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Jüdische Wochenschau · 1960-02-23 · 1756 (23.2.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1756 (23.2.1960)
Date
1960-02-23
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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rUEYRREDON 21901. St. Tiefe Besorgnis um die jüdische So oft die gewählten Vertreter der zionistischen Bewegung' zu Beratungen zusammentreten, wird die Lösung des jüdischen Problems durch Konzentrierung des Volkes in seinem Heimatland im Lichte neuer Entwicklungen geprüft. Jede Sitzung des Aktions-Comités bedeutet daher die Bahnung eines neuen Weges, der zum letzten Ziel führt. Die Sitzung des Zionistischen Aktions-Comités, die kürzlich in Jerusalem statt-1 fand, konzentrierte sich auf zwei zentrale Fragen: a) die neue Konstitution . für die zionistische Bewegung, die der heutigen Wirklichkeit angepasst ist; b) auf eine Warnung vor der Pflichtverletzung auf dem Gebiet der jüdischen Erziehung in der Diaspora, denn in dieser Erziehung liegt das Geheimnis der Existenz,, und der Zukunft der Juden als Juden. ANTISEMITISCHE AUSBRUECHE Das Zionistische Aktions- Comité tagte in Jerusalem gerade zu einem Zeitpunkt, in dem aus vielen Ländern Europas und Amerikas Berichte über neue antisemitische Ausfälle eingingen. Die Vertreter der zionistischen Bewegung waren von dieser neuen Woge antisemitischer Erscheinungen, die den Status. die Ehre und das Schicksal des jüdischen Volkes bedrohen, tief betroffen. Ihre Gefühle kamen in Resolutionen zum Ausdruck, in denen die Regierungen der betreffenden Länder, besonders die deutsche Regierung, -a'ufgefordert wurden, schnei, le’ und wirksame Massnahmen zu ergreifen, um diese Manifestierungen' des Neonazismus auszurotten. . Aber ausser dem Appell an die Aussenwelt konnte sich das Comité nicht zur ii ckhal ten den Juden selbst, die in den Ländern, iH denen sich derartige antisemitische Ausfälle ereigneten, oder an anderen Plätzen le^ ben, zu sagen, dass wirksame Selbstverteidigungsmassnahmen ergriffen werden müssen, um allen Angriffen gegen die Rechte und Ehre entgegenzutreten, und dass der Staat Israel, der jetzt besteht, keine organisierten Angriffe gegen das jüdische Volk dulden würde. ZIONISTISCHE LOESUNG In seiner Ansprache in der Schluss-Sitzung des Comités führte Dr. Goldmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, folgendes aus: Für die Zionisten ist die Lösung der jüdischen Frage keine akademische Angelegenheit, denn die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland ist heute nicht weniger dringend als früher. Während keine Ursache zur Furcht für die physische Sicherheit der Juden im Westen besteht, können diese Manifestationen doch nicht nur als Ausbrüche jugendlicher Aus den Beratungen des Aktions-Coraites von MOSHE HURWITZ Kampf scharen und ihm in ¡seiner Entwicklung seinen I Fortschritten und seiner Konsolidierung' helfen. Banden abgetan werden. Man hat das Gefühl, dass sie von einem Zentrum ausgehen, das die Kundgebungen an den verschiedenen Orten zu ein und derselben Zeit bestimmt. Drei Aufgaben ruhen auf der westdeutschen Regierung: 1.) den Anstiftern der Aktionen schwere Strafen zuzumessen,. 2.) die Wurzeln des Uebels festzustellen, um sie wirksam ausrotten zu könnten, und 3.) alle erzieherischen Massnahmen zu treffen, um der jungen Generation einen neuen Geist einzuflöesen. Durch diese Schritte wird sich die westdeutsche Regierung ihrer Bewährungsprobe aussetzen. Die Aussenpolitik des Staates Israel wird natürlich von der Regierung und ihren Vertretern bestimmt. Aber auch heute stellen die Zionisten keinen unbedeutenden Faktor dar; sie unterstützen die Regierung bei der Mobilisierung der öffentlichen Weltmeinung. Die zionistischen Vertreter, die in Jerusalem zusammentrafen, konnten gewiss nicht gleichgültig sein gegenüber den neuesten Anzeichen des sich gegen Israel gerichteten Schwingens des politischen Pendels. UEBER DIE POLITISCHE LAGE In seiner Eröffnungsrede,- mit der er einen Ueberblick über die Lage gab, sagte Dr. Goldmann, dass die guten Tage, deren Israel sich in cber internationalen Arena während der letzten zwei Jahre erfreut habe, zu Ende zu1 gehen scheinen. Wieder muss ein Kampf geführt werden, um Gefahren abzuwenden und auf internationalem Gebiet den Status Israels zu verbessern. Die Resolutionen, die von der