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Jüdische Wochenschau · 1960-03-04 · 1758 (4.3.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1758 (4.3.1960)
Date
1960-03-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Tiennes. 4 de Märzo de 1960 L h SEMANA ISRAELITA Año XXI. — N®. 1738 — 5 Das Geschlecht der Sabres „In Israel hat es das Ziel der Erzieher zu sein, eine furchtlose, allen Strapazen und jeder unvorhergesehenen Schwierigkeit gewachsene Jugend heranzubilden — und so wird in den Schulen nach freiheitlicheren Grundsätzen unterrichtet, als es Lehrer mit Erfahrungen in England und den meisten anderen westlichen Ländern gewohnt sind/' Ich las es in einer von der ..Patwa” in englischer Sprache unter dem Titel ,.Unterricht in Israel”, herausgegebenen Broschüre — und ich muss sagen: obwohl ich im mittleren Westen der USA an einer Hochschule unterrichtet hatte, in der auf „Formvorschriften” im Verkehr der Lehrer mit den Schülern wahrhaftig wenig Wert gelegt wurde, verwirrte mich die Formlosigkeit meiner Studenten an d;r Hebräischen Universität zunächst tatsächlich nicht wenig. Hing es vielmehr damit zusammen, dass ich ihnen Unterricht in der englischen Sprache gab, gegen die der typische Sabre angeblich tief in seinem Unterbewusstsein liegende seelische Widerstände hat? Die meisten meiner Studenten waren etwa 22 Jahre alt und hatten als Kinder also noch die letzte Zeitder Mandatsherrschaft in Palästina miterlebt. Aber das Interessanteste ist, dass sieh die Zusammenschlüsse mit den Engländern von damals in ihrem Gedächtnisbild verschoben haben. Etwa- So> — ihnen schwebt jene Zeit heute eher als ein grosses, aufregend heroisches Abenteuer vor. Infolgedessen boykottieren sie die englische Sprache, soweit sie es unterbewusst überhaupt tun, nicht etwa aus irgendeinem negativen Affekt; sie nahmen diesen Unterricht vielmehr auf die leichte Achsel, weil sie sich in der Erinnerung an damals den Engländern einfach überlegen fühlen. und damit auch der englischen Sprache. aus dem die Eltern meiner Studenten einmal gekommen j waren, ihre Umwelt ausserhalb des Staates Israel, war MANGEL AN TRADITION* | zumeist, keine freundliche Ich glaube, dann mehr oder minder in die Mentalität dieser Jugend ein gedrungen zu sein. Was ihrer geistigen Reifung am bedenklichsten enrgegensteht, ist der Mangel einer Tradition von Selbstzucht, und' damit der Mangel auch einer Duldsamkeit, die den jungen- Menschen für Neues; Ungewohntes aufnahmebereit macht, Män stellt! einem von ihnen eine Frage iii der Klasse, undschon wird: der Lehrer von zehn anderen mit Antworten „beschossen’’, von denen die Hälfte nicht stimmt. Aber war würde diese jungen Leute deshalb tadeln? Man hatihnen von Kindes-' beinen an beigebracht, dass siesieh unkonventionell, ohne die taerühmtbn: „Htemmung” zu verhalten hätten), und dafür spricht natürlich sehr viel: Dennoch führt diese ihre- Ungebundenheit zu einer Schroffheit, die sich: manchmal als Mangel an. Feinfühligkeit nicht nur im gesellschaftlichen Leben [nachteilig auswirkt, sondern? auch schulerzieherisch. Indem er solbtte Mängel’ zu verteidigen suchte, erklärte mir einer meiner Studenten a'bhselzuckendt „Sehen Sie, Mr. Levine, das hier ist unser Land, und dtefaalb sind wir der Mfeinung; dass uns niemand vorzuschreiben hat, wie wir. unsbenehmen müssen...” ONHE AUSREICHENDE AUTOHITAET Ja, soll man daraus schlussfolgern, dass der Fehler nicht bei den Kindern liegt, sondern bei ihren Eltern? Oder nicht vielmehr: dass er inden Mängeln der Verhältnissebegründet sei, unten denem diese- Eltern in Israel leben? Das Milieu, j Welt gewesen, sondern eine den. Juden feindlich gesinnj.te. Von dort hatte die alte [Generation ihre Skepsis ge- ' gen jede Art einer von oben kommenden Bevormundung mitgebracht, So bleibt Lehrern; dieals- Gliete zeitweilig hier im Land unterrichten, nichts anderes übrig, als mit den Mittelndes guten Zuredens, mit Vernunftsgriindan, : an die Sabres z-u appellieren, i Nirgendwo sonst auf der! W-'elt