Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1756 (23.2.1960)
- Date
- 1960-02-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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® — 23 de Fcbmc de 1960 L A SEMANA ISRAELITA Año XXL — No. 175« Ostafrikanischer Besuch von Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN Bei den Vorbereitungen «3er Ost-Westkonferenzen für «ins kommende Frühjahr übersehen viele Leute, dass sich heute in Afrika — unabhängig vom Algerien-Problem — eine ausserordentlich tiefgreifende Veränderung vollzieht. Kaum haben die Franzosen sich bereit gefunden. ihren ehemaligen Kolonialvölkern weitgehende nationale Unabhängigkeit in ihrem Commonwealth zu geben, da hören wir von Aufständen in Belgiens Territorien. Doch haben wir die Auseinandersetzungen mit der Mau-Mau-Bewegung vor zwei Jahren noch keineswegs vergessen. Wie weit wir richtig unterrichtet wurden, lasse ich dahingestellt sein. Auf jeden Fall: drei gutaussehende, schwarze Hünen traten ins Zimmer und stellten sich als Freunde Israels »us Keoja vor. Zwei erklärten sich als Reverends der koptischen Kirche, von der sie behaupteten, sie wäre überhaupt die einzig christliche Gemeinschaft, die mit den Herrschaftsansprüchen der westlichen Welt nie etwas zu tun gehabt hätte. Im Zeitalter des apostolischen Urchristentums wäre die koptische Mission in Aegypten tätig gewesen, und habe sich von dort über den Sudan ins Innere Afrikas gewandt. Der dritte der jungen Leute distanzierte sich auch von dieser Kirche. Er wolle nur und nichts als Afrikaner »ein, erklärte er. „Was bedeuten mir”, rief er emphatisch aus, und die Augen rollten ihm im Kopfe, „die büssende Magdalena, der heilige Georg, was Maria selbst! Missionare sagen mir, die sich vor ihren Bildchen bekreuzigen, ihr Glaube sei der rechte: aber wenn sich Grosspapa vor seinem hübschen Hausgötzen verneigte, so sei er abergläubisch. Nein, nein!, diese Missionare kamen, um den afrikanischen Widerstandsgeist zu brechen, um einer nachfolgenden Ausbeuterarmee das Handwerk zu erleichtern!” Jetzt ein bisschen mutiger geworden durch die Gewalt der Rede ihres Bruders, erklärten nun auch die Reverends, sie praktizierten ihren Glauben auch nicht als Geistliche, sondern sie wären Schullehrer. Letztlich aber wären sie Volkserzieher, Propagandisten der afrikanischen Antikolonialbewegung geworden. In diesem Dienste nur reisten sie. Sie waren in West- und Ost- Deutschland. in Jugoslawien, in Russland, in der Tschechoslowakei, in Griechenland, und nun also in Israel. „Wir haben garnichts zu verstecken”, rief der schwarze, sehr temperamentvolle Riese. „Der Namen Mau-Mau ist eine englische Erfindung, durch den sie unsere Nationalbewegung lächerlich machen wollten. Aber das stört uns nicht. Wir haben mit dem Gewehr in der Hand gekämpft, — wenn es nötig sein sollte, — sind wir wieder dazu bereit!” Was sehen diese „angry young men”, die aber durchaus sympathisch schienen in ihrer Naivität und auch in der sehr klugen Beobachtung ihrer Situation, — was sehen sie als Ziel an? „Das schwarze Afrika!”... Keineswesg nur eine ortsgebundene Befreiung, sondern eine Union aller Schwarzen, aller Unterdrückten dieses Erdteils. Ihre besondere Verehrung gilt Nekruma. Dass die Bewohner der ostafrikanischen Kolonien ein gerüttelt Mass von Lei- ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Bueaos Airee, Rep. Argentiaa Asoc. Filantrópica Israelita Eintragung für das KINDERHEIM VIDAL 2957 ab 2. März jeden Mittwoch von 15—17 Uhr oder nach telef. Vereinbarung T. E. 70-5527. KINDERGARTEN (ganz- oder halbtägig) SCHULKINDER (Beaufsichtigung Schularbeiten) LUACH (K alendtr) Dienstag, den 23. Februar 25. Sch wat Mittwoch, den 24. Februar 26. Schwat Donnerstag, den 25. Februar 27. Schwat Freitag, den 26. Februar 28. Schwat Sonnabend, den 27. Februar 29. Schwat Schabbat MISCHPATIM — Parehat Schekalim Haft. II Könige XH 1—17. - - Neumond-Ankündigung Sonntag, den 28 Februar 30. Schwat Montag, den 29. Februar 1. Adar Diensta, den 1. März 2. Adar Mittwoch, den 2. März 3. Adar Donnerstag, den 3. März 4. Adar Freitag, den 4. März 5. Adar Sonnabend, den 5. März 6. Adar Schabbat TRUMA — Haft.: I Könige V 2« — VI 13 Sonntag, den 6. März 7. Adar Montag, den 7. März «. Adar Dienstag, den 8. März 0. Adar Mittwoch, den 9. März 10. Adar Donnerstag, den 10. März U. Adar den hinter sich haben, wer wüsste das nicht! Die jungen Leute sagten, sie