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Jüdische Wochenschau · 1960-02-26 · 1757 (26.2.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1757 (26.2.1960)
Date
1960-02-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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TíemeTT^ede Febrero d* I960 TrrmrrrT&TFrrrr Año XXI. — Ne. 1737 — 3 mm* Wiedersehen nach zehn ncs Aufenthaltes in Israel war ich oft erstaunt über das Tempo, in dem die Entwicklung des Jischuws vor sich geht. Niemals aber war ich so angenehm überrascht wie während meines letzten Besuches in Migdal Askalon, angesichts der Entwicklung und des Wachstums dieser im Süden de' Landes gelegenen Stadt, die sich in den 30 oder 11 Jahren des Bestehens des Staates aus einem üaufen von Ruinen in ein modernes städtisches Zentrum verwandelt hat, umgeben von ernem Gürtel hübscher Wohnviertel, deren ro. •te Ziegeldächer und grüne Gärten schon von weitem glänzen. Der Staat hatte sich noch nicht von den Wunden des Befreiungskrieges erholt, als •unter den Zehntausenden neuer Einwanderer, die je den Monat eintrafen, Gruppen fiir kleine Mittelstands- Siedlungen organisiert wurden. Einer Tages erhielt ich ■überraschend Besuch von der inzwischen verstorbenen Debora Dajen, die in ihrer geraden Art sofort auf den springenden Punkt kam. „Wir riedeln viele Neueinwanderer in verlassenen und hall zerstörten Orten an”, sagte sie zu mir, aber die Menschen, die aus den DP- Lagern in Europa direkt hierher kommen, sind nicht weniger gebrochen als die verlassenen Dörfer, in die sie geschickt werden. Sie müssen wieder aufgerichtet we'-deo, genau wie die Ortschaften, m welchen wir sie «nsiedeln. Und wer soll das machen, wenn nicht Veteranen dei Bewegung wie wir?” Pie hatte etnicht nötig, mich zu überzeugen. Ich stand auf, packte einige Sachen zusammen und nahm den erster Bus nach dem Süden. Unterwegs kamen Wh an einer ganzen Anzahl verlassener Dörfer vorbei. Als der Chauffeur „Migdal Askalon” ausrief, schaute ich aus dem Fenster und sah ein halb zerstörtes arabisches von NESSIAH AVIDOV Städtchen in Staubwolken eingehüllt In den bis zu einem gewissen Grade restaurierten Häusern lebten Neuankömmlinge aus Polen und Rumänien, die über die DP- Lager in Deutschland in die. ses Li nd gekommen waren. In einem separaten Viertel lebten einige wenige örtliche Araber konzentriert, die zurückgeblieben waren. POSTVERTEILUNG Neben der Busstation stiess ich auf viele lärmende Gruppen. Mit Schwierigkeiten bahnte ich mir einen Weg und kam an dem lokalen Vorratslager an. Auch da stand eine Gruppe von Menschen, Frauen und Kinder, deren Erscheinung und Kleidung man ansah, dass sie erst kürzlich gekommen waren. Ich hielt an, um der Un. Verhaltung einer Gruppe zuzuhören. Sie warteten auf die tägliche Postverteilung. Deborah hatte mir gesagt, meine Hauptaufgabe sei es, einen Kindergarten zu organisieren. Aber, während ich mich mit meinem Koffer in der Hand nach einer Unterkunft für mich umsah. wurde es mir bereits klar, dass erheblich mehr Aufgaben meiner harrten. Nach einigen Tagen gelang es mir, einen alten Mann zu finden, der gegen eine geringe Bezahlung die ankommenden Briefe in den Häusern verteilte. So brauchte niemand mehr ,mit Babies auf dem Arm, anzustehen, um die Post zu empfangen. Etwas später wurde auf meine Initiative ein junges Mädchen zur Ausbildung geschickt, bevor ein Postamt am Ort eröffnet wurde. Nach langwierigen Bemühungen wurde dann schliesslich wirklich