wird1 Kindern so viel' 'nachgesehen. Dhs ist verständlich, obwohl es von {¡Naohteif ist. i In einer Gesellschaft, in der das Erziehungsziel zu [sein hat, „eine furchtlose, allen Strapazen und jeder unvorhergesehenen Schwierigkeit. gewachsene- Jugend herlanzubilden”, wie es in jener „Patw-ai’-Brosohiira heisst, ist es um die Autorität der Eltern natürlich schlecht bestellt, unddas umso mehr, als Vater und Mutter häufig,! von morgens bis abends au-; sserhalb; des- Hauses erwerbstätig sein: müssen. In den so stark politisierten Jugendbewegungen. und? als Mitglieder der halbmilitärischen Vorbereitungsgruppen erfüllen sich die jungen Menschen! mit einem Selbstbewusstsein; dhssie über das in den Pübertäte-jahren normale i Mus-s hinaus oft bis zur Ue-! berschäizung ihres eigenen- Ich steigern. THtt dazu nochjdfer Umstund,. dass sie ihre Eltern oft belächeln, etwa -weil! es in der alten- Generation mit dem Hebräischen j hopert, so kann man sich- I vorstellen, welch schwierige Pl-oblameuns Lehrern erwachsen! Hinzukommt, Shss die Klassen sowohl in den Mittelschulen wie in den höheren. Lehranstalten überfüllt u cn =c WÊÊA u Plllll :d |i£gW$jË3BL gg&'SgBirl» die bruecke zwischen um und Israel IST DIE BLAUE BUECHBEum EKL .sind, dass es am Unterrichtsmaterial fehlt, dass die Lehrer schlecht bezahlt werden und häufig nicht qualifiziert genug sind, und was dergleichen „Engpässe” des in Israel bestehenden Erziehungssystems mehr sind. Besonders Lektoren der englischen Sprache lassen eine Wirkliche Qualifizierung 'nicht selten vermissen: denn viele von ihnen kommen selber aus Ländern, in denen andere Sprachen gesprochen werden. Wenn ihre Schüler dann später Englisch mit polnischem, deutschem, rumänischem Ak'.ent sprechen, ist es kein Wuaj der. Ebensowenig kann es ■unter diesen Umständen J wunder nehmen, dass viele l'däeser Sabres. um besser Englisch z-u lernen, teuren Privatunterricht bei Leuten nehmen, die etwa einige Zeit hindurch in englisch sprechenden Ländern gelebt hatten. UND- DENNOCH, WELCHE JUGEND! Diemeisten meiner Schäler haben ihre :wei oder zweieinhalb Jahre militärischer Dienstzeit schon hinter sich. In dieser a-usge- | zeichneten Schule na-oen sie sich an eine Leoensdisaiplin' ’gewöhnt zu der der Alltag ’sogar im Bännkreis der Alma- Mater nach ihrem Eindruck in solchem Gegensatz steht, dass sich riefe Enttäuschung ihrer bemächtigt, m einer solchen Stimmung stellen sie etwa fest-, dass die Menschen rundherum nur aufs Geldverdienen bedacht sind, oder dass — ein Schlagwort, dem ieh oft o-egegret bin — „die Führerunseres Landes heute keine Idealisten meinsind.” ,Der Staat Israel”, fahren sie fort, „ist nicht mehr der Staat, der er vor elf Jahren war, als wir junge Burschen die Unabhängigkeit erkämpf: habet.; wer ist heute noch opferwillig?” Daran, geben sie manchmal.der neuen Alija schuld, die ohne zionistische Antriebe ins Landgeströmt sei,, nur, um sich vo, Verfolgungen zu retten und manchmal dfer älteren Generation, die ihren Galut-Charakter nicht abstreifen -'Inne, diesevon der Jugend nicht verstandene und mithin missachtete- Mentalität. „Und uns”,, trumpfen sie schliesslich auf, „machen es diese Alten unmöglich, am öffentlichen Leben mi-t’zuwirksen denn sie haben alle Machtpositionen. eisern in. der Hand, Nur wenn das Land wieder einmal in Gefahr sein sollte — dann müssen. wir an die Front, natürlich...” Zugleich geht durch man- Keiwlfa Der Pt-äs ident der Kehilla, Herr Emilio Gutkin, ist aus Europa und Israel' zurück-gekehrt wo er zuerst ■an den Beratungen der [Claims Conferencein Amsterdam über die Verteilung der Gelder für diesüdamerikanisehen Kehillot tailtaiim. Herr Gutkin beteiligte sich auch am Kongress derjüdischen Organisationen und vertrat den: jüdischen Gemeindeverband von Argentinien und die DAIA. Dann reiste Herr Gutkin nach Israel, woer die Kibbuzim argentinischer Olim besuchte, die von der Kehil- Ia' einen finanziellen Zuschuss erhalten, und auch die Studenten* die in Israel an> Lehrerkursen