hätten selbst mit erlebt, wie sich Schwarze dazu bereit fanden, „abgehackte Negerbände und auch Köpfe in der Administration abzuliefern”, besoldet von den Auftraggebern! „Was wissen denn”, riefen die jungen Leute aus, „europäische Journalisten von den Leiden farbiger, unterdrückter Koloniaivölker?” Einiges, so meinte ich, könnten wir zum Thema „Unterdrückung” aussagen, wir Juden hätten im Zeitalter Hitlers wohl einige Erfahrung gesammelt... „Sie sagen uns da nichts Neues”, erwiderten die Afrikaner, deswegen kommen wir ja nach Israel. Wir glauben hier auf Verständnis unserer Probleme stossen zu dürfen. Wir waren gestern in Ihrer Hebräischen Universität. Uns imponieren nicht nur die Gebäude, sondern uns beeindruckt vor allem, dass es möglich ist. nach zweitausend Jahren eine hebräische Sprache so zu beleben, dass in ihr moderne Forschung und 'Lehre möglich ist. Wir bewundern den „Geist”. „Wie fühlen Sie sich bei uns ” „Sehr gut. Ausgezeichnet! Wissen Sie, wir sind auch in Europa auf keine offene Feindseligkeit gestossen. Wir wollen auch keineswegs „generalisieren”, denn natürlich gibt es unter den Weissen ebenso gute Menschen wie unter den Schwarzen; aber wir empfanden uns doch als irgendwie „fremd”. Hier, in Israel, spüren wir bereits eine andere Völkerfamilie, die afroasiatische. W!as wir heute von Ihnen erbitten, das ist, dass Sie eindeutig dartun, dass sie zu ihr und nur zu ihr gehören wollen...” „Das ist nicht ganz so einfach, wie Sie denken! Dass wir der afroasiatischen Völkerfamilie verbunden sind, das wissen Sie ja; nicht nur, dass wir 3n unser Väter Land zurückkamen, von der einstmals unsere eigene Kultur in die Welt strahlte, sondern auch durch die moderne Hilfeleistung, die wir gerne an Burma, an Ghana, an Liberia geben! Ich nehme nicht an, dass wir Ostafrika ausnehmen werden! Aber auch wir haben Interessen: Millionen unseres Volkes sitzen in Europa und in Amerika... Könnten wir auf sie verzichten, ideell, materielli Doch glauben wir nicht, dass die einen Interessen die an- Israel beispielgebend Paris. — In einem Aufklärungsfeldzug, den die französische Regierung unter den französischen Landwirten durehfübren will, sollen israelische Bewässerungsmethoden als Beispiel empfohlen werden. Ein französisches Filmteam drehte vor kurzem in Israel einen Film für das französische Landwirtschafts-Ministerium, der die in Israel angewendeten Berieselungsmethoden erläutern soll. Die Franzosen wollen diese Methoden auch in ihrem Land einführen,, wo ein gewisser Wassermangel herrscht. Nach Ansicht französischer Fachleute ist Israel der Beweis gelungen, dass seine Bewässerungsmethoden denen anderer Länder vorzuziehen sind, da sie sieh als sparsamer und wirksamer erwiesen haben. (AWZ) PROZESS GEGEN SYNAGOGENSCHAENDER < ÜÜÉ «iS 1ÉÉÉI!§§»! i:#i¡p «il lililí «MI IfêfPl Ä In Köln fand der Prozess gegen die beiden jugendlichen Hakenkreuxschmierer statt, di* durch ihr Attentat gegen die kölner Synagoge die antisemitische Welle in der ganze«« Welt aus lösten. Unser Bild zeigt die Angeklagten, die wenig Reue über ihre Tat au empfinden scheine«. Rechts Paul Schönen in einer theatralischen Pose vor dem Publikum, links sein Kumpan Arnold Strunk. V deren durchkreuzen müssen: wir glauben an gutwillige Kooperation.“ Soweit die jungen Leute. Sie waren einige Tage unsere Gäste, fühlten sieh von der Kollektivform des Kibbuz angesprochen, vom offenen, menschlichen Zugang dem sie überall begegneten. Sie suchten sich mit wahrem Eifer in die Probleme Israels „einzuwühlen’, bekundeten Bibelkenntnis und ein vortreffliches Bescheidwissen, welche die wahren Verhältnisse in dieser Weltecke sind, ohne einer lauten Propaganda von anderer Seite ins Netz zu gehen... Am 17. Februar entschlief nach kurzer Krankheit mein geliebter Mann, mein treusorgender Vater, Schwager und Onkel, Herr Hugo Mandl im fast vollendeten 59. Lebensjahr. In tiefer Trauer: M1CKY MANDL, geh. TEICHNER HANS E. MANDL, Sohn ERNST TEICHNER und Famili« LEO HUPPERT und Frau KARL PISK und Familie sowie- Nichten und Neffen Sarmiento 1721 - JEDEN TAG kommen neue Einwanderer nach ISRAEL JEDEN TAG geht das AUFBAUWERK weiter in ISRAEL JEDEN TAG steht die EINHEITSKAMPAGNE im Dienste ISRAELS.! Annahmestellen: CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAELj Comité Centroeuropeo; SARMIENTO 2376, IH;! T. E. 47-3820 int. 13! und sämtliche angeschlossenen!! Gemeinden und Organisationen!