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Jüdische Wochenschau · 1960-03-11 · 1760 (11.3.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1760 (11.3.1960)
Date
1960-03-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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r 2 — Viernes, 11 de Marzo de I960 la semana israelita Año XXI. No. 1760 CHANUKKA UND PURIM (Schluss von Seite 1) gleich: „"Wenn Du schweigst in solcher Zeit, wird den Judäern Hilfe und Rettung ers‘ ' *n von einem anderen Cr. . er, aber du und dein Vaterhaus, ihr werdet umkommen. Und wer weiss, ob du in einer solchen Zeit noch Königin sein wirst-’... i Sicherlich wusste Mordechai damals noch nicht, dass er die eheinen Gesetze unserer Galutgeschichte bereits zu deren Beginn für lange Zeit treffend und trefflich formulierte. Haman richtete sein Attentat gegen die materielle Existenz des jüdischen Volkes. Hierin liegt der grosse Unterschied zwischen Chanukka und Purim, die doch beide zwei Feste sind, die den Triumph des siegreichen jüdischen Volkes über seine Gegner seit altersher bewahren. Aber Chanukka ist das Fest des Geistes und der Entschlossenheit eines Volkes, sein geistiges Erbe mit 4er Waffe in der Hand zu verteidigen. Chanukka ist der stete Appell an ein leidendes und verfolgtes Volk, sich nicht als schweigende Märtyrer zu opfern, sondern sich zur Wehr zu setzen, um gegen den Feind zu bestehen, weil die Ausrottung der jüdischen Bevölkerung zum Untergang des jüdischen Geistes führen muss, dessen Träger und Künder erhalten bleiben soll, damit das Gesetz geübt und die jüdische Lehre von Geschlecht zu Geschlecht bewahrt werden kann. Ohne den jüdischen Menschen kann es kein Judentum geben. Deswegen steht am Anfang der Chanukka- Geschichte, die doch beweisen soll, dass nicht durch Macht, sondern durch Geist die Welt regiert werden muss, eine mutige Tat des Priesters Matitjahu, der nicht darüber debattiert, welchen Charakter sein Kampf, seine Empörung, seine Rebellion gegen das fremde Gesetz eines fremden Königs haben würde, sondern der den jüdischen Verräter richtet, der durch seinen Verrat die Grundlagen des jüdischen Lebens zerstört. Es gibt manche Beziehungen zwischen der Geschichte der Königin Ester und derjenigen der Makkabäer. Man nimmt an, dass das Buch Ester in der Makkabäerzeit entstanden ist, um den Juden Mut zuzusprechen, sie Dr. FREY Abogado PUEYRREDON 21M 17 isq. nachm. 16—16 Uhr REAL PEN I! Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 TE. 49*5860 J. Liebling FOURNIERS — SPERRMOELZZR DIAZ VELEZ 5224 il 4» T. TL 4X-2S42/2642 y WÊ1 zum Widerstand anzuhalten und ihnen zu sagen, dass der Schwächere über den Mächtigen triumphieren kann, wenn seine Sache der Gerechtigkeit dient, wenn er selbst entschlossen ist, für sein Leben und seine Ueberzeugung, für sein Volk und seinen Glauben einzutreten. Wenn man das Buch Ester liest, dann wird auffallen, dass diese Erzählung der eigentliche religiöse Charakter abgeht. Nirgends wird von einem Kampf um die Erhaltung des Gesetzes oder von der Erfüllung der Gebote gesprochen. Nur vom Mordechai wird gesagt, dass or ein frommer Mann gewesen sei. Die Rolle Ester enthält nicht an einer einzigen Stelle den Hinweis oder das Wort ..Gott-’. In dieser Hinsicht steht es einzigartig im Kanon der Bibel. Es enthält nur die Weisung, dass unser Volk Jahr um Jahr der wundersamen Errettung der persischen Galutjuden aus der Hand ihres Feindes Haman gedenken solle, eine Auffor- ’rung an die künftigen Geschlechter, die von ihnen mit unbedingter Treue und starkem Glauben erfüllt worden ist. In früheren Zeiten als denen des Königs Xerxes sind Religionsverfolgungen nicht bekannt, worauf unsere Historiker hingewiesen haben. Wenn man aber die Geschichte der Königin