UN- Ver Sammlung über die Frage der Flüchtlinge gefasst wurden, die Tatsache, dass verschiedene Konzerne dem arabischen Boykott . Druck nachgaben, die Lockerung der Beziehungen zwischen Frankreich und -Lsrael — all dies muss als schlechtes Vorzeichen angesehen werden. Das Zionistische A. C. drückte Besorgnis über die erneuten Bemühungen der Grossmächte aus, Nasser versöhnlich zu stimmen, durch welche dieser ermutigt wird, seine intransigente Politik gegen Israel fortausetzen. Eine solche Situation legt dem Zionismus in der ganzen Welt die Notwendigkeit auf, immer auf der Wacht zu sein und alle Kräfte im jüdischen Volk zu mobilisieren, dass sie sich um den. Staat in seinem REGIERUNG UND ZIONI¬ STISCHE BEWEGUNG Die Beziehungen zwischen dem Staat und der Zionistischen Organisation sind stets verschieden interpretiert worden. Einige behaupten, dass die Schwäche der zionistischen Bewegung der Tatsache zuzuschreiben ist, dass der Staat Israel sich nicht hinter die Bewegung stellte. Daher kommt der Erklärung des Justizministers Pinchas Rosen, der die Eröffnungssitzung im Namen der Regierung begrüsste, besondere Bedeutung zu. Er betonte, dass der Staat Israel und die Zionistische Weltorganisation durch eine gemeinsame Aufgabe unlösbar miteinander verbunden sind, die darin besteht, das seit jeher bestehende Streben des jüdischen Volkes, sich in seinem Heimatland niederzulassen, zur Durchführung zu bringen. Diese Partnerschaft fand ihren positiven und praktischen Ausdruck in dem Gesetz, das den Status der Weltorganisation erläutert, und in dem Vertrag zwischen der Regierung und der Zionistischen Weltorganisation. Die Regierung ist entschlossen, im Einklang mit diesen grundlegenden Dokumenten zu handeln und gab dieser Bereitschaft erneut in ihrem „Regierungs - Programm” Ausdruck, das sie der Knesset vorlegte und das von dieser ratifiziert wurde. DIE NEUE KONSTITUTION Wir bereits erwähnt, war der Hauptpunkt, um den es sich bei den Beratungen des A. C. handelte, die Annahme der neuen Konstitution für die Zionistische Weltorganisation. Für eine freie Bewegung ist eine Verfassung noch notwendiger als für einen Staat, um alle ideologischen Tendenzen in der Bewegung zu regulieren. Während ~ihres 60jährigen Bestehens hat die Zionistische Weltorganisation von Zeit zu Zeit ihre Konstitution neu überprüft, um sie den wechselnden Bedingungen a-nzüpassen. Die letzte Konstitution der Zionistischen Bewegung, die bis zur jetzigen Sitzung des A.C. gültig war, wurde vor 39 Jahren ausgearbeitet und entsprach naturgemäss nicht mehr den heutigen Verhältnissen. Es ist natürlich unmöglich, hier auf alle Abänderungen u.nd Unterschiede einzugehen, die die neue ¡Konstitution der alten gegenüber aufweist. Die hauptsächlichste Aenderung liegt in dem Paragraphen, der einer Erweiterung der zionistischen Organisation die Tür in Zukunft öffnet Dieser Paragraph annulliert die persönliche Mitgliedschaft in der Zionistischen Weltorganisation, die als eine Organisation für Millionen von Mit gliedern nicht langer geeignet ist, sondern geht zu einer Mitgliedschaft von Organisationen innerhalb der Weltbewegung über. Die neue Konstitution, die einstimmig angenommen worden ist, beseitigt die Hindernisse für den Eintritt jüdischer Organisationen, die den Wunsch ausgedrückt haben, einen Platz im organisierten zionistischen Lager l zu finden. Auf diese Weise j wird die Zionistische Orga- | nisation in der Lage sein, die; grössere Majorität des jüdischen Volkes um den Staat Israel zu scharen und sich so eine ständige und loyale Unterstützung zu sichern, auf welche sie sowohl in schlimmen Tagen als auch in Zeiten der Prosperität zurückgreifen kann. Im Dezember ds. Js. wird der 25. Zionistenkongress zusammentreten und dieses Jahr bedeutet daher eine Periode intensivster Vorbereitungen und Verhandlungen mit jüdischen Organisationen in den verschiedenen Ländern zwecks Beitritt in die Welt-Bewegung. Der nächste Kongress wird daher in der Lage sein, dem neuen und erweiterten Status der Zionistischen Organisation und dem jüdischen Volk Ausdruck zu geben. JUEDISCHE ERZIEHUNG IN DER DIASPORA Zwei Sitzungen waren der Frage der jiidischen Erziehung in der Diaspora gewidmet. Salman Schazar, der Leiter der „Abteilung fiir Erziehung und Kultur in der Diaspora” der Jewish Agency wies die Delegierten nachdrücklichst auf den Emst der Lage in der