ein Postamt aufgemacht, und das junge Mädchen versah den Dienst. KINDERGARTEN Am Morgen meiner Ankunft sass ich in dem Zim- AUTO . REPARATUR . WERKSTATT „BENO“ SENO HUT1CHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 220§ Jüan Schottlaender Vanisfaanrngmi jeder Ar! — JUNCAL 2170 T. E.: 82-1732 mer des Ortsvorstandes, um alle Kinder im Kindergartenalter einzutragen. loh machte so die Bekanntschaft der Eltern und erfuhr von den lokalen Problemen, mit denen ich mich zu befassen haben würde. Etwa 60 Kinder wurden eingeschrieben. Man hatte mir gesagt, dass das Gebäude für den Kindergarten fertiggestellt sei. Aber als ich hinkam, um nach dem Rechten zu sehen, fand ich eine Menge Schutt, der weggeräumt werden musste. Auch das Innere des Hauses war noch nicht so weit aufgeräumt, um einen Kindergarten darin unterzubringen. So machte ich mich an die Arbeit. Mit Unterstützung einiger freiwilliger Helfer begann ich. den Platz aufzuräumen und ihn von Schutt und Schmutz zu säubern. Dann erhielt ich Tische und Stühle vom Vorstand des „Vereins der arbeitender, Frauen”, und die Behörde, die das zurückgelassene Eigentum verwaltete, stellte uns einige Schränke sowie einen Küchen tisch zur Ver fügung. Ich fertigte einige Regale aus Bettern an. Auch Spielsachen und eine Anzahl guter Bil-Jer wurden mir gegeben. Aber noch fehlte eine Kindergärtnerin. Ich merkte bald, dass niemand so leicht gefunden werden konnte, der an einen so verlassenen Platz wie diesen ging, und so nahm ich diese Arbeit zunächst aut mich. Bald fand ich auch ein junges Mädchen am Ort, das bereit war, mir zu helfen. Obwohl sie noch nicht hebräisch konnte sondern jiddisch sprach, arbeiteten wir zusammen, denn in Zeiten der Not kann man sich seine Helfer nicht aussuehen. Und so wurde dei Kindergarten eröffnet. Dit Mütter brachten ihre Kinder, ab?r diese wollten unter keinen Umständen allein bei uns bleiben. Was noch mehr ins Gewicht fiel war, dass rhe Mütter selbst mit Sorge erfüllt waren, nach allem, was ihnen passiert war, ihre Xin. der fremden Händen zu. überlassen. Ich kennte sie verstehen, und so schlug ich I mehreren .'füttern vor 'm Kindergarten zu ble;oer. und uns bei der Arbeit zuznsehen. Der Kindergarten wurde gut versorgt und gehalten. Ich bereitete auch Mahlzeiten fiir die Kinder zu, welche sich schnell daheim fühlten und sich bald den neuen Bedingungen an passten. Ich erzählte ihnen Geschichten und spielte mit ihnen; wir sangen und tanzten. Nach ein paar Tagen sahen die Mütter, dass sie mir ihre Kinder unbesorgt anvertrauen konnten. Als eine der Mütter noch zögerte, düs zu tun, hörte ich eine auf jiddisch zu ihr sagen: £>u brauchst keine Angst zu haben und kannst das Kind bei ihr lasen. Sie ist den Kindern eine gute Mutter. Das war meine erste Belohnung. ICH SCHICKTE DIE FRAUEN ZUR ARBEIT Als einige Zeit später eine Kindergärtnerin ankam, überliess ich ihr den Kindergarten und war nun in; biner Toledano, der Direktor der Lage, mich mit den1 der jugendalija Mosche Kol, Frauen des Ortes zu befas-1 eowie zahlreiche Rabbiner sen. Bei der ersten Ver- und die Eltern der Kinder. Sammlung sprach ich zu ihi Verschiedene christlich-ornen über den Status der thodoxe Mütter, die sich in LA SEMANA ISRAELITA BISHMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Awm — PUEYRREDON 2190, 1* iaq. — T. E. 83-2013 26 Februar 1960 28- Schwat 5720 MASSENBESCHNEIDUNG IN ISRAEL Tel Aviv. — Fünfzig Kinder, die mit der Jugendalija ins Land gekommen waren, wurden