Ester liest, kann man nicht mit Gewissheit den Schluss ziehen, dass es sich damals um eine „echte” Religionsverfolgung gehandelt haben würde. Dies mag auch daran liegen, dass es nicht möglich ist, das Judentum als eine „Religion” im Wortsinne dieses Begriffes aufzufas- 9en. Bei uns Juden war und ist auch nicht heute der Begriff „Jude” in nationale und religiöse Bestandteile aufzuteilen, wie dies in einer viel späteren Epoche versucht worden ist. Man kann nicht ein nur religiöser Jude sein, ohne sieh gleichzeitig zum jüdischeu Volk als einer nationalen Einheit zu bekennen. Hier zeigt sich aber zunächst der gewaltige Gegensatz zwischen dem Chanukka und dem Purim, denn den nationalen Charakter des Kampfes der Makkabäer um den Bestand des Volkes zu leugnen, würde bedeuten, den Versuch einer durchsichtigen! Geschichtsfälschung zu machen oder aber würde von absoluter Unkenntnis der wahren historischen Zusammenhänge zeugen. Das heisst nicht, dass die Makkabäer nur um ihre nationale Freiheit gekämpft hätten. Für sie gab es die Judith Schenkolewski Kultus* tickereten Schab boadecken - Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Tascben . Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 256» T. TL 76-6155 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos tud unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSERN GESCHAEFTEN Montevideo 171, A SL T. E. 46-4267 y 72.7244 Trennung in ein nationales und in ein religiöses Judentum nicht. Diese Trennung war selbst für die damaligen Assimilanten nicht vorhanden. Uebrigens war die Zeit der Makkabäer eines der wenigen Zeitalter, in aem die Priester ihre Mission darin sahen, das religiöse Gesetz zu erschüttern, womit sie als frühe Vorläufer mancher Protest- und Reformrabbiner unserer Tage angesehen werden müssen. Die Geschichte hat über die jüdischen Gegner der Hasmonäer geurteilt, wie sie bereits ihre Meinung über ihre Epigonen gefällt hat. Die Rolle Ester spricht von den Judäern, die in den vielen Provinzen des persischen Königs lebten. Sie sagt nichts von den Anhängern eines differenten Glaubes. Haman sagte zum König: „Da ist ein Volk, zerstreut und versprengt unter die Völker, durch alle Landschaften deines Königreiches, deren Gesetze unterschieden sind von denen der anderen Völker..— Haman wandte sich gegen das Volk unter den anderen Völkern. Der Begriff einer Religions- und Glaubensgemeinschaft war ihm fremd, war der damaligen Zeit nicht bekannt. Er meinte auch nicht eine Religionsgemeinschaft, sondern ein Volk, wie sich spätere Antisemiten gegen das jüdische Volk und nicht gegen die jüdische Religionsgemeinschaft gerichtet haben mit der Ausnahme der grossen Begegnung und Auseinandersetzung des Judentums mit der Kirche und in beschränktem Umfang mit dem Islam. Aber gerade dieses kirchliche Beispiel ist lehrreich und für ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge wichtig. Denn überall dort, wo Juden dem Wunsche der Kirche nachgekom- Ernennung für Arie Eshel Jerusalem. — Arie Eshel, der israelische Exbotschafter in Uruguay, ist zum Mitglied der israelischen Delegation vor den UN mit Ministerrang ernannt worden. Eshel wird sich in lateinamerikanisrhen Fragen spezialisieren. (ITA) Dr. B.Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2226 — 52-2214 RAYOS X PARADENTOSE N; TELEF. VORANMELDUNG men sind, und den christlichen Glauben angenommen haben, hörten sie nicht nur auf, „Anhänger einer besonderen Religionsgemeinschaft-’ zu sein sondern hörten auf. Juden zu sein. Was beweist klarer, dass Judentum und jüdisches Volkstum, das religiöse und nationale Judesein eine untrennbare Einheit ist. Die persische Galut mit ihren assimilierten Juden, die fremde Namen anlegten, war trotz ihrer Angleichung eine nationale, eine volkliche Einheit, ein Splitter des jüdischen Volkes. Erst die besonderen Umstände der Epoche der Aufklärung und der bürgerlichen Revolution mit ihrer Postulaten. von der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hat Juden spezifischer Auffassungen zu einer künstlichen Trennung von nationalem ud religiösem Judentum gezwungen. Dass die Juden selbst noch im Eingang dieser Zeitwende eine besondere Volksgruppe darstellten, kann nicht zweifelhaft sein. Moses Mendelssohn ist niemals auf die Idee gekommen, den besonderen nationalen Charakter des jüdischen Volkes abzustreiten. Die Vollstrecker der Französischen Revolution verlangten die Freiheit des Individuums, lehnten aber die Befreiung des jüdischen Volkes als einer Einheit ab. Die Juden sollten als Menschen alle Bürgerrechte gemessen, als Volk dagegen nicht. Auf dieser Linie versuchte später Napoleon durch die Einberufung des ,Synhedri ms* NERVEN, u. GEMUETS- KRANKHE1TEN Dr. M. J. Kuhn RIVADAVIA 3625, 3» T. TL 42-7524 Mont., Mittwoch, Freitag 17—19 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten CONDE 2318 T. E. 76 7533 BOMBONERIA ELCA PAMPA 2857 TägL frisch aut eig. Hersihellung BOMBONES m4 andere Spesialitäten jetzt in verbesserter feiner Qualität Es wird ins Hans geliefert. Rufen Bf# an: T. E. 76-3422 Inhaberin! AUGUSTA X. da SCHREINER Conde 2020 76.0286 Servicios de lunch de categoría die Lebensgrundlagen der jüdischen Volksgemeinschaft zu zerschlagen: „Die juden sind als eine Nation und nicht als eine Sekte zu betrachten.” — De: kluge Kaiser wusste, das? er mit diesem Angriff die assimüationslustigen Juden zur Aufgabe ihrer jüdischen Position gewinnen und verlocken würde. Deswegen wurde der Kampf gegen den nationalen Bestand des Judentums in erster Linie nicht von äusseren Feinden geführt, sor dem von den jüdischen Notabein, die sich auf diesem Wege ihr Entreebillet für Europa erkauften. Am Ende dieser Entwicklung standen die Massentaufen, die Mischehen und die innere Erschütterung der westeuropäischen Galut. Aber zur Ueberraschung aller Kreise blieben die Massen trotz ihrer Assimilierung treue Anhänger des Judentums, als Träger des alten Glaubens und bewusste Söhne ihres jüdischen Volkes. So beweisen Chanukka und Purim trotz ihres verschiedenartigen Charakters und Inhaltes die Einheit des Judentums, die Geschlossenheit des jüdischen Menschen, die Treue zum Glauben und zur grossen jüdischen Aufgabe unter den Völkern ebenso wie stete Bereitschaft,, trotz aller Anfeindungen von innen und von aussen das jüdische Volk zu verteidigen und an seiner Zukunft zu arbeiten. Matitjahu und seine Söhne haben die inneren Feinde la Semana Israelita Bisemanano: apar ace ios Martes y Vieroea Editado por Estrellas Editorial Ltda Verán twcrtiich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredon ¿190 D izq T E 83-2613 Aoono-Preise: Argentinien. $ 60.— pro Quartal eliminiert, indem sie die ¡fremden Truppen verjagten, ■ Mordechai und Ester haben j den äusseren Gegner über- | wunden und damit gezeigt, | dass Galutschicksal zwar immer von den gleichen Problemen bestimmt und von den gleichen Gefahren bedroht ist, dann aber glücklich überwunden werden kann, wenn diejenigen, die hierzu die Möglichkeiten und die Macht haben entschlossen und mutig, unbedingt und stolz als Juden für ihr Volk eintreten. Staatliche Subventionen New York. — Die USA- Regierung subventionierte die newyorker Jeshiwa University mit drei Zuwendungen von insgesamt 46.000 Dollar zur Förderung der Forschungsarbeit an dieser Hochschule. (AWZ) Dr. DARIO COHEN CIRUGIA — SEÑORAS Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicitar hora YARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 7. 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