Diaspora hin. Aus einem umfassenden Ueberblick über jüdische Erziehung geht hervor, dass nur ca 40 Prozent aller jüdischen Kinder in Amerika in irgendeiner Form jüdische Erziehung erhalten, während 60 Prozent ohne jeden Kontakt mit jüdischer Kultur, jüdischen Werten und der jüdischen Welt aufwachsen. Von den vorerwähnten 40 Prozent geniesst ungefähr die Hälfte nur anderthalb Stunden wöchent- NACHRICHTEN AUS ISRAEL WASSERWERK IN BAKAA Ein Wasserwerk, das Wasser zum Trinken und für Eewässerungszwecke liefern soll, wurde vor kurzem in Bakaa el Garbie im nördlichen „Dreieck” eingeweiht. Die Gesellschaft „Mekorot” wird jährlich eine halbe Million Kubikmeter beistellen, die für die Bewässerung von 2.000 Dunam Boden bei intensivem Anbau genügen. Zur Finanzierung der Anlage wurde eine Genossenschaft gegründet. HISTADRUT-INDUSTRIEN 401 Industriebetriebe der Histadrut (der. allgemeinen Arbeiter-Gewerkschaft) haben im Jahre 1958 ca. 28.000 Arbeiter beschäftigt. Der Wert ihrer Erzeugnisse betrug 384 Millionen IL, gleich 22,4 Prozent des Wertes der gesamten industriellen Produktion von Israel im letzten Jahr. SPIEGELFABRIK Vor kurzem wurde in ^kko der Grundstein zu einer Fabrik gelegt, die Spiegel bringt ein Teilhaber ins Land, der in New York und Paris’ zwei grosse Fabriken besitzt, welche Spiegel erzeugen und sie in alle Welt, ausführen. Die Gesellschaft wird das Rohmaterial im Lande beziehen und für das von „Phoenicia” gelieferte Glas in Dollar bezahlen. Man hofft, dass die Jahresproduktion, die zur Gänze für den Exp»rt bestimmt ist, eine Million Dollar erreichen **ird. PRODUKTIONS. STEIGERUNG Im Entwicklungs-Ministerium verlautet, . dass die Bromwerke am Toten Meer Ihre Produktion um 9001 Tonnen . steigern . werden, weis „einer Erhöhung von 45 Prozent gegenüber dem heutigen Stande entspricht. Das gesamte, bis Jahresende zu erzeugende Brom ist bere.ts zu höheren Preisen als im Vorjahr verkauft worden. Die Gesellschaft war genötigt, viele Bestellungen ausländischer Kunden zurückzuweisen, und daher wurde eine Erweiterung der Werke beschlossen. Die Erweiterungsarbeiten werden BUERO UND BUEROZEIT Mil dem Wechsel des Sekretariats war auch eine Verlegung des Büros und eine Aenderung der Bürozeit erforderlich geworden. Das NEUE BUERO DER THG befindet sich in der PUEYRREDON 2190. im ersten Stock links, Telefonnummer: 83-2613. BUEROZEITEN: jeden Montag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Anrufe auch ausserhalb der Büroseit von 10—18 Uhr. und andere Glaswaren herstellen wird. Sie wird von einer amerikanisch-israelischen Gesellschaft durch eine Investition von 520 000 Dollar und 900 000 IL auf einer Fläche von 6 Dunam errichtet. Die Fabrik soll 200 Arbeiter beschäftigen und mit den modernsten Maschinen ausgestattet werden. Diese lieh sogenannte jüdische Erziehung. Vom jüdisch - nationalen Standpunkt aus muss eine solche Erziehung als lächerlich ar.gesehen werden. Sie dient nur dazu, die Eltern zu täuschen und ihr nationales Bewusstsein zu beruhigen. Ein mehr oder weniger ähnliches Bild jüdischer Erziehung zeigt sich auch in anderen Ländern der Diaspora. Jüdische Erziehung muss daher die Hauptaufgabe der zionistischen Bewegung sein, wenn sie sich mit dem Schicksal des jüdischen Volkes ernstlich befassen will. Erwerbl den Schekel laut Plan Ende dieses Finanzjahres abgeschlossen sein und etwa eine viertel Million IL kosten. Da jedoch die Brompreise auf dem europäischen Markt im Steigen begriffen sind, nimmt man an, dass diese Investition binnen zwei Jahren herei-ngebracht sein wird. STUDENTEN AN DER H. U. Das 35. akademische Jahr der Hebräischen Universität in Jerusalem und ihrer Zweigstelle in Tel Aviv hat Anfang November begonnen. Die Zahl der Studenten in Jerusalem beträgt 7000, hiervon 150 ausländische Studenten, wozu noch 400 Forschungsstudenten kommen. In Tel Aviv lernen 1.300 Studenten. NAEHM ASCHINEN Die Fabrik „Azmon”, die der Gesellschaft „Tius” gehört, an der der Staat und die Histadrut beteiligt sind, erzeugt monatlich 300 Nähmaschinen. 40 Prozent der Produktion, die im März dieses Jahres auf genommen wurde, sind für den Export, insbesondere nach Afrika, bestimmt. Alle Bestandteile der Nähmaschinen werden im Lande erzeugt, ausgen» Tomen'einige wenige, d'ren Wert nur etwa 5 r>r-,-e:n 'ms Preises der Nähmaschine be_ trägt.

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