zu wahren Juden gemacht und in einer traditionellen Zeremonie in Natania beschnitten. Anwesend waren der Kultusminister Rab- Frau in Israel, über ihre Aufgaben in der Familie und ihre Pflichten, ihr Interesse auch öffentlichen Angelegenheiten zuzuwenden. „Vor allen Dingen müssen Sie Hebräisch lernen und Ihren Männern bei dem Unterhalt für die Familie helfen. In diesem Lande muss auch die Frau ausserhalb des Hauses arbeiten und Geld verdienen. Ich besebrieö ihnen, welche Freude man an der Arbeit auf dem Felde in der Weingärten una bei der Orangenemie empfinde. l’m es ihr.en zu ermöglichen, zur Arbeit zu gehen, traf ich geeignete Ai.ordnun. gen zur Unteroring ing der kleinen Kinder, Zunächst konnten sie nicht verstehen, wie eine jüdische Frau auf dem Felde „wie eine einfache Bauersfrau” arbeiter. kann, aber die Möglichkeit, zu verdienen und ihren Männern die Last etwas zu erleichtern, zog sie an. Es gab viele Weinberge, Zitrusplantagen und Gemüsegärten, welche von der Hakal- Gesellschaft betrieben wurden, Nach kurzer Zeit ging regelmässig jeden Morgen eine grosse Anzahl von Frauen zur Arbeit und kam am späten Nachmittag zufrieden zurück, mit Körben Russland während des Krieges mit Juden verheiratet hatten, äuserten, sie selbst hatten, äusserten, sie selbst Söhne durch die Bescbneidung zu Volljuden gemacht würden. Das Alter der Knaben schwankt zwischen 7 und 15 Jahren, und die mei* sten von ihnen kommen aus Osteuropa. Mosche Koi teilte mit, dass in den letzten vier Jahren rund 450 Knaben beschnitten worden sind. (ITA) r voll von Weintrauben, Feigen oder anderen Früchte» für die Familie. Gleichzeitig organisierte ich auch hebräische und Kochkurse. Ich lehrte sie, einheimische Gerichte zuzubereiten, denn viele der jungen Frauen hatten ihr elterliches Heim in jungem Alter verlassen und nicht von ihren Müttern Hausarbeit und Kochen gelernt. Auch die Jugend wurde nicht vergessen. Ich achtete darauf, dass sie geeignete Lehrer bekamen. Wenn auch nicht alle von ihnen heute auf dem Lande arbeiten, so haben sie sich im Laufe der Zeit doch alle zu nützlichen und leistungsfähigen Staatsbürgern entwickelt, die zum Aufbau des Landes beigetragen haben. Wie befriedigt war ich, als ich zehn Jahre später Frauen aus Migdal Askalor. bei den verschiedenen Zusammenkünften der „Arbeitenden Frauen” und der Arbeitenden Mütter” traf — alle sprachen hebräisch, und es ging ihnen gut. Meine Bemühungen waren nicht vergeblich gewesen. FEBRUAR letzter Ausverkaufs- Monat 30 % Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt mit Zahlungserleichierung auf alle Sommer-, Herbst¬ und Winterfertigkleidung. 30o ausgesuchte Stoffe für Massanzüge. zugeschnitten und probiert von unserem zweiten Modellisien Preis $ 4.200.— der Massan2ug. LAVALLE 870 T. E. 35 - 1110 $ ESTUDIO JURIDICO BfTERNAC FIAMBRERIA Alle Arten Aufschnitt — Konserven — Getränke — Auch koschere Würste — Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preiselbeeren — KNORRSUPPEN — WEGEN FERIEN GESCHLOSSEN 28 MAYO 71» Inh.: FEDERICO SWARSENSKY * Dr. Har dl Swarsensky | 0 " 0 Waehrend der Monate Februar und Maerz! 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 t 0 GESCHLOSSEN Asuntos Europeos exclusivamente SPRECHSTUNDEN NUR IN DRINGENDEN FAELLEN DIENSTAG UND FREITAG VON 16—18 UHR Dr. Gunter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN — - _____ BUEROZEIT: 10—lt und 15—18 Uhr PUEYRREDON 2190 eeq. Av. 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