Freunden Dr. HARDI und EYA SWARSENSKY rufen wir zu ihrer SILBERHOCHZEIT am Schabbat Sachor herzlich 3TO 7ÏÛ zu. Rabb. Dr. MEIR ROSENBERG und Familie uuinr ~r~r Tn—ijuuuuinjirumnnnrrinrinnn*,~~*,*^*^*^'***‘******^***>**>*‘*****‘‘"**‘‘*a*>**‘ .. Unseren geliebten Eltern und Grosseitem HERMANN und LOTTE GLÜCKIN geb. SACHSMANN die herzlichsten Glückwünsche zu ihrer GOLDENEN HOCHZEIT am 10. März. Kinder und Enkelkinder Washington 2205 z. Zt. auf Reisen n" n Die Geburt ihrer Tochter DINA YVONNE zeigen hocherfreut an: RODOLFO JACOBI und Frau RUTH geb. TAUBER Buenos Aires, Schabath T'ruma 5720 Echeverría 2502 Die BARMIZWA. unseres Sohnes ALEJANDRO ERNESTO findet s.G.w. am Sonnabend, den 19. März 1960, um 9 Uhr, in der Synagoge Larrazabal 1254 statt. Herbert Gottschalk und Frau Juliane geb. Bär Pizarro 7182 Empfang am gleichen Tage in Larrazabal 1254 von 17 bis 19 Uhr. —jinnrnnnfmryinnnnnnnnnrLnnrinrin—ri—————.* Guillermo Wiener und Frau Bettina, geb. Benda erlauben sich bekanntzugeben, dass die BARMIZWAH ihres Sohnes JUAN LUIS am Samstag, den 19. März I960, im Tempel der Nueva Comunidad Israelita, Arcos 2319, stattfinden wird. Zuhause: Perú 457, p. b. G., von 17—19 Uhr.

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