teilnehmen. Weitere Nachrichten folgen. Orden der Ehrenlegion Paris. — Der neue israelische Botschafter in Mexiko, Mordechai Schneerson, der zwei Jahrelang als Minister beamtet war, wird von der französischen- Regierung mit dem Orden der Ehrenlegion im Rang eines Kommandanten ausgezeichnet. (ITA) che Reihen dieser Jungakademiker auch dieselbe, fast metaphysisch zu nennende Lebensangst, unter der ihre Altersgenossen heute in aller Welt leiden, die zum Trauma gewordene Furcht vor der atomarischen Allzerstörung des Erdballs. Bei dien Sabres tritt dazu mitunter noch das ebenso tief ins Unterbewusstsein hinabreichende Geiüh-, dass die La- ' ge eines von so unversöhnlichen Feinden umgebenen Staates letzten Endes geradezu aussichtslos sei. Sie retten sich in das Traumgespinst . der Entpolitisierung; sie wollen „von. all dem nichts wissen” und in Frieden gelassen werden. So lernte ich den Sabre kennen. Zweifellos, an innerer Disziplin fehlt es ihm, Vorurteilen ist er leicht ausgesetzt und überkompensiert sie durch Schroffheit, die- Spuren der Unsicherheit seiner Existenz sind seinem W esen emotionell aufgeprägt. Und dennoch, wie unendlich stolz ist er auf sein ¡Land, auf sich, wie ist er stets bereit, den „Gojim” zu zeigen, dass er es besser machen kann als sie! Mag er auch ein Zyniker sein, der über die offiziellen Ideologien die- Achsel zuckt: auf dem Grunde seines Wesens liegen Ernst, Beharrungswillen und die Einsicht, dass die Zukunft der Medinat Israelvon ihm abhängt. Reift dies Geschlecht heran, wird es am Aufbau der Heimat auch unter Ve-zieht auf heldische Sensationen teilnehmen, in „treuer Dienste täglicher Bewahrung.”- C. L. I Aussagen erbeten Köln. — Bei der uv. Köl» tätigen Kriminalobermeisterin- Ingeborg Krüger handelt ■ es sich um eine ehemalige | Aufseherin in den- Konzen-; trationslägern Auschw.tz, Rävensbriick und Bergm-! B'elSen. Das geht aus d.m 1 Mitteilungsblatt des Interna- ' tionalen Auscnwitz-Comites hervor Wie das Comité weiter mi/teilt, habe es dfen Pbl&z-eipräsidenten von Köln | sofort über die Vergangenheit der Krüger untei riete 1 tet. Bis heute seien jedoch ''nicht die n öligen Konse- 1 quenzen gezogen worden. Es j’ sei kein Haftbefehl g. gen!’ die Krüger erlassen, sord’rrr j lediglich Ermittlungen ein- ■ geleitet worden. | Die ehemalige KZ-Aufseherin sei nicht einmal vom Dienst suspendiert worden. Man habe ihr lediglich die Ausübung ihrer Diens ge-! sehäfte vorläufig untersagt | Auf die Frage, wieso es möglich gewesen sei, dass j eine Frau mit dieser Ver- ¡gangenheit als Krimmalober-! meisterte eingestellt werden! könnte, sei der kölner Poli- | zeipräsident dem Auschwitz- Comité die Antwort schui- ' di g geblieben. |: Das Internationale Ausch- , witz-Comité bittet alle ehemaligen Höflinge von Auschwitz, die Aussagen über die ■ Aufseherin Krüger machenkönnen, sich unverzüglich an d'as Comité, Wien- 10, ’ Weigandhof 5* zu wenden. Dr. Rivkind gestorben; Tel Aviv. — Dr. Abraham Rivkind, ein alter Zionist und Vizedirektor der israelischen Fluglinie El Al starb nach kurzer Krankheit im Alter von 53’ Jahren. Dr. Rivkind stammte aus Lodz und hatte seit 1929 an allen Zionistenkongressen teilgemommen. Bis zum Jahre 1948war er an leitender Stelle im Keren Hajesscd tätig, bis er berufen wurde, an der ¡Schaffung, der israel'schen Fluggesellschaft mitzuwirken. (ITA) Restaurant «Paso ’ "itrr | Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 92593 Unter Aufsicht des Väad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleine» Festlichkeiten und Banketten VERLANGEN STE OFFERTE HOTEL LAC 0^3 | Río Ceballos Sierras de Córdoba I Casilla Correo 34 Inh, LEO KAHN GEOEFFNET BIS ENDE MAERZ. — ANMELDUN¬ GEN FUER PESSACH WERDEN ANGENOMMEN DAUNENDECKEN] - GARDINEN IMPORT. CHINTZ and VOILE ] BENNO DE LEVTE & R.L. j T. E. m*ISf { NUR: ECHEVERRIA 2242Í H. ROSENZWEIG TAILOR HENRY Taeamán 583. pisa I Neues Telefon: 32.0912 Grösst« Auswahl I» iap. und hinigaa Siolisa —